Samstag, 18. Juli 2020

Republikanische Wähler putschen im Iran und setzen Frauenquoten in der CDU durch - Vermischtes 18.07.2020 Die Serie „Vermischtes“ stellt eine Ansammlung von Fundstücken aus dem Netz dar, die ich subjektiv für interessant befunden habe. Sie werden mit einem Zitat aus dem Text angeteasert, das ich für meine folgenden Bemerkungen dazu für repräsentativ halte. Um meine Kommentare nachvollziehen zu können, ist meist die vorherige Lektüre des verlinkten Artikels erforderlich; ich fasse die Quelltexte nicht noch einmal zusammen. Für den Bezug in den Kommentaren sind die einzelnen Teile durchnummeriert; bitte zwecks der Übersichtlichkeit daran halten. 1) How the GOP Built a Loyal Hispanic Base
In a sense, then, it’s paradoxical that the Republican Party’s abandonment of the civil rights mantle—firmly seized in the 1960s by Democrats—helped spur its aggressive courting of Hispanics. But after the Civil Rights Act was passed, the party had to search for ways to make up the support it knew it would no longer receive from African Americans. To help do so, Republican operatives turned to leaders in the Mexican American and Cuban American communities who had a deep allegiance to values like religion, free enterprise, and anti-communism. These leaders, not willing to abandon civil rights altogether, hoped that they could move the GOP toward adopting greater respect for immigrants and greater educational opportunity. They became some of the party’s earliest Hispanic boosters. [...] If Reagan’s more balanced approach provided a more solidified, loyal Hispanic base, the years under both George H. W. and George W. Bush illustrated the ways in which demonstrating familiarity and respect can help such a base grow. Both Bushes appointed multiple Latinos to their cabinets as well as other key posts, and both took policy positions that showed a better understanding of the community and its concerns, if not alignment with the majority of its people. They were visibly pro-immigrant, and both made policy overtures on issues like education and trade, which were important to Hispanic Republican leaders. Both Bushes were important counterweights to the GOP’s growing restrictionist wing. The younger Bush, for example, resisted attempts to deny nonemergency health care, public schooling, and other services to undocumented immigrants while governor of Texas, and supported bilingual education. He was rewarded with high-water marks of Hispanic support for a Republican presidential candidate: 40 percent in 2000, and 44 percent in 2004. (Cecilia Munos, Washington Monthly)
Es ist faszinierend, wie die GOP einerseits die gewaltigen Fortschritte der Bush-Ära komplett verspielt hat und wie groß andererseits der Anteil der Latinx-Menschen ist, die der Partei immer noch die Stange halten. Ich denke, dahinter steckt eine ähnliche Dynamik wie mit den Deutschtürken: eigentlich sollte die CDU für sie eine attraktive Partei sein - Stichwort traditionelle Werte - aber Rassismusprobleme treiben diese Wählerpotenziale immer weg. In den USA funktioniert diese Dynamik besser, weil der Anti-Latinx-Rassismus der GOP spezifischere Herkunftsländer anvisiert. So ist die Partei sehr freundlich gegenüber Kubanern, während sie offen rassistisch gegen die "Festlands-Latinx" operiert. Dieses Artefakt aus der Zeit der kubanischen Revolution hält sich sehr hartnäckig und hilft der GOP sehr. Aber mittlerweile dürfte die Türe für eine Öffnung gegenüber dieser Ethnie weitgehend zugeschlagen sein. 2) Penny-wise, pound-foolish: The Iranian Coup of 1953
“For the cost of a few hired mobs,” writes Brands, Operation TPAJAX established Iran’s pro-U.S. strategic alignment “for 25 years.” [...] The United States stuck with the shah, as it stuck with many military dictators in the Global South. Part of this was preference — policymakers distrusted Iran’s nationalists and believed that the shah, despite his faults, offered the best way of maintaining Iran’s pro-U.S. strategic alignment. Policy choices had limited U.S. options: By toppling Mosaddeq, subverting Iran’s Constitution, and raising the shah to the level of dictator, the United States narrowed its field of viable allies in Iran. TPAJAX eliminated the short-term threat of communism, but did little to stabilize Iran or ensure its pro-U.S. alignment should the shah’s position weaken. Brands’ prediction of a return to Cold War-era covert regime change looks like it might be coming true. In 2020, supporters of the Trump administration’s policy of “maximum pressure” against the Islamic Republic of Iran defend regime change as a feasible and “liberal” policy option. Reexamining the 1953 coup’s planning, execution, and impact is relevant to examining the current U.S. stance toward Iran. The coup of 1953 served U.S. interest, but only in a narrow sense. Policymakers considering a similar campaign against the Islamic Republic would do well to consider this history, and its implications for contemporary policy. (Gregory Brews, War on the Rocks)
Wenn man das Zitat liest, dass US-Sicherheitspolitiker es tatsächlich als einen guten Trade-Off betrachteten, einen brutalen aber US-freundlichen Diktator 25 Jahre im Amt gehalten zu haben, läuft einem der kalte Schauer über den Rücken. Nicht nur, dass das Regime des Schahs an Brutalität dem folgenden Ayatollah-Regime in wenig nachstand. Auch ist der Iran seit mittlerweile über 40 Jahren eine brutale islamistische Diktatur, ein Dauer-Unruheherd in der Region und proliferierter Stifter von Terrorismus. Niemals wäre Mossadeghs semi-sozialistische Politik, die die USA mit ihrem Putsch zu stoppen hofften, so schlimm gewesen wie Schah oder Ayatollah. Stattdessen hätte man einen blockfreien, säkularen Iran gehabt. Das wäre aus heutiger Sicht traumhaft. Die Geschichte des Kalten Krieges ist voll solcher schlechter Entscheidungen. 3) Kramp-Karrenbauer will verbindliche Frauenquote in der CDU
CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer plädiert für Parität in ihrer Partei. Zudem will sie die Gruppierung Lesben und Schwule in der Union (LSU) aufwerten. Ihr Plan: Bis zum Jahr 2023 soll in der CDU eine verbindliche Frauenquote von 50 Prozent durchgesetzt werden und die LSU soll als "Sonderorganisation" offiziell anerkannt werden. [...] Mit dem Status einer "Sonderorganisation" hätte die LSU Rechte zur Mitwirkung an der politischen Willensbildung der CDU und würde ein eigenes Antragsrecht auf dem Bundesparteitag bekommen. [...] Über die Frauenquote heißt es: "Frauen sollen an Parteiämtern in der CDU und an öffentlichen Mandaten gleich beteiligt sein." Über die Quote wird in der CDU schon länger kontrovers diskutiert. Die Frauen-Union hatte unter anderem beantragt, das Quorum von einem Drittel Frauen mit Ämtern und Mandaten verbindlich zu machen und für Kandidatenlisten überwiegend die hälftige Besetzung mit Frauen vorzusehen. (dpa, SpiegelOnline)
Mittlerweile hat uns Stefan Pietsch ja bereits ein flammendes Plädoyer gegen die Frauenquote gegeben, weswegen ich hier vor allem das Quotenthema als symbolisch für den innerparteilichen Wandel der CDU diskutieren will. Kramp-Karrenbauer steht ja in der Tradition der Merkel-Modernisierung, einer Akzeptanz des gesellschaftlichen Wandels seit 1998 - und damit in ziemlicher Opposition zu Friedrich Merz, der sich klar als Vertreter der traditionelleren CDU inszeniert. Das Problem für Merz und andere eher mit der Werteunion sympathisierende Leute ist, dass die Mehrheitsmeinung sich mittlerweile fundamental gedreht hat. Merz' Herumlavieren gegenüber Kramp-Karrenbauers Vorstoß - er vermied es sehr pointiert, sich dagegen auszusprechen - er erklärte im Endeffekt, er sei dagegen, aber dafür wenn man ihn wähle - dass es ein "Zurück" für die CDU nicht geben kann. Wer auch immer Merkel beerben wird sollte sich besser von der Illusion verabschieden, sie in die vermeintlich glorreichen Zeiten der geistig-moralischen Wende zurückführen zu wollen. 4) Study on Harvard finds 43 percent of white students are legacy, athletes, related to donors or staff

The study, published earlier this month in the National Bureau of Economic Research, found that 43 percent of white students admitted to Harvard University were recruited athletes, legacy students, children of faculty and staff, or on the dean’s interest list — applicants whose parents or relatives have donated to Harvard. That number drops dramatically for black, Latino and Asian American students, according to the study, with less than 16 percent each coming from those categories. The study also found that roughly 75 percent of the white students admitted from those four categories, labeled 'ALDCs' in the study, “would have been rejected if they had been treated as white non-ALDCs,” the study said. Almost 70 percent of all legacy applicants are white, compared with 40 percent of all applicants who do not fall under those categories, the authors found. “Removing preferences for athletes and legacies would significantly alter the racial distribution of admitted students, with the share of white admits falling and all other groups rising or remaining unchanged,” the study said. Harvard’s acceptance rate for its class of 2023 was just 4.5 percent. (Danielle Silva, NBC)

Wo wir gerade bei Quoten sind, was in den USA super funktioniert ist die Quote für Kinder reicher weißer Menschen, trotz ungenügender Leistungen in den Genuss von angesehenen Zertifikaten und einflussreichen Netzwerken zu kommen. Die Legacy Admissions sind nichts als gekaufte Zugänge zu den Eliteunis, und es ist wenig verwunderlich, dass fast die Hälfte aller Studenten aus denen kommt. Auch wenig verwunderlich, dass Quoten für diese Institutionen so erbittert abgelehnt werden, denn sie erzwingen eine Auswahl von StudentInnen, die tatsächlich Leistungen erbracht haben und nicht nur über Geld verfügen. Jeder Prozentpunkt der Studentenschaft, der über eine Quote nach Harvard kommt, ist ein Prozentpunkt, den die Institution nicht verkaufen kann. Das bekommt man eben bei einem auf Gewinn ausgerichteten privaten Unternehmen. 5) Biracial student charged with murder says he was standing his ground
After the two made a late-night run to Taco Bell, Johnson said, they were harassed in traffic by a group in a black Chevrolet Silverado. The attorney said that males in the pickup hung out the windows, yelling a racial slur at Wilson, calling his white girlfriend an “(n-word) lover,” and screaming, “Your lives don’t matter.” The Silverado then tried to run Wilson’s smaller Ford Focus off the road, according to Johnson. When Wilson heard something strike his car, he shot at the truck, Johnson said. [...] Twenty pages of investigative records on the case, released by the Statesboro Police Department and based mostly on accounts from passengers in the Silverado, describe two to three shots being fired, then a final bullet going through truck’s rear window and striking Hutcheson, who was in the center of the back seat, in the head. Hutcheson died later at East Georgia Regional Medical Center. Wilson turned himself in to police on June 17 and has been held in the Bulloch County jail since then. Johnson and other members of Wilson’s defense team expressed outrage Monday that police omitted the self-defense angle in their public statements about the case, accusing police of giving far more credibility to the accounts of the four white teens who were with Hutcheson in the pickup. The driver told police that he, the other two boys and two girls had all been drinking earlier. Wilson and his girlfriend told police about the racial slurs and nearly being run off the road, the defense attorney said, but the investigative notes say little about their accounts other than that his girlfriend “admitted observing Wilson shoot in the direction of the black truck” and that Wilson “admitted to shooting ‘under’ the truck.” (Johnny Edwards, AJC)
Die krasse Ungleichbehandlung von Schwarzen und Weißen in Bezug auf ihre Second-Amendment-Rechte ist mehr als deutlich, aber hier sieht man mal wieder ein Beispiel. Wo Frank Zimmermann auf offener Straße ein Kind ermorden konnte und problemlos straffrei davonkam, wird ein Schwarzer, der sich seines Lebens wehrt, sofort als Täter behandelt. Die Waffenrechte waren immer schon rassistische Instrumente und galten nur für Weiße; das haben Mitte des 20. Jahrhunderts ja die Black Panther auch schon eindrücklich bewiesen.

Die Serie „Vermischtes“ stellt eine Ansammlung von Fundstücken aus dem Netz dar, die ich subjektiv für interessant befunden habe. Sie werden mit einem Zitat aus dem Text angeteasert, das ich für meine folgenden Bemerkungen dazu für repräsentativ halte. Um meine Kommentare nachvollziehen zu können, ist meist die vorherige Lektüre des verlinkten Artikels erforderlich; ich fasse die Quelltexte nicht noch einmal zusammen. Für den Bezug in den Kommentaren sind die einzelnen Teile durchnummeriert; bitte zwecks der Übersichtlichkeit daran halten.

1) How the GOP Built a Loyal Hispanic Base
In a sense, then, it’s paradoxical that the Republican Party’s abandonment of the civil rights mantle—firmly seized in the 1960s by Democrats—helped spur its aggressive courting of Hispanics. But after the Civil Rights Act was passed, the party had to search for ways to make up the support it knew it would no longer receive from African Americans. To help do so, Republican operatives turned to leaders in the Mexican American and Cuban American communities who had a deep allegiance to values like religion, free enterprise, and anti-communism. These leaders, not willing to abandon civil rights altogether, hoped that they could move the GOP toward adopting greater respect for immigrants and greater educational opportunity. They became some of the party’s earliest Hispanic boosters. [...] If Reagan’s more balanced approach provided a more solidified, loyal Hispanic base, the years under both George H. W. and George W. Bush illustrated the ways in which demonstrating familiarity and respect can help such a base grow. Both Bushes appointed multiple Latinos to their cabinets as well as other key posts, and both took policy positions that showed a better understanding of the community and its concerns, if not alignment with the majority of its people. They were visibly pro-immigrant, and both made policy overtures on issues like education and trade, which were important to Hispanic Republican leaders. Both Bushes were important counterweights to the GOP’s growing restrictionist wing. The younger Bush, for example, resisted attempts to deny nonemergency health care, public schooling, and other services to undocumented immigrants while governor of Texas, and supported bilingual education. He was rewarded with high-water marks of Hispanic support for a Republican presidential candidate: 40 percent in 2000, and 44 percent in 2004. (Cecilia Munos, Washington Monthly)
Es ist faszinierend, wie die GOP einerseits die gewaltigen Fortschritte der Bush-Ära komplett verspielt hat und wie groß andererseits der Anteil der Latinx-Menschen ist, die der Partei immer noch die Stange halten. Ich denke, dahinter steckt eine ähnliche Dynamik wie mit den Deutschtürken: eigentlich sollte die CDU für sie eine attraktive Partei sein - Stichwort traditionelle Werte - aber Rassismusprobleme treiben diese Wählerpotenziale immer weg. In den USA funktioniert diese Dynamik besser, weil der Anti-Latinx-Rassismus der GOP spezifischere Herkunftsländer anvisiert. So ist die Partei sehr freundlich gegenüber Kubanern, während sie offen rassistisch gegen die "Festlands-Latinx" operiert. Dieses Artefakt aus der Zeit der kubanischen Revolution hält sich sehr hartnäckig und hilft der GOP sehr. Aber mittlerweile dürfte die Türe für eine Öffnung gegenüber dieser Ethnie weitgehend zugeschlagen sein.

2) Penny-wise, pound-foolish: The Iranian Coup of 1953
“For the cost of a few hired mobs,” writes Brands, Operation TPAJAX established Iran’s pro-U.S. strategic alignment “for 25 years.” [...] The United States stuck with the shah, as it stuck with many military dictators in the Global South. Part of this was preference — policymakers distrusted Iran’s nationalists and believed that the shah, despite his faults, offered the best way of maintaining Iran’s pro-U.S. strategic alignment. Policy choices had limited U.S. options: By toppling Mosaddeq, subverting Iran’s Constitution, and raising the shah to the level of dictator, the United States narrowed its field of viable allies in Iran. TPAJAX eliminated the short-term threat of communism, but did little to stabilize Iran or ensure its pro-U.S. alignment should the shah’s position weaken. Brands’ prediction of a return to Cold War-era covert regime change looks like it might be coming true. In 2020, supporters of the Trump administration’s policy of “maximum pressure” against the Islamic Republic of Iran defend regime change as a feasible and “liberal” policy option. Reexamining the 1953 coup’s planning, execution, and impact is relevant to examining the current U.S. stance toward Iran. The coup of 1953 served U.S. interest, but only in a narrow sense. Policymakers considering a similar campaign against the Islamic Republic would do well to consider this history, and its implications for contemporary policy. (Gregory Brews, War on the Rocks)
Wenn man das Zitat liest, dass US-Sicherheitspolitiker es tatsächlich als einen guten Trade-Off betrachteten, einen brutalen aber US-freundlichen Diktator 25 Jahre im Amt gehalten zu haben, läuft einem der kalte Schauer über den Rücken. Nicht nur, dass das Regime des Schahs an Brutalität dem folgenden Ayatollah-Regime in wenig nachstand. Auch ist der Iran seit mittlerweile über 40 Jahren eine brutale islamistische Diktatur, ein Dauer-Unruheherd in der Region und proliferierter Stifter von Terrorismus. Niemals wäre Mossadeghs semi-sozialistische Politik, die die USA mit ihrem Putsch zu stoppen hofften, so schlimm gewesen wie Schah oder Ayatollah. Stattdessen hätte man einen blockfreien, säkularen Iran gehabt. Das wäre aus heutiger Sicht traumhaft. Die Geschichte des Kalten Krieges ist voll solcher schlechter Entscheidungen.

3) Kramp-Karrenbauer will verbindliche Frauenquote in der CDU
CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer plädiert für Parität in ihrer Partei. Zudem will sie die Gruppierung Lesben und Schwule in der Union (LSU) aufwerten. Ihr Plan: Bis zum Jahr 2023 soll in der CDU eine verbindliche Frauenquote von 50 Prozent durchgesetzt werden und die LSU soll als "Sonderorganisation" offiziell anerkannt werden. [...] Mit dem Status einer "Sonderorganisation" hätte die LSU Rechte zur Mitwirkung an der politischen Willensbildung der CDU und würde ein eigenes Antragsrecht auf dem Bundesparteitag bekommen. [...] Über die Frauenquote heißt es: "Frauen sollen an Parteiämtern in der CDU und an öffentlichen Mandaten gleich beteiligt sein." Über die Quote wird in der CDU schon länger kontrovers diskutiert. Die Frauen-Union hatte unter anderem beantragt, das Quorum von einem Drittel Frauen mit Ämtern und Mandaten verbindlich zu machen und für Kandidatenlisten überwiegend die hälftige Besetzung mit Frauen vorzusehen. (dpa, SpiegelOnline)
Mittlerweile hat uns Stefan Pietsch ja bereits ein flammendes Plädoyer gegen die Frauenquote gegeben, weswegen ich hier vor allem das Quotenthema als symbolisch für den innerparteilichen Wandel der CDU diskutieren will. Kramp-Karrenbauer steht ja in der Tradition der Merkel-Modernisierung, einer Akzeptanz des gesellschaftlichen Wandels seit 1998 - und damit in ziemlicher Opposition zu Friedrich Merz, der sich klar als Vertreter der traditionelleren CDU inszeniert. Das Problem für Merz und andere eher mit der Werteunion sympathisierende Leute ist, dass die Mehrheitsmeinung sich mittlerweile fundamental gedreht hat. Merz' Herumlavieren gegenüber Kramp-Karrenbauers Vorstoß - er vermied es sehr pointiert, sich dagegen auszusprechen - er erklärte im Endeffekt, er sei dagegen, aber dafür wenn man ihn wähle - dass es ein "Zurück" für die CDU nicht geben kann. Wer auch immer Merkel beerben wird sollte sich besser von der Illusion verabschieden, sie in die vermeintlich glorreichen Zeiten der geistig-moralischen Wende zurückführen zu wollen.

4) Study on Harvard finds 43 percent of white students are legacy, athletes, related to donors or staff
The study, published earlier this month in the National Bureau of Economic Research, found that 43 percent of white students admitted to Harvard University were recruited athletes, legacy students, children of faculty and staff, or on the dean’s interest list — applicants whose parents or relatives have donated to Harvard. That number drops dramatically for black, Latino and Asian American students, according to the study, with less than 16 percent each coming from those categories. The study also found that roughly 75 percent of the white students admitted from those four categories, labeled 'ALDCs' in the study, “would have been rejected if they had been treated as white non-ALDCs,” the study said. Almost 70 percent of all legacy applicants are white, compared with 40 percent of all applicants who do not fall under those categories, the authors found. “Removing preferences for athletes and legacies would significantly alter the racial distribution of admitted students, with the share of white admits falling and all other groups rising or remaining unchanged,” the study said. Harvard’s acceptance rate for its class of 2023 was just 4.5 percent. (Danielle Silva, NBC)
Wo wir gerade bei Quoten sind, was in den USA super funktioniert ist die Quote für Kinder reicher weißer Menschen, trotz ungenügender Leistungen in den Genuss von angesehenen Zertifikaten und einflussreichen Netzwerken zu kommen. Die Legacy Admissions sind nichts als gekaufte Zugänge zu den Eliteunis, und es ist wenig verwunderlich, dass fast die Hälfte aller Studenten aus denen kommt. Auch wenig verwunderlich, dass Quoten für diese Institutionen so erbittert abgelehnt werden, denn sie erzwingen eine Auswahl von StudentInnen, die tatsächlich Leistungen erbracht haben und nicht nur über Geld verfügen. Jeder Prozentpunkt der Studentenschaft, der über eine Quote nach Harvard kommt, ist ein Prozentpunkt, den die Institution nicht verkaufen kann. Das bekommt man eben bei einem auf Gewinn ausgerichteten privaten Unternehmen.

5) Biracial student charged with murder says he was standing his ground
After the two made a late-night run to Taco Bell, Johnson said, they were harassed in traffic by a group in a black Chevrolet Silverado. The attorney said that males in the pickup hung out the windows, yelling a racial slur at Wilson, calling his white girlfriend an “(n-word) lover,” and screaming, “Your lives don’t matter.” The Silverado then tried to run Wilson’s smaller Ford Focus off the road, according to Johnson. When Wilson heard something strike his car, he shot at the truck, Johnson said. [...] Twenty pages of investigative records on the case, released by the Statesboro Police Department and based mostly on accounts from passengers in the Silverado, describe two to three shots being fired, then a final bullet going through truck’s rear window and striking Hutcheson, who was in the center of the back seat, in the head. Hutcheson died later at East Georgia Regional Medical Center. Wilson turned himself in to police on June 17 and has been held in the Bulloch County jail since then. Johnson and other members of Wilson’s defense team expressed outrage Monday that police omitted the self-defense angle in their public statements about the case, accusing police of giving far more credibility to the accounts of the four white teens who were with Hutcheson in the pickup. The driver told police that he, the other two boys and two girls had all been drinking earlier. Wilson and his girlfriend told police about the racial slurs and nearly being run off the road, the defense attorney said, but the investigative notes say little about their accounts other than that his girlfriend “admitted observing Wilson shoot in the direction of the black truck” and that Wilson “admitted to shooting ‘under’ the truck.” (Johnny Edwards, AJC)
Die krasse Ungleichbehandlung von Schwarzen und Weißen in Bezug auf ihre Second-Amendment-Rechte ist mehr als deutlich, aber hier sieht man mal wieder ein Beispiel. Wo Frank Zimmermann auf offener Straße ein Kind ermorden konnte und problemlos straffrei davonkam, wird ein Schwarzer, der sich seines Lebens wehrt, sofort als Täter behandelt. Die Waffenrechte waren immer schon rassistische Instrumente und galten nur für Weiße; das haben Mitte des 20. Jahrhunderts ja die Black Panther auch schon eindrücklich bewiesen.

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