Freitag, 7. Januar 2011

Schuld sind nicht immer nur die anderen


Flachbildfernseher, iPad, Handy und Auto: Bei allem wollen wir das Beste vom Besten. Mit einer Ausnahme: Essen. Das muss in erster Linie günstig sein und gut aussehen, doch die Qualität unserer Nahrung ist für viele stark in den Hintergrund gerückt. Und so kommt es, dass es uns in vielen Fällen egal ist, wie das Schwein in unserem Schnitzel zu seinen Lebzeiten ernährt wurde oder ob Hühner eng aneinander gepresst in Käfigen leben. Als Legebatterien, die in ihrem ganzen Leben kein einziges Mal das Tageslicht erblicken und Tag für Tag bis zum Rand mit Mischfettsäuren vollgestopft werden.

Ob dieser Tatsachen ist es paradox, ja fast schon belustigend, wie aufgrund des Dioxin-Skandals ein Aufschrei durch Deutschland geht. Plötzlich scheint man beunruhigt darüber, dass giftige Substanzen in die eigene Nahrung gelangt sein könnten. Und man ist sich auch nicht zu schade dafür, sofort auf den Schuldigen zu zeigen: Der Betrieb, der das Fett an die Futtermittelhersteller geliefert hat, und die Futtermittelhersteller, denen es eventuell egal war, welche Fette sie da überhaupt verarbeiteten – Motto: Hauptsache günstig.

Wieder einmal machen es sich die Verbraucher und auch die Politiker einfach. Schuld sind die anderen, wir können nichts dafür. In einigen Fällen mag das auch teilweise oder sogar vollständig zutreffen, aber nichtsdestotrotz liegt das eigentliche Problem nicht bei den Herstellern. Denn selbst wenn die Betriebe alles daran setzen, den größtmöglichen Gewinn zu erzielen und dabei ohne mit der Wimper zu zucken auch nicht vor der Weiterverarbeitung von Giften zurückschrecken – was ich den betreffenden Betrieben im Dioxin-Skandal nicht vorwerfen möchte, bis die Sachlage nicht geklärt ist -, am Ende entscheidet doch der Käufer, ob er auf sorgfältige Ernährung wert legt oder eben nicht.

Und nun kommt der Punkt, an dem sich das Problem ausweitet. Denn es sind nicht nur minderwertige und mit zweifelhaften Methoden hergestellte Eier, Butter, Fleisch oder Milch. Nein, es sind auch die iPads, Autos und Flachbildfernseher. Die Pullover, T-Shirts, Jeans und Socken. Das Blockpapier, der Schreibtisch und der Kleiderschrank. Bei allem wird gespart und dadurch die Herstellung dessen unterstützt, was in den meisten Fällen am schädlichsten ist – für uns genauso wie für die, die es herstellen.

Die meisten von uns hätten genug Geld, um für ein fair gehandeltes und fair produziertes T-Shirt 20-40 Euro auf den Ladentisch zu legen. Die meisten von uns legen stattdessen jedoch 10 Euro auf den Ladentisch und freuen sich über den niedrigen Preis, ohne die Herkunft ihrer Kleidung zu hinterfragen. Die meisten von uns hätten auch genug Geld für biologisches und gesundes Schweinefleisch. Stattdessen kaufen wir eingeschweißte Chemiebomben zum halben Preis. Keiner von uns ist wirklich auf ein Apple iPad angewiesen, keiner benötigt dieses Gerät zum Leben. Doch ein wundersam wirkendes Spielzeug ist uns mehr wert, als ein paar Fabrikarbeiter in China, die sich von den Dächern ihres Arbeitsplatzes stürzen, weil sie dieser geballten Unmenschlichkeit entkommen wollen. Und solange das so ist, solange sind Skandale wie der aktuelle – sollte sich bestätigen, dass es sich dabei um kein Versehen, sondern um finanziell begründeten Betrug handelt – nur Teil einer viel größeren Unmenschlichkeit, an der ich den Verbrauchern die Mit-, wenn nicht sogar die Hauptschuld gebe.

Kommentare:

  1. @Moritz Steglitz
    Auch ich finde es bedauerlich, dass bei der Ernährung und der Qualität der Nahrungsmittel auch bei denjenigen gespart wird, die sich durchaus bessere Qualität leisten könnten. Das entlässt den Produzenten aber in keiner Weise von seiner Verantwortung, schädliche Stoffe und Nahrungsmittel strikt getrennt zu halten.

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  2. Stimmt schon. Ich kaufe einfach so unüberlegt, weil's billig ist, wenn ich keinen Bock drauf habe, esse ich es nicht und schmeiße es dann weg. Würde ich etwas besser haushalten könnte ich locker alles in Bio kaufen.

    Bei Kleidung ist es ja noch schlimmer als oben beschrieben. Da kaufe ich unfaire T-Shirts für 20-40 Euro, aber nur, wegen der Marke. Schon schlimm. Werde mal darüber nachdenken.

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  3. DAS WIR ALLE DURCH UNSER vERHALTEN EBEN AUCH ALLES BEEINFLUSSEN IST EINE BESTEHENDE WAHRHEIT:
    ICH ACHTETE AUCH IMMER AUF BIO-WARE;NUR WENN WIR EHRLICH SIND IST BIO AUCH NICHT GLEICH BIO:
    MI?BRAUCH WIRD UEBERALL GETRIEBEN;ABER FÜR EIN GUTES GEWISSEN HAB ICH ES IMMER GETAN:
    GENAUSO WIE ICH IM GRUNDSÄTZLICHEN NICHT BEI SCHLECKER ODER ALDI UND CO: EINKAUFE:
    ICH BIN JETZT SEIT DEZ: ARBEITSLOS UND VIELES ÄNDERT SICH:WERDE ABER VERSUCHEN MIR TREU ZU BLEIBEN BIS DIE KRISE ÜBERSTANDEN IST:
    WIR KÖNNTEN VIEL TUN WENN WIR UNS ALLE VERWEIGERTEN !!!!!!!!!!!!!!

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  4. Der Artikel möchte den Leuten den Kopf waschen, und hat die Situation doch nicht verstanden.
    Zum einen spielen finanzielle Aspekte eine Rolle. Ich kann nicht bei Rewe mein Essen kaufen, für ein T-Shirt 20-40 Euro auf den Tisch legen, ist ebenfalls nicht drin. Und so geht es vielen Leuten.
    Zum anderen haben die hier assoziierten Phänomene - billig produzieren und schädliche Substanzen verwenden - gar nicht unbedingt miteinander etwas zu tun. Die Unternehmer werden verteidigt, wenn sie auf Teufel komm raus den Gewinn maximieren wollen, und die Schuld den Verbrauchern zugewiesen, deren finanzielle Nöte als Habgier gedeutet werden. Ein Unternehmer soll das Recht haben, mit seinem Produkt viel Geld zu verdienen, aber ein Verbraucher soll nicht das für ihn günstigste kaufen?! Verbraucher werden auch später das günstigste kaufen, einfach weil das in der Natur der Sache liegt, es sei denn, man hat zu viel Geld und muss nicht rechnen. Das gibt den Produzenten in keinem Fall das Recht, schädliche Produkte herzustellen.
    Sehr unüberlegter Artikel.

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  5. Geiz bei Lebensmitteln ist für Millionen Menschen in Deutschland keine Wahl sondern Zwang und dies ist wirtschafts-politisch so verordnet.

    Wieso meint jeder, das Essen heutzutage Dreck sei? Watt nix kost datt is nix!?

    Es mag sein, das vieles Verbesserungswürdig ist. Wenn aber alle satt sind, kann man auch erstmal einfach dankbar und zufrieden sein. Über das Wohl und Wehe der Tiere nachzudenken ist Aufgabe der Produzenten nicht der Konsumenten. Die Produzenten sitzen am Hebel und können die Bedingungen verbessern, nicht jedoch der Konsument. Der ist auf das angewiesen was verkauft wird, und aus die Maus.

    Wenn ich mir Fleisch kaufe, dann bin ich auf weniger als 4 Euro pro Kilo angewiesen! Sonst kann ich kein Fleisch mehr essen. Ich esse aber gerne Fleisch und das hat mir nie geschadet. Was soll diese mit aller Gewalt einzubleuende Moralkeule für jeden, der Fleisch konsumiert oder anders vom Konkurrenzkampf in der Produktionsindustrie profitiert? Haben die Bürger noch nicht genug Sorgen das irgendwelche Selbsternannte Propheten aus Ernährung eine Religion machen und einfachste Menschen mit Ernährungsregeln malträtieren wie einst die Pharisär und Sadduzär das Volk?
    Paulus mag auch geschrieben haben, er würde auf das Fleisch verzichten, wenn es seine Brüder störte, aber das heißt nicht das jeder die Moralkeule schwingen muss um sich sein Gewissen freizukaufen.

    Ganz klar laut und deutlich:

    Wenn SIE ein Problem mit Fleisch und seiner Produktionsweise haben, wenn SIE ein Problem damit haben, dann verzichten SIE SELBST und SIE NUR SIE ALLEINE darauf. Geben SIE IHRE Meinung kund wenn man SIE FRAGT. Aber lassen Sie andere Menschen ihr Schnitzel essen ohne schlechtes Gewissen haben zu müssen, weil diese sich nicht gegen den steten Tenor negativer Gewissensmassage behaupten könnnen.

    Guten Tag

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  6. T 2
    Sorry, alles nur undurchdachtes Blablabla im Artikel und, therapeutisch gesprochen, resultiert es einzig und alleine aus der puren Angst, anderen und damit sich selbst (die tatsächliche Motivation, nur getarnt durch den Fokus auf die Schuld der heterogenen Gruppe - bei den Meistern dieser Disziplin auch vor sich selbst verborgen) eine gewisse Hilflosigkeit einzugestehen.

    Letztlich erbärmlich, sonst nichts und dann greift man auch schnell mal zur völlig an den Haaren herbeigeholten Polemik:
    “Die meisten v o n u n s hätten genug Geld, um für ein fair gehandeltes und fair produziertes T-Shirt 20-40 Euro auf den Ladentisch zu legen. Die meisten von uns legen stattdessen jedoch 10 Euro auf den Ladentisch und freuen sich über den niedrigen Preis“
    Da drängt sich mir spontan die Frage auf, wer ist den UNS? Die über 80 Mio. Einwohner Deutschlands können damit nicht gemeint sein. Das widerspräche den vermutlich bereits selbst publizierten Zahlen zur Vermögensverteilung.
    http://www.nachdenkseiten.de/?p=7935#h01

    Davon abgesehen, dass es im Lande nur noch Discounter geben müsste (bis auf ein paar ganz Verwegene aus dem Luxussegment). Die anderen Anbieter, die ansonsten den Bedarf der Mittelständischen decken, wären schlicht pleite … was soll ich dazu noch ausführen ...

    Am besten ist, doch, wir studieren gleichen alle akademischen Fächer, betreiben uns eigenes WikiLeaks und hangeln uns von Studie zu Studie. Sonst tun wir dann allerdings nichts mehr, ganz davon abgesehen, dass es mit diesen Forderungen bereits eng wird, also mit unserer Lebensspanne.
    Vor lauter solcher Forderungen und damit verbundener Schuldzuweisungen wird mir schon ganz schwummrig ... Auweiha, dort bin ich nicht Profi, hier weiß ich zu wenig, mönsch, dort fehlt mir die Zeit und was bin doch für ein Versager, dort fehlt mir das Geld, die Doku über Arbeitsbedingungen in XY verpasst ....

    Selbst für die Produkte, bei denen das umsetzbar ist, kann man sich nicht sicher sein, ob der Inhalt der Deklaration entspricht (Erinnerung ...Legebatterie-Eier, untergeschoben unter jene der Freilandhaltung).
    Und das ist beileibe nicht neu, Marktforschungen haben das wiederholt belegt, das Einkommen steuert den Einkauf, wen mag es auch verwundern. Tja, den Autor vielleicht …Und die paar, die aus tatsächlichem „Geiz“ den Sparfuchs heraushängen lassen, die laufen halt schon immer mit, auch das wird sich nicht ändern. Aber auch jene sind in der Unterzahl … manche schreiben gar Bücher darüber, damit auch die tumbe Masse weiß, wie man das macht, also mit der Praktizierung von Geiz. Auch wieder etwas, wo wir ansonsten schlicht zu unwissend sind ...

    Gruss
    rosi

    PS: Wenn ich so etwas lese ... lassen wir das ...

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  7. @Moritz Steglitz, den Autor (in Bezug auf Ihre Antworten beim Binsenbrenner > http://www.binsenbrenner.de/wordpress/2011/01/07/schuld-sind-nicht-immer-nur-die-anderen/ ):

    Sie wollen nicht begreifen, was "Armut" eigentlich IST. Sie gehen davon aus, die Bevölkerung teile sich in "Schichten" auf, getrennt nach "Einkommenshöhe", und "arm" sei da nur der kleine Rest "da unten", Arbeitslose, Penner und Ausländer (um es mal grob zu sagen). Dabei übersehen sie vollkommen was Armut im Kapitalismus wirklich ist: Lohnabhängigkeit. Wer nicht genügend Kapital hat, um von dessen Profit zu leben, der ist prinzipiell arm, da auf nichts als seine Arbeitskraft verwiesen. Also sind alle arbeitenden, werktätigen wie auch die arbeitslosen, alten, noch im Kindesalter sich befindenden, schwangeren, kranken oder bescheuerten Lohnabhängigen ARM. Das aber wollen Sie nicht begreifen. Dass es eben auf die Einkommensart ankommt, auf welcher Seite man steht - Kapital oder Arbeit – das ist ein 150 Jahre alte Erkenntnis, die sich aber die Nachgeborenen immer wieder nicht geistig einverleiben (wollen, können, dürfen?) und lieber dem hemmungslosen Moralismus/Idealismus frönen. Traurig ist das schon :( Aber eben auch wieder sehr logisch: eben "notwendig falsches Bewusstsein"... notwendig, um nicht an den Verhältnissen verrückt zu werden und um seinen Dienst weiter brav tun zu können, und falsch, da die wirklichen Zwecke der herrschenden Verhältnisse konsequent geleugnet werden, um in ihnen geistig beheimatet bleiben zu können...
    Natürlich muss ein jeder auch in einer vernünftigen Gesellschaft arbeiten, aber nicht im fremden Interesse und zu fremden Zwecken, sondern gemeinsam mit anderen (nicht in Konkurrenz) nach gesellschaftlichem Plan, der gemeinsam die Bedürfnisse der Gesellschaftsmitglieder ermittelt und danach die Produktion zweckmäßig einrichtet – die Arbeit wird dabei möglichst gleichmäßig verteilt, auch muss nicht jeder die ganze Zeit nur die immer gleiche Arbeit tun, da lässt sich sicher auch rotieren. Entscheidend dabei ist aber, dass die Produktion von den Produzenten selbst eingerichtet wird – und zwar zum eigenen Zweck.
    Wer daran nicht rütteln will, der sollte seine Kritikasterei vielleicht gleich bleiben lassen und sich möglichst schnell an Dioxin in Lebensmitteln gewöhnen. Schließlich ist Kapitalismus und Nahrungsmittelproduktion eine widerliche Kombination, bei der, wie ich oben erläuterte, zwangsläufig solche Sauereien herauskommen. Und wer den Kapitalismus stehen lassen will - ja was ließe sich da noch gegen Dioxin in Lebensmitteln einwenden? Die Volksgesundheit – ja sicher, die wird nun angeführt, um behördlicherseits diese “Auswüchse” der *übertriebenen* Vergiftung *einzudämmen*. Auf das so ein Skandal “NIE” wieder (also nicht vor Dienstag mittag übernächster Woche) vorkommen möge. Und bis dahin: fleißig die Konsumenten beschimpfen und die moralisch verkommenen geldgierigen Futtermittelhersteller, die sicher nicht systembedingt vorkommen, sondern wegen deren “krimineller Energie” (pfui-bäh!)…
    Trostlos, trostloser, aber: der Kapitalismus wird ja ewig Bestand haben (WAHRHEIT? Interessiertes Denken!) – na jedenfalls produziert der Kapitalismus mit Regelmäßigkeit solche Skandale (Wahrheit!). Und wer davon nichts wissen will, der kann seine Kritik an den unschönen, aber notwendigen “Auswüchsen” auch bleiben lassen…

    Grüßle

    Daniel

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  8. T 2
    Sorry, alles nur Blablabla und, therapeutisch gesprochen, resultiert es einzig und alleine aus der puren Angst, anderen und damit sich selbst (die tatsächliche Motivation, nur getarnt durch den Fokus auf die Schuld der heterogenen Gruppe - bei den Meistern dieser Disziplin auch vor sich selbst verborgen) eine gewisse Hilflosigkeit einzugestehen.

    Letztlich erbärmlich, sonst nichts und dann greift man auch schnell mal zur völlig an den Haaren herbeigeholten Polemik:
    “[u]Die meisten von [b]uns[/b][/u] hätten genug Geld, um für ein fair gehandeltes und fair produziertes T-Shirt 20-40 Euro auf den Ladentisch zu legen. Die meisten von uns legen stattdessen jedoch 10 Euro auf den Ladentisch und freuen sich über den niedrigen Preis“
    Da drängt sich mir spontan die Frage auf, wer ist den UNS? Die über 80 Mio. Einwohner Deutschlands können damit nicht gemeint sein. Das widerspräche den vermutlich bereits selbst publizierten Zahlen zur Vermögensverteilung, davon abgesehen, dass es im Lande nur noch Discounter geben müsste (bis auf ein paar ganz Verwegene aus dem Luxussegment). Die anderen Anbieter, die ansonsten den Bedarf der Mittelständischen decken, wären schlicht pleite … was soll ich dazu noch ausführen ...

    Am besten ist, doch, wir studieren gleichen alle akademischen Fächer, betreiben uns eigenes WikiLeaks und hangeln uns von Studie zu Studie. Sonst tun wir dann allerdings nichts mehr, ganz davon abgesehen, dass es mit diesen Forderungen bereits eng wird, also mit unserer Lebensspanne.
    Vor lauter solcher Forderungen und damit verbundener Schuldzuweisungen wird mir schon ganz schwummrig ... Auweiha, dort bin ich nicht Profi, hier weiß ich zu wenig, mönsch, dort fehlt mir die Zeit und was bin doch für ein Versager, dort fehlt mir das Geld, die Doku über Arbeitsbedingungen in XY verpasst ....

    Selbst für die Produkte, bei denen das umsetzbar ist, kann man sich nicht sicher sein, ob der Inhalt der Deklaration entspricht (Erinnerung ...Legebatterie-Eier, untergeschoben unter jene der Freilandhaltung).
    Und das ist beileibe nicht neu, Marktforschungen haben das wiederholt belegt, das Einkommen steuert den Einkauf, wen mag es auch verwundern. Tja, den Autor vielleicht …Und die paar, die aus tatsächlichem „Geiz“ den Sparfuchs heraushängen lassen, die laufen halt schon immer mit, auch das wird sich nicht ändern. Aber auch jene sind in der Unterzahl … manche schreiben gar Bücher darüber, damit auch die tumbe Masse weiß, wie man das macht, also mit der Praktizierung von Geiz. Auch wieder etwas, wo wir ansonsten schlicht zu unwissend sind ...

    Gruss
    rosi

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  9. @ Moritz Steglitz, den Autor:
    P.S. ... noch zum "notwendig falschen Bewußtsein" nach Marx, wie sie es mustergültig vorführen - das „NOTWENDIG FALSCHE BEWUSSTSEIN“, bzw. was Marx darunter verstand, dazu hielt Dr. Peter Decker 1991 in Berlin einen Vortrag über Marxismus, in dem er das „notwendig falsche Bewusstsein“ erklärte - im verlinkten Audiovortrag ab ca. 3h:23min zu bestaunen (auch ab ca. 0h:36min kommt etwas zu „Das Sein bestimmt das Bewusstsein“): http://www.farbe-rot.de/mp3/Marxismus%20-%20Anpassungslehre%20oder%20Kritik.mp3
    Für Hörfaule und Lesefleißige hat neoprene die betreffenden Stellen herausgeschrieben (Quelle: http://neoprene.blogsport.de/2007/03/08/notwendig-falsches-bewuatsein/ ), ich zitiere:

    „Jetzt noch mal eine Zusammenfassung zu dem „Das Sein bestimmt das Bewußtsein“: Der Marx hat gesagt: Im Kapitalismus gibt es ein notwendig falsches Bewußtsein. Und ich habe den Eindruck, außer unserer Erklärung gibt es keine, die die Kategorie „notwendig“ und „falsch“ gleichzeitig aufrechterhalten kann. Der reale Sozialist, also der mißversteht das Wort „notwendig falsch“, daß „notwendig“ so sehr, daß das „falsch“ gestrichen wird: Ja wenn das Bewußtsein unvermeidlicherweise Ausdruck der Klassenlage ist, wo ist denn dann der Fehler? Dann drückt es das doch genau aus, was sein einziger Auftrag ist! Dann ist „falsch“ raus, dann mache ich auch gar nicht mehr den Anspruch, ihm das „falsch“ zu erklären. Sondern ich sage: Na ja, der hat halt eine Lage, die drückt sich halt so aus. Und es gibt die Umkehrung auch: Ich sage, der macht etwas falsch, und streiche „notwendig“ dabei. (Spontaneismus geht ein bißchen in diese Richtung.) Der bestreitet, daß es einen Grund für das falsche Bewußtsein gibt: Es ist bloß deine Ängstlichkeit, Schauder, Mutlosigkeit, bloß deine Borniertheit, also ein grundloser Grund für deine falsche Sicht.
    Die Härte von „notwendig falschem Bewußtsein“ besteht darin: Im Kapitalismus ist jeder, der ein freier Lohnarbeit ist, gezwungen, sich zu arrangieren mit den Verhältnissen. Übrigens, das gilt auch für den Kommunist: Deine Brötchen bekommst du nicht, bloß weil du ein Kommu-nist ist und nicht ans Geld glaubst, deshalb bekommst du die Brötchen nicht ohne Geld. Also dieses Arrangement ist unvermeidlich. Zweitens: in den Verhältnissen, wo du gezwungen bist, dich nach deren Theorien zu richten, ist ein Bewußtsein deiner Freiheit nur als falsches Bewußtsein zu haben. Es ist ein Bewußtsein dessen, daß diese ökonomischen Einrichtungen – Lohnarbeit, Kapital, Geld – Mittel für dich sind, die Demokratie ein Mittel dafür, daß der Bürger auf den Staat einwirkt, und so zu, eben Gedanken meiner Freiheit, daß die Welt sich um mich dreht. Dieses Bewußtsein, der geistige Standpunkt des konstruktiven Mitmachens, der ist nur zu haben, durch Konstruktionen falscher Gedanken. In dem Sinn ist das falsche Bewußtsein im Kapitalismus notwendig. Nicht notwendig ist es – und so haben es die Vertreter des realen Sozialismus aufgefaßt – in einem gewissermaßen erkenntnistheoretischen Sinn: man kann nichts anderes erkennen! Natürlich kann man, man kann sich mit den Sachen befassen und fragen, worum es geht. Da ist der Gegensatz deutlich: notwendig ist das falsche Bewußtsein nicht aus theoretischen, sondern aus praktischen Gründen. Die sind natürlich keine theoretisch notwendigen Gründe. Es gibt keinen Grund, warum man sich nicht einen richtigen Gedanken machen sollte. Außerdem: Dann bekommt die eigene Praxis nicht mehr recht. Dann bricht das „ich bin Arbeiter, und verdiene mein Geld, und ziehen meine Kinder auf“, dann kriegt das nicht mehr recht. Das ist die einzige Notwendigkeit des notwendig falschen Bewußtseins. Aber das darf man nicht so radikal denken, daß man das „notwendig“ für erkenntnistheoretisch sozusagen unvermeidlich erklärt und dann damit natürlich auch das Wort „falsch“ quasi aus der Welt schafft.
    ....

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  10. @ Carola Wie kommen Sie darauf das Sie(wir) alles durch Ihr(unser) Verhalten beeinflussen? Können Sie das belegen?
    Also ich kann das nicht. Ein Beispiel, als ich die Rot-Grüne Koalition 1998 mit gewählt habe, dachte ich mir ich tue das richtige nach 15 Jahren Helmut Kohl. Statt dessen haben Rot-Grün die ganzen sozialpolitischen Sauereien durchgezogen, die Helmut Kohl und die damalige schwarz-gelbe Koalition nie durchgebracht hätten. Habe ich durch meine Entscheidung eine Partei(SPD), die für soziale Gerechtigkeit stand, zu wählen Hartz IV und vielen anderen Ungerechtigkeiten herbei geführt? Ganz sicher nicht.
    Übrigens, für Ihr Gewissen ist es nicht nötig Bio zu kaufen. Wenn Sie biologisch erzeugte Lebenmittel kaufen, dann doch wohl hoffentlich weil Ihnen bewußt ist, das Sie damit das Grundwasser vor Pestiziden schützen und einen Beitrag zum Artenschutz leisten.
    Desweiteren ist Bio nicht immer gut, denn wenn die in Afrika, Asien oder Südamerika erzeugten Waren per Flugzeug bei uns landen, wird der Gedanke der dahinter steckt ad absurdum geführt. Deswegen wenn Sie unbedingt Ihr Gewissen beruhigen wollen, kaufen Sie auf einem Wochenmarkt regionale Produkte, damit unterstützen Sie die einheimischen Bauern, schonen die Natur und Ihren Geldbeutel.

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  11. Anstatt daß die Leute sich freuen, daß sie als Käufer Einfluß auf die Situation haben und diese fürchterliche Tierquälerei nicht unterstützen müssen, gibt es nur Proteste, weil angeblich Leute mit wenig Geld keine Bioprodukte kaufen können. Ich habe auch nicht viel Geld und habe mir angewöhnt gar kein Fleisch zu kaufen. Wenn ich wollte, dann könnte ich mir ein paar mal im Jahr auch Biofleisch leisten. Früher gab es in den meisten Haushalten 1x in der Woche Fleisch und es ging auch. Im Herbst sah ich jede Menge Apfelbäume, die niemand geleert hat. Man bräuchte gar kein Geld, nur ein bisschen Arbeit. Viele alte Leute mit Obstbäumen im Garten können sie nicht mehr leeren und geben gerne etwas ab, wenn ihnen jemand hilft. So ist beiden geholfen. Ich bekomme Bio-Eier und Biokäse und Bioobst und Gemüse von allen Seiten. Dafür helfe ich auch, da wo es mir möglich ist. Man kann selbst kochen. Es muß kein Fertiggericht sein. Man kann abends in den Supermarkt gehen, da wird Obst und Gemüse heruntergesetzt. So gibt es viele Beispiele. Wenig Geld ist keine Ausrede um Fleisch von gequälten Tieren zu kaufen. Die Hersteller richten sich nach dem Käuferverhalten und wir Käufer ob mit viel oder wenig Geld sind nicht so machtlos wie viele denken. Wer selbst mitbestimmt, kann natürlich nicht mehr so gut auf die Hersteller und Politiker schimpfen.

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  12. Im Grunde ist alles gesagt. Anzunehmen, der Verbraucher könne wirklich bestimmen, wie produziert wird verkennt, dass der Profit die Triebfeder der Produktion ist.
    Wenn jetzt alle "Bio" kaufen verlagert sich der Wettlauf um die billigste Produktion -gleichbedeutend mit dem Maximum an Profit und damit mit dem Überleben des Unternehmens am Markt- nur an an eine andere Stelle.
    Der nächste Lebensmittelskandal fände dann eben im Segment der hochpreisigen "Qualitäts"-Lebensmittel statt.

    Die Kritik and der "Geiz ist geil" Mentalität verschiebt seit Jahren im öffentlichen Diskurs erfolgreich die Verantwortlichkeiten in Richtung des Verbrauchers, dem man witzigerweise das "Verbrechen" anlastet, sich marktgerecht zu verhalten und zu versuchen, mit einem Minimum an Mitteln das Maximum zu erreichen. Dabei ist dies ganau dies das zentrale Gleubensbekenntnis des Kapitalismus und des Überlebens in der Konkurrenz.

    Vom Verbraucher zu verlangen, sich als Einziger nicht kapitalistisch folgerichtig zu verhalten ist daher abwegig und verschleiert nur die Tatssachen.

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  13. Ja der Kunde kann alles!
    Können es auch die Kunden die unter 1000 im Monat haben?
    Und das werden immer mehr!
    Will man denen auch ins Gewissen reden?
    Unsere ganze Gesellschaft hat was krankes an sich.
    Wie viele Geschäfte sind unseriös?
    Genau da macht man das große Geschäft!
    Fragt denn niemand,
    wo im Land die Moral geblieben ist?
    Banker sind höchst unmoralisch.
    Viele Unternehmen sind höchst unmoralisch geworden.
    Manche wissen nicht mal was unmoralisch ist.
    Bauern sind heute unmoralisch.
    Würden alle Bauern sagen,
    so arbeite ich nicht mehr,
    was würde dann passieren?
    Warum kaufen sie Kraftfutter ein das in Wirklichkeit Altfette sind!
    Warum leiden in vielen Ställen die Tiere vor sich hin?
    Keinen Bauern stört das!
    Schweine leben ein Leben lang in Käfigen,
    wo sie nur 20cm vor oder rückwärts gehen können.
    Die Ferkel werden viel zu früh von der Mutter weggenommen um sie schneller fett zu machen und die Alte schneller zu decken.
    Das Federvieh in Massen in viel zu kleinen Ställen gepfercht.
    Manches Vieh sieht heute kaum noch grünes Gras,weil sie nur mit Silofutter gefüttert werden und mit Altfett als Kraftfutter.
    Dann klagt man den Verbraucher an?
    Der Verbraucher ist nicht viel besser und jettet lieber weit weg in Urlaub, als mal gutes Essen zu kaufen.
    Bildung fängt wo anders an als in den Schulen.
    Die Werbung in allen Medien verdirbt den Menschen.
    Die Menschen glauben nur was sie in den Medien schön verpackt sehen.

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  14. Angesichts der Reaktionen hier fällt mir nur eines ein: getroffene Hunde bellen.

    Natürlich ist die Entscheidung für ein bestimmtes Produkt auch eine Finanzielle. Das bestreitet niemand und wirft auch niemand vor.
    Ein klein wenig nachdenken über die Folgen und Kosten des eigenen Kaufs jedoch kann von einem verantwortungsbewussten Menschen verlangt werden.

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  15. Getroffene Hunde bellen? Was fürn Quatsch! Steht da im Laden: "Mit Erwerb dieses Produktes kaufen sie auch zusätzlich giftige Stoffe mit, die - je nach Disposition - Atemnot, Herzfehler oder Impotenz zur Folge haben"? Entweder etwas ist gesundheitlich unbedenklich und deshalb als Nahrungsmittel zugelassen, oder es ist es nicht. So einfach. Die Schuld für diesen Skandal auf Konsumenten abwälzen ... Getroffene Hunde - my Ass!

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  16. Liebe Schneefee

    Im Artikel geht es nahezu ausschließlich um eine Schuldzuweisung an die Verbraucher, man findet gar die Aufregung über mit Dioxin verseuchte Fette belustigend. Und das ausgerechnet an diesem Fall. Das Verschieben der Verantwortung offensichtlich krimineller Handlungen aus der Produktions- und Handelskette an den Endnutzer. Och der arme, arme Produzent, hätte er nicht ausgerechnet noch auf dieses Fett zurückgreifen können, wäre er längst pleite, angesichts der Preise, die der Verbraucher zu zahlen bereit ist. So müssten wir davon ausgehen, andere schaffen das in Deutschland längst zu diesen Preisen ebenso nicht ... Dann prost Mahlzeit ... bin ich man froh, in einem Land zu leben, welches man als Hochburg des Fairtrade, Bio, Regionales und Hochpreissegment für Lebensmittel einschätzen könnte. Betrachte dies jetzt als lebenserwartungssteigerende Maßnahme. (Dies i.Ü. auch zu "getroffene Hunde").

    Davon abgesehen, Nachdenken ist etwas, welches im virtuellen Raum stattfindet. Davon alleine, welches sie (auch wieder vorwurfsvoll) zu verlangen gedenken, hat sich in der Produktion noch nichts geändert. Und das bleibt auch so, solange dort nicht nachgedacht wird.
    Gegen geltendes Recht war dies allemal.

    Und Sie können davon ausgehen, der Verbraucher denkt mehr als nur "ein klein wenig über die Folgen und Kosten des eigenen Kaufs" nach. Viel mehr, als nur ein klein wenig und übersteigt damit nicht nur das von Ihnen geforderte Verantwortungsbewusstsein, sondern längst die regionalen sowie die europäischen Produktions-Kapazitäten.

    Aber der Verbraucher tut dies im Rahmen seiner finanziellen und körperlichen (Verzicht) Möglichkeiten. Der Verbraucher ist aufgeklärter, als man ihm das aus der Sicht des Einzelnen (ebenfalls Verbraucher) zutrauen würde, an eindeutiger Produktdeklarationen, wonach er schon länger fragt, hapert es zurzeit jedoch noch. Die Entscheidung für das Produkt ist mitnichten in der Masse nur "auch" eine finanzielle, es ist insbesondere und fast ausschließlich eine solche.

    Das kann man u.a. auch daraus ableiten, dass bspw. in der Schweiz, mit wesentlich höheren Löhnen, automatisch mehr "Bewusstsein" für Nachhaltiges herrscht, die Lebensmittel gemeinhin schön teurer sind, jedoch die Preise gezahlt werden, weil sie schlicht gezahlt werden können.

    Fairtrade, Bio... ein riesiges Geschäft, noch mit Potential, während die tatsächlichen Produzenten (Ökö-Bauern etc.) dabei jetzt schon sehen müssen, wie sie ihren (wirtschaftlichen) Kopf über Wasser halten können. der Druck und die Macht des Handels ist enorm. Der ist so enorm, weil die Margen so hoch sind und die Produkte so stark gefragt sind. Der Kommentar von @Willi trifft hier schon die bereits in Gang gebrachten Prozesse:

    http://www.test.de/themen/essen-trinken/meldung/Biolebensmittel-Masse-statt-Klasse-1532489-2532489/

    http://earthshipaustria.alfahosting.org/nachhaltigleben/index.php?option=com_content&view=article&id=163:fair-trade&catid=39:nl-boeog&Itemid=50

    http://www.multiwatch.ch/de/f97000170.html

    http://blog.gebana.com/page/3

    T2 f.

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  17. T2
    Und während Sie sich daran ergötzen, mit bellenden getroffenen Hunden (was letztlich gar nicht falsch ist, denn wir werden als Verbraucher als letzter in der Kette ununterbrochen getreten) Verachtung zu suggerieren, wir uns noch auf die Dioxin-Eier konzentrieren, hält man Monsanto & Co. längst die Hintertüre auf:

    http://www.gesundheitlicheaufklaerung.de/monsanto-auf-deutsch-die-seilschaften-der-agro-gentechnik


    Natürlich streicht sich hier der Handel die meisten Margen ein. Vll. sollten Sie sich einmal Ihrer eigenen Forderung Folge leisten bzw. dem folgen, was ich persönlich an Mindestverantwortung vor Schuldzuweisungen sehe, sich gemeinhin zu einem Mindestmaß zu informieren.

    Dann werden Sie feststellen, wie das Geschäft mit dem Fairtrade etc. wirklich funktioniert, wer wieder draufzahlt, wer die Gewinne einfährt und wer davon nicht so profitiert, wie er das sollte. Und dann erklärt sich auch ganz schnell der Preis, den sich ein Großteil der Bevölkerung (zunehmende Menge) schlicht nicht leisten kann.

    Und nebenbei, @Anonym von Sonntag, 9. Januar 2011 10:18:00. Fleisch ist beileibe nicht mehr täglich auf dem Tisch in allen deutschen Küchen, denn die Armut wächst rasant. Deswegen muss ein jeder nicht gleich zum Vegetarier werden. Und nicht viel Geld haben, ist nicht gleich zu setzen mit arm sein, deswegen ist das schon mal kein Argument..

    I.Ü. ein prima Tellerrand-Beispiel, sie wohnen ländlich, zumindest so ländlich, dass man Apfelbäume in Gärten zu sehen bekommt. Die meisten Einwohner Deutschlands leben städtisch, in Ballungsgebieten, deswegen nennt man die so.

    Haben Sie sich schon einmal gefragt, wieso wir überhaupt zur Notwendigkeit einer Lebensmittelindustrie gekommen sind? Sie können davon ausgehen, es hat etwas mit den Lebensumständen, der damit verbundenen Aufhebung des Selbstversorgertums (das Aussterben der kleinen Höfe) im Zuge der Industrialisierung zu tun. Und in Städten wird das ziemlich eng mit den Ökö-Eiern-Geschenken und der Bezahlung in Naturalien nach der Ernte.

    Und wenn ich das lese: „Wenig Geld ist keine Ausrede um Fleisch von gequälten Tieren zu kaufen. Die Hersteller richten sich nach dem Käuferverhalten und wir Käufer ob mit viel oder wenig Geld sind nicht so machtlos wie viele denken.“, dann sollte man bedenken, der Käufer ist auch nicht so machtvoll, wie wir alle denken. Und wenig Geld mündet mittlerweile häufig in gar kein Geld und am Monatsende machen es nur noch die Spagetti. Denn der Verbraucher hat sich bereits klar geäußert mit der Wandlung seiner Nachfrage nach Fair, Öko … Produkten. Die hätten den Weg in die Discounter sonst gar nicht erst gefunden. Und wenn wir hier im Lande schon, verglichen mit anderen EU-Ländern, einiges bewegten, so wird halt fleißig importiert, um unseren Bedarf zu decken. Wir sein längst kein Agrarland mehr, welches den Bedarf aus eigener Kraft decken könnte, wir sind eine Industrienation, mit recht wenig Gärten und Apfelbäumen, sondern viel Beton.

    Der Verbraucher ist längst an seiner Grenze der Macht und Ausübung seiner Verantwortung angelangt. Er kann nur noch bellen, wenn er getroffen wird, ein armer Hund, der immer her halten muss und schon immer her halten musste, resultierend aus der Abhängigkeit zu seinem Herrn. Der Herr nennt sich Wirtschaft. Die bezahlt seine Arbeit und mit dem Erlös kauft er die Produkte der Wirtschaft, das Futter, welches ihm geboten wird.

    Gruss
    rosi

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  18. Nachtrag zu "Der Verbraucher ist längst an seiner Grenze der Macht und Ausübung seiner Verantwortung angelangt."

    Hier verweise ich auf einen Kommentar in diesem Blog,
    http://oeffingerfreidenker.blogspot.com/2011/01/positionspapier-der-spd.html#comments

    der letztlich die Situationen der Macht verdeutlicht, so die Titulierung Verbraucher nur eine Aufgabe der Bevölkerung innerhalb des bestehenden Systems darstellt.

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  19. Liebe Konsumenten, Endverbraucher, Menschen aller Klassen und liebe Leser und Schreiber,

    leider war es mir nicht möglich am Wochenende euren Disput live mit zu verfolgen und mit zu kommentieren. Am Donnerstag zuvor habe ich mir einige Notizen gemacht, weil ich selbst einen Artikel über das Thema „Essen“ verfassen wollte. Leider kam mir ein privater wichtiger Grund dazwischen.
    Ich selbst bin seit 31 Jahren in der Lebensmittelindustrie tätig. Und, meine Damen und Herren, was sich hier in den vergangenen drei Jahrzehnten abgespielt hat und noch abspielen wird, können sie sich in ihren schlimmsten Alpträumen kaum Vorstellen.
    Eine Grundlegende Frage muss sich jeder Verbraucher stellen und dabei sich im Spiegel ansehen: „Für was ist Nahrung da?“ Die nächste Frage müsste lauten: „Wie soll meine Nahrung sein?“ Und die letzte Frage muss lauten: „Was bin ich bereit dafür zu tun, das mein tägliches Essen gesund ist?“
    Derzeit sieht es nämlich so aus: „Wie viel Geld muss meine Bank mir geben, das ich zwei oder sogar dreimal im Jahr in den Urlaub gehen kann? Wie finanziere ich das vor und wie hoch ist die Restschuld bis November?“ Weil im Dezember müssen ja Weihnachtsgeschenke besorgt werden. „Wie gestalte ich dieses Jahr mein äußerliches Erscheinungsbild? Was gibt es morgen zu Essen?“ Sie sehen, das was im Grunde in allen anderen europäischen Ländern ganz vorne steht, das Essen, liegt bei uns ganz hinten. An 290 Tagen gehen die Menschen zu Lidel, Aldi und Co. An den übrigen Tagen zu Feinkost Käfer und zum Fachlebensmittelhändler, Bäcker, Metzger, Märkte, Bauernerzeugergemeinschaften und Eigenproduktion (Gärten). Das ist Fakt. Beispiel: Ein Bäcker der Sonntags seinen Laden geschlossen hält macht bis zu 25% weniger Umsatz als seine Kollegen. 60% seines gesamten Umsatzes macht das Lebensmittelfachgeschäft am Do. bis Sa. Lebensmittel sind in Deutschland inflationsbereinigt vergleichbar mit den Jahren in den 60er. Was Lidel in der Zukunft vor hat, sprengt unser aller Vorstellungskraft. Die Diskounter drücken die Preise bei den Herstellern so dermaßen, das sie gezwungen sind in Punkto Qualität riesige Abstriche zu machen. Anfang 1900 kostete ein kg Brot 0,32 € und 2010 sind es gerade einmal 3,55 € Das sind gerade einmal das 10 fache. Nur das der Arbeiter damals ca. 50 € im Monat verdiente. Aber Brot war immer noch günstiger als Fleisch. Ein Durchschnittsbäckergeselle verdient heute 1500 € Netto. Ein Mitarbeiter im Metallgewerbe 2000 – 3000 € Netto. Das von den 50 € im Vergleich sind das 30 – 100 fache. Mehr möchte ich dazu nicht schreiben.
    Guten Appetit

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  20. Tja, zurzeit macht wohl der Platzkampf mittels Preise der Discounter mehr Preise, als der Verbraucher ...

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  21. Ich kaufe ausschliesslich Bio Produkte denn die sind für mich der Standard. Über billigere Angebote denke ich nicht nach und kaufe nicht in Discountern. Zum leben habe ich nach Miete und festen Kosten im Monat ca. 300 Euro übrig, davon gehen 200 für´s Essen drauf. Viel? Keine Ahnung. Ist ok für mich. Ein ipad habe ich allerdings nicht, nur ein Macbook, das genügt mir.
    Wer wenig Geld hat, ist damit nicht von der Verantwortung gegenüber Tier, Mensch und Umwelt entbunden. Und überhaupt, was machen denn die Menschen mit mehr Geld? Quantitativ mehr konsumieren. Ob sie nun eine Hose aus dem Kik tragen,bei Karstadt oder auf der Kö kaufen: Ist alles gleich, der "Wert" definiert sich nur über den Preis. Nee, lass mal. Arm bedeutet nicht, dumm sein zu müssen. Da kauf ich mir lieber weniger oder auch mal second hand und kann dafür morgens in den Spiegel schauen ohne mich zu schämen.

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  22. Richtig ist dass jeder von uns dazu aufgefordert ist sich über sein Kaufverhalten Gedanken zu machen.
    Richtig ist aber auch dass eine große Zahl von Menschen aus den unterschiedlichsten Gründen sich diese GEdanken gar nicht machen können oder wollen. SEi es dass sie sich das nicht leisten können, dass sie aus beruflichen Gründen zu wenig Zeit zum Einkaufen haben oder dass sie geistig gar nicht in der Lage sind weil ihnen (imho bewusst von der Politik gefördert) das Hintergrundwissen fehlt.
    "Dem Verbraucher" eine Schuld zuzuweisen ist ähnlich blauäugig wie dem Kleinanleger die Schuld zu geben dass er auf einen windigen AWD Berater hereingefallen ist. Keiner kann sich in jedem Bereich das Lebens zum Experten machen. Daher hat unsere REfierung mit all ihren Behörden ja die Aufgabe den Verbraucher vor grobem Unfug zu schützen.
    WEniger billig bedeutet nicht unbedingt besser wie Meldungen aus der Outdoorbranche zeigen. WEnn eine Jacke 200€ kostet heißt dass nicht unbedingt dass die Näherin genug zum Leben hat sondern manchmal nur dass die GEwinnmarge des Unternehmers höher ist. Schließlich verkauft er ja auch nicht die große Masse wie H&M.
    Ich empfehle zum Thema Nahrung den Film "Frisch auf den Müll" und "´Food Inc." , hier wird sehr gut deutlich wie gerindg die Einflussmöglichkeit des KUnden ist wenn er entweder gar nicht weiß woher die Nahrung stammt oder er manche Produkte gar nciht bekommt. So sagte Frau Aigner in dem ersten Film, der Kunde müsse die krummen Gurken halt nachfragen, dann würden diese angeboten und nicht verworfen. DAs ist natürlich Unsinn, weil man nicht nachfragen kann was einfach nicht da ist. Ich zumindest hab noch nie im Supermarkt krumme SAlatgurken gesehen. Im Sommer kaufe ich sie beim Gärtner, da kostet eine Gurke halt dann auch gleich mal das Doppelte, bei einem 5 Personen Haushalt nicht unwesentlich. Ich kanns bezahlen, manch anderer kann es nicht.

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