Freitag, 24. Dezember 2010

Weihnachtsbotschaft mal anders

Von Stefan Sasse


Ich bin mir nicht sicher ob die Kids die Botschaft richtig verstanden haben. Die Autorität zu respektieren und ihr zu gehorchen ist aber ganz sicher nicht vereinbar mit den Werten der US-Verfassung und der Bill of Rights. Das aber wiederum stört die evangelikale Rechte ohnehin nicht besonders. Es ist erschreckend, in welche Bereiche deren Propaganda mit Hilfe gehirngewaschener Kinder inzwischen schon eindringt. Ein Glück spielen diese Spinner bei uns keine Rolle. Hier würden uns Kinder vielleicht vorsingen, dass intelligente Menschen Kinder bekommen sollten und der Rest den Sozialämtern gehorchen und arbeiten solle. Oder so. 

In jedem Fall wünsche ich euch schöne Feiertage! Über Weihnachten mach ich den Laden hier mal zu. Feiert schön und ruht euch aus!

Kommentare:

  1. Schöne Feiertage und mach so weiter! Hier noch ein kleines Gedicht für die Feiertage:

    Weiße Weihnachten

    Schneechaos, Jahrhundertwinter,
    drunter geht's nicht, liebe Kinder.
    Doch noch vor 20, 30 Jahren,
    konnten alle Bahnen fahren.
    Nur weil man an die Börse will,
    steh'n heut' alle Räder still.
    Hat man doch um hier zu sparen,
    die Karre vor die Wand gefahren.

    Das kann schnell auch euch passieren,
    weil Eis und Schnee die Straße zieren.
    Am Winterdienst da wird gespart,
    sei die Eisschicht noch so hart.
    Denn Salz ist teuer, Arbeit auch,
    es sein zu lassen guter Brauch.
    Kein Salz gestreut, kein Schnee geräumt,
    von weißer Weihnacht wird geträumt.

    Die Straßen sehen prächtig aus,
    doch macht das lieber nicht zuhaus'.
    Denn Bürgersteige ganz in weiß,
    ja die kosten ihren Preis.
    Wenn ihr es wagt, hier nicht zu räumen,
    könnt ihr von Strafzahlungen träumen.
    Ist es glatt vor eurem Haus,
    klagt man alles aus euch raus.

    Busse können auch kaum fahren,
    an Winterreifen kann man sparen.
    Auch kann man günstig Busse kaufen,
    die nur bei 20 Grad gut laufen.
    Winterreifen sind jetzt Pflicht,
    nur für Laster gilt das nicht.
    Die Kosten kann man nicht zumuten,
    den Unternehmen hier, den guten.

    Die Sparsamkeit ist das Gebot,
    d'rum fährt die Bahn die Hartzer tot.
    Die Weichen sollten sie enteisen,
    dank Hartz geht das zu guten Preisen.
    Früher ging's noch automatisch,
    doch Kosten waren problematisch.
    Mal ein Toter hier und da,
    ist auf Dauer billiger.

    Schuld ist hier dann öffentlich,
    das böse Wetter, winterlich.
    Nicht der Privatisierungswahn,
    weder bei Straße, Bus noch Bahn.
    Das wird den Menschen eingeimpft,
    bis jeder brav den Schnee beschimpft.
    Früher gab es auch schon Wetter,
    doch das war bestimmt viel netter.

    Wer sich zu viel zurückerinnert,
    gilt gerne als ein wenig spinnert.
    Denn der könnte schnell durchschauen,
    was die Medien hier aufbauen.
    Schreien und Schluchzen darf man mal,
    aber nur zwei Wochen. Maximal.
    Danach wird dann 'ne and're Sau
    getrieben durch den Weihnachtsstau.

    Die Krise ist schon fast vergessen,
    auf dem Tisch steht Weihnachtsessen.
    Angeblich ein Rekord getopt,
    die Krise einfach weggeshopt.
    Finanziert wird's mit Krediten,
    da lässt man sich nicht lange bitten.
    Anders geht es ja auch kaum,
    der Mindestlohn, der bleibt ein Traum.

    Die Banken machen die Profite,
    zahlen muss die breite Mitte,
    die fröhlich nun nach unten keult,
    über Sozialschmarotzer heult.
    Verstanden haben sie noch nicht,
    dass wenn man von der Mitte spricht
    und von den Leistungsträgerlein
    'ne and're Gruppe meint, ganz klein.

    "Ihre Arbeit muss sich lohnen",
    eine Kampagne für die Bohnen,
    denn leider hat man ihr gestohlen,
    das "für uns" ganz unverholen.
    Der Bürger fühlt sich wohl dabei,
    glaubt, dass er ein Leister sei.
    Der Hartzer ist jetzt schuld an allem,
    der Michel kann die Fäustchen ballen.

    Und gut gelenkt von Meinungsmache,
    hält er es für klare Sache,
    dass es arme Schlucker sind,
    die bedrohen hier sein Kind.
    So hat er auch ganz schnell vergessen,
    wer profitiert vom großen Fressen.
    Sie zieh'n ihn aus bis auf das Hemd
    und er schimpft über Arm und Fremd.

    Täglich sinkt die Arbeitslosenzahl,
    das "Wie" ist dabei ganz egal.
    Ob man von Vollzeit leben kann?
    Frag' doch den Kaufhaus-Weihnachtsmann!
    So sieht der Michel dann mit Grauen,
    die, die ihm seine Euros klauen.
    Die Rede ist nicht von den Banken,
    die weist ja Schäuble in die Schranken.

    Gemeint ist hier allein die Meute
    spätrömisch dekadenter Leute.
    Die kommen heran von nah und fern,
    denn sie saugen sein Blut so gern.
    Sie nehmen den Arm, nicht nur die Hand,
    viel gutes Geld wird hier verbrannt.
    Die wollen tatsächlich weiterleben,
    ganz leistungslos, ohne zu geben.

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  2. Fortsetzung:

    So kann das natürlich nicht weitergehen,
    ein Viertel will einen Führer sehen.
    Doch noch ist keiner hier in Sicht,
    also schimpft man über den Pickelwicht.
    Der ist auf einmal Schuld an allem.
    Karl-Theodor der kann gefallen.
    Frank-Walter spendet schnell ein Nierchen,
    schon ist er Michels Vize-Tierchen.

    Rösler, Niebel und der Layen,
    kann der Michel schnell verzeihen.
    Kennt sie vielleicht ja nichteinmal.
    Meist ist ihm Politik egal.
    Es sei denn man geht ihm zu weit,
    macht Tunnelbohrer schnell bereit.
    Demokratie wird vorgegaukelt,
    Michelchen wird schön verschaukelt.

    Und so bekommen wie jedes Jahr,
    die Profis, Weisen, alles klar.
    Nächstes Jahr wird alles besser,
    wetzt jetzt bloß nicht eure Messer.
    Denn nur wer alles akzeptiert,
    dem wird die Arbeit garantiert.
    Und ohne Arbeit ist man schlecht,
    das Überleben ungerecht.

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  3. Dieses Gedicht hat definitiv ne große Bühne verdient. Brilliant

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