Freitag, 23. Dezember 2011

Konsequent zu Ende gedacht: True Blood

Von Stefan Sasse

File:True Blood 2008 logo.svgViele Fantasie-Welten aus Buch, Comic, Film und Videospiel erschaffen neue Welten oder ändern die bestehende soweit ab, dass sie zu einer Art Parallelwelt wird. Diese Welten werden, wie das Star-Wars-Universum, oftmals als Storyvehikel geschaffen; sie sind dazu da, dass sich die Geschichte in ihnen Bahn brechen kann. Nur wenige Welten werden, wie Mittelerde, darüber hinaus stärker ausgebaut. In einer neuen Artikelserie "Konsequent zu Ende gedacht" will ich untersuchen, in wie weit solche Welten überhaupt halbwegs funktionstüchtig sind und wie das Leben in ihnen aussehen würde, wenn der große, klimatische Kampf vorbei ist. Wie wird Mittelerde aussehen, nachdem Sauron besiegt wurde? Wie lebt es sich auf Coruscant, wenn gerade keine Klonkriege oder Rebellion herrschen? Wie interagiert eine Figur wie Batman wirklich mit ihrer Umwelt? Nur selten werden in Fantasiewelten solche Fragen beantwortet (exemplarisch geschieht dies in "Watchmen"). Dabei können sie uns den Blick auf unsere eigene Welt öffnen. Im dritten Teil dieser Serie befassen wir uns mit True Blood.

True Blood ist eine Serie von HBO, die von der Prämisse ausgeht, dass Vampire existieren und schon immer unerkannt unter uns leben. Sie haben sich jedoch nun aktuell dazu entschieden, ihre Existenz bekanntzugeben und ein gedeihliches Auskommen mit den Menschen zu erreichen, was aufgrund der Existenz von synthetischem Blut namens "True Blood" möglich erscheint. Doch nicht nur sind nicht alle Vampire glücklich damit, dass die "guten alten Zeiten", in denen sie von Menschen trinken und sich ihrer einfach bedienen konnten vorbei sind; auch bei den Menschen gibt es viele Abwehrreaktionen, und christliche Fanatiker schließen sich mit dem Ziel zusammen, die Vampire zu bekämpfen und auszulöschen. Die eigentliche Geschichte der Serie, in der es um ein Beziehungsgeflecht zwischen den Bewohner der Kleinstadt Bon Temps in Louisiana und einige neu hinzugezogene oder schon immer dort lebenden Vampire geht, soll hier gar nicht das Thema sein. Wir wollen stattdessen einen Blick riskieren, indem wir die Darstellung der Vampirgesellschaft und ihre Interaktion mit den Menschen beobachten. Die Serie weist hier verblüffende Ähnlichkeiten mit den meisten früheren Vampirgeschichten auf, besonders etwa vom Urgestein des Genres "Interview mit einem Vampir", der Rollenspielreihe "Vampire the Masquerade" oder selbst Machwerken wie "Blade".
Eine Gemeinsamkeit aller dieser Welten ist es, dass die Vampire an Zahl eher gering sind - zwischen vielen tausenden und wenigen Millionen weltweit - und versteckt unter den Menschen leb(t)en, deren Blut sie zum Überleben brauchen. Die Vampire selbst haben ihre eigenen Gesellschaften häufig nach einem merkwürdigen Muster organisiert: da Alter (Vampire sind unsterblich) üblicherweise Macht bedeutet sind die ältestem Vampire gleichzeitig die Stärksten und Ressourcenreichsten und können deswegen für alle anderen die Bedingungen diktieren. Dies führt dazu, dass sich totalitäre Kleindiktaturen herausbilden, während diese Kleindiktaturen untereinander kaum Kontakt haben. Häufig verwenden diese Kleinsysteme monarchische Begriffe wie "König", "Prinz" oder "Fürst", haben jedoch mit echten Monarchien wenig gemein. Die jeweiligen Herrscher herrschen hauptsächlich um des Herrschen willens, verspüren wenig bis keine Verantwortung gegenüber ihren Untergebenen, die über die Sicherung des status quo hinausgeht (und sich häufig in drakonischen Strafen gegen die Verletzung der Tarnung Menschen gegenüber, dem Mord an anderen Vampiren und dem unerlaubten Schaffen von Nachwuchs äußert). Häufig schweben diese Herrschaften mit willkürlich ausgeführter Gewalt über mühsam in Zaum gehaltener Anarchie. Das ist eigentlich merkwürdig. 

Denn Vampire werden praktisch immer als schöner, stärker und klüger als Menschen dargestellt. Sie existieren teilweise seit Jahrhunderten, haben also ein unvergleichliches Wissen angesammelt und verfügen über beeindruckende persönliche Ressourcen. Trotzdem sind sie nicht in der Lage, über primitivste Schlägermethoden als Herrschaftsmittel hinauszukommen. Erklärt wird das häufig mit irgendwelchen "Traditionen" und der generellen geistigen Unflexibilität nach einer jahrhundertealten Existenz, aber einen echten Sinn ergibt das kaum. Warum gibt es keine Versuche, eine tragfähige Vampirgesellschaft zu erschaffen? Selbst die Blutsauger aus "True Blood", die sich den Menschen zu erkennen gegeben haben, führen intern ihre arachaischen Traditionen fort, in denen "Könige" praktisch uneingeschränkt über Gebiete herrschen, "Sheriffs" ernennen, die ebenfalls über beeindruckende Machtfülle verfügen und sich nur der nebulösen "Autorität" einer Art Ältestenrat unterordnen müssen - wiederum nur, weil diese über die Macht verfügt, sie jederzeit zu vernichten und davon auch gerne Gebrauch macht, und sicher nicht weil es als gemeinschaftliches Interesse anerkannt wäre. Tatsächlich wird auch in True Blood - in den meisten anderen Vampirgeschichten ohnehin - wenig Hehl daraus gemacht, dass hohe Ämter effektiv Schleudersitze sind, die jederzeit von einer mächtigeren, skrupelloseren oder opportuneren Figur besetzt werden können. Der vorherige Träger kann diese Machtwechsel nicht überleben. 

Dieses System ist inhärent dumm. Dass es über Jahrhunderte praktisch unverändert existiert haben soll entzieht sich jeder rationalen Betrachtung. Niemand kann Jahrhunderte lang einzig und allein durch willkürlichen Terror herrschen, ständig mit dem Stock drohend. Es ist auch auffällig, dass in allen Geschichten zwar gerne und stets auf die große Kontinuität dieser Systeme verwiesen wird, die eigentlichen Geschichten aber dann einen rapiden Wechsel von Führungspositionen aufweisen, weil die herrschenden Zustände unhaltbar sind. Diese inhärente Problemstellung scheint bisher niemandem groß aufgefallen zu sein. Ich behaupte dass sie aus der Natur der Vampir-Geschichten selbst resultiert. Die Gesellschaften und Politsysteme der Vampire, so skizzenhaft, unverbindlich und anarchisch-willkürlich sie sein mögen, entspringen einem sehr dunklen Punkt in unseren Herzen, den in einem mehr oder minder großen Ausmaß alle Menschen besitzen. Es ist ein tiefes Misstrauen nicht nur gegenüber anderen Menschen, sondern ultimativ gegen sich selbst. Dieser dunkle Punkt ist es, den sich Diktatoren und Alleinherrscher aller Couleur stets zunutze zu machen wissen. 

Das bedarf einer kurzen Ausführung. Es gibt Vorurteile, die sich hartnäckig halten. Etwa, dass eine Diktatur eine effiziente Herrschaftsform sei (sie ist es nicht), weil hier ja einer sagt, wo es lang geht. Dass auf Konsens und Kompromiss nicht zu vertrauen ist, dass die Meinung der Mehrheit in die Irre führe und die Problemlösung durch Kompromiss zu schwerfällig und langwierig sei. Dass, ultimativ, nicht nur jeder andere, sondern auch man selbst unfähig sei, die Herausforderungen eines selbstbestimmten Lebens zu meistern und dass deswegen eine Institution zur Durchsetzung bestimmter Prinzipien mit absoluter Macht ausgestattet werden müsse. Ich habe diesen dunklen Fleck in der Seele der Menschen im Umfeld von Vampir-Geschichten oftmals beobachten können, und es ist beachtlich, mit welcher Persistenz er sich hält. In Vampirgeschichten findet er seinen offensten Ausdruck, weil es offensichtlich nicht um Menschen geht, sondern um eine Spezies, die zwar in den meisten Beziehungen Menschen ähnelt, jedoch durch bestimmte Fähigkeiten sich über die Menschheit erhebt. Tatsächlich aber ist das nur eine Verneblung, denn die Vampire sind nur Surrogate für Menschen. Es sind Charaktere, die wir problemlos nachvollziehen können und auf die wir irgendwelche Ängste und Sehnsüchte projizieren (weswegen auch ständig Liebesgeschichten eine so dominante Rolle spielen). 

Denn ernsthaft - eine Spezies, die sich permanent so verhält wie die Vampire das angeblich tun könnte niemals eine irgendwie tragfähige Gesellschaft aufbauen. Sie würde entweder vollständig auf den Status von Raubtieren zurückfallen (und sich dabei auch zwangsläufig den Menschen offenbaren und ausgerottet werden) oder aber feinsinnigere Instrumente entwickeln, so wie das die Menschen auch getan haben. Ideen wie die von Gewaltenteilung, Gewaltverzicht in der Politik und die Einhegung von Konflikten haben die Menschheit erkennbar vorangebracht und ihr geholfen, friedliches Zusammenleben zu organisieren. Warum diese Erkenntnisse vollständig an den Vampiren vorbeigehen sollen, die sonst so schnell dabei sind, Errungenschaften der Menschen zu adaptieren, entzieht sich rationalem Verständnis und ist nur zu erklären, wenn man Vampirgeschichten als Abbild von Ängsten und Sehnsüchten von Menschen begreift - und eben auch den Abgründen ihrer Seele.

Kommentare:

  1. Na, Herr Sasse, die Realität ist doch wohl hoffentlich nicht so schlimm, das wir uns alle in die phantastische Welt des Vampirismus flüchten müssen?
    Aber bei der einen oder anderen knackig-frischen Maid - da würde man schon mal gerne zubeißen. Sabber. Schmatz.

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  2. Als alter "Vampire - The Masquerade"-Spieler finde ich die Gedankengänge ziemlich interessant.
    White Wolfs Setting ist nicht immer konsistent und konsequent. Das liegt vor allem daran, dass sehr viele Autoren mit unterschiedlicher Erfahrung und mit unterschiedlicher Qualität am System gearbeitet haben, außerdem ist das System auch "hysterisch gewachsen". Insofern ist nicht immer zu erwarten, dass die Szenarien immer stimmig sind.
    Ich würde dir trotzdem in dem einen oder anderen Punkt widersprechen:
    Zum Beispiel denke ich schon, dass es sehr gut möglich ist, über einen langen Zeitraum mit Terror und Gewalt zu herrschen. Wie wir gerade in einem Land wie Nordkorea sehen, geht das auch über Generationen hinweg. Tatsächlich sehe ich es so, dass ein sehr konsequenter, gewissenloser und gerissener Terror-Autokrat genau drei Probleme in seiner "Karriere" haben wird:
    - ist sein Terrorregime so hart, dass jederzeit ein Aufstand der Massen zu befürchten ist, so ist es essenziell, dass der Autokrat eine Clique an ebenso gewissenlosen und gewaltbereiten Untergebenen haben, die vom Status Quo genug gewinnen, um sich nicht auf die Seite der Aufständischen zu schlagen. Ein geschickter Einsatz von Intrigen, Zuckerstückchen und Kompromaten ist hier hilfreich.
    Wenn ein Autokrat sich hierbei geschickt genug anstellt, kann dieser Zustand durchaus Jahrzehnte überdauern. Beispiele hierfür finden sich in Südamerika und Afrika.
    - gerade in der heutigen Zeit darf ein Autokrat es mit seinen Gräueltaten nicht zu weit treiben. Das heißt, darf er schon, wenn sein Land nichts weltwichtiges produziert. Aber an der Stelle sind schon Limits zu spüren.
    - irgendwann wird aber auch jeder noch so gewiefte Autorkat alt und schwach. Jetzt ist die Frage, ob er weit genug vorgeplant hat und ebenso skrupellose und harte Nachkommen gezeugt hat, die das Zepter übernehmen können. Bislang haben dies nur wenige geschafft; meistens ist der Nachwuchs so sehr verdorben, dass ihnen jeder Sinn für die Realität abhanden gekommen ist. Ein literatisches Beispiel wären Roose und Ramsay Bolton aus "A Song Of Ice And Fire"; real findet man auch hierfür Beispiele häufig in Afrika.
    Aber genau dies ist ein Problem, welches Vampire in den Szenarien, wie wir sie haben, nicht hat. Theoretisch kann so ein Vampir ewig herrschen. Und, je älter er wird, desto erfahrener und gewiefter wird er dabei meistens - bis er dann irgendwann mal einen "Meisterschüler" unterschätzt, und das Spiel von Neuem beginnt.

    Noch dazu kommen die Eigenarten der Vampirgesellschaften, wie du sie skizziert hast: Vampire altern nicht, sondern werden mit dem Alter mächtiger. Es gibt nicht viele Vampire, sie sind also leichter zu kontrollieren als Millionenmassen an Menschen. Das begünstigt meiner Ansicht nach eher den Versuch, eine Autokratie zu unterhalten, als es zu behindern.

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  3. Der wichtigste Punkt:
    Du fragst dich, warum die Vampire nicht einfach eine "bessere" Gesellschaft gründen, vielleicht von den Menschen übernehmen?
    Das kann man auch aus dem Setting heraus beantworten:
    - die Vampire, die herrschen, haben keinen Grund, die Sache zu ändern. Das System dient schließlich ihnen, und weil sie alt und mächtig sind, haben sie häufig gar kein Problem damit, ihre Macht auch drakonisch einzusetzen.
    - Ideologisch: Sie haben die "harte" Schule durchgemacht und sind der Meinung, es geht nicht anders. Tatsächlich zeigt ihnen ihre eigene (Un-)Lebenserfahrung meistens, dass jeder Idealismus früher oder später in der Korruption endet. Die Lektion "die Revolution frisst ihre Kinder" haben sie schon mehrfach in ihrer Existenz durchgemacht
    - Szenario: bei White Wolf (vermutlich nicht bei True Blood und bei Anne Rice) liegt ein Fluch auf jedem Vampir: die Lüge und der Betrug ist ihnen quasi "gottgegeben" mit eingepflanzt. Vampire sind Großmeister der Lüge und Intrige, so dass ein Vampir sehr schnell lernt, NIEMANDEM zu vertrauen, sonst wird er nicht alt. Und Vertrauen ist die Basis einer jeden vernunftorientierten Gesellschaft.
    Dies bezieht sich nur auf das Rollenspiel; allgemein ist es schon so, dass man Vampiren eher "Schlechtigkeiten" zuordnet. Das trifft auch auf die meisten der Anne Rice-Vampire zu, die hauptsächlich narzisstisch und völlig verantwortungslos, wenn nicht sogar wesentlich schlimmer sind. Es ist schwer sich vorzustellen, mit Monstern eine echte Demokratie aufzubauen. Hier fehlt mir jetzt der Vergleich zu True Blood.
    - die Moderne Demokratie ist gerade mal 300 Jahre alt. Nimmt man einen Vampir, der wirklich alt ist (1000, 2000 Jahre), so könnte er sagen: "ach, ich hab so viele tolle Versuche gesehen, sie sind alle gescheitert. Am Ende setzt sich eh wieder die Gewaltherrschaft durch, also bleibe ich gleich dabei". Die Tatsache, dass es jetzt einige Demokratien gibt, die es schon länger als ein paar Jahrzehnte gibt, könnte er immer noch als "Episode, die bald vorbei geht" abtun. Oder aber, er könnte darauf hinweisen, dass es durch Korruption hier und da und Geldherrschaft allgemein eh nirgends wirklich eine echte "Volksherrschaft unter Gleichen" gibt.

    Bei White Wolf ist genau diese sehr zynische und pessimistische Haltung auch deutlich gewünscht und Teil des Spiels (heißt ja auch "World Of Darkness"). Die Vampire bei Anne Rice sind meistens sehr egoman und nur auf sich selbst und ihre eigenen Triebe, Wünsche und Leidenschaften konzentriert. Sie sind ganz sicher nicht philosophisch und reflektierend und somit sicherlich nicht geeignet, eine "vernünftige" Gesellschaft aufzubauen.

    Zu True Blood kann ich nicht viel sagen, die Serie habe ich noch nicht gesehen, aber die Beschreibungen, die ich gelesen habe, erinnerten mich doch ziemlich an White Wolf ...

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  4. Sorry für die Wall Of Text, aber ich beschäftige mich auch gerne mit der Plausibilität von Fiktionen und war gerade in Schreiblaune ;-)

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  5. Da Weihnachten ist wünsche ich mir eine besondere SciFi Analyse zum Star Trek Universum (TNG). Wie sieht es mit der Lebensfähigkeit der Föderation aus? Kann die Menschheit sich verändern? So wie ich die Grundaussage verstehe führt das Überleben eines Atomkriegs und die Erkenntnis nicht allein zu sein zu dieser Entwicklung.

    Das zumindest ein Krieg und der Blick in den Abgrund Wirkung zeigen kann sieht man z.B. an der stärken proeuropäischen Bewegung nach dem Zweiten Weltkrieg.

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  6. @Anonym: So gerne ich das machen würde - ich kenn mich in Star Trek praktisch null aus :(

    @Bomb: Ja, Vampire:TM spiele ich auch schon ewig. Daher kommt es ja gerade^^ Wo wohnst du denn?
    "Hysterisch gewachsen" ist gut, kann ich unterschreiben.
    Deine Argumentation kann ich voll nachvollziehen; ich kenn die offizielle Story ja auch ziemlich gut. Die Gründung des Sabbat beispielsweise aber zeigt auch dort dass es möglich ist, ein radikal anderes Syetem zu schaffen. Eine Revolution gegen dieses System in so vielen Jahrhunderten? Klingt irgendwie nicht echt glaubhaft.

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  7. @Stefan Sasse
    Ich wohne in Dortmund, habe auch mal Vampire Live gespielt ;-)
    Naja, der Sabbat ist in der Tat ein radikal anderes System. Allerdings natürlich eines, welches genau so von den Methusalems geplant und durchkonstruiert ist, insofern keine Revolution, sondern ein Plan, ein Schachzug im Jihad.
    Außerdem mag der Sabbat vielleicht auf den ersten Blick was ganz anderes sein, aber wenn man den breiten Blickwinkel sieht, sieht man schon, dass auch dort ältere und mächtige Vampire ihre Intrigen spinnen und im Grunde genommen ähnlich frei und autokratisch schalten und walten können, wie ihre "Old School"-Kollegen in der Camarilla. Sie müssen natürlich eine andere Taktik anwenden, mehr "das Chaos reiten" als zu krasse Kontrolle ausüben.

    Außerdem gibt auch White Wolf das eine oder andere Gesellschaftsexperiment vor. Karthago, Konstantinopel, die Anarchen ...

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  8. Wie gesagt, ich kenn den Hintergrund. :) In Dortmund waren wir mal in der C1 zu Besuch, als die nen Sabbat-Abend gemacht haben...
    Aber ich beschäftige mich ja dezidiert mit ner anderen Fragestellung als dem offiziellen Hintergrund.

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  9. Ja, da hast du recht. Das schweift dann doch zu sehr ab.
    Aber ich finde grundsätzlich deine Idee hier, Fantasiegebilde zu untersuchen, total spannend.
    Deine Game Of Thrones-Beiträge muss ich mir mal in Ruhe ansehen, wobei ich ja einen Aufsatz bevorzugt hätte ;-)

    Wenn ich mir eine Betrachtung wünschen dürfte, wäre es eine von Robert Heinleins "Starship Troopers". Das fand ich nämlich (im Roman, ohne die starken Nazi-Bezüge des Films) ziemlich interessant ...

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  10. Schon ewig her dass ich das gelesen habe, müsste ich vorher wieder tun :)

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  11. Ich mag hier etwas spät sein, möchte jedoch anmerken, dass es im Mittelalter durchaus vorkam, dass diese Herrschaftsscheludersitzmechanik über lange zeit funktioniert hat.
    Diktatur mag nicht die effizienteste Regierungsform sein, wohl aber die für den herrschenden praktischste. So kommt es denn dazu, dass es immer mal wieder eine Revolution gibt, deren Köpfe anschließend aber (ob nun aus Bequemlichkeit, Unfähigkeit oder systemimmanent) das alte System mit neuen Köpfen weiterführen. Bis zum nächsten Aufstand. Köln hat mW über lange Zeiträume so funktioniert.

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