Dienstag, 16. November 2010

Leistungsträger auch bei der Bundeswehr?


Das Leistungsdenken scheint nun vermehrt auch bei der Bundeswehr Einzug zu halten: Verteidigungsminister zu Guttenberg führt einen neuen Orden für verdiente Kämpfer ein – Verwundete aber gehen weiterhin leer aus.

Die neue Medaille sollen SPON zufolge diejenigen Afghanistankämpfer erhalten, die “mindestens einmal aktiv an Gefechtshandlungen teilgenommen oder unter hoher persönlicher Gefährdung terroristische oder militärische Gewalt erlitten haben”. An ein Verwundetenabzeichen, wie es in anderen Armeen gebräuchlich ist, sei jedoch nicht gedacht, denn eine Verwundung allein stelle ja keine Leistung dar: “Grundlage für eine Auszeichnung sind besondere durch den Soldat zu erbringende Leistungen, die bei einem Verwundetenabzeichen so nicht gegeben wären.”

Leistungsträger also werden ausgezeichnet, nicht aber Kriegskrüppel, die in zunehmender Zahl auch psychisch versehrt nach Hause zurückkehren und häufig vom Dienstherrn im Stich gelassen werden. Stattdessen müssen sie mit rechtlichen Mitteln um ihre Anerkennung als Wehrdienstbeschädigte mit entsprechendem Behandlungsanspruch und finanziellem Ausgleich kämpfen – ein Zustand, der nicht gerade zur Motivation der kämpfenden Truppe beitragen dürfte. Für den deutschen Landser gilt also weiterhin die alte Phrase: “Der Dank des Vaterlandes ist Euch gewiß!”

Kommentare:

  1. “Der Dank des Vaterlandes ist Euch gewiß!”
    Wäre dies denn wirklich so wie z.B. größtenteils in den USA bräuchte man tatsächlich keinen Orden.

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  2. "Leistungsdenken" gibt es beim Bund schon laenger.

    Bereits vor 10 Jahren gab es bereits "leistungsabhaengige" Dienstzulagen. Bei uns hat die der Chef seinem Spiess und Stabsdienstuffzen zukommen lassen.
    Verstaendlich. Die hielten ihm den Papierkram vom Hals.

    Der Vorteil der neuen Kaempfermedaille ist natuerlich, dass sie den Verteidigungshaushalt nicht belastet

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