Donnerstag, 24. Februar 2011

Mal was grundsätzliches...zur Bundeswehr

Von Stefan Sasse

Den Oeffinger Freidenker gibt es nun seit über vier Jahren. Viele Themen wurden bereits mehrfach in unterschiedlichen Beiträgen behandelt, so dass es dem Autor oftmals unnötig erscheint, bestimmte Anspielungen oder Einstellungen näher zu erläutern. Seit 2006 hat sich die Leserschaft jedoch stark vergrößert, und für die, die neu dazugekommen sind, mag nicht immer alles sofort klar sein, was der Oeffinger Freidenker schreibt. Die neue Serie "Mal was grundsätzliches…" soll diese Lücke schließen, in dem noch einmal eine Zusammenfassung zu bestimmten Themen gegeben wird. Diese Folge befasst sich mit der Bundeswehr. 

Die Abschaffung der Wehrpflicht durch Verteidigungsminister Guttenberg, die seine wohl unbestritten größte politische Leistung darstellt - ganz egal, wie man selbst zum Sachthema steht - hat eine ganze Reihe von Ängsten und Befürchtungen geweckt. Im Guten wie im Schlechten wird Deutschland ab sofort nur noch eine Berufsarmee haben. Über all dem schwebt stets der drohende Schatten Weimars, wo die Berufsarmee sich als "Staat im Staate" gerierte und maßgeblich an der Instabilität und dem finalen Fall der Republik schuld war. Viele sehen dieses Weimarer Gespenst nun auch mit einer Berufsarmee "Bundeswehr" am Horizont wetterleuchten. Es gehört zusammen mit der Hyperinflation wohl zu den zwei größten mentalen Erbstücken aus der Weimarer Zeit. Wie groß aber ist diese Bedrohung? Und welche Richtung könnte die Bundeswehr in Zukunft nehmen? 

Die Wehrpflicht schien bei der Schaffung der Bundeswehr in den frühen 1950er Jahren noch eine unvermeidbare Tatsache zu sein. Die potentiellen Millionenarmeen des potentiellen Gegners im Osten erforderten zwangsläufig eine substantielle konventionelle Armee, wollte man wenigstens annähernd ein Gleichgewicht aufrecht erhalten. Dies war nur mit der Wehrpflicht zu stemmen, deren Einführung 1955, gerade zehn Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs, zur ersten großen politischen Protestbewegung in Deutschland führten: in der so genannten "Ohne mich"-Bewegung protestierten zehntausende gegen die Einführung der Wehrpflicht. Da die neuen Offiziere praktisch ausschließlich aus altem Wehrmachtspersonal bestanden, war die Befürchtung einer Kontinuität zum Militär des Dritten Reichs alles andere als grundlos.

Aus diesem Grund wurde neben der Wehrpflicht, von der man sich eine Zusammensetzung der Armee aus allen Schichten und damit - im Gegensatz zu Weimar - die Verhinderung einer sozial homogenen, der Gesellschaft gegenüber feindlich eingestellten Gruppe erhoffte, das Leitprinzip der "Inneren Führung" ausgegeben. Das Selbstbild der Bundeswehr unterschied sich unter dieser "Inneren Führung" vom Selbstbild von Armeen früherer Tage: sie sollte lediglich zu Verteidigungszwecken und bei Katastrophen eingesetzt werden können, ihre Mitglieder galten als "Staatsbürger in Uniform" und waren durch das aktive und passive Wahlrecht und eine uniformierte Meinungsfreiheit bei Sicherheits- und Militärthemen deutlich stärker in die Demokratie integriert, als dies noch in Weimar der Fall gewesen war, wo Soldaten nicht wählen und gewählt werden durften.

Dieses hehre Prinzip musste sich natürlich dem Praxistest stellen. Der Alltag der Bundeswehr erfordert ein Maß an Unterordnung und Disziplin und Verzicht auf einige Grundrechte, die sich mit dem freiheitlich-demokratischen Anspruch eigentlich kaum vereinbaren lassen. Selten war die Truppe im öffentlichen Fokus, so dass krude Praktiken und Rituale immer wieder lange vor sich hingären konnten, ehe man ihnen durch Zufall auf die Schliche kam. Es steht wohl außer Frage, dass die Gesinnung der meisten Berufssoldaten deutlich rechts von der Mitte zu finden ist - bei der Mehrheit noch innerhalb des demokratischen Spektrums, kein Zweifel, aber Parteigänger von SPD, Grünen oder gar LINKEn wird man in ihren Reihen kaum finden. Auch die FDP dürfte es schwierig haben.

Nach dem Ende des Kalten Krieges fiel die Bundeswehr in ein Legitimationsloch. Der große Feind, gegen den sie einst gegründet worden war existierte nicht mehr. Stattden begann eine neue Tradition: die Teilnahme an Auslandseinsätzen mit der Legitimation humanistischer Intervention, die sich in den NATO-Ländern seit Wegfall der kommunistischen Bedrohung in der Dritten Welt steigender Beliebtheit erfreute. War das Motiv 1993 in Somalia noch ebenso glaubhaft wie Mitte der 1990er Jahre bei der Sicherung Bosniens, so geriet bereits der Kosovo-Krieg 1999 in einen schlechten Ruf. Spätestens die Teilnahme am Afghanistankrieg erweist sich als große Nervenprobe der Bundeswehr: der Einsatz ist völlig ziellos, bei der Bevölkerung weitgehend verhasst, teuer und gefährlich, ohne dass irgendein greifbarer Erfolg absehbar wäre.

Für die beteiligten Soldaten im Speziellen und die Institution Bundeswehr im Allgemeinen stellt das alles ein enormes Problem dar. Sie muss mit dem Problem leben, einen Krieg zu kämpfen, der zuhause abgelehnt wird und wie weiland die GIs in Vietnam als Babymörder verschrien zu werden. Diese Erfahrung ist neu für Soldaten, und es muss gesagt werden: die Politik hat sie bislang schmählich dabei im Stich gelassen. Das Herumeiern um die Begriffsfindung Krieg, die Abwiegelung und Darstellung des Einsatzes als Brunnebohren eines bewaffneten THW - all das muss für diejenigen, die ihr Basislager tatsächlich nur noch schwer gepanzert und stets auf der Hut verlassen können unendlich frustrierend wirken. Entsprechend können die Soldaten, von der Politik und den Medien weitgehend allein gelassen, eigentlich nur noch auf ein professionelles Ethos zur Sinngewinnung rekurrieren. Professionelles Soldatentum ohne irgendeinen anderen Hintergrund aber fragt nicht nach Sinn der Handlung, sondern macht nur einen Job. Professionelles Soldatentum dieser Art führt die Prinzipien der Inneren Führung ad absurdum.

Paradoxerweise ist es gerade die krampfhafte Verweigerung einer "Normalisierung" des Blicks auf die Bundeswehr, der für ihre innere Verfasstheit Gefahren erzeugt. Es sind Diskussionen wie die, ob es Tapferkeitsmedaillen und Gedenkstätten für Gefallene braucht und die mit merkwürdigen Ressentiments geführt werden. Wäre ich Soldat, würde ich mir wahrscheinlich ziemlich verscheißert vorkommen: einerseits riskiere ich Leben oder doch zumindest körperliche und geistige Unversehrtheit, und andererseits diskutiert man zuhause darüber, ob ich das wirklich tue und ob ein bestanztes Stück Blech diesen Zustand irgendwie beeinflusste.

Das soll jetzt nicht falsch verstanden werden: ich bin absolut gegen den Einsatz in Afghanistan, und heute auch gegen den Kosovo-Krieg (als der ausbrach war ich für eine politische Meinung noch zu jung). Aber das ändert nichts daran, dass die Soldaten ihren Job dort machen. Sie sind nicht verantwortlich dafür, und sie durch eine Verleugnung gewissermaßen in Geißelhaft zu nehmen ist nicht richtig. Mit gefällt es nicht, dass sie dort sind, aber sie sind es - also brauchen sie auch Tapferkeitsmedaillen und Erinnerungsorte, denn das sind wir ihnen schuldig. Wenn die Gesellschaft sie verleugnet und als Aussätzige betrachtet, obwohl diese Verachtung eigentlich eher jenen gebührt, die Jahr für Jahr ohne Reflexion und Aussicht auf Erfolg das Mandat verlängern - wie soll man dann erwarten können, dass sie sich weiter als "Staatsbürger in Uniform" fühlen und der "Inneren Führung" verpflichtet sehen? Die Gefahr der Weimarer Zustände, also einer sich als soldatische Profis begreifenden Berufsarmee, die mit der "schmutzigen Politik" nichts zu schaffen haben will und stolz darauf ist, einen unabhängigen Ethos zu besitzen, ist viel größer dadurch, dass man die neuen Realitäten nicht anerkennt als dadurch, dass man Tapferkeitsmedaillen verteilt.

Denn tatsächlich bietet die Umwandlung der Bundeswehr zu einer Berufsarmee Chancen, die derzeit überhaupt nicht diskutiert werden. Dass man bereits jetzt diskutiert, sie Geringqualifizierten und Ausländern gegenüber zu öffnen wird stets nur unter den potentiellen Gefahren betrachtet. So kann die Bundeswehr gerade solchen Leuten eine solide Ausbildung geben, ihnen Fertigkeiten vermitteln, mit denen sie nach Ende ihrer Dienstzeit auch im Zivilleben etwas anfangen können (was die Bundeswehr ja bereits tut, aber der Umfang kann noch deutlich ausgeweitet werden). Begleitende Sprachkurse, theoretische Kenntnisse anhand bestehender Bildungspläne, Ausbildung zu Fachkräften von LKW-Fahren über medizinische Kräfte hin zu Mechatronikern und Studium an Bundeswehruniversitäten sind möglich. Natürlich sind diese militärisch gefärbt und vor entsprechender Indoktrination nicht sicher. Wäre die Bundeswehr eine abgekapselte Parallelgesellschaft, so wäre dieses Vorgehen für das demokratisch verfasste Gemeinwesen tödlich.

Tatsächlich aber ist es auch möglich, der Bundeswehr ein dauerhaft republikanisches Gesicht zu geben. Es existiert nur ein kleines Zeitfenster dafür, und es ist der einzige Nachteil der aktuellen Affäre um Guttenberg, dass dieses wohl ungenutzt bleiben wird (obgleich die Chance schon vorher verschwindend gering war). Es ist notwendig, die Bundeswehr als eine Parlamentsarmee, als eine der Demokratie und der Republik verpflichtete Armee zu begreifen. Frankreich und die USA besitzen seit Jahrzehnten Berufsarmeen, ohne dass von diesen jemals eine Gefahr für die Republik ausgegangen wäre. Sie haben ihre Armeen auch stets auf die demokratischen Staatswesen eingeschworen, und amerikanische Soldaten dienen heute noch in aller Welt stets im Bewusstsein, die Freiheit zu verteidigen (auch wenn sie es nicht immer tun). Deutsche Soldaten dienen im Bewusstsein, eben ihre Pflicht zu tun. Seine Pflicht kann man aber auch tun, wenn man irgendwann einmal in der Heimat Demonstrationen zusammenschießt - die Freiheit verteidigen nicht. Selbst wenn es oft genug verlogen ist, wenn es oft zur Legitimation zweifelhafter Manöver missbraucht wird - die aktuelle Geschichte deutscher Auslandseinsätze zeigt, dass es keine Freiheitspropaganda braucht, um Soldaten zu missbrauchen. Eine solide Verankerung in einem demokratischen Gemeinwesen, das symbolisch durch Gedenken und Medaillen seine Wertschätzung ausdrückt, verhindert sicher nicht Unrecht in fremden Ländern. Es erschwert aber deutlich das Unrecht im eigenen Land.

Kommentare:

  1. Also, um es mal provokativ zu formulieren: ein "Geringqualifizierter", der für den Arbeitsmarkt zu doof ist, schickt man an die Front zum Sichern der Handelswege. Dort lernt er das Soldatenhandwerk, das Töten von Menschen, am lebenden Objekt. Damit er nicht auf die doofe Idee kommt, das Erlernte auch zuhause anzuwenden, klebt man ihm ein paar Blechteile an die Uniform.
    Hm, das klingt alles irgendwie komisch.

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  2. Tut es tatsächlich, aber das ist auch kaum verwunderlich, weil es nichts mit dem zu tun hat das ich geschrieben habe.

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  3. Zu Guttenberg hat die Wehrpflicht nicht abgeschaft, sondern ausgesetzt. Er ist eben auch ein Minister mit Aussetzern. ;)

    Darüber sollte vielleicht auch die Kanzlerin nachdenken, wenn sie schon nicht über den wissenschaftlichen zu Guttenberg nachdenken mag...

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  4. @Stefan Sasse

    Ok, dann werde ich es in Worten sagen, die du verstehst.

    Du siehst eine Chance für Geringqualifizierte und raisonierts über ein republikanisches Gesicht der Armee. Ich halte das für einen krassen Widerspruch. Senke ich das Bildungsniveau der Soldaten, dann muss ich zukünftig auch geringere Anforderungen an die Armee stellen, nicht höhere.

    Ich habe davor Angst, dass "Geringqualifizierte" zum Töten ausgebildet werden, denn die Schießen auf alles - Befehl ist schließlich Befehl. Und im Inneren lauern ja so grässliche Gefahren, wie linke Kommunisten und so.

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  5. Es ist zwar richtig, dass eine Berufsarmee Geringqualizierten und Auslaendern moeglicherweise eine solide Ausbildung angedeien lassen koennte, aber ich frage mich, warum fuer solch hehre Bildungsziele eigentlich ausgerechnet die Bundeswehr zustaendig sein sollte.

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  6. @Pixel: Aber genau darum geht es mir doch - dafür zu sorgen, dass dank einem republikanischen Gesicht die Leute eben nicht eine "Befehl ist Befehl" Einstellung haben. Das hat nichts mit Intelligenz zu tun, der Holocaust ist von promovierten Befehlsempfängern durchgeführt worden.
    @Ralf: Ist sie nicht. Ich sage ja auch nicht, dass ich das gut finde. Allein, wenn wir das Ding eh reformieren, dann können wir ihm doch auch was Sinnvolles zu tun geben, oder?

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  7. Theoretisch gebe ich Dir da Recht. Allein mir fehlt der Glaube, dass der Fokus einer Berufsarmee ausgerechnet auf die Bildung Geringqualifizierter ausgerichtet sein wird. Viel wahrscheinlicher ist, dass da eine Interventionsarmee aufgebaut werden soll, ueber deren Einsaetze sich die Bevoelkerung weniger die Koepfe zerbrechen wird, als heute. In der Praxis sind Geringqualifizerte im Schnitt naemlich politisch ergeblich weniger interessiert/engagiert als etwa die Mittelschicht. Wenn die Soehne der Mittelschicht mit der Armee aber nix mehr am Hut haben, und darauf wird eine Berufsarmee letztlich hinauslaufen, wird die Mittelschicht in Zukunft auch nicht mehr die Bohne interessieren, ob das Berufsheer gerade in Afghanistan, im Kosovo oder weiss der Teufel wo rummarschiert. Soldaten werden nicht mehr als "Staatsbuerger in Uniform" betrachtet werden, sondern als Spezialisten, deren Aufgabe es nun mal ist, ihr Leben zu riskieren und die fuer dieses Risiko ausdruecklich bezahlt werden. Die politischen Schranken die Armee einzusetzen, werden also massiv sinken, weil viel weniger Widerstand gegen Einsaetze in der Bevoelkerung zu erwarten ist. Die Vergangenheit lehrt, zumindest aus meiner persoenlichen Sicht, aber eher, dass diese Schranken in Zukunft angehoben und nicht abgesenkt werden sollten ...

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  8. Pixelpupser hat mit beiden Kommentaren Recht. Nur seinem "komisch" möchte ich nicht zustimmen.
    .
    Der Holocoust-Vergleich scheint mir ganz schön arg zu hinken.
    .
    -kdm

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  9. "Aber das ändert nichts daran, dass die Soldaten ihren Job dort machen. Sie sind nicht verantwortlich dafür, und sie durch eine Verleugnung gewissermaßen in Geißelhaft zu nehmen ist nicht richtig."

    Also tötet nicht der Soldat, sondern der Befehl zum töten. Interessante Rechtfertigungsversuche ...

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  10. @kdm: Ne, der hinkt nicht. Die Behauptung, dass ungebildete Leute anfälliger gegenüber "Befehlsnotstand" wären, ist vor dem Hintergrund des Holocaust einfach nicht haltbar. Das größte Verbrechen aller Zeiten, und es wurde von hochgebildeten Befehlsempfängern ausgeübt - ich finde das durchaus akzeptabel.
    @Anonym: Nein, selbstverständlich tötet der Soldat. Es ist nur nicht deren Schuld, dass der Einsatz stattfindet, denn der wurde in der Politik befohlen.

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  11. Viele vergessen, die gleichzeitige Abschaffung des Zivildienstes.

    Genau deshalb wurde jahrelang gezögert, die Wehrpflicht abzuschaffen, denn jemand muss ja diese Lücke schließen, die Zivildienstleistende nun hinterlassen. Und auf die absurde Idee, man würde nun qualifizierte Kräfte suchen und sie vor allem auch anständig bezahlen, kommt natürlich niemand. Mich wundert es gar nicht, dass die ganze Ehrenamt-Propaganda gerade Hochkunjunktur hat.

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  12. @Stefan Sasse

    Natürlich schützt Bildung nicht vor einem Befehlsnotstand. Klar, zu wünschen wäre es, aber daraus folgt doch nur, dass jeder zu Gräueltaten fähig ist.

    Ich gebe dir Recht, dass es keine Frage der Bildung ist, sondern der Menschlichkeit. Wo die in einer militärisch gedrillten Unterschichtenarmee noch sein soll, weiß ich aber nicht.

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  13. Genau darum geht es mir ja - dass der militärische Drill durch ein nachdenkendes, bürgerliches, republikanisches Element erweitert wird. Niemand ist perfekt - das kann man auch nicht von Soldaten erwarten.

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  14. Wieder so ein unerträglicher, promillitaristischer Text. Hört sich an wie "zivile Nutzung der Atomenergie" oder übertrieben zugespitzt: Von den medizinischen Versuchen in den KZs profitierten die Wissenschaft und die Reichswehr, nur die Massenvernichtung ist zu verurteilen. Du plädierst also von ziviler Nutzung einer Institution, die im sogenannten (euphemistisch ausgedrückt) "Verteidigungsfall" als Hauptziele die Vernichtung von Menschen und Zerstörung von fremdem Eigentum haben (Sicherung der Handelsweg und Ressourcen etc.)?

    Derartige Diskussionen erinnern mich sehr an die Wunschvorstellungen angeblicher Linker vom Kapitalismus mit menschlichem Antlitz.

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  15. Nun, der Vergleich hinkt endgültig. Eine Armee zur Selbstverteidigung ist grundsätzlich legitim, Menschenversuche in KZs nicht.
    Und der Verteidigungsfall sieht das natürlich vor. Was schlägst du denn sonst vor?

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  16. Sehr schwierig, wenn ein Land von "Freunden" umgeben ist. Heutzutage bedarf es keiner waffenstarrenden Armee mehr. Okönomisch tötet es sich bedeutend wirksamer.
    Den letzten Satz bitte nicht als Vorschlag verstehen.

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  17. Kein Zweifel. Einzig, das muss ja nicht dauerhaft so bleiben, und es ist einfach unmöglich, eine Armee zwanzig Jahre "stillzulegen" und im Falle einer Bedrohung einfach wieder zu reaktivieren. Und Handelswege zu schützen IST eine Aufgabe der Marine, auch wenn es im fraglichen Fall Horn von Afrika moralisch extrem fragwürdig ist.
    Noch mal: Ich bin absolut gegen Interventionen zur Sicherung irgendwelcher Ressourcen, die man gerne hätte. Wo aber tatsächlich deutsche Interessen durch internationale Verträge abgedeckt bedroht werden ist der Einsatz einfach gerechtfertigt, genauso wie wenn etwa Menschenrechtsverletzungen stattfinden. Dass Letztere, wenn sie in ökonomisch unbedeutenden Regionen (Darfur!) stattfinden ignoriert werden und man stattdessen den Begriff der legitimen Interessen ziemlich lax auffasst ist ein fraglos vorhandenes Problem - aber es hat mit der Existenz einer Armee erst mal nix zu tun.

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  18. Internationale Verträge? Lach! Mit wem? Mit Despoten, Diktatoren oder Scheindemokratien unter tatalitärer Führung?

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  19. Ich mach mal auf "halben Gutti" und zitiere die konkret-Redakteurin Svenna Triebler auszugsweise zu ihrem Text "Mit Pornosteffi auf der Gorch Fock":

    "Was kommt dabei heraus, wenn man einen Haufen spätadoleszierender Männer (nebst einigen wenigen Frauen)
    mit fragwürdiger Reflexionsfähigkeit und bedenklicher psychischer Disposition in Uniformen steckt, ihnen Waffen in die Hand drückt, sie in engen Mannschaftsunterkünften im eigenen Testosterondunst schmoren läßt, jegliche ihrer Lebensäußerungen Befehlen unterwirft und für die knapp bemessenen uniformfreien Momente eine Freizeitgestaltung anbietet, in der Bier eine tragende Rolle spielt - und das alles zum Hauptzeck des Tötens im Staatsauftrag?

    Um die Inoffiziellen Grundsätze dere Bundeswehr zu kennen, muss man nicht einmal selber "gedient" haben; es reicht, schon einmal freitagsnachmittags in einem Regionalexpress mit Kasernenanbindung mitten im Alkoholdunst und Macho-Geprolle unterwegs zu sein.

    Im Umkehrschluss sagt das wiederum viel darüber aus, welche Sorte Mensch den freien Zugang Deutschlands zu den Märkten in aller Welt verteidigt. Dennoch zeigten sich die jüngst als Leuteschinder geouteten (Stammbesatzung)als idealtypische Angehörige besagten Menschenschlags, als sie sich in einer Solidaritätsaktion für ihren gefeuerten Kapitän mit einem geschichts- und erinnerungssatten Transparent - "Ein Kommendant, eine Besatzung, ein Schiff" - fotografieren ließen.

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  20. Warum muss denn die BW unbedingt reformiert werden? Doch wohl um zu einer effizienten, schlagkräftigen Kampftruppe zu werden, einer Rapid Reaction Force. Unsere Freiheit wird dann noch ganz woanders verteidigt, nicht bloß am Hindukusch. Aber die BRD wird auch hier den USA, wie in so vielem, folgen. Und sich dann wundern, warum die ganzen Gangmitglieder in den Ghettos auf einmal so gut in Nahkampf und Taktik ausgebildet sind.
    Was man ändern sollte? Den Wehrdienst mit dem Zivildienst kombinieren und für alle verpflichtend einführen. Erst Zivi, dann Bundi. So wirkt man auch der Segregation entgegen; wenn das Millionärssöhnchen mit dem Ghettokind gemeinsam durch den Schlamm gerobbt ist, wird sich dessen Einstellung gegenüber denen da unten vermutlich wenigstens ein bisschen ändern.

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  21. Die klassische Rechtfertigung für die unmenschliche Behandlung anderer, einschließlich deren Ausrottung, ist die eigene Zugehörigkeit zur richtigen Religionsgemeinschaft, Rasse oder politischen Glaubensgemeinschaft,...

    ES DARF NIE WIEDER EINE BERUFSARMEE AUF DEUTSCHEM BODEN GEBEN.

    Genozid ist eine Realität.
    UND JEDERZEIT WIEDER MÖGLICH.
    Und eine Verfassung ist nur ein Stück Papier, dass der Wind gerade weggeweht hat.

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  22. Eine Berufsarmee wird automatisch zu einer Schicksalsgemeinschaft mit eigenen Moral- und politischen Zielvorstellungen.

    Da wirken Prozesse , die sind uns genetisch angeboren.

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  23. @Anonym: Als ob es eine Berufsarmee bräuchte, um einen Genozid zu begehen. Und eine Berufsarmee haben wir seit 1955.
    @Anonym: Richtig, aber das ist jede Gruppe, von Polizei bis Ärzte. Ich sehe eine Chance darin, diese Vorstellungen der Moral im republikanischen Sinne zu formen und keine politischen jenseits rüstungstechnischer Belange zuzulassen - letzteres zumindest war bisher erfolgreich.

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  24. Die Menschheit verdoppelt sich zur Zeit alle 35 Jahre. Wir sind mittendrin in einer globalen Umweltkatastrophe an deren Ende die Vernichtung der Menschheit stehen könnte.

    In der arabischen Welt sehen wir überall die Folgen dieser Überbevölkerung.

    Die kleinen Genozide , die jetzt dort stattfinden , sind die Folgen der Überbevölkerung.
    Und der damit einhergehenden ökologischen Katastrophe.
    Demokratie lachhaft.

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  25. "Hunger, Umweltverschnutzung und Vernichtungstechnologien sind auf dem Vormarsch, während Anbauflächen, die Nahrungsvorräte der Ozeane und andre Erzeugnisse der Natur ebenso im Verschwinden begriffen sind wie die Fähigkeit der Umwelt, steigende Mengen unseres Abfalls zu absorbieren. Das Konkurrieren von immer mehr Menschen um immer weniger Ressourcen kann nicht ohne gravierende Folgen bleiben.
    Was wird geschehen?
    Selbst wenn morgen alle Menschen tot umfielen, würden die Schäden, die wir der Umwelt zugefügt haben, noch jahrzehntelang weiterwirken. Unzählige Arten gehören schon jetzt zu den lebenden Toten."

    Jared Diamond, Der dritte Schimpanse.

    Die Meldung VW schafft 6000 Arbeitsplätze in Deutschland macht mir Angst.

    Der Aufstieg Chinas und Indiens bedeutet nur, dass wir nicht unsere Enkel , sondern bereits unsere Kinder sterben sehen werden.

    Die Bundeswehr kann helfen auf 'Einwanderer' zu schießen.

    WIR MÜSSEN ALLEN VÖLKERN KLAR MACHEN, sie müssen jetzt ihr Bevölkerungswachstum stoppen.

    Ja und wir müssen viele ökologische Katastrophen ohne materielle Hilfe von außen ihren Gang gehen lassen.

    Sonst schneiden wir die Kehle unserer Kinder durch.

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  26. Für eine politische Meinung ist man nie zu jung. Und "Geisel" schreibt sich mit "s".

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