Dienstag, 24. Januar 2012

q.e.d.

Von Stefan Sasse

Ich habe in der Vergangenheit öfter daraus hingewiesen, dass die Verschwörungstheorien über eine große, orchestrierte Medien-Kampagne gegen die LINKE und für eine neoliberale Agenda übertrieben ist. Ein FDP-Abgeordneter namens Joachim Günther springt mir darin jetzt ungewollt bei: er hat einen offenen Brief veröffentlicht, in dem er sich über die Medienhetze gegen die FDP beklagt, ihre schlechten Umfragewerte auf eben diese Hetze zurückführt und zum Boykott kritischer Medien aufruft. Gott, klingt das vertraut. Aber hören wir ihn im Original: 
Pressehetze ignorieren? Ich bin so frei!
Wer in den vergangenen Wochen und Monaten die  Medien  verfolgt hat, muss sich eine Frage stellen: Was ist bloß  in und mit unserer Gesellschaft los? Da ist der nicht immer glücklich handelnde Bundespräsident, den die Journalistenmeute wie einen räudigen Fuchs über sämtliche Titelblätter und durch alle Fernsehsendungen hetzt, weil er Vergünstigungen in Anspruch genommen haben soll.   Und ich frage mich, wer von den Hetzern fährt sein Auto nicht zum Sondertarif oder nutzt nicht die Presse-Rabatte der Reiseanbieter, der Technikhersteller etc.? Und wer von Ihnen einmal auf der Internetseite www.pressekonditionen.de war, wird sich sicher ebenfalls fragen, wie viele der Steinewerfer nicht im Glashaus sitzen. Auf dem Gipfel der Dreistigkeit Bettina Schausten, die seit 2010 das ZDF-Hauptstadtstudio leitet. Sie fragte den Bundespräsidenten doch tatsächlich, warum er  für  eine  Übernachtung  bei  Freunden  nicht  150  Euro  zahle.  Sie  täte  das  immer.
Entschuldigung – sind Frau Schaustens Freunde alle im Hotelgewerbe oder streichen sie das Geld schwarz ein? Die Medien mit  linksgrüner Hysterie-Berichterstattung werden immer mehr zur 1. Gewalt im Staat. Sie konnten uns vorübergehend suggerieren, dass man in Deutschland nicht einmal mehr einen neuen, modernen Bahnhof bauen darf. Von verschiedensten Brücken-, Straßen-, Stromtrassen-Bauvorhaben  ganz zu  schweigen. Sie  konnten  uns  auch einreden,  dass  in Deutschland  keiner  mehr  günstige  Energie  aus  einem  Kernkraftwerk  haben  will.  Ich  bin schon heute darauf gespannt, was diese Journalisten erzählen, wenn die Strompreise im Zuge der Energiewende drastisch steigen. Wir als FDP halten eine Finanztransaktionssteuer für sinnvoll, aber nur dann, wenn sie in ganz Europa eingeführt wird. Es brächte nachweislich Nachteile für den Wirtschaftsstandort Deutschland, wenn sie nur partiell – etwa in den Ländern der Eurozone – eingeführt würde.
Deshalb sträuben wir Liberale uns gegen die Pläne der Bundeskanzlerin. Was war in den Headlines  der  Zeitungen  zu  lesen?  „FDP  torpediert  Merkels  Zocker-Steuer“.  Aus  meiner Sicht eine bewusste Irreführung der Leser. Inzwischen gibt es eine Vielzahl von Experten, die   eine   Einführung   der   Finanztransaktionssteuer   selbst   in   der   Euro-Zone  für   nicht durchsetzbar  halten.  Wir  müssen  aufpassen,  dass  wir  hier  kein  Hornberger  Schießen veranstalten.
Ähnliches  gilt  für  die  Vorratsdatenspeicherung.  Möchte  die  Mehrheit  in  unserem  Land wirklich zum gläsernen Menschen werden? Werden die  bestehenden Gesetze konsequent angewendet, könnte schon jetzt die   Kriminalität entschiedener bekämpft werden. Ich zum Beispiel  bezweifele,  dass  das  Zwickauer  Terror-Trio  eher  aufgeflogen  wäre,  wenn  die zuständigen Sicherheitsbehörden noch mehr Daten zur Verfügung gehabt hätten.Wer stoppt diesen Kampagnen-Wahnsinn? Solange wir als Zeitungsleser, Radiohörer und Fernsehzuschauer uns weiter so an der Nase herumführen lassen, wird sich nichts ändern.
Solange  werden  uns  weiter  in  der  Hauptsache  Negativschlagenzeilen  vorgesetzt  und Berichte, die den Hauch eines Skandals haben – aus der Welt- und Bundespolitik übrigens ebenso wie aus dem lokalen Geschehen. Wo sind die Berichte darüber, dass es 2011 in Deutschland 41 Millionen Erwerbstätige  gab – so viele wie seit der Wiedervereinigung nicht, oder darüber, dass es 8 Milliarden Euro Überschüsse in den sozialen Sicherungssystemen gibt?  Darüber, dass jeder Deutsche 2012 durchschnittlich 413 Euro mehr Geld in der Tasche haben wird? Darüber, dass sich Lehrer aufopferungsvoll  um  ihre  Schüler  und  deren  Bildung  bemühen?  Reichen  uns  für  diese Themen  zehnzeilige  Randnotizen,  hingegen  wir  „Prügelskandale“  in  deutschen  Schulen oder Vergehen von Politikern als Aufmacher mit Bild sehen wollen? Wie schnell sind bei uns vorschnell Verleumdungskampagnen losgetreten, die am Ende nicht gerechtfertigt sind, aber jede Menge persönliches Leid verursachen.
Was ist geworden aus dem Dichter- und Denkerland Deutschland, dem Land des Fortschritts und der Entwicklung? Ein Land des Stillstands, des Pessimismus und der Panikmache. Das suggerieren uns zumindest die Medien. Wie der Ruf nach Politikern vom Format früherer Politgrößen immer lauter wird, sollte auch der Ruf nach Journalisten nicht ausbleiben, die ihren Beruf so verstehen und ausüben wie zum Beispiel Hanns Joachim Friedrichs. Schon Wächter, Beobachter, Berichterstatter, aber nie Nachrichtenmacher.
Nun  kann  man  unmoralische  und  unfähige  Journalisten  nicht  einfach  zum  Rücktritt auffordern. Wohl aber kann man Zeitungen abbestellen, Radio- und Fernsehsender nicht mehr einschalten. Ich bin sicher, dann würde sich einiges ändern im medialen Bereich.  Das erfordert  aber  Einigkeit  unter  den  Konsumenten  und  ein  gewisses  Maß  an  Werten.  Aus meiner  Sicht geht  es  um  Humanität, Demokratie  und  Selbstachtung. Wir müssen  wieder zurückfinden zu einem anständigen, fairen Umgang miteinander. Und wir sollten uns fragen, ob die Unzufriedenheit, die sich in unserem Land breit gemacht, die Neid und Pessimismus geboren hat, tatsächlich angebracht ist für eine Staat wie Deutschland, der wirtschaftlich und sozial eine Spitzenposition in der Welt einnimmt.
Stellen  wir  uns  als  Liberale  an  die  Spitze  einer  Bewegung,  die  das  Positive,  das  wir  in unserer Gesellschaft haben, wieder mehr in den Vordergrund rückt!
Joachim Günther
Klingt das nicht genau wie die üblichen Beschwerden der LINKEn über die bösen, bösen Medien? Es ist natürlich frappant, dass Günther das erst auffällt, seit er am kürzeren Ende solcher medialen Hetzjagden steht. Ich kann mich nicht daran erinnern, dass er sich über die völlig überzogene Berichterstattung über Klaus Ernsts Ferienhaus und Porsche beklagt hätte. Und klar, die Medien haben sich auf die FDP inzwischen übel eingeschossen und lassen praktisch kein gutes Haar an der Partei, selbst wo das - etwa im Fall der Vorratsdatenspeicherung, der sich die FDP hartnäckig verweigert - durchaus angebracht wäre. Und diese Kritik ist auch berechtigt. Nur ist es eben auffällig, wie sehr die Reaktion sich gleicht. Offensichtlich ist bei Günther die Hutschnur geplatzt, und ich kann mir nur unvollständig ausmalen wie es sein muss, täglich mit negativer Berichterstattung konfrontiert zu sein. Da wirft man dann gerne alle als Mitglied einer einzigen Verschwörung in einen Topf, ob als Protagonisten der neoliberalen Revolution und willige Handlanger von Bertelsmann, oder ob als "linksgrüne Hysterieberichterstattung".

Aber auch Günther verwechselt Ursache und Wirkung. Die Kritik an S21 wurde erst virulent, als die Regierung Mappus schlau genug war, Kinder und Rentner von der Straße zu sprühen. Die jüngsten Shitstorms über die LINKE brachen nach Glanzleistungen wie dem Glückwunschtelegramm an Castro und den "Wegen zum Kommunismus" aus. Wer Steilvorlagen liefert, der braucht sich nicht zu wundern, wenn die Medien darauf anspringen. Es klappte ja auch umgekehrt lange, als die Parteien aus der Opposition mit markigen Sprüchen die Große Koalition attackierten. Jetzt finden sie sich am kürzeren Ende wieder, und sie entdecken, wie verkommen der Medienbetrieb doch ist, was besonders für die FDP eine neuartige Überraschung darstellt. Aber ehrlich, Jungs, ihr habt es selber verkackt. Verwunderlich ist nicht die andauernde Negativ-Berichterstattung, sondern dass es so lange gedauert hat. Das macht dieses Medienverhalten keineswegs besser, und ich bin der erste, der eine etwas sachlichere Berichterstattung freudig begrüßen würde. Aber ich habe auch noch wenige Linke zur Verteidigung der FDP springen sehen. Es ist nämlich meistens so lange ok, wie man davon profitiert - das war bei der FDP selbst auch nicht anders. Und so lange das so ist, werden solche Beschwerden auch ins Leere laufen. 

Kommentare:

  1. Ahhhh, wieder so ein wunderbarer Artikel, wo ich mich schon auf die Kommentare der "wahren Linken" (tm) freue. :)

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  2. "Darüber, dass jeder Deutsche 2012 durchschnittlich 413 Euro mehr Geld in der Tasche haben wird?"

    Also die zusätzlichen Einkommen werden durch die tatkräftige Hilfe der FDP gleichmäßig an jeden Deutschen verteilt?

    BITTE HERR SASSE.

    JOURNALISMUS IST HARTE ARBEIT.

    Wie hoch war der Einkommenszuwachs real, bei 2,3% Inflationsrate für das unterste Dezil usw.

    Das übliche verlogene FDP-Geschwätz!

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  3. Mir ist nicht ganz klar geworden, worin das "quod", das zu zeigen war, denn nun bestehen soll. Dass es Medien-Kampagnen in Wahrheit überhaupt nicht gibt und jeder, der sich darüber beklagt, einer Verschwörungstheorie anhängt, dass auch andere Parteien als die LINKE Ziel einer Medien-Kampagne werden können, dass Medien nur auf "Steilvorlagen" reagieren und deshalb die Ziele/Opfer einer Kampagne selbst für diese verantwortlich sind ... ? Der letzte Absatz scheint wohl letzteres nahezulegen ...

    Die Beispiele von Ernst´s Porsche oder Wagenknecht´s Vorliebe für Hummer oder aktuell von Wulffs Bobby-Car (neben vielen anderen) zeigen doch aber, dass sich mittlerweile mit entsprechendem publizistischem Aufwand alles und jedes skandalisieren lässt. Die Medien (zumindest ein erheblicher Teil von ihnen) schaffen sich ihre "Steilvorlagen" mittlerweile selbst, wenn sie nur irgend einen Aufhänger (wie bei Lötzsch die catchphrase "Kommunismus") finden. Was tatsächlich am Ende dran ist, ist gleichgültig; der Skandal wird schon dadurch zum Skandal, dass man "Skandal" titelt - möglichst in 120-Punkt Fettschrift. Die These, die Medien würden nur reagieren und jeder, der das Ziel einer Kampagne werde, sei selbst dafür verantwortlich, ist deshalb aus meiner Sicht, gelinde gesagt, fragwürdig.

    Aber vielleicht habe ich ja auch einfach nur die Aussage des Artikels nicht richtig verstanden ...

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  4. Interview mit ihm:

    http://www.dradio.de/dlf/sendungen/interview_dlf/1658982/

    Zitat daraus:

    "Meurer: Das ist doch eine Allerwelts-Schlagzeile, "FDP torpediert Merkels Zockersteuer". Was ist daran so unjournalistisch?

    Günther: Unjournalistisch sage ich nicht. Sie können das so darstellen, das ist ja Ihre Freiheit. Aber ich kann ja die Frage genauso anders stellen: Ist das wirklich der wahre Inhalt? Geht es um eine Zockersteuer, oder betrifft diese Steuer nicht mehr oder weniger den kleinen Anleger, wie es aus unserer Sicht der Fall ist?"

    Der kleine Anleger, ja sicher, darum geht es der FDP. Realitätsverweigerung deluxe.

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  5. Arme FDPler. Machen alles richtig, aber die Menschen sehen oder verstehen das nicht. Und die Medien, die sind ja so links - wie man im Falle Wulff jetzt deutlich sieht ;-)

    Die LINKE wird misstrauisch beäugt, kritischer als andere Parteien, das ist wahr, aber noch keine "Kampagne". Im Falle Ernst ist es nicht nur sein Auto, sondern auch seine Gehaltsforderung und jetzt die Intrige in Bayern. Lafo hat sein Buch an einen kapitalistischen Verlag verkauft und wohnt auch nicht eben kleinbürgerlich-proletarisch. Darf man die Frage der Glaubwürdigkeit nur an Nicht-Linke stellen?

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  6. @ CitizenK: Was hat der private Lebenswandel mit politischer Glaubwürdigkeit zu tun? Lafo kann so reich sein und so luxuriös leben, wie er will. Solange er seine Steuern ordentlich bezahlt und seine Angestellten (sofern er welche hat) vernünftig bezahlt, und sich sonst an die Gesetze der BRD hält, soll's mir recht sein.
    Sein politisches Handeln ist wesentlich und hier kann man die Glaubwürdigkeitsfrage stellen.

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  7. Wenn sich so unterschiedliche Parteien wie DIE LINKE und die FDP über Medienhetze beschweren, scheint unsere Medienlandschaft ausgeglichener als ich dachte^^

    Ich muss aber sagen, selbst wenn man diesen Verdacht hat, würde ich es für klüger halten, das nicht laut herumzuposaunen und Verschwörungstheorien in die Welt zu setzen. Das wirkt einfach völlig hilflos. Gerade wenn man - wie beide Parteien - ein Talent für Steilvorlagen jeglicher Art hat.
    Im Übrigen finde ich eh, dass es sowohl für die LINKE als auch für die FDP vor einiger Zeit durchaus auch wohlmeinende Berichte gab, die durcch eigene Albernheiten einen Umschwung bewirkt haben. Wer gute Presse wünscht, sollte vielleicht nicht in jedes Fettnäpfchen treten, das irgendwo am Wegesrand liegt.

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  8. Ich halte auch nichts von großen Verschwörungstheorien, aber das beweist genau gar nichts. Dass aus zwei Richtungen Vorwürfe kommen beweist doch nicht, dass nicht eine Seite Recht hat?!

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  9. Ich weise auf folgende Studien hin, die ein ähnliches Phänomen in den USA beobachtet haben. Die These ist im Grunde auch die, dass die Wahrnehmung von Medienbias vor allem mit der eigenen Perspektive zusammenhängt und nicht zuerst mit einem objektiven tatsächlichen Bias:

    Lee, Tien-Tsung (2005): The Liberal Media Myth Revisited: An Examination of Factors Influencing Perceptions of Media Bias. In: Journal of Broadcasting & Electronic Media 49(1): 43-64

    "Despite research to the contrary, the general public and a significant number of politicians are convinced the U.S. news media have a liberal and pro-Democratic bias. To understand why many people believe the media have such biases, this study tested whether such a perception is related to an observer's own partisan and ideological positions. Findings based on two large national surveys suggest that audiences' ideologies and partisanships affect how they view the media. Strong conservatives and Republicans are more likely to distrust the news media, whereas the best predictor of a media bias perception is political cynicism."

    Schmitt, Kathleen/Albert Gunther/Janice Liebhart (2004): Why Partisans See Media as Biased. In: Communication Research 31(6): 623-641

    "Partisan groups, highly important actors in public discourse and the democratic process, appear to see mass media content as biased against their own point of view. Although this hostile media effect has been well documented in recent research, little is understood about the mechanisms that might explain it. Three processes have been proposed: (a) selective recall, in which partisans preferentially remember aspects of content hostile to their own side; (b) selective categorization, in which opposing partisans assign different valences to the same content; and (c) different standards, in which opposing partisans agree on content but see information favoring the other side as invalid or irrelevant. Using new field-experiment tests with groups of partisans who either supported (n = 87) or opposed (n = 63) the use of genetically modified foods, we found evidence of selective categorization and different standards generally. However, only selective categorization appeared to explain the hostile media effect."

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  10. Ich verteidige dieses Medienverhalten überhaupt nicht. Mir ging es hauptsächlich darum zu zeigen, dass es keine anti-linke Verschwörung ist, sondern schlicht die Mechanismen und Strukturen sind, die alle gleich treffen können.

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  11. "Was hat der private Lebenswandel mit politischer Glaubwürdigkeit zu tun?"

    Interessante Frage. Auch ein Reicher kann ein offenes Ohr haben für die Interessen der Armen, siehe Roosevelt. Denen ist auch geholfen, wenn ein Politiker sie für seine Karriere instrumentalisiert und damit Verbesserungen für sie erreicht. Der Mechanismus der Demokratie, wie Downs sie versteht. Diese Sicht wird doch aber gerade von links strikt abgelehnt, Stichwort Basisdomokratie.

    Sind Politiker wie Künstler, bei denen man das "Werk" von der Person trennen muss? Bestimmt das Sein doch nicht das Bewusstsein?

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  12. Also diesem Artikel kann ich nicht zustimmen. Dabei zweifele ich weder an, dass es eine Hetzkampagne gegen die FDP gibt, noch dass es eine Hetzkampagne gegen die LINKE gibt. Aber diese beiden Medienkampagnen lassen sich nicht miteinander vergleichen. Die Kampagne gegen die FDP ist in erster Linie gegen die politischen Inhalte der Partei gerichtet: Allem voran gegen deren Steuersenkungsfanatismus, waehrend parallel der Staat in den durch die Finanzkrise verursachten Schulden versinkt; gegen Steuerverguenstigungen speziell fuer die FDP-Klientel (z.B. Hoteliers), gegen politische Korruption (, wenn etwa solche Steuerverguenstigungen mit hoher Wahrscheinlichkeit die direkte Konsequenz von Spenden der spaeteren Beguenstigten sind); gegen Vetternwirtschaft im Amt (siehe Postenbesetzung im Entwicklungshilfeministerium); gegen die aussenpolitische Isolation (siehe Libyen) und so weiter. Die Kampagne gegen die LINKE hingegen richtet sich in erster Linie gegen Personen und hat mit politischen Inhalten meist wenig zu tun: Beispiele waeren die Hetze gegen Klaus Ernst wegen seinem Porsche; die Hetze gegen Sahra Wagenknecht wegen eines Hummeressens, die Hetze gegen Oskar Lafontaine, weil er angeblich sein Amt als Finanzminister "einfach so hingeschmissen hat", obwohl es fuer den Ruecktritt definitiv gute Gruende gab (, die in der Medienlandschaft allerdings fast nie beleuchtet werden); die von fuehrenden Unionspolitikern immer wieder betonte angebliche Naehe bzw. Aehnlichkeit von NPD und LINKE, wofuer es inhaltlich - gerade bei den derzeit vom Verfassungsschutz beobachteten Mandatstraegern - auch nicht den geringsten Beleg gibt etc.

    Wenn eine Partei von den Medien wegen ihrer politischen Inhalte kritisiert wird, wie es im Fall der FDP geschieht, kann ich darin kein Problem entdecken. Ist das nicht Aufgabe der Medien kritisch zu sein? Wenn eine Partei aber massiv angegangen wird, ohne jeden Bezug zu politischen Inhalten, dann laeuft etwas verkehrt. Unabhaengig davon, ob man die FDP mag oder nicht mag bzw. ob man die LINKE mag oder nicht mag. Die Kampagnen gegen diese beiden Parteien sind nicht vergleichbar und die Schlussfolgerung "quod erat demonstrandum" im Titel folglich Unsinn.

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