Donnerstag, 30. August 2012

Seifenblasenwelten

Von Stefan Sasse

Man kann den deutschen Medien vieles vorwerfen. Dass sie zu ungeheurer Sensationslust neigen, mangelhaft recherchieren und, vor allem, einen gewaltigen Grundkonsens teilen, was die Agenda-Politik betrifft. Ich habe schon öfter darauf aufmerksam gemacht, dass die "Gegenöffentlichkeit", die sich inzwischen gebildet hat, diesen Grundkonsens deutlich erschüttert hat (ebenso wie die Vorgänge der Finanzkrise). Inzwischen finden sich deutliche Abweichungen in den meisten gängigen Medien, von den Kolumnen bei SpiegelOnline bis hin zum Feuilleton der FAZ. Ein Phänomen allerdings fehlt der deutschen Medienlandschaft bislang, glücklicherweise, noch vollständig. Es ist das Phänomen Fox News. Der amerikanische TV-Sender ist wohl das erfolgreichste Gegenöffentlichkeits-Projekt, das sich denken lässt. Jahrenlang beschwerten sich die amerikanischen Konservativen über die Parteilichkeit in den Medien, den "liberal bias". Alles an der Medienwelt war ihnen zu liberal, zu weit weg vom "echten Amerika", ganz besonders natürlich Hollywood. Jetzt gibt es einen Fernsehsender, der so unliberal ist, wie es unliberal geht. Es gibt passende Radioshows (Rush Limbaugh oder Glenn Beck). Wer tickt wie die Tea Party, der braucht keine anderen Medien mehr, er wird rundumversorgt. Diese konservative Medien filtern außerdem heraus, welche Elemente der Welt da draußen sicher sind - nicht, dass man in einem aktuellen Hollywoodblockbuster am Ende subversivem liberalem Gedankengut ausgesetzt wird, wie etwa in The Dark Knight Rises wo der Bösewicht ganz klar nur deswegen Bane genannt wurde, damit negative Assoziationen zu Mitt Romneys Firma Bain Capital geweckt werden. 

Filter wie der von Fox News erschaffen eine selbstreferenzielle Seifenblasenwelt. Es gibt keinerlei Notwendigkeit mehr, sich mit irgendetwas zu beschäftigen, das außerhalb der Seifenblase liegt. Auf diese Art und Weise entstehen in sich abgeschlossene, rein ideologische Systeme. In diesem Ausmaß war das nicht möglich, solange man quasi dazu gezwungen war, wenigstens in der Überschrift andere Gedanken zu lesen, während man durch die Zeitung blätterte oder die Tagesschau ansah. Fox News ist die Perversion der Gegenöffentlichkeit, ihre ultimative Konsequenz. Auch andere amerikanische Sender haben sich diesem Trend mehr und mehr unterworfen. MSNBC etwa ist sehr liberal eingestellt, ebenso CNN. Und dass Sendungen wie die "Daily Show" nicht gerade Säulen der republikanischen Partei sind dürfte ebenfalls klar sein. Anstatt aber einen kritischen Geist zu befeuern, sorgt diese Spaltung der Medienlandschaft zwar für klare Freund-Feind-Bilder, leistet aber ansonsten nur Schlimmes. 

Wer in einer Seifenblasenwelt lebt, der kennt die Wahrheit und ist in ihrem Besitz. Alles, was von draußen kommt, ist daher Lüge und falsch. Da jeder intelligent denkende Mensch aber (wie der Seifenblasenbewohner) die Wahrheit ja erkennt, kann es nur zwei Gründe geben, dass die andere Seite Bestand hat: entweder durch das große Brainwashing, das die Hirne vernebelt und sie vom Zugang zur Wahrheit hindert, oder der böswillige und von Geld- und Machtinteressen beherrschte Versuch, eben diese Vernebelung zu erreichen. Es ist die ultimative Verschwörungstheorie. Eine kleine Elite mit böswilligen Absichten, abgekapselt vom Leben der "normalen Menschen" (hier Bertelsmann und Springer, dort "liberal media") nutzt ihre umfangreichen Ressourcen, um schädliche Ideen durchzusetzen. Es ist auf der Basis solch einer Abkapselung in der eigenen Seifenblase, dass die Vorstellung, den Klimawandel gäbe es nicht, überhaupt sprießen kann. Die Ideologie wird in einem Ausmaß verinnerlicht, das jeden Gegenbeweis ausblendet oder im Rahmen der Ideologie rationalisiert. Die Seifenblasenwelten unterscheiden klar in Freund und Feind, und wer nicht dazugehört muss eben entweder zu seinem Glück gezwungen werden oder ist böswillig daran interessiert, die Masse von der Wahrheit abzuhalten. Dass es schlichtweg mehrere unterschiedliche Meinungen gibt, von denen keine die absolute Wahrheit enthält, und dass die Gesellschaft nur im Kompromiss bestehen kann, das ist in den Augen dieser Leute reine Häresie. Für eine Demokratie aber sind solche Gedanken Gift, denn sie lebt nicht vom Kampf der Meinungen, sondern von ihrem Wettstreit. Da ist kein Platz für Feinde.

Kommentare:

  1. Top! Es ist halt ein Problem, dass offenbar viele nur noch die Nachrichten rausfiltern, die in ihr Weltbild passen, und den Rest ignorieren und/oder diffamieren. Wenn man das Böse kennt, hat der Tag Struktur... Und die selbstgefälligkeit, mit der andere Meinungen abgebügelt werden, ist bisweilen kaum zu ertragen.

    Bin mir aber nicht ganz sicher, ob das schon immer so war oder in den letzten Jahren stark zugenommen hat.

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  2. Du kannst nicht das amerikanische "liberal" mit dem deutschen "liberal" über- und gleichsetzen. Das ist ein No-Go. Damit trägst du weiter zur Begriffsverwirrung und Missverständnissen bei. Amerikanisches (und abgeschwächt britisches) liberal ist eine Sammelbezeichnung für links und hat sich in den USA primär durch/seit dem New Deal verfestigt. Während es dort praktisch nur 2 Parteien und ergo 2 Gegensätze (Liberals - Conservatives) gibt, ist es in vielen europäischen Ländern ganz anders. In Europa geht's bei liberal noch um konkretere Inhalte, nichtsdestrotrotz alle in einem allgemeinen Sinne liberal zu sein vorgeben, aber das sind andere Begriffstiefen.

    "Liberal bias" ist kein Hirnsgespinst. Fox News IST eine Reaktion auf linkslastige Medien und Intellektuelle (wie es überall anzutreffen ist, Laien schwatzen und träumen nun mal drauflos). Dazu gibts unzählige unstrittige Umfragen und Untersuchungen der Medienbranche. Die Über-Repräsentation der Democrats ist erschlagend. (Genau wie bei uns, wurde auch erst wieder 2011 festgestellt. Rot-Rot-Grün schlägt Schwarz-Gelb im Verhältnis von 3:1.) Diese Linkslastigkeit korrespondiert auch mit der Einschätzung von US-Bürgern. Fox News hätte es ansonsten (wenn überhaupt) nicht so schnell, nicht in so agressiver Form und nicht mit solchem Erfolg gegeben.

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    1. „.. wurde auch erst wieder 2011 festgestellt. Rot-Rot-Grün schlägt Schwarz-Gelb im Verhältnis von 3:1.“
      Das ist wohl eine gewagte Feststellung, die zu belegen wäre; bitte Fakten!
      Das IFEM stellt erst einmal für das Fernsehen fest: „Wie bereits im Vorjahr verzeichnete auch 2011 die CDU unter Bundeskanzlerin Angela Merkel die mit Abstand meisten Auftritte ihrer Politiker in den Fernsehnachrichten. Lediglich im April lag die FDP an erster Stelle, die in diesem Monat (und im Folgemonat Mai) außergewöhnlich viele Auftritte wegen ihrer parteiinternen Debatten und Führungskrise hatte. Die SPD lag insgesamt an dritter Position mit vergleichsweise geringen Schwankungen über das Jahr. Ähnliches gilt für CSU und Grüne auf etwas niedrigerem sowie Die Linke auf deutlich niedrigerem Niveau, was die Zahl ihrer Auftritte betrifft.“
      Siehe auch Bild 10 dieses Monitors, wo ist da eine „Linkslastigkeit“?

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    2. Dass in Nachrichtensendungen über Regierungspolitik berichtet wird und Ausschnitte mit Regierungspolitikern gezeigt werden, hat einen ungewöhnlichen oder unlauteren Hintergrund? Soll etwa die Opposition im Mittelpunkt stehen? Nicht unter den Tischen fallen soll aber in welchem negativen Licht die Union und FDP gezeigt werden. Die FDP wurde damals genüsslich öffentlich hingerichtet, genau wie Guttenberg, Wulff etc. Klar, in linken Kreisen mag auch jede irrelevante oder negative Meldung als manipulativ gelten. Da erdreisteten sich doch die NDS eine Pro-FDP-Kampagne darin zu erblicken (sic), wenn über Genschers Herzklappen-OP berichtet oder das Missverständnis unterhalten wird, Bahr wolle keine Hüft-OPs für Senioren mehr. Schließlich müssen die FDP-Wahlergebnisse in NRW und SH irgendwie ins Schwarz-Weiß-Weltbild passen.

      Die Untersuchung zu deutschen Politikjournalisten-Präferenzen ist hier zu finden http://www.polsoz.fu-berlin.de/kommwiss/institut/journalistik/news/2010-05-12_dfjv_poljourn.html (2010)

      Was vielmehr die Verteilung in Talkshows anbelangt, auch da hat seit jeher die linke Front eher einen Überhang, mag er auch nicht eklatanz sein, es muss schließlich ja krachen. Und von den CDUlern werden nicht ungern Vertreter herangekarrt, die in ihrer Partei kaum noch was zu suchen haben und ihr Wahlkreuz nur unter Vorbehalt bei der eigenen Partei machen dürften (Geißler, Todenhöfer etc).
      http://meedia.de/fernsehen/die-meisteingeladenen-talkshowgaeste-2011/2011/12/22.html
      http://meedia.de/fernsehen/die-meisteingeladenen-talkshowgaeste-2010/2010/12/22.html

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    3. @ (schwarze ) Tobias Quellen 31.08. 02:19
      So viel wenig kraftvollen Sinn habe ich hier ja selten gelesen.
      Um Ihre Gedanken fortzuführen: Bertelsmann und Springer sind linksextreme Medienkraken!!!
      Baring, Henkel, Lindner (2x), v. d. Leyen, Bahr, Söder, ..., um nur einige zu nennen, fallen auch jedem durch ihre linkslastigen Auftritte auf, bzw. sind nur zur Tarnung in konservativen Parteien.
      Wenn dann zuletzt die eigene zweifelhafte Ortsbestimmung zu einer konservativen Beamtenpartei wie den Grünen, als Beweis für eine Linkslastigkeit herhalten soll, fällt mir auch nichts mehr ein.

      Anm.: Die toten Briefkästen-Links konnte ich wieder herstellen. Wer hier die schwarze Medienwelt in so sonnige Farben erklärt, sollte aber in der Lage sein, seine Quellen (Fuentes) ordentlich darzustellen. :-(

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    4. Manfred, in deinem verblendeten linken Utopia-Himmel mag das ja so sein, das ist mir bewusst; als Grundlage einer Diskussion dienen trotzdem immer noch weltliche Kategorien. Deine künstliche Empörung ist so überflüssig wie ermüdend. Ich fänds ja teilweise auch lustiger, wenn in einer Runde mal Leute von ödp, MLPD, DKP sowie Jutta Ditfurth gegen Vertreter der neoliberalen Fraktion wie Bodo Ramelow und Dietmar Bartsch antreten würden. In einer besseren Welt würde man letzteren natürlich eh keine Plattform für ihre menschenverachtende konterrevolutionäre Propaganda bieten. Man kann aber nicht alles haben.

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    5. "Fox News IST eine Reaktion auf linkslastige Medien und Intellektuelle"

      Stimmt nicht ganz....

      http://video.google.com/videoplay?docid=5961496076580102802

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    6. @Tobias
      "Die FDP wurde damals genüsslich öffentlich hingerichtet, genau wie Guttenberg, Wulff etc."

      Interessanter Weise stimmt das sogar. Allerdings gab die FDP auch einige Vorlagen dafür

      "spätrömische Dekadenz", ein Minister der im Wahlkampf die Abschaffung seines späteren Ministeriums forderte und es dann als Amtsinhaber mit mehr und neuen Leuten bestückt, endloses gebrabbel über Steuersenkungen, Hotelmehrwertsteuersenkung nach erhalt von Spendengeldern und vieles mehr.

      Spannend ist eigentlich nur, dass die SPD und die CDU ähnliches auch gemacht haben oder machen. Dort wird nicht so gerne hingeschaut, vor allem nicht bei der CDU.

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  3. @Tobias: Ich sehe dasselbe Problem mit "liberal", aber es gibt kein vernünftiges deutsches Wort :( Und ich bezweifle den "liberal bias" in Hollywood und Medien überhaupt nicht. Genausowenig wie den "Agenda bias" hierzulande, der erst den Erfolg der NachDenkSeiten (u.a.) so befeuert hat.

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    1. Dann muss man es in Anführungszeichen setzen, wenn man es nicht mit links übersetzen will. Das sind keine Nichtigkeiten, sowas ist ein Grundübel mit großen Auswirkungen.
      Wenn du den liberal bias schon nicht bezweifelst, dann ist das entscheidend und muss als Ausgangspunkt für alles weitere genannt werden; du erweckst aber einen anderen Anschein. So einfach ist alles mit Meinungsbildung und vermeintlicher Manipulation nicht ... inwieweit man überhaupt eine 'neutrale' Aufbereitung oder sich lieber mit der eigenen Weltsicht berieseln lassen will (in dieser Richtung hast du jüngst auch mal argumentiert), ob/was neutrale Aufbereitung ist und ob/warum/warum nicht private Sender hier Qualität produzieren, ist so schwierig, dass es dem Normal-Leser gar nicht klar ist.

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    2. Hm, ich dachte eigentlich meine Position sei hinreichend klar, sorry. Vielleicht schreibe ich liberal das nächste mal kursiv. "Links" zu schreiben macht erst recht keinen Sinn, denn links ist was anderes als "liberal". Ein Mitglieder der LINKEN und ein Democrat hätten glaube ich nur wenig Gemeinsamkeiten...

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    3. Siehst du, nichts ist klar. Kürzlich hatten wir gestritten, wie man Liberalismus verstehen muss. Du willst ihn ja seit jeher in die linke Ecke ziehen. Und nun plötzlich wieder nicht, jetzt willst du "links" so missverstehen, wie ich es nicht für möglich gehalten hätte. Links im allgemeinen Sinne ist ein Allerweltsbegriff, der genauso oft verwendet wird. Im Gegensatz zum deutschen "liberal". Naja, ich sags ja immer ... man steitet hauptsächlich wegen Missverständnissen.

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    4. Tja, ich sag ja immer wie wichtig Begriffe sind :D

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  4. Guter Artikel, meist setzt sich die Seifenblase ja auch noch abseits der Medien fort mit bestimmten Büchern, Filmen oder im Freundeskreis usw.
    Ich finde den Unterschied interessant, dass es sich in den USA immer weiter abspaltet und radikalisiert, während zb in Deutschland eher der gegenteilige Trend erkennbar ist, wie zb in der FAZ wo man zwei gegensätzliche Meinungen direkt unter einem Dach vereint.
    Aber diese Seifenblase ist eben nicht (nur) eine ideologische Agenda, sondern funktioniert auch, weil es verfängt und man entsprechende Zuschauer/hörer findet.
    In abgeschwächter Form hat das wahrscheinlich wirklich jeder, ich lese auch häufiger die Frankfurter Rundschau und guck nur selten bei Welt Online rein und wenn, rege ich mich dann auch oft fürchterlich auf^^
    Und theorethisch gibt es das in Deutschland natürlich auch, jeder der unbedingt möchte, kann sich vermutlich in eine linke oder rechte oder sonstwie Seifenblasenwelt einklinken, hier sind die unterschiedlichen Gruppen vielleicht noch nciht groß/einflussreich genug. Aber ich hab mir schon die Frage gestellt, ob es bei einem entsprechenden Angebot wie Fox News auch in Deutschland funktionieren könnte.

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  5. Was ich in dem Artikel hier kaum thematisiert habe sind Feed Reader und Twitter et al. Mit diesen Diensten erstellt jeder seine persönliche Seifenblase, anstatt einer bestehenden beizutreten. Die Folgen sind derzeit noch kaum abzusehen, dürften aber einschneidend sein.

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  6. Ja ich glaube auch, dass diese Individualisierung noch größere Auswirkungen haben könnte, weil sich eben nicht mehr die ganze Republik um 8 Uhr zusammen die Nachrichten anguckt o.ä.
    Vor 10 Jahren wäre es vermutlich ziemlich schwierig gewesen, so eine Seifenblasenwelt überhaupt zu finden. Wenn man da zb verschwörungstheorethische Gedanken gehabt hätte, wäre man in seinem Dorf vielleicht der "Irre" gewesen und heute geht man ins Internet und findet gleich ne ganze Clique die ähnlich denkt. Sowas gibts natürlich auch in Positiv für ausgefallene Hobbies oder so.
    Wäre vielleicht mehr ein eigenes Thema, aber ich glaube schon, dass durch das Internet eine größere Trennung vonstatten geht, die eben auch solche Seifenblasen befördert (obwohl theorethisch natürlich auch das Gegenteil der Fall sein könnte)
    Wenn ich meinen Internetkonsum angucke, ist es allerdings eher so, dass Twitter deutlich breiter aufgestellt ist, weil man da einfacher mal eben 50 Leuten folgen kann, während mein Feed-Reader dann wirklich nur bestimmte Themen/Meinungsspektren abbildet.

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  7. Übrigens, Clint Eastwood in Tampa zeigt den bias auch auf: er war der einzige Hollywood-Vertreter, der irgendwie right wing war, und selbst er ist für die Homo-Ehe und Abtreibung. Und redet mit leeren Stühlen. :)

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  8. liberal heißt im liberalen Sinne nicht nur liberal.
    Scheingefechte die hier gefochten werden, mehr nicht.

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  9. Schön, der Herr Fuentes ist wieder da

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  10. Guter, wenngleich sehr knapper Beitrag, Stefan.
    In Deiner Darstellung fehlt jedoch ein besonders folgenschwerer Aspekt der Christian-Right-Gegenöffentlichkeit in den Vereinigten Staaten:
    Deren Ablehung bestimmter Teile des naturwissenschaftlichen Mainstreams. Unter dem Denkmantel vermeintlicher "Skepsis" lehnen große Teile der US-amerikanischen Bevölkerung (und stellvertretend der politischen Elite) anerkannte Theorien, sowie daraus abgeleitete Erklärungen und Vorhersagen der Kosmologie, Evolutionsbiologie, Paläontologie oder Klimatologie ab. Dieses Phänomen ist - in seinem Umfang - einzigatig in der westlichen Welt; selbst im katholischen Polen nimmt eine Bevölkerungsmehrheit beispielsweise die Evolutionstheorie ernst.

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  11. Man muss gar nicht abseits der eigenen politischen Präferenzen schauen, um solche Seifenblasenwelten zu finden - es gibt sie überall. So erinnert der Artikel auch sehr an Blogs, die ihre hermetische Seifenblasenwelt pflegen, darunter leider auch manche linke Blogs, ein Paradebeispiel z.B. Roberto J. de Lapuentes "Ad Sinistram".

    Im großen Stil (wenn man sich mal umhört) wird da nach Kriterien zensiert, die sich nicht in den vorgeschobenen Zensurkriterien wiederfinden.
    Man sieht es auch leicht daran, wie wenig Diskussionen in den Kommentaren stattfinden im Vergleich zu anderen Blogs, die gar weniger Leser haben.
    Gelegentlich wird den Lesern ein Kommentar vorgeführt, der den offiziellen Zensurkriterien tatsächlich entspricht - als sei dieser repräsentativ für zensierte Kommentare.
    Mit denselben Methoden, deretwegen die BILD-Zeitung angeprangert wird, wird so ein gefälschtes "Wir"-Gefühl unter den verschaukelten Lesern gezüchtet, das gegen einen nur als tumb dargestellten "Feind" zu verteidigen ist.
    "Feind" kann dabei jeder sein, der Differenzierung in das Weltbild des Blogautors einbringt.

    Da solche Äußerungen in Blog-Freundeskreisen als nestbeschmutzerisch angesehen werden und in Diskussionen zu ganz anderen Themen dann gegen einen verwendet werden, kann man sowas leider auch nicht unter seinem bekannten Namen veröffentlichen.

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    1. Das ist ja mal was ganz Neues,was bei Ihnen so dämmert.
      Letzlich gibt es soviele Wahrheiten, wie es Menschen und Blogs gibt. So einfach ist das, dennoch sollte man erkennen
      was einer Mehrheit in der Gesellschaft wirklich von Nutzen ist. Und die große Kunst ist es dieses heraus zu finden

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