Donnerstag, 23. Juli 2009

Wie tief kann man eigentlich sinken?

Thilo Sarrazin war stets ein rüpelhafter, bullyhafter Typ ohne echte Kompetenz, der in seiner Zeit als Berliner Finanzsenator vor allem eines konnte: Menschen pauschal beleidigen und BILD-Schlagzeilen liefern. Gleichzeitig, versteht sich. Seit seinem Abgang zur Bundesbank braucht man sich nicht mehr zu wundern, woher die die geistigen Rohrkrepierer wie die Rente mit 69 beziehen; Thilo Sarrazin ist diesbezüglich für alle da. Der Mann, der Hartz-IV-Empfänger pauschal als faule Säcke aburteilte, ihnen bei ungeheizten, eiskalten Wohnungen doch einfach einen Pullover anzuziehen und der Bevölkerungskontrolle durch Fortpflanzungsverbote bei Hartz-IV-Empfängern forderte, dieser Mann hat Berlin auch noch um 3 Millionen Euro gebracht. Klar, 3 Millionen, davon kann die HRE keine drei Minuten überleben. Aber für das hochverschuldete Berlin, das seinen Ärmsten wie Sarrazin Pullover empfehlen muss, ist es doch ganz ordentlich.
Sarrazin hat das Geld natürlich nicht in einem Kamin verbrannt, damit sich dort einige Arme wärmen können. Das wäre gegen die Realität geradezu vorbildlich gewesen. Er hat einen Elite-Golfclub am Wannsee damit beschenkt, in dem er, oh heiliger Zufall, Mitglied ist und zu Turnieren eingeladen wird, obwohl er eigentlich sauschlecht spielt und keine Berechtigung dafür hat. Der Golfclub, das muss man wissen, galt bisher als gemeinnütziger Verein und wird diese Gemeinnützigkeit glücklicherweise 2010 verlieren. Um sich die Dimensionen des Ganzen bildlicher zu machen: der Vorsitzende des Golfvereins bekommt jährlich 300.000 Euro, und der Club plant, die Eintrittsgebühr auf 20.000 Euro anzuheben und zudem die Jahresbeiträge deutlich über die 1000-Euro-Grenze zu schieben. Jener Präsident brüstet sich in seinen Rundbriefen, mit "kreativen" Verhandlungen bisher die Gemeinnützigkeit erhalten zu haben. Ohne die wäre die Pacht doppelt so hoch. Kurz vor Sarrazins Abgang hat dieser noch eben einen neuen Pachtvertrag ausgehandelt, der auch ohne Gemeinnützigkeit nur die halbe Pacht von 3 statt 6 Millionen vorschreibt. Auch mit dieser Leistung brüstet sich der 300.000-Euro-Präsident. Der Versuch Sarrazins, dem Club das landeseigene Gelände einfach für 3,6 Millionen zu verkaufen (!) wurde glücklicherweise vom Landtag gerade noch rechtzeitig gestoppt.
Wie tief kann man eigentlich sinken?

Kommentare:

  1. Man kann dieser verachtenswürdigen Kreatur nur wünschen, bis zu seiner Fahrt in die Hölle, an schmerzhaftem Stuhlgang zu leiden.
    Aber das von ganzem Herzen.

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  2. Lässt spontan an selbts- und Lynchjustiz denken-.-

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  3. Roberto: Sorry, aber das geht ja echt mal gar nicht mehr.

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  4. Die selbst ernannte Elite füllt doch nur das Pulverfass. Wen kann das stören?

    http://karlweiss.twoday.net/stories/5838310/

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  5. Von den 3 Mio EUR könnte man 300.000 Hartz-IV-Empfänger mit Pullovern versorgen. Damit würde Berlin immense Heizkosten einsparen. *kopfschüttel*

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  6. Der Sarrazin ist ja echt allerliebst. Wahrscheinlich hat der Golfplatz-Pächter auch geschickedanzt:

    http://www.perspektive2010.org/blog/2009/07/23/neu-im-duden-schickedanzen/

    Kann man Sarrazin auf Grund dieser Vorfälle und seiner Ausfälle nicht endlich aus dem vom Steuerzahler finanzierten Wolkenkuckucksheim entfernen? Der Typ gehört enteignet und bei Hartz IV abgeschoben, alternativ eingesperrt und der Schlüssel weggeschmissen.

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  7. Albrecht Müller schreibt auf den Nachdenkseiten sehr deutlich, wie sehr die Medien bestimmte Kampagnen durchziehen, so haben z.B. die Medienberichte zum Missbrauch der Sozialhilfe ganz klar HartzIV mitvorbereitet.

    Sarrazin ist ja auch so ein Kampagnen-Mittäter, ein Rädchen, dass speziell beim Abbau des Sozialstaates eifrig mitdreht.

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  8. Wer in seinem Denken zu unabhängig ist oder auf die falschen Gedanken kommt, bekommt keine Chance, seine Ideen zu verbreiten (…)
    Außerdem macht er einige kurze Bemerkungen über die institutionelle Struktur der Medien. Er fragt: Wie kommt es zu dieser Art von Zensur? Ihm zufolge liegt das erstens daran, daß die Presse den Reichen gehört, denen es lieber ist, wenn bestimmte Dinge nicht das Licht der Öffentlichkeit erblicken. Zweitens, so Orwell, lernt man im Rahmen des Erziehungs- und Ausbildungssystems der Elite, zum Beispiel an renommierten Universitäten wie der von Oxford, dass es gewisse Dinge gibt, die man besser nicht erwähnt, dass es gewisse Gedanken gibt, die man besser nicht zulässt. Damit meint er die sozialisierende Rolle der Eliteinstitutionen: Wenn man sich hier nicht anpasst, hat man in der Regel schon verloren. Und mit diesen wenigen Bemerkungen ist das Wesentliche eigentlich schon gesagt [...]

    http://chomskyarchiv.de/vortrage/document.2007-10-19.1648147001

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  9. Ich glaube der Thilo kann noch ein bischen sinken. Irgendwann wird er aber hoffentlich aufwachen und sich wundern warum er mit Eiern und manchem mehr beworfen wird.

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  10. wenn dann aber mit seinen eigenen^^

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  11. Nur zur Illustration: Der Golfclub befindet sich im Umfeld des "Helmholtz-Zentrums für Materialien und Energie" (Lise-Meitner-Campus), 1959 als "Hahn-Meitner-Institut für Kernforschung" gegründet.

    http://www.stadtplandienst.de/Map.aspx?sid=37CB78287169DB593350F616DBE731D5

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  12. Eigentlich ein Riesenskandal. Mein Tipp: SpOnFAZWELTBILD werden den lieben Sarrazin schonen.

    Wer mit doppelter Zunge redet, brutalste soziale Einschitte fordert, während er gleichzeitig den eigenen Golfclub überreichlich zu bedenken versucht, der ist einer von ihnen.

    Elite.

    In der französischen Revolution wäre ein Herr wie Sarrazin ein klarer Fall für den Scharfrichter gewesen.

    Was für eine [schlimmes Schimpfwort selbstzensiert]!!!

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  13. Ergänzung zu meinem Kommentar von gestern:

    Die von mir genannte Internetadresse vom Stadtplandienst ist offenbar nicht bookmark-geeignet. Deshalb hier ein anderer Link zur selben Position auf dem Stadtplan:

    http://www.stadtplandienst.de/freelink.asp?key=e808e5aa3ac4aa9cee7cafba055125f6

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