Mittwoch, 10. April 2013

Werbespots von 1992/93

Von Stefan Sasse

Werbespots von 1992/93, nach dem Break. Krass nicht nur die Nostalgie, die da geweckt wird (selige Kindheitstage) sondern auch, wie weit weg das schon ist. Nicht nur technisch; was da dargestellt wird ist teilweise so krass sexistisch, das würde heute niemand mehr bringen. Auch die ganzen  Familienidyllen werden so nicht mehr dargestellt. Und der Cornflakes-Spot ist ja schon 1992 aus der Zeit gefallen, der hätte genauso in den 70ern laufen können.


Kommentare:

  1. Welcher dieser Spots ist denn "krass sexistisch"?
    Vlt. die Familiendylle, die so nicht mehr dargestellt werden? Das sind neuerdings ja auch keine Idylle mehr, sondern die Unterdrückung der Frau in Reinstform. Müsste sie sich nicht um die lästigen Blagen kümmern, wäre sie schon lang Vorstandsvorsitzende.
    Ach, jetzt hab ichs, die Ü-Eier waren nicht rosa ;-)
    Tut mir leid, aber wenn ich an die vielen Spots in letzter Zeit denke, in der Männer geschlagen wurden, siehe Otto und Mercedes, dann kann ich in den gezeigten Spots keinen Sexismus erkennen.

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  2. Nur weil der Sexismus heute in eine andere Richtung geht, wird der alte nicht aufgehoben.

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    1. "Nur weil der Sexismus heute in eine andere Richtung geht, wird der alte nicht aufgehoben." Zustimmung.

      Trotzdem bleibt die Frage, welcher Spot denn dMn sexistisch ist. Das dargestellte Familienidyll ist mMn nicht inhärent sexistisch. Der angebliche Sexismus wird in diesem Fall konstruiert, weil es eine Form des Zusammenlebens ist, die von den meisten Feministen und Medien als nicht mehr zeitgemäß oder unerwünscht angesehen wird.

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    2. Gut, aber das ist Semantik. Sexismus ist eine soziale Konstruktion, kann gar nichts anderes sein. Logischerweise ändert sich das.

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    3. Damit wäre Sexismus doch vollkommen beliebig und als Begriff unbrauchbar. Ich sehe Sexismus als Benachteiligung auf Grunde des Geschlechts. Inwiefern Frauen im Allgemeinen benachteiligt werden, indem sie als um die Gesundheit der Familie besorgte Mütter dargestellt werden, erschließt sich mir nicht. Es waren auch einige Werbestpots dabei, bei denen Frauen bei anderen Tätigkeiten als dem Hausfrauendasein zu sehen waren. Sie werden also nicht auf die Hausfrauenrolle reduziert.

      Die Frage, welcher Spot denn dMn sexistisch ist bleibt bestehen.

      Ps.: Mir ist aufgefallen, dass es viel weniger nackte Haut zu sehen gibt in den alten Spots.

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    4. Mit der nackten Haut liegst du richtig. Sexistisch ist beispielsweise der "Chef kommt zum Essen" Spot.

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    5. Könntest du bitte die Minute angeben?

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  3. Der Spot wirkt etwas seltsam auf mich aber nicht sexistisch. Die Männer im Spot wirken auf mich nicht wie ihr Chef oder der Chef von irgendjemandem. Warum hast du den Spot als "Chef kommt zum Essen" bezeichnet? Und worin genau liegt der Sexismus? Dass die Frau sich um das Essen kümmert?

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    1. Schau dir mal die Bildsprache an: der Mann, im Anzug, bringt einen anderen, distinguierter aussehenden Mann zum Essen mit zu sich nach Hause, wo die Frau offensichtlich davon überrascht schnell was zubereiten muss. Diese Situation ist typisch für frühere Zeiten (in Mad Men etwa sieht man das noch gerne passieren), aber inzwischen fehlt uns dazu schon völlig der Bezug, weil die Idee geradezu lächerlich ist. Die Gesellschaft hat sich verändert, der Werbespot würde nie im Leben funktionieren.

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    2. Angenommen der eine ist ihr Mann und bringt seinen Chef überraschend mit nach Hause zum Essen. Dann würde ich von meiner Frau auch erwarten, dass sie nach Möglichkeit was zu Essen macht. Warum? Weil ein Treffen mit dem Chef offensichtlich wichtig ist für meine Karriere und ich davon ausgehe, dass mich meine Frau dabei unterstützt. Letztendlich profitiert sie doch auch von meiner Karriere. Wenn sie dannach wütend ist, weil ich sie nicht vorher informiert habe, dann könnte ich das gut verstehen. Aber im umgekehrten Fall würde ich das auch so machen.

      Was würdest du denn von deiner Frau erwarten, wenn du unvorhergesehen mit deinem Chef zu Hause vorbeischaust?

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    3. Es geht doch um die Rollenmodelle! Sie ist die Hausfrau, er bringt den Chef nach Hause.

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    4. Man kann doch nicht aus einem einzelnen Werbespot auf Rollenmodelle schließen. Wie ich bereits geschrieben habe, wurden Frauen in anderen Spots auch bei anderen Tätigkeiten als dem Hausfrauendasein gezeigt. Würden alle Spots mit Frauen, sie nur als Hausfrau zeigen, würde ich das auch als sexistisch empfinden. Das ist aber eben gerade nicht der Fall.

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    5. Hast du einen Spot mit einem Hausmann gesehen? Wo die Frau von der Karriere heimkommt?

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    6. Nein, habe ich nicht. Aber die Frauen in den Spots werden mMn nicht auf irgendeine Rolle festgelegt, z.B. der Ferrero-Küsschen Spot zeigt Männer und Frauen, die das Gleiche tun.
      Werbung versucht möglichst viele Leute zu erreichen und wenn die große Mehrzahl der Personen, die zu Hause kochen, weiblich sind, dann werden in der Werbung Frauen beim Kochen zu sehen sein, weil das die Identifikation für andere Frauen erleichtert. Jetzt könnte man natürlich argumentieren, dass diese Spots ja einfach nur Ausdruck einer großen Diskriminierung sind und die meisten Frauen zum Hausfrauendasein gezwungen werden. Das scheint mir aber etwas weit hergeholt zu sein. Fakt ist doch, dass Frauen auch Anfang der 90er Karriere machen konnten. Vlt. hatten sie es etwas schwerer als Männer, aber um zurück zum Thema zu kommen, glaube ich nicht, dass deshalb jeder Spot mit einer Hausfrau gleich als sexistisch gesehen werden muss.
      Ich glaube eher, dass wir heutzutage viel zu schnell Sexismus zu sehen glauben, wenn es um Frauenbelange geht.

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  4. Der Gefrierbrand-Spot war damals schon altmodisch, der passt mehr zu Clementine-sie baden grade ihre Hände drin. Meister Propper und diesen Sachen.

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  5. Der mit dem Schimmelkäse ist ja voll die Antiwerbung sowas gibt's heut auch nich mehr.

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