Donnerstag, 8. November 2007

Denken von 12 bis Mitternacht

Manchmal könnte man denken, dass gewisse Politiker - ich will keine Namen nennen, aber er fängt mit M an und hört mit üntefering auf - entweder nicht nachdenken, bevor sie Initativen entwerfen oder aber einfach jegliche Bodenhaftung längst verloren haben. So versucht M., im Kampf um Wählergunst der SPD (dem "Linksruck", der gerade angeblich durch die BRD geht und von dem auch nur das Besitzbürgertum etwas zu spüren glaubt - Phantomschmerzen, nennt man das wohl) der Partei beim Pinseln des sozialen Anstrichs zu helfen, indem Hartz-IV-Empfängerfamilien mit Erstklässlern eine Einmalzahlung von 150 Euro bekommen. So weit, so vernünftig, sogar zum Herrn M. ist durchgedrungen, dass ein Schulranzen und Hefte Geld kosten. Das ist beeindruckend, aber der wahre Geniestreich kommt nun:
Darüber hinaus sollen arme Kinder in Kitas und Schulen kostenloses Essen bekommen können. (Quelle)
Tada. Klingt doch toll, oder? Ich kann die Klassenkameraden schon hören: "Oh, die Pennerkinder gehen zum Mittagessen." Am besten markiert man die Kinder irgendwie durch nen roten Punkt auf der Kleidung. Die, die zum Sozialessen zugelassen sind oder so. Auf dem Weg, die Gesellschaft möglichst tief und irreversibel zu spalten, schreiten die Herren Politiker munter und offensichtlich erfolgreich voran. Gratulation, Herr M.!




Kommentare:

  1. Ich denke, da ist einfach die Formulierung nicht eindeutig: "Sie sollen das Essen in den Kitas und Schulen kostenlos bekommen." wäre besser. Dann ist der Gedanke doch unmeckerbar.

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  2. Mir geht es ja nur um den Aspekt der sozialen Segregation.

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  3. Der Gedanke selbst ist meines Erachtens nicht verkehrt. Nur das Problem der Stigmatisierung ist ein Übel aus der Gesellschaft heraus.
    Die Kinder hören, wie die Eltern zuhause sich darüber mit süffisantem Unterton unterhalten, dass die Kinder von Hinz und Kunz nun also umsonst verköstigt werden und zwar im Sinne von "Na und WIR müssen unser Essen ja immer noch arbeiten gehen und die, ja DIE, die kriegen das für lau - und wir müssen das bezahlen und das alles von unserem Geld. Na die Kinder können ja nichts dafür, aber trotzdem, man wird ja wohl noch mal sagen dürfen," usw. usf., usw. usf.

    Schon ist der negative Affekt geweckt. Bedürftigkeit bleibt Schande.

    So läuft's...

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