Freitag, 16. November 2007

Nutzloses Ranking

Die "Experten" der Financial Times haben ein Europa-Ranking des "besten" Finanzministers erstellt. Auf Platz 1: Peer Steinbrück. Die Kriterien: Haushaltslage, Entwicklung der Staatsfinanzen seit 2003, Steuerquote, Lohnnebenkosten, Steuern auf Dividenden. Ein Blick darauf genügt und man weiß: neoliberale Propaganda, veredelt gegossen in ein Ranking.
- Haushaltslage: Die Schulden sagen noch GAR NICHTS über die Leistungskraft eines Staates und seiner Wirtschaft aus. Die DDR hatte ein vielfaches weniger Schulden als die BRD und ging bankrott, daran wird es kaum liegen.
- Entwicklung der Staatsfinanzen: Ähnlich dem Shareholder Value sehen wir natürlich den Trend nach oben. Dass das mit volkswirtschaftlich unsinnigen, teils gefährlichen Spar- und Steuersenkungsmaßnahmen erkauft wurde, die allerspätestens in drei, vier Jahren zu einem gigantischen Problem heranwachsen werden - egal.
- Steuerquote: Je niedriger, desto besser. Deswegen funktioniert ja auch Skandinavien so gut, nicht wahr?
- Lohnnebenkosten: Dito.
- Steuern auf Dividenden: Je niedriger, desto besser.

Damit haben wir in dem Ranking eine Sicht, die rein auf die Unternehmen zentriert ist und das Wohl der Bürger des Staates einfach vollkommen beiseite legt. Solche Rankings könnte sich die FT eigentlich auch von der Industrie bezahlen lassen, aber als treues Sprachrohr tut sie das völlig kostenlos.

Kommentare:

  1. Manchmal wundere ich mich schon, mit welcher Leichtigkeit du immer andere Länder zum Vergleich heranziehst. Wenn du dort mal eine Weile leben würdest, könntest du den Unterschied zu D vielleicht verstehen. Ich find jedenfalls Peer Steinbrück nicht schlecht.

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  2. Ich finde auch das Steinbrück keinen schlechten Job macht... klar kann man über ökonomische Konzepte streiten, aber an sich finde ich den als Finanzminister richtig gut.

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