Donnerstag, 7. Februar 2013

Helden und Diebe? Hacker legen PeerBlog lahm

Von Stefan Sasse

Ich kann Anonymous und Co nicht leiden. Wirklich nicht. Ihre Aktionen sind zerstörerisch, und sie nehmen sich etwas heraus, das ihnen schlicht nicht zusteht. Case in point: Die Hackergruppe TEAM M3DU5A hat den Peerblog mit Hackerangriffen lahmgelegt und den "Krieg" gegen ihn ausgerufen, weil er intransparent und von Unternehmerinteressen finanziert sei. Eine anonyme Hackergruppe legt eine Seite wegen Intransparenz lahm, allein das ist schon ein Treppenwitz. Ich bin schon deswegen sauer auf die Bande, weil sie einen dazu zwingt, das Peerblog zu verteidigen. Denn die Jungs haben absolut Recht, wenn sie twittern:


Absolut richtig. Was genau bildet sich diese Gruppe eigentlich ein gibt ihr das Recht, darüber zu entscheiden, wer in diesem Land seine Meinung verbreiten darf? Anonyme Unternehmer nicht, anonyme Hacker schon, oder wie? Wer den anderen besser hackt, darf reden? Die Reaktion der Ruhrbarone ist unter diesem Gesichtspunkt besonders beunruhigend:

Man verhandelt nicht mit Terroristen. Ja, das Peer-Blog muss transparent werden. Ja, der Anspruch, "unabhängig" einen Kandidaten "unabhängig" von dessen Partei zu unterstützen ist geradezu lächerlich. Ja, das Peer-Blog selbst ist geradezu albern, irrelevant und leider Gottes bereits viel zu sehr im Fokus der Berichterstattung, ganz nach dem Motto "any PR is good PR". Aber eines geht ganz sicher nicht: Die Leute hacken und gewissermaßen durch Angriffe zu erpressen. Wir würden es (hoffentlich) auch nicht hinnehmen, einen Schläger zu bezahlen, der nachts Angela Merkel auflauert und droht sie zu verprügeln, wenn sie nicht eine andere Politik macht. Das hat mit Demokratie nicht das Geringste zu tun.

Leider scheint dieses Muster in der Hackerszene eher verbreitet zu sein. Anonymous ist auch bereits mehrfach damit aufgefallen, die eigenen Überzeugungen einfach absolut zu setzen, die als Gegner wahrgenommene Partei anzugreifen und zu schädigen, etwa mit den Versuchen, die EA-Vertriebsplattform Origin zu hacken. Es scheint eine Art archaisches Recht des Stärkeren zu sein: Wir können euch lahmlegen, also tun wir es. Diese Handlung ist nicht nur illegal (und ich gehe davon aus, dass das Peer-Blog rechtliche Schritte einleiten wird), sondern zutiefst undemokratisch. Was genau hält eigentlich ein Unternehmen davon ab, ebenfalls Hacker anzuwerben und einfach mal die Homepage, sagen wir, der LINKEn lahmzulegen? Warum hackt der Verfassungsschutz nicht einfach die NPD-Server und legt sie alle komplett lahm?

Würde das Verhalten dieser Hacker Schule machen, und würden wir es irgendwie akzeptieren - wie die Ruhrbarone es tun, indem sie dem Peer-Blog einfach raten, doch transparent zu werden -, so wären wir nicht besser als die Polizei, deren Reaktion auf Internet-Stalking der Hinweis ist, doch einfach das Blog abzuschalten, weil es ja für die Lebensführung nicht relevant sei. Oder Angela Merkel im obig skizzierten, hypothetischen Fall einfach zu raten, doch das Kanzleramt niederzulegen, um den Angriffen zu entgehen. Wir können das nicht hinnehmen, auch wenn es Leute trifft, die wir eigentlich nicht sonderlich leiden können. Regeln gelten für alle.

Kommentare:

  1. Und übrigens, solche Aktionen tragen genau zu der Stimmung in der Bevölkerung bei, die man aufseiten der Piraten, CCC usw. so hasst: Eine Präferenz für einen starken Staat und Unterstützung für den allseits beliebten Satz: "Das Internet darf kein rechtsfreier Raum sein".

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  2. Schon mal darüber nachgedacht wer sich als "Anonymous" ausgibt? Seltsam, dass Merkel´s Seite nicht gehackt wird....

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  3. 1. anonyme "Hackergruppe" bilden bzw. irgendeine aus Rumänien kaufen
    2. Server abschalten
    3. laut herumjammern
    4. ....
    5. PROFIT! (+100 Sympathiepunkte, +50 Panikpunkte, Lvl. 2 erreicht)

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    1. Nicht die Hakcergruppe an sich macht es notwendig, dass "Peer-Blog" zu verteidigen, sondern die Verharmlosung und Gutheißung der Tat durch dritte, die bestimmt nicht vom "Peer-Blog" gekauft sind.

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  4. Warum leckt sich ein Hund an den Eiern? Weil er es kann.

    Dieses ganze Gerede über Meinungsfreiheit. Was hat sie denn bisher wesentliches bewirkt?

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    1. Meinungsfreiheit ist nicht danach zu beurteilen, "was sie bewirkt", sondern ein Menschenrecht, ein Wert an sich, den es abseits jeglicher Zwecke zu verteidigen gilt.

      Warum? Z.B. weil die Bewertung einer "Wirkung" beim Bewertenden eine Meinung voraus setzt. Diese ist jedoch nicht angeboren und sollte auch nicht nur von Autoritäten (Eltern, Schule, Uni) übernommen, sondern durch SELBER DENKEN und mit anderen darüber DISKUTIEREN, je aktuell gebildet werden.

      Seine Meinung äußern zu dürfen, ist dafür unverzichtbar, das versteht jetzt sicher auch "anonym".

      Dass das heute jeder tun kann (ein wenig Medienkompetenz voraus gesetzt) und nicht mehr nur ein paar Gatekeeper entscheiden, wer und was publiziert wird, ist ein großer Fortschritt.

      Schon komisch, über solche Basics reden zu müssen!

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    2. Danke für die "Le(e)hrstunde" Frau Berlin. Das Problem bei euch Theoretikern ist, dass ihr immer nur den Idealzustand beschreiben könnt, währenddessen sich die Wirklichkeit stets anders darstellt.

      Natürlich ist es wichtig sich seine eigene Meinung zu bilden. Wie man es nicht machen sollte, zeigt sich gerade aktuell an diesem Beitrag. Etwas mehr "basics" hätten sicher nicht geschadet, bevor man seine Animosität gegenüber Hacker'n & Co. freien Lauf läßt.

      Nicht jede Meinung ist es wert gehört, noch weniger, darüber einen Diskurs zu führen. Nun, die Frage wer darüber entscheidet, dürfen Sie gerne stellen... währenddessen andernorts Meinungsmache betrieben wird.

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  5. "Ja, das Peer-Blog muss transparent werden."

    Nein, mit welchem Recht verlangt man sowas? Es ist typisch denunziantisch-deutsch, dass geifernd und nahezu ausschließlich nach dem Ob-wer-und-warum gefragt wird und das Eigentliche - das Inhaltliche - zur Irrelevanz verkommt (außer man tritt in eines der vielen Pee-Cee-Fettnäpfchen). Das ist Transparenz-Popanz. Transparenz, wo sie nicht hingehört. Ob und warum man mit seinem Geld für einen Kaninchenzuchtverein wirbt, für eine Partei oder einen Politiker, hat niemanden etwas anzugehen. Entweder geht es um die Kraft der Argumente und die Mündigkeit der Bürger, oder wir verkommen zum Überwachungsstaat und Denunziantenstadl. Wer sich an der "Waffenungleichheit" stört (willkommen im Leben!), muss Wahl- und Parteienwerbung verbieten. "Transparenz" aber bedient ideologische Wahnvorstellungen. Die Arbeit aber, das Inhaltliche auseinanderzupflücken und in der Luft zu zerreißen, wenn es denn so furchtbar schlimm sei, sollte nicht durch denunziatorische Unterstellungen ersetzt werden. Das ist freier Bürger unwürdig, führt zu solchen aufgeputschten Gemütern und dummdreisten Aktionen. Und alles wegen eines mickrigen belanglosen peer-Blogs, das eh keiner liest und ohnehin Steinbrück mehr schadet als nützt.

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    1. Mein erster Impuls ging auch in diese Richtung. Dass es, wie sinngemäß auf diesem Blog vor ein paar Tagen berichtet, auf dem PeerBlog nur Kappes von durchwachsener Qualität zu lesen gibt, das ist keine Nachricht, ist gesellschaftlich egal und auch nicht diskussionswürdig. Es bleibt jedem unbenommen, egale Blogs zu gründen. Dass dies explizit in der politischen Sphäre geschieht, lockt erwartbar politische Blogger und lechtsende Feuilletonisten an, deren Hobby oder Broterwerb es ist, solche Dinge zu kommentieren, also zu problematisieren.

      Abseits dieser Art journalistischer Beschäftigungstherapie hat diese Story aber einen harten Kern, den man nicht als Denunziantentum abtun kann. Es geht um versteckte Parteienfinanzierung und die Hygiene unserer politischen Kultur. Eine redundante Infrastruktur zu begründen, welche die Transparenz der klassischen Parteienfinanzierung aushebelt, das ist zumindest kritikwürdig, und ich würde daraus, wie Stefan Sasse, die Forderung ableiten, das PeerBlog müsse transparent werden.

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    2. Tobias behauptet ja nicht (wenn ich ihn recht verstehe), dass die unklare Finanzierung des peerblogs nicht anrüchig sei.

      Eigentlich sagt er nur, dass man das eben beim Lesen berücksichtigen sollte.

      Auch die Parallele zum Kaninchenzüchterverein ist so schlecht nicht. Auf so kleiner Flamme wie das Blog bisher kocht, geht das in meinen Augen noch als private Meinungsäußerung zugunsten eines Kandidaten durch.

      Mit der Suche nach den Financiers des Blogs sollten sich Investigativjournalisten beschäftigen, nicht der Gesetzgeber.

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    3. Natürlich kann die Offenlegung in gewisser Weise hilfreich sein. Aber nicht nur grundsätzlich, sondern prinzipiell geht es niemanden etwas an, was man mit seinem Geld macht, an wen und für was man spendet. Das ist schlicht so, das ist die Basis unseres Rechtsstaates, Eigentum und Privatsphäre. Es gibt Einschränkungen - beim Zoll, bei Sozialleistungen, bei zivilrechtlichen Ansprüchen ... gut. Bei mehr oder weniger notwendigen oder tatsächlichen Umständen. Im anzustrebenden Freihandel gäbs keine Zölle. Was ist der Grund bei Parteispenden? Der Verdacht auf Korruption. Wann kann man mit Geld Politik kaufen? In einer Demokratie, die sämtliche Lebensbereiche reguliert. Das ist nicht der Idealzustand - das ist ein Übel. Da wird man verstehen, wenn ich mich auf die Seite des betroffenen Bürgers schlage und nicht auf die des machtbesessenen Staates.

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    4. Handelte es sich hier um die persönliche Meinung eines anonymen Bloggers, wäre ich sofort bei euch. In dem Moment aber, in dem Steinbrück durch seine explizite Zustimmung zum Blog gibt, dazu noch seinen Namen, in dem Moment kann man das nicht als private Meinungsäußerung auffassen. Im Gegenteil, die veröffentlichten Inhalte haben durch die Zustimmung Steinbrücks nahezu offiziellen Charakter.

      Ich behaupte nicht, die Grenze zur verdeckten Parteienfinanzierung sei überschritten. Ich behaupte, diese Frage ist aufgrund mangelnder Transparenz nicht entscheidbar. Und Steinbrück würde gut daran tun, diesen Zustand aufzulösen.

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    5. @Robin
      Er musste schon bzw. nur pro forma aus zivilrechtlichen Gründen gefragt werden. Besagt nichts weiter, dass es - selbstredend - ein Pro-Steinbrück-Blog ist. Dass das nicht vom Parteispenden-Gesetz umfasst ist, sei nun eine Regelungslücke wie man uns warnt. Ich seh's nicht so. Das ist ein Graubereich und für mich ist das noch keine zu sanktionierende 'Parteispende'. Aber wie man mag.

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    6. "Er musste schon bzw. nur pro forma aus zivilrechtlichen Gründen gefragt werden."

      Steinbrück steht als Kanzlerkandidat der SPD mit seinem Namen für ein Blog, das politisch Position bezieht. Wirklich, das hat mit "pro forma" überhaupt gar nichts zu tun.

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    7. Gerade weil andere seinen Namen - für ihn - benutzen, hat er - wenn ihm der Blog nicht passt - einen Unterlassungsanspruch. Deswegen fragt man vorher nach, ob er Stress machen will oder nicht. Falls es so gelaufen ist wie geschildert. Und falls nicht, erfährt man das auch nicht per Transparenz. Es ist eine Abwägungs- und Prinzipienfrage, wie weit / und warum man sowas überwacht. Als Fan unserer Allmachtsdemokratie lässt man gern zu, dass jeder Spender vorverurteilt wird. In anderen Bereichen wiederum, beim Patriot Act oder Internetsperren, verwehrt man sich entschieden gegen solchen Präventiv-Aktionismus.

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    8. "Gerade weil andere seinen Namen - für ihn - benutzen, hat er - wenn ihm der Blog nicht passt - einen Unterlassungsanspruch."

      Ja nun. Mein Punkt ist, dass jemand wie Steinbrück nicht wahllos seine Zustimmung zu dubiosen Internetprojekten verteilen kann, da dies immer eine politische Dimension besitzt. Da fragt man nicht mal eben "pro forma" nach, zumindest halte ich diese Vorstellung für naiv. Effektiv ist es für die Wirkung nahezu egal, ob das Blog von Steinbrücks Büro oder von autorisierten Dritten betrieben wird. Nur das letzteres eben in Sachen Finanzierung fragwürdig ist.

      Wenn du jetzt die Freiheit des Individuums als Argument bemühst zeigst du mir damit, dass du nicht zwischen privater und politischer Ebene unterscheiden kannst. Schließlich ist meine Kritik an Steinbrück adressiert, keinesfalls an die Spender.

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    9. Natürlich hat das für beide eine politische Dimension, beide wollen damit die politische Zukunft beeinflussen. Aber was du bei 15:09 sagst, trifft einfach nicht zu. Wenn Steinbrück keinen Einfluss auf den Inhalt hat, sind es private Meinungsäußerungen; private Meinungsäußerungen über Politik. Wenn ein Fan (vllt noch von nem Fanclub mit Kontakt zu einem Artist) für sein Idol die Werbetrommel rührt, kann ein Konkurrent auch nicht verlangen, dass x-tausend Downloads nicht für die Charts zählen, wegen geschäftlicher Benachteiligung und weil das auch gleichzustellen wäre wie als hätte der Artist selber die Käufe veranlasst. Dass Steinbrück zugestimmt hat/zustimmen musste, ist rein der zufälligen und nicht politischen Ausgestaltung des Zivilrechts geschuldet.

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    10. "Wenn Steinbrück keinen Einfluss auf den Inhalt hat, sind es private Meinungsäußerungen; private Meinungsäußerungen über Politik."

      Es lässt sich nicht überprüfen, inwiefern Steinbrück da mit drin hängt. Inwiefern das existierende Parteispendensystem hier durch einen formalen Trick umgangen wird. Und allein deswegen halte ich das schon, wie gesagt, für problematisch. Aber gut, lets agree to disagree.

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  6. @ Tobias

    Wenn Dir der Unterschied zwischen der Finanzierung eines Kaninchenzüchtervereins und einer politischen Partei (oder gleich eines Politikers) nicht klar ist, ist Dir wirklich nicht mehr zu helfen. Ein "Denunziantenstadl" wäre sicher nicht erstrebenswert, aber ein "Korruptionsstadl" wäre auch nicht besser. Und was im übrigen Transparenz mit Überwachungsstaat und Denunziation zu tun haben soll, ist mir auch nicht klar.

    Wenn Du, wie Du sagst, auf die Kraft der Argumente vertraust (was, nebenbei gesagt, im Zeitalter der Mediendemokratie zumindest leicht naiv erscheint ...), solltest Du vielleicht auch ein paar Argumente bringen, anstatt nur rumzupoltern.

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    1. Die Argumente sind da, man muss nur mitdenken. Zwischen Kaninchenzuchtverein und einer Partei ist kein hier kein sachlicher Unterschied. Die jeweiligen Lobbygruppen, die von Parteien gemästet werden, erkennt man auch ohne Blick auf Parteispenden. Unter Transparenz leiden dann insbesondere die, die aus noblen und zu respektierenden Gründen im Stillen bleiben wollen, etwa weil sie berufliche und gesellschaftliche Nachteile erleiden könnten. Wie dem auch sei, es hat niemanden zu interessieren, was und warum man mit seinem Geld macht. Nicht diejenigen sind im Erklärungszwang, sondern Leute wie du, die sich ein Recht auf Privatangelegenheiten anderer anmaßen und das in einem gehässigen arroganten Ton. Transparenz bedient hier nicht zuletzt niedere menschliche Züge. Ständig erklären Leute wie du man müsse eben Zugeständnisse machen, aber irgendwann reichts. Wir diskutieren ständig über verschiedenste Zugeständnisse.

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    2. @ Tobias

      Von wem und in welcher Höhe Politiker und politische Parteien Geld bekommen, ist keine "Privatangelegenheit". Ist es wirklich nötig, Dir den Begriff "Korruption" zu erklären ... ?

      Und was Du mit "Zugeständnissen" meinst, ist mir nicht klar. Zugeständnisse an wen und zu was ?

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    3. @Moto
      Siehe meinen Comment grad von obendrüber. Es ist ne Abwägungs- und Prinzipienfrage.

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  7. @ Tobias

    Deinen comment von "obendrüber" habe ich gelesen, sonst hätte ich darauf ja nicht erwidert. Und was "ne Abwägungs- und Prinzipienfrage" sein soll, ist mir auch nicht klar. "Abwägung" und "Prinzip" sind gegensätzliche Konzepte, was soll also Abwägung UND Prinzip gleichzeitig bedeuten ? Geht es vielleicht etwas weniger vage ?

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    1. Obendrüber von 14:45, im anderen Strang. Und auch gerade von 15:44. Solche Eingriffe sind zu rechtfertigen, sie haben Vor- und Nachteile (Abwägung). Auch ich würde soweit gehen von grassierender "Korruption" zu sprechen, wenn man das mal weit auslegt. Aber das heißt noch nicht, dass man jede Präventivmaßnahme damit zu rechtfertigen bereit ist, je wie man sich von Prinzipien leiten lässt, wie dem Rang des Eigentums.

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    2. @ Tobias

      Sind wir jetzt also wenigstens über das Stadium "ideologische Wahnvorstellungen" und "denunziatorische Unterstellungen" hinaus ? Das ist ja immerhin schon ein Fortschritt ...

      Maßnahmen zur Bekämfung von Korruption sind also doch zu rechtfertigen, wenn Vor- und Nachteile der jeweiligen Maßnahme gegeneinander abgewogen wedern. Da stimme ich Dir zu. Das ist nichts anderes als das Prinzip der Verhältnismäßigkeit, eines der Grundprinzipien des Rechtsstaats. Was also noch bliebe, wäre ein Diskussion über die Anwendung dieses Prinzips im konkreten Einzelfall ...

      Was die angesprochenen comments anbelangt: ich kann nicht behaupten, dass ich mit libertären Floskeln wie "machtbesessener Staat", "Allmachtsdemokratie" oder "Präventiv-Aktionismus" viel anfangen kann, zumal sie mit der derzeitigen Realität wenig bis nichts zu tun haben. Was ich dem allerdings entnehme ist, dass wir offensichtlich fundamental unterschiedliche Ansichten über Rolle und Aufgaben des Staates haben. Das Thema ist allerdings, denke ich, unter einem Artikel über PeerBlog schon etwas zu sehr OT. Aber nach Stefans Ankündigung zu urteilen bekommst Du ja vielleicht noch die Gelegenheit, Deine "Weltsicht" hier im Zusammenhang darzustellen ...

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  8. "Anonymous" kann erstmal absolut jeder sein. Und "Peer-Blog" ist "angegriffen" worden?! Wie praktisch. Das war ja eh der komplette PR-Reinfall. Wie gut, dass man das jetzt wegen der "Hacker" einstellen "muss". Man hätte ja so gerne weitergemacht. Mit all den anonymen "Spendern" und dem großen "Erfolg" aber leider, leider ... da kann man nichts machen ... Das Internet ist Schuld und Peer ist ein toller Typ der von diesen "Neumodischen" verfolght wird. Halt ein echter Konservativer. Den könnem Sie wählen!. Der ist genau so käuflich und von vorgestern wie Sie!

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    1. Mein erster Gedanke war ähnlich: ein Blog, der langweilig gemacht, bezahlt wird und niemals den Obama-Effekt haben wird, wird urplötzlich von Hackern lahmgelegt und bekommt nun eine mediale Präsenz, die es vorher nicht hatte.

      Wer schon einmal in einer PR-Agentur gearbeitet hat oder sich mit einem PR-Profi/Soldaten unterhalten hat, weiß, wie professionell die heute arbeiten und mit welchen Methoden und Mitteln.

      Aber für alle anderen ist diese Behauptung natürlich wieder nur reine Verschwörungstheorie...

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  9. Der Artikel spricht mir aus der Seele.

    Die hier kritisierte Haltung tritt auch bei netzpolitik.org häufiger auf, wenn mal wieder ein Hackerangriff mehr oder weniger indirekt gutgeheißen und als "ziviler Ungehorsom" verharmlost wird.

    Teilweise wird dann noch die Legalisierung gefordert. Was soll daraus werden, das Recht des stärkeren? Mit Freiheit hat es nichts zu tun, jemand anderem an seiner (grundsätzlich legalen, also nicht strafbaren) Meinungsäußerung zu hindern.

    Schnell merkt man,es geht da nicht um Prinzipien, sondern einfach um Parteinahme für die "gute Seite" um jeden Preis, bei der die eigene Sympathie liegt. Der Zweck heiligt die Mittel.

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  10. Und jetzt ist es schon wieder Geschichte das PeerBlog,angeblich wegen des Hackerangriffs,oder vllt. weil sich Leute dafür interessieren,wer die Geldgeber waren??
    Laut einer Pressemeldung wollte die Regierung das Ding überprüfen lassen.Ein Schelm......

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  11. Das Recht auf Meinungsfreiheit wir auch in einem Teil der linken Bloggerszene recht selektiv ausgelegt.
    Ich thematisiere das bei mir schon seit einiger Zeit...

    Wie weiter oben vom technirknörgler beschrieben, werden bei den "Guten" ganz andere Massstäbe angelegt als bei den "Bösen".
    Sehr guter Artikel!

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  12. Der Herr Karl verwechselt mal wieder Hausrecht und Meinungsfreiheit...

    Ansonsten finde ich die Unbedarftheit, die hier insbesondere von T. Fuentes an den Tag gelegt wird, einfach nur erschreckend. Allein der Vergleich Karnickelzüchterverein/politische Partei spricht Bände.

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