Mittwoch, 6. Februar 2013

In eigener Sache - der nächste Schritt

Von Stefan Sasse

Dem einen oder anderen Leser dürfte bereits aufgefallen sein, dass sich der Oeffinger Freidenker in der letzten Zeit etwas verändert hat. Das neue Layout ist dabei nur die Spitze des Eisbergs; die Stoßrichtung und die Art der Artikel ist ebenfalls deutlich anders, als sie es vor rund einem Jahr noch war. Dies hängt stark damit zusammen, dass sich meine persönlichen Interessen und Ansichten verändert haben. 

Mir ist für mich ist in der letzten Zeit aufgefallen, dass mein Interesse an Debatten und sich kontrastierenden Sichtweisen deutlich zugenommen hat. Das mit freundlicher Unterstützung von Wiehsaussieht vorgenommene Debattenexperiment mit Tobias Fuentes war aus meiner Sicht ein voller Erfolg und zeigt mir auf, in welche Richtung ich das Blog und in ambitionierterem Rahmen die Blogosphäre weiter entwickeln möchte. Der konsequente Schritt ist die Veränderung des Oeffinger Freidenker zu einem echten Multi-Autoren-Blog jenseits reiner gelegentlicher Gastbeiträge (die es unverändert weiter geben wird) und mittelfristig das Einrichten einer neuen, diesen Veränderungen Rechnung tragenden Plattform. 

Zu diesem Zweck habe ich einige Autoren eingeladen, sich an diesem Experiment zu beteiligen und dem Oeffinger Freidenker als Autoren beizutreten. Wir streben eine gemeinsame Plattform an, sowie die technischen und organisatorischen Details geklärt sind. Diese neuen Autoren sind keinesfalls stets mit mir einer Meinung oder auch nur kompatibel. Meine Hoffnung ist es vielmehr, Reibungsflächen zu erzeugen, die Debatten und kritische Auseinandersetzungen provozieren, von denen alle Beteiligten etwas haben - auch und ganz besonders die Leser, die weiterhin in den Kommentaren an diesen Debatten teilhaben sollen. 

Die neuen Autoren sind im Folgenden, in keiner speziellen Reihenfolge: 

- Theophil. Theophil bloggt bisher unter Theophils Blog und ist auf Twitter unter @stheophil aktiv. Er studierte Informatik und Politikwissenschaft. Derzeit lebt und arbeitet er in Berlin. 

- Jan Falk. Jan ist bei Twitter unter @FalkJan aktiv. Er hat Kommunikations- und Politikwissenschaft studiert und arbeitet als freier Journalist. 

- Tobias Fuentes. Tobias ist bei Twitter unter @tobiasfuentes aktiv. Nach absolviertem Studium ist er zur Zeit selbstständig.

- Jens. Jens ist durch kluge Kommentare in anderen Blogs aufgefallen und wird hier regelmäßiger schreiben können.

Ich freue mich auf die Zusammenarbeit und hoffentlich viele anregende Debatten!

Kommentare:

  1. Einen Namen für das neue Projekt haben wir noch nicht. Vielleicht hat jemand hier gute Vorschläge?

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  2. Na mal schauen.

    Gelegentliche Gastbeiträge finde ich in Ordnung. Diese Multi-Autoren-Cross-Blogger-Experimente, wie sie der Spiegelfechter oder früher auch der Binsenbrenner gemacht haben, halte ich jedoch für wenig reizvoll.

    Ich besuche ja Blog X gerade, weil mir der Stil, der Inhalt und die Richtung eines bestimmten Bloggers zusagt. Wenn ich dann darauf Beiträge lesen (muss), die mir immer weniger gefallen, leidet letztendlich die Qualität des Blogs und ich werde ihn weniger besuchen.

    Und mit Wirtschaftsfetischisten zu diskutieren, macht eh keinen Sinn.

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    1. Es ist ja gerade reizvoll, auch mit Meinungen konfrontiert zu werden, die nicht dem Gewohnten entsprechen. Auf diese Art und Weise muss man eigene Überzeugungen prüfen. Ich empfand Diskussionen etwa mit Tobias Fuentes immer als sehr fruchtbar, weil ich meine eigenen Überzeugungen argumentativ vertreten musste. Wenn du das für dich nicht willst, kannst du ja einfach in der ersten Zeile auf den Namen gucken und daran festmachen ob du es lesen willst oder nicht.

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    2. Auch wenn vielen Linken und in diesem Falle, vielleicht auch gerade mir vorgeworfen werden könnte, ich würde meine Positionen nicht überprüfen und ich sei verbohrt, so bin ich stets aufgeschlossen für Neues. Auch ich lerne stets dazu und lasse mich gerne überzeugen...wenn es am Ende um den Menschen, Empathie, Solidarität und Nächstenliebe geht.

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    3. "wenn es am Ende um den Menschen, Empathie, Solidarität und Nächstenliebe geht."

      Da gibt es von mir keinen Widerspruch. Nehmen wir als Prämisse mal an, das wir alle gute Menschen sein wollen, denen das Wohlergehen unserer Nachbarn am Herzen liegt. Wir streiten darüber was das konkret bedeutet, über den besten Weg das zu erreichen, darüber wessen Aufgabe das ist, und welche Mittel sich dazu eignen.

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    4. Der "binsenbrenner" (und sein vorgänger) haben das damals so gemacht, weil sein betreiber dachte, daß es eine gute idee wäre, etwas unterschiedliche meinungen in einem einzigen blog zur sprache kommen zu lassen. die grundidee ist immer die des diskurses, freund "epikur".

      der diskurs ist nur imho inzwischen gescheitert und jeder "macht halt sein ding". so weit, so schlecht. meine konsequenz war und ist es, das blögchen zu schließen und das maul zu halten. es gibt andere orte, wo es imo noch nützt, etwas zu sagen und/oder zu tun. gerade letzteres ...

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    5. Ich bin erstmal eher skeptisch was so ein Debattenportal angeht. In den letzten Jahren habe ich festgestellt, dass ich eher mehr lerne, wenn ich gut recherchierte Artikel lese in denen sich ernsthaft mit Argumenten der "gegnerischen" Partei auseinandergesetzt wird als wenn es Debatten gibt. Mit Debatten meine ich dabei nicht nur die unsäglichen TV-Shows inkl. dieses Bild-Typen der mit Augstein redet, was Stefan regelmäßig postet - das ist für mich höchstens als Rethorikschule interessant.

      Das Problem bei Debatten ist aus meiner Sicht, dass diese i.d.R. zu oberflächlich und oft sogar polemisch geführt werden. Einen richtigen Erkenntnisgewinn für den an unabhängiger Meinungsbildung interessierten Rezipienten gibt es aus meiner Sicht nur dann, wenn strukturiert Annahmen über Zusammenhänge, diese stützende Fakten, zugundeliegende Weltbilder und behauptete beste Handlungen aller Seiten dargelegt werden. Dies ist mühsam, lohnt aus meiner Erfahrung aber ungemein. Sollte es Euch gelingen auf diese Weise Themen aus unterschiedlichen Sichtweisen zu behandeln, dann fände ich das spannend! Aus meiner Sicht wäre dabei wichtig, wenn eine Vergleich der einzelnen Elemente dabei möglich wäre. Habe ich es nämlich mit zwei langen, rethorisch geschliffenen Texten zu tun, dann stehe ich am Ende wieder nicht schlauer da.

      (Kann gerne noch mehr ins Detail gehen.)

      Gruß, Lars

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    6. ""Einen richtigen Erkenntnisgewinn für den an unabhängiger Meinungsbildung interessierten Rezipienten gibt es aus meiner Sicht nur dann, wenn strukturiert Annahmen über Zusammenhänge, diese stützende Fakten, zugundeliegende Weltbilder und behauptete beste Handlungen aller Seiten dargelegt werden. Dies ist mühsam, lohnt aus meiner Erfahrung aber ungemein."

      Genau das habe ich mir vorgestellt. Wenn Dir jetzt auch noch ein schöner Name dafür einfiele, wäre das prima.

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    7. @ Theo: Wie wär's mit TAP -> das Transparente Argumente Portal? Oder sowas in der Art.

      @all:

      Wenn Ihr das wirklich machen wollt, dann gibt's aus meiner Sicht konzeptionelle und technische Fragen zu klären:

      KONZEPTIONELL. (1) Soll es einen Standard für Beiträge geben? Z.B. Kenntlichmachung/Gliederung in (A) behauptete Zusammenhänge, (B) diese stützende Fakten, (C) zugundeliegende Weltbilder und (D) behauptete beste Handlungen. Wie wird der Bezug auf andere Beiträge kenntlich gemacht/hergestellt? (2) Wie Redundanzen und Aufwand vermeiden? Tobias Fuentes will wahrscheinlich nicht jedes mal Hayeks Kernthesen aufschreiben. (3) Wie Konsens/Dissens zwischen Beiträgen herausarbeiten?

      TECHNISCH. Durch Anlegen eines Fundus von Weltbildkomponenten, Fakten und Zusammenhängen könnten neue Beiträge diese Verlinken. Beiträge könnten eine festgelegte Struktur haben. Darüberhinaus müssten Beiträge anders als chronologisch geordnet werden. - Gibt's hier einen Webprogrammierer (HTML5 canvas, D3.js, ...) der Euch was graphisches Programmieren kann, wo man Textboxen hat, die man arrangieren kann? Oder wo man sich zumindest aus dem oben erwähnten Fundus was zusammenklicken kann?

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    8. @Lars Das sind super Ideen, die mir auch schon mal gekommen sind, aber das geht dann doch in eine andere Richtung. Dir schwebt so eine Art stackoverflow.com für politische Ideen und Konzepte vor. Also eine Plattform, auf der man politische Konzepte von ihren moralischen Prämissen angefangen bis hin zu konkreten Handlungsvorschlägen aufbauen kann. Eine Plattform, auf der nicht primär diskutiert wird, sondern an den Vorschlägen gearbeitet wird.
      So dass am Ende (wenn es das gibt) eine Palette ausgearbeiteter gesellschaftlicher Idealvorstellungen nebeneinander liegen.

      Das ist eine super Idee, aber etwas konventionell bloggiger wird unser Projekt dann doch. Für das von Dir angedachte Projekt hatte ich auch schon einen Arbeitstitel: Politeia, was sonst ;-)

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    9. ... noch eine Ergänzung: Um die ganze Sache nicht zu kompiliziert zu machen sondern pragmatisch anzugehen, macht es vielleicht Sinn, unterschiedliche Formate an Praxisbeispielen zu testen und dann zu sehen, wie's klappt und gefällt. Ihr könntet Euch ja einfach Klassiker vornehmen, z.B. angebots- vs. nachfrageorientierte Wirtschaftspolitik, privat vs. öffentlich (vs. commons), Markt (nicht) regulieren. Für jedes Thema könnten Beiträge erstellt werden und dann exploriert, wie man diese am besten aufbereitet/präsentiert.

      P.S.: Bei den "captchas" in den Kommentaren rate ich übrigens den Bildcode nicht einzugeben. Geht auch ohne und damit hilft man google nur bei Streetview (oder sowas) die Hausnummern zu digitalisieren.

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  3. Und da wir ja eine eigene Plattform planen, kann Stefan hier ja nur seine eigenen Beiträge cross-posten :-)

    Das Ziel des neuen Blogs ist ja, dass wir nicht einer Meinung sind und uns trotzdem nicht beschimpfen, dass wir auch anderen politischen Überzeugungen als unseren eigenen ein grundlegendes Wohlwollen entgegenbringen. Das bleibt also hoffentlich lesenswert.

    Auch wenn man den anderen nicht überzeugt, kann diskutieren unter diesen Umständen Sinn machen.

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  4. Oh, gute Idee!
    Das kann ja spannend werden. Wünsche gutes Gelingen.
    Tobias Fuentes wird die linke Szene wohl so richtig aufmischen - ist bitter nötig!
    Gut, wenn man nicht nur unter Seinesgleichen schulterklopfert...

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  5. Im Namen der INSM danke ich Stefan für die Möglichkeit unsere dringlichen Anliegen mittels dieser Darreichungsform noch besser an den Mann und die Frau bringen zu können ... (Scherz gemacht).

    Auf gutes Gelingen und dass es allen Beteiligten - Autoren, Lesern, Kommentatoren und Motzern - Spaß und maximalen Erkenntnisgewinn bringt. Umsichtig wie ich bin hatte ich bei Stefan schon nachgefragt, ob er nicht allzu leichtfertig wagt sich Klassenfeinde der verehrten Leserschaft ins Boot zu holen. Aber ist doch nichts so mächtig als eine Idee, deren Zeit gekommen ist. Hilfreich ist nur die Auseinandersetzung, nicht die beruhigende Selbstbestätigung. Wie einst erwähnt beteilige ich mich an Debatten zuvörderst eigennütziger Motive. Man versteht eine Sache umso besser, wenn man weiß warum andere sie missverstehen. Für die Bedenkenträger sei gesagt, ich hege kaum einen Zweifel daran, dass die Leserschaft schon Anflüge subtiler Propaganda meinerseits schonungslos offen legt und im Keim erstickt. Schon jetzt schaudert es mir durch die Präzision eines chriwi bloßgestellt zu werden. Dennoch bin ich bereit dieses tollkühne Experiment zu wagen.

    So sei es denn.

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    1. Der Beitrag war das Beste, was ich bisher von Dir gelesen habe. Ich befürchte, von hier an gehts nur noch bergab ;-)

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    2. Danke.
      Konstruktivität wird bei mir großgeschrieben, epikur. =) Und ich hab mittlerweile viele gute Ideen auf meiner Liste. Höflichkeit und Ehrfurcht gebieten es, dass ich mit Provokantem nicht gleich ganz vom Leder ziehen werde.

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    3. Respekt, an deiner Stelle würde ich mir das nicht antun. ;)

      Finde die Idee aber klasse, konträre Standpunkte sind allemal spannender als ständig das eigene Weltbild bestätigt zu bekommen. In diesem Sinne, ich drück euch die Daumen!

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  6. Gute Idee. Vielleicht gibt es bei dieser Gelegenheit auch einen RSS-Feed?

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    1. Gibt's schon ewig, wohl nur nicht angezeigt:
      http://oeffingerfreidenker.blogspot.com/feeds/posts/default
      LG, Lars

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  7. sag mal, Stefan: ein "captcha"? gehts noch? das haben doch selbst viel größere seiten nicht nötig! mich hat es gerade geärgert und gestresst. Fazit: ich habe nur aus wahrer überzeugung doch noch etwas hier reingeschrieben.

    LG
    Dein alter "Kumpel"

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    1. Ich hatte eine Seuche mit Spambots, und das war der einzige Weg die loszuwerden.

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  8. Liebe Autoren,

    zunächst: Den Vorsatz, Diskussionen zu aktuellen politischen Themen kontrovers führen zu wollen, befinde ich für gut, wenn nicht sogar für mehr als wünschenswert. Eine Diskussion mit jemandem der meiner Meinung ist, wäre völlig sinnbefreit und überflüssig.

    Nun hätte ich hierzu einen, nennen wir es einmal Vorschlag, zu machen:

    Auf Grund der Länge der Texte (bedingt durch doch recht umfangreiche Inhalte) fände ich ein kurzes Fazit am Ende eines Blogeintrages für sinnvoll.
    Ein kurzes "dafür" oder "dagegen" mit kurzer Begründung. Dies wäre für viele Leser vielleicht ein weiterer Anreiz sich an der Diskussion zu beteiligen.
    Denn, wenn ich die Intention dieses Blogs richtig verstanden habe, soll es hier um den Austausch von Meinungen und das Darstellen von persönlichen Sichtweisen gehen.

    Oder habe ich hier etwas falsch verstanden? Dann bitte ich um Aufklärung.

    Dennoch wünsche ich gutes Gelingen und angeregte Diskussionen

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  9. Die Ankündigung von Veränderungen als "Spitze eines Eisbergs" zu bezeichnen, halte ich ...na ja ...ich halte mich lieber erstmal zurück.

    Es ist das eine zig tausendmal gebrauchte Metapher, diese Spitze des Eisbergs.

    Halt, mir fällt da gerade noch ein Namensvorschlag ein: DIE SPITZE DES EISBERGS!

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  10. Nach dem langsam verhallenden Startschuss mit der Überschrift "In eigener Sache - der nächste Schritt" frage ich, wo Euch dieser Schritt hingeführt hat.

    Hier ist das Dunkel der Nacht zum 11. Februar und meine Taschenlampe findet Euch nicht. Und in Erwartung des Morgenrots entsteht schon die Krümmung des nächsten Fragezeichens: Habt Ihr auch schon ein Konzept für den ...April?

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