Samstag, 9. Juni 2007

Sinnlose Psychospielchen

Zum Ausfiltern des geeigneten Personals im Führungskraftbereich verwendet die Wirtschaft liebend gerne (oft genug sündteure) Assessment-Center. Die aber arbeiten reichlich ineffizient und, wie erwähnt, teuer. Im SZ-Gespräch mit dem Psychologieprofessor Heinz Schuler erzählt dieser, warum die Methoden schlecht sind und wie man im fundierten Einzelgespräch wesentlich mehr herausfinden kann als mit den veralteten und standardisierten, oft genug nicht an den ausgeschriebenen Job angepassten Assessmentcentermethoden.

Kommentare:

  1. Das Beste an solchen Bewerbungs- Bootcamps ist eh, dass die Psychopathen äh Psychologen und so, die den Quatsch aufziehen, auf er einen Seite für die Unternehmen Tipps und Konzepte entwickeln, andererseits aber den riesigen Buchmarkt für Bewerbungstraining / -hilfe beackern. Man kann sich das wie einen Puppenspieler vorstellen, der zwei Handpuppen hatund beide anweist, das zu tun und zu sagen, was der jeweils andere hören will. Fachliche Tests und gesunder Menschenverstand scheint bei vielen Personalern nicht mehr zu reichen.

    Außerdem geht es um das Abwälzen von Verantwortung. So wie viele Manager sich von Unternehmensberatungen die angebliche Notwendigkeit und Alternativlosigkeit von Massenentlassungen bescheinigen lassen, lassen sich Personaler mit solchen Tests und ACs bescheinigen, dass sie ja alles richtig gemacht hätten, falls die auswahl doch ein Flopp war.

    Im Übrigen gelten solche ACs nicht nur für Führungskräfte, sondern auch schon für Azubis und Absolventen. Mancher fühlt sich da zu Recht an Bootcamps oder an militärische Auswahlverfahren erinnert - was viel über die gängige Unternehmenskultur in Deutschland verrät.

    Gruß

    Alex

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  2. Das diese Assessment Center nicht so wirklich aufschluss über eine Person geben können ist mMn nach schon weit verbreitet. Das sie sich trotzdem durchsetzten liegt wohl auch oft an der mangelden Bereitschaft auf etwas anderes zu wechseln und an dem Wunsch eine Art Testergebnis in der Hand zu haben, mit dem man nach Zahlen auf "ja oder nein" entscheiden kann.

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  3. Es ist halt doch so, das bei den ACs eine positive Korrelation von über 90% besteht. Und daher sind diese Auswahlverfahren durchaus sinnvoll um die asymetrischen Informationen so schnell wie möglich abzubauen.
    Außerdem haben diese ACs überhaupt nichts mit Bootcamps zu tun. Sie finden in einer durch und durch angenehmen Atmosphäre statt.

    Das einzigste Problem bei ACs besteht ist, dass sich Personalleiter als Hobby-Psychologen versuchen und aus Verhaltensweisen falsche Schlüsse ziehen. Daher ist es wichtig, dass ein AC nur von Profis durchgeführt wird.

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