Mittwoch, 14. April 2010

Zwischen Parallelwelten und der Tradition des Geldes, Teil 1

Von Stefan Sasse
Eine kritische Betrachtung der deutschen Eliten und der Frage, wozu man sie überhaupt braucht

Lange Zeit galt der Begriff der „Elite“ als pfui. Er war ein Relikt überwunden geglaubter Zeiten, als selbsternannte Eliten das Land in den Abgrund ritten. Die Bundesrepublik versuchte, sich von diesem falschen Elitegedanken abzusetzen und baute stattdessen auf einen halbherzigen Versuch der Masseneliten durch Massenuniversitäten und dem Zugang breiter Bevölkerungsschichten zu höherer Bildung wie dem Gymnasium oder Fachhochschulen. Doch seit einigen Jahren ist der Begriff der Elite wieder en vogue. Kein bildungspolitisches Ziel kommt mehr ohne den Versuch aus, eine neue Elite zu erschaffen, einzelne Universitäten, in fragwürdigen „Exzellenzinitiativen“ ausgezeichnet, erhalten große Mittelzuweisungen aus kleinen Fördertöpfen. Doch wer ist diese neue Elite, die hier auf den Plan tritt?



Die Journalistin Julia Friedrichs hat sich auf eine Reise durch Deutschland gemacht, um diese Eliten zu finden und in ihrem natürlichen Habitat zu untersuchen. Das Ergebnis dieser Reise hat sie als Buch veröffentlicht („Gestatten: Elite“), das sich lange in der Spiegel-Bestsellerliste halten konnte. Kein Wunder: das Buch ist brillant, die Autorin sprachmächtig und das Thema überreif für eine Behandlung. Die Suche nach den Eliten Deutschlands verschlug sie an Privatuniversitäten, die für sich in Anspruch nehmen, zukünftige Eliten heranzubilden, an Eliteinternate und zu Elitenforscher Michael Hartmann.
Die Autorin entstammt dem tendenziell linksliberalen Bürgertum, die Eltern durch 1968 geprägt und sie entsprechend sozialisiert. Die große Stärke Friedrichs‘ ist dabei, dass sie sich stets ihrer eigenen Ansichten bewusst ist und diese zu unterdrücken versucht, um der Elite möglichst objektiv zu begegnen. Dadurch wirkt ihre Reise in die Welt der selbst ernannten Eliten nur umso bedrückender und beklemmender.
Bevor die Materie allerdings tiefergehend betrachtet werden soll, muss der Begriff der „Elite“ kritisch betrachtet werden. Es ist nicht so, dass er eine Art neutrale Zuschreibung wäre, die sich anhand irgendeines objektiven Kriteriums festmachen ließe wie etwa einem Bildungsabschluss oder Ähnlichem, obgleich die „Elite“ eigentlich durchgängig studiert hat. Vielmehr ist es eine Selbstzuschreibung. Eine Universität, die erklärt die Eliten von morgen auszubilden züchtet in ihren Absolventen beinahe schon automatisch diesen Anspruch heran. Wer also ist „Elite“, und was zeichnet sie aus? Die Beantwortung dieser Frage muss für nach dem folgenden Exkurs aufgespart werden, aber so viel sei gesagt: die Prägung der heutigen „Elite“ erfolgt im privaten Bildungssystem. Es sind spezielle Internate und Hochschulen, an denen Absolventen herangebildet werden, die dann mit dem Elitenanspruch hausieren gehen.
Unter „Elite“ wird im Allgemeinen die Spitze einer bestimmten Gruppe verstanden, etwa der Gesellschaft als Ganzer oder auch nur eines bestimmten Sportbereichs. Am bekanntesten und auch unverfänglichsten wird der Elite-Begriff dabei in den Reihen des Militärs gebraucht, wo es Elite-Einheiten schon seit langer Zeit gibt – etwa die US-Rangers, das KSK oder das SAS. Aber auch Elite-Sportler sind unserer Vorstellungswelt nicht sonderlich fremd, während Elite-Politiker oder Elite-Lehrer uns schon wieder deutlich merkwürdiger vorkommen als Elite-Wirtschaftsbosse. Das liegt daran, dass „Elite“ sich nicht mit „Masse“ verträgt. Wo immer Personen sich mit einer großen Anzahl anderer Personen auseinandersetzen, passt der Begriff nicht so recht.
Der gemeinsame Nenner aller Elite-Definitionen ist aber, dass er eine Trennlinie schafft zwischen einer irgendwie definierten Spitze (wie, ist dabei vollkommen egal – es kann durch Geburt sein oder durch Leistung) und der breiten Masse der restlichen Gesellschaft. Ebenfalls normal ist, dass es eine sehr dünne Spitze ist: die großzügigste Elite-Definition überhaupt rechnet 1% der Deutschen zur Elite, die engsten gehen von etwa 4000 Deutschen aus, die zu ihr gehören. Egal, wie die Elite also entsteht, dieser Gegensatz wird immer geschaffen. Das ist auch der Grund dafür, dass der Begriff so lange aus der Mode war, da man in der durch den großen Wohlfahrtskonsens´ der Volksparteien geprägten Ära zwischen 1950 und 2000 eine möglichst breite Spitze haben wollte.

Wer also ist heute Elite? Der Begriff selbst wurde von denen geprägt, die sich ihr als zugehörig empfinden. Allein das macht eine große Vorsicht erforderlich und zumindest den Versuch einer sprachlichen Abtrennung. Wenn in diesem Text von „Elite“ die Rede ist, dann grundsätzlich von der Elite, die sich selbst als solche sieht und ihre Anerkennung als solche betreibt. Das heißt, dass gesellschaftliche Eliten etwa aus Politik oder Literatur, sofern diese sich nicht im beschriebenen Lager verorten, außen vor bleiben. Im Gespräch mit Julia Friedrichs hat der Elitenforscher Michael Hartmann angegeben, dass es keine „Gegeneliten“ geben könne. Elite, so konstatierte er, sei immer eine Machtfrage. Wer zur Elite gehöre, habe die Macht, wer die Macht nicht habe, könne also keine Elite sein, gleich wie klug oder sonst wie geeignet er wäre. Anders ausgedrückt: der Vorstand von attac wäre auch dann nicht Elite, wenn es sich um Superman handeln würde.
Wer also ist heute Elite? Das durchschnittliche Mitglied dieser erlauchten Gruppe entstammt einem finanziell gut betuchten Haushalt. Dabei muss man sich darüber im Klaren sein, welche Größen von „finanziell gut betucht“ hier gebraucht werden: es geht um Millionenvermögen. Ein sechsstelliges Jahresgehalt, wie es die obere Mittelschicht aufweist, reicht hier kaum aus. Dieses Geld ist notwendig, um das Kind bereits von früher Jugend an auf seinen künftigen Pfad vorzubereiten. Es ist nicht untypisch, dass bereits der Kindergarten des zukünftigen Elite-Mitglieds einen monatlichen vierstelligen Beitrag verschlingt und selbstverständlich bereits bilingual Grundkenntnisse im Lesen und Schreiben sowie der Arithmetik vermittelt. Danach folgt die Privatschule, oftmals ein Internat, mit halbjährlich fünfstelligen Schulgebühren plus Unterhalts- und Uniformskosten. Daran schließt sich dann das Studium an einer Privatuniversität an. Diesen Bildungsinstitutionen ist dabei gemein, dass sie über eine Art Eintrittskarte verfügen. Diese Eintrittskarte gestaltet sich aber anders als bei den öffentlichen Schulen und Massenuniversitäten, richtet sich also nicht nach Wohngebiet oder Numerus Clausus. Stattdessen bestimmt sie sich praktisch ausschließlich nach dem Geldbeutel der Eltern und, ebenso wichtig, einer Art Standestest. Denn dieser, unter dem Euphemismus „soft skills“ verbrämt, stellt sicher dass das zukünftige Elitenmitglied auch den rechten Umgang hatte und hat, die richtigen Umgangsformen kennt und nicht etwa aus sozial niederstehenden Klassen wie der Mittelschicht oder, Gott bewahre, dem Arbeitertum entstammt.
Wer ist also heute Elite? Elite ist, wer Geld hat. Die Aufnahmetests, die solche Schulen und Universitäten von ihren zukünftigen Absolventen verlangen, sind kaum mehr als ein Feigenblatt. Ihr Anspruch ist verglichen etwa mit den Zugangshürden für ein Psychologie- oder Medizinstudium an einer staatlichen Massenuniversität gering und kann durch spezielle (teure) Nachhilfestunden noch weiter gesenkt werden. Wer selbst dann an der fachlichen Eignung scheitert, kann mit den bereits erwähnten „soft skills“, also dem Stallgeruch, punkten. Im Einzelgespräch stellt man schnell fest ob man einen Aufsteiger oder einen der eigenen Klasse vor sich hat und kann entsprechend entscheiden.

Die Elite ist also eine abgeschlossene Klasse, die sich Mühe gibt, diese Abgeschlossenheit auch zu bewahren. Die wahre und große Eintrittskarte in diese Gesellschaft ist Geld, aber man macht es sich zu leicht, sie einzig und allein darauf zu reduzieren. Wer plötzlich im Lotto gewinnt und seinen Sohn dann auf eine dieser Anstalten schickt (Frauen sind dort nur zu rund 25% vertreten, im Gegensatz zu knapp über 50% an staatlichen Universitäten und Gymnasien, was wohl dem generell konservativen Habitus der Eliten geschuldet ist) wird ihm damit nur begrenzt eine Freude machen. Die Menschen dort sind es gewöhnt, mit viel Geld umzugehen – Friedrichs berichtet etwa von Taschengeldern in der Höhe von 2000 Euro monatlich – und sich entsprechend zu verhalten.
Das allerdings hat durchschlagende Wirkungen, die noch weit über die geringe Durchlässigkeit ihres Milieus hinausgehen. Würde sich diese Gruppe nur abkapseln und niemanden von außen an sich heranlassen, könnte man darüber hinwegsehen – das tun Neonazis und Linksautonome auch, ohne dass man deswegen traurig wäre. Die Elite jedoch hatte in ihrem Leben nie Berührung mit dem Alltagsleben der Gesellschaft, also des überproportional großen Restes, über den sie sich erhebt. Sie lebt in einer Parallelwelt, deren durchdringende Beschreibung Friedrichs große Leistung ist. Es ist eine Welt, in der Versagen nicht vorkommt.
Denn obgleich sich die Elite hauptsächlich über Geld und Habitus abschottet, versucht sie alles in ihrer Macht stehende, eine Legitimationsbasis unabhängig des Geldbeutels und des Elternhauses zu erschaffen. Diese Legitimationsbasis nennt sich „Leistung“. Die Elite definiert sich darüber, dass ihre Stellung auf Leistung beruhe. Dies gelingt mit einem veritablen Zirkelschluss: die Bildungseinrichtungen mit den exorbitant hohen Gebühren erklären, dass sie harte Maßstäbe hätten und nur die Besten aufnehmen würden, um diese gleichsam zu veredeln. Diese „Besten“ wiederum nehmen das nur allzu gerne auf, und da sie an einer Elite-Universität sind, müssen sie die entsprechende Leistung ja wohl auch erbracht haben – was in einer großen Menge an Elite-Absolventen resultiert, auf die die Universität stolz verweisen kann…
Durch die geistige Transformation von „Geld“ zu „Leistung“, die von den Eliten auch noch geglaubt wird, kann aber auch die Diskriminierung aller, die nicht über diesen Zugang verfügen, so leicht vonstattengehen. Wenn man erst einmal überzeugt davon ist, seine Stellung aus eigener Kraft durch eine besondere Anstrengung erreicht zu haben (was von den Bildungseinrichtungen nach Kräften unterstützt wird, indem man für ein übervolles Stundenpensum sorgt, ohne dass damit auch alles über die Qualität des Lehrstoffes ausgesagt wäre), dann ist es leicht allen anderen vorzuwerfen, nur aus fehlendem Antrieb gescheitert zu sein. Arbeitslosigkeit wird dann leichter als selbstverschuldetes Schicksal akzeptiert – seht her, möchte man dann schreien, ich habe es doch auch geschafft! Dass Papas Geldbeutel dabei eine herausragende Rolle gespielt hat, wird gerne übersehen.
Dass Absolventen selbst nur allzu gerne dem schönen Schein erliegen und sich der Märchenwelt der Leistungseliten und ihrer Zugehörigkeit dazu hingeben, leuchtet ein. Aber von den oftmals gereiften Vätern kann man das kaum erwarten. Wenn diese Bildungsanstalten also für die gewaltigen Kosten nur schönen Schein bieten würden, wären sie kaum so erfolgreich. Was aber bieten sie, wenn schon kein großes Wissen? Zum einen natürlich die generell wichtige soziale Exklusivität, die die Eliten unter sich hält und selbst bei geistig nur sehr mittelmäßig begabtem Nachwuchs diesen noch auf die Chefsessel hievt. Zum anderen aber geht es um die so genannten Alumni-Netzwerke.
Damit sind die früheren Abgänger der Bildungseinrichtungen gemeint, deren Adressen von der entsprechenden Institution meist in einem Buch gesammelt werden, das die Abgänger am Ende erhalten. Dieses Netzwerk ist die zweite Eintrittskarte, die sie benötigen. Durch diese Kontakte kommen sie von Anfang an an begehrte Positionen und Praktika und steigen gleich deutlich größer ein, als es ihre reinen Kenntnisse und Leistungen erwarten ließen. Es ist wie eine unsichtbare Leitplanke auf der Karriereautobahn, die sie auf der kürzest möglichen Strecke hält.

Die Eliten haben sich also eine Parallelwelt geschaffen, eine Parallelwelt, zu der Außenstehende keinen Zutritt haben. Sie schotten sich von der realen Welt ab, erheben jedoch den Anspruch darauf, diese reale Welt zu formen und zu bestimmen, in welche Richtung sie sich bewegt. Das ist nicht nur anmaßend, es ist auch gefährlich, denn ihre Welt ist sicher und abgeschirmt. Sie werden von einem Netzwerk an Peers gedeckt und gefördert, was auch erklärt, warum selbst die größten Versager unter den Eliten noch millionenschwere Abfindungen erhalten, wenn sie eine Firma in den Ruin gewirtschaftet haben während sie gleichzeitig mit Verve dafür eintreten, dass diejenigen, die ihren Job wegen der von ihnen verursachten wirtschaftlichen Schwierigkeiten des Unternehmens verloren haben, eigenverantwortlich damit umgehen und ihnen nicht auf die Tasche fallen.
Die Gefahr für die Gesellschaft geht nicht von der Tatsache aus, dass eine solche Parallelwelt existiert. Zu einem gewissen Grad haben sich Eliten schon immer in einer solchen Parallelwelt bewegt, man nehme nur den früheren Erbadel als Beispiel, der sich in Zeiten des aufstrebenden Bürgertums in ein immer starreres Hofzeremoniell flüchtete, um ja den Unterschied der Klassen aufrecht erhalten zu können. Das Problem erwächst daraus, dass die Elite nicht nur versucht, sich von der Masse abzuheben und abzusondern, die zu leiten sie den Anspruch erhebt, sondern dass sie von einer tiefgreifenden Indifferenz gegenüber dieser Masse gekennzeichnet ist. Der frühere adelige Gutspatriarch könnte noch so ein Menschenschinder und Schläger sein, er fühlte doch eine Verantwortung und Zugehörigkeit „seiner“ Kinder zu seiner Sache. Allzu häufig resultierte das nicht in den nötigen Konsequenzen, und der Adel ist darüber letztlich auch gestürzt. Aber unsere heutigen Eliten wollen nicht auch nur im Geringsten mit der Masse in Verbindung stehen.
Sie reden viel von Verantwortung, die sie übernehmen, Verantwortung für die Gestaltung der Gesellschaft. Doch das ist genauso schöner Schein wie der Versuch, sich als Leistungselite zu definieren und mit der „Leistung“ eine legitimatorische Überhöhung zu schaffen. Die Eliten sind allein sich selbst und der Erhaltung ihres Status‘ verpflichtet, und da dieser sich zuvordererst über Vermögen definiert, versuchen sie mit allen Mitteln ihr Vermögen vor dem Zugriff eben jener Schichten zu schützen, von denen sie sich abzuheben versuchen. Sie sind, man muss es mit aller Deutlichkeit sagen, keine Elite, der man gerne die Führung der Gesellschaft anvertraut. Sie kümmert sich um sich selbst und propagiert, dass dies gut für alle sei. Dabei weist sie allenfalls durchschnittliche Leistungen auf und kann sich auf ein soziales Netz verlassen, das Alumni und Euro dichter gewebt hätten, als es der Staat mit dem von ihnen vehement kritisierten Netz des Sozialstaats je gekonnt hätte. 

Zweiter Teil folgt. 

Kommentare:

  1. Brauchen wir als Gesselschaft überhaupt "Eliten"? Ich hab bis heute nicht verstanden wieso man diese "Eliten" so herausheben muss von der Masse!Für mich sind Sie wie das Fett das auf dem Wasser schwimmt!Eine "Elite" sollte immer das Wohl und die Gerechtigkeit in der Gesselschaft im Auge haben...ganz kurz gesagt...es gibt einfach zu viele HEUCHLER in den "Eliten"!

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  2. Die Verwendung des Begriffes "Elite" und deren Bedeutung ist zutiefst undemokratisch!

    Eine Clique, die sich selbst als Krönung der Schöpfung sieht, quasi als Herrenmenschen, hat keinerlei Interesse an einer Herrschaft des Volkes.

    Hierzu zwei links:

    Neusprech Elite

    Elitebewusstsein

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  3. Das Deutschland eine Diktatur des Mittelmaßes ist, war mir schon länger bekannt. Dazu braucht man nur mit offenen Augen und Ohren durch den Tag zu gehen. Das Buch von Julia Friedrichs scheint einen Erklärungversuch dieses Missstandes zu beinhalten. Also mein Interesse ist geweckt. Her damit!

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  4. Viele probieren das Spiel mitzuspielen. Auch aus den mittleren Eikommensschichten werden die Kinder dann mit Nachhilfe bombardiert in der Hoffnung, dass sie auch mal dazugehören werden. Solche Bücher sind wichtig, um zu der Erkenntnis zu kommen, dass Leistung schon lange nicht mehr zählt.

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  5. An dieser Stelle möchte ich passend dazu anregen einmal über den Chauvisnismus nachzudenken.

    http://de.wikipedia.org/wiki/Chauvinismus

    Ich finde die Denkweise von Eliten ist dem des Chauvinisten gleichzusetzen und ich wage zu behaupten, dass jeder von uns seine chauvinistische Phasen durchgemacht hat oder durchmacht. Nach dem Motto: "Ach, der ist mir zu blöd, arm, schwach etc." -Eine negative Wertung eines anderen Menschen.

    Würden wir uns alle gegenseitig als Gott verehren und vielleicht noch dazu die Natur, die Tiere...einfach alles. Wie geil könnte dann das Leben auf dieser Erde sein?

    Ich denke es steckt noch jede Menge Potenzial in dem Menschen und hoffe, dass wir dass mit dem gemeinsam Leben noch irgendwie hinkriegen.

    Bin gespannt, was die Zukunft bringt.

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  6. Ein sehr interessanter Artikel. Was steckt hinter dem Wunsch, Elite zu sein? Der Wunsch eines jeden Menschen (oder dessen Egos), etwas Besonderes zu sein. Der unbewusste Wunsch, dass man dann die Liebe und Anerkennung bekommt, von der man denkt, dass sie einem fehlt. Und da man komplett mit Äußerlichkeiten wie Geld, Macht, Ansehen identifiziert ist, ist natürlich der Verlust dieser Dinge die größte, denkbare Angst dieser Menschen, da dann die Identität bedroht ist. Wer ist das Elitemitglied ohne sein Geld, ohne sein Netzwerk, ohne das Ansehen, das ihm eine komplett mit eben diesen Äußerlichkeiten Geld, Macht, Aussehen etc. identifizierte Gesellschaft zumisst? Einfach ein Mensch wie Du und ich - ein Mensch, der altern und sterben wird. Das macht Angst. Und diese Angst macht diejenigen, die in Frage stellen, dass ich all diese Dinge zu Recht besitze zu Feinden, die mit aller Macht bekämpft werden. Was für ein Leben, in einer Welt voller Feinden zu sein, die mir meine Identität wegnehmen wollen. Und zugleich zu fühlen, dass meine ganze Identität eine leere Hülle, eine Lüge, eine Rolle ist, die nur mühsam die Unsicherheit und die Angst verdecken kann, das Bedürftnis nach innerem Frieden und Liebe. Den Schmerz über dessen Fehlen.

    Der Gedanke hinter alle diesen Dingen, besser zu sein ale anderer, ist vollkommen verrückt. Kein Geld der Welt wird vor Einsamkeit, Krankheit und Tod schützen. Und keine Ansammlung von Geld und Ansehen wird je glücklich machen. Denn es ist nie genug. Und die damit verbundene Sicherheit ist eine Illusion.

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  7. Stefan, da unterschreibe ich Dir doch mal jedes Wort!

    Seit geraumer Zeit kämpfe ich immer wieder an den verschiedensten Stellen gegen die gedankenlose Übernahme dieser "Kampfbegriffe" wie "Leistungsträger", "Elite", "Leistungsgerechtigkeit", "Unterschicht" etc. an, da mit ihnen vor allem auch ganz bestimmte, gewollte Inhalte transferiert werden sollen. Dein Artikel erläutert sehr plastisch, warum ich dies mache. Danke dafür!

    Man muss sich doch nur einmal die ganzen Backpfeifengesichter anschauen, zumindest da, wo man es überhaupt kann, um feststellen zu können, wie wenig Leistung wirklich dahintersteckt. Ganz spontan fallen mir da z.B. Öttingers Plädoyer zur Sprachausbildung im Zusammenhang mit seinen englischsprachigen Stammelversuchen oder der "leistungslose Wohlstand" einer S. Koch-Mehrin ein, die nur ab und zu mal im Europa-Parlament vorbeischaut, ob es noch steht und trotzdem die volle Alimentation abfasst. Aber das sind nur wahllos herausgegriffene Beispiele. Ich könnte jetzt noch Hunderte aufführen. Sicherlich weniger aus den von Dir besonders hervorgehobenen "Schönen und Reichen". Aber das liegt eher daran, dass diese so wenig über sich an die Öffentlichkeit kommen lassen, dass man über sie fast gar nichts weiß.

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  8. Ich hatte ein aufschlussreiches Zusammentreffen mit einem Vertreter der Elite - zwar nur virtuell, aber abschreckend.
    Für mich war es sehr lehrreich. Seit dem weiß ich, dass Altersstarrsinn vererbbar ist und er sich bereits mit 3 Jahren bemerkbar machen kann. Sie stellen nur 0,5 % der Gesellschaft dar und ebenso ausgeprägt ist ihr Weltbild. Wobei ihr geistiger Horizont diese 0,5 % wiederum nur zu 0,5 % auf zu füllen vermag, was einen erheblichen Hohlraum für heiße Luft verschafft. Diese Sphäre der geistlosen Machtfülle habe ich für mich Elitariat getauft.

    Aber schlimmer als die Elite mit ihrem anstrengungslosen Leistungsanspruch ist die Mittelschicht, die wirklich glaubt, der Abstand zur Elite sei geringer als zur Unterschicht. Auf eine solch irrsinnige Illusion kann selbst der Dümmste seinen Machtanspruch zementieren - was ja passiert.

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  9. die "elite", welche deutschland in krimineller weise, unter vortäuschung falscher tatsachen lenkt, ist eine reine privat-organisation, welche vorgibt sie sei ein staat. falsch. es ist eine ngo. (staat ähnliches gebilde)

    deswegen deren schulden, reine firmenschulden (privat) sind. welche den bürger nichts angeht.

    .... damit auch der letzte bescheid weiss, was in diesem lande gespielt wird.
    es wird zeit für hinguggen und wach werden, oder sich weiter belügen und berauben lassen.

    http://twitter.com/scheinstaatBRD

    http://menschenrechtsverfahren.wordpress.com

    ich empfehle besonderst für grundwissen: http://redir.ec/BRD-Scheinstaat-torrent
    Vortrag_Tobi_Kurz__DVD5 und nen pdf. wiedervereinigung, was geschah wirklich.

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  10. In dem Moment, in dem ein Individuum sich selbst einer "Elite" zugehörig fühlt, diskreditiert er sich als solche

    Ralf

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