Donnerstag, 24. Januar 2013

Die drei Dimensionen des Sexismus-Skandals

Von Stefan Sasse

Rainer Brüderle hat auf dem FDP-Dreikönigstreffen 2012 eine damals 28-jährige Journalistin sexuell belästigt. Man mag das überraschend finden, aber für jemanden, der einen guten Teil seines Images auf seiner Liebe zu Weinköniginnen aufbaut, ist das vermutlich der natürliche Gang der Dinge. Der Stern, der den Skandal öffentlich gemacht hat, überschrieb den zugehörigen Artikel mit beißender Schärfe mit "Der Herrenwitz". Brüderles Verhalten entstammt einer Zeit, die man eigentlich besonders in der öffentlichen Sphäre überwunden glaubte, eine Zeit, in der "Herren" die Geschicke der Welt bestimmten und in der Frauen lediglich eine Statistenrolle innehaben. Dass diese Welt zumindest in der Geisteswelt von Rainer Brüderle immer noch existiert, ist die erste Dimension dieses Skandals. Die pure Existenz eines so offenen Sexismus lässt einen ebenso fassungslos zurück wie der erst letzte Woche beschriebene Sexismus, den die Piratenpartei offenkundig pflegt, wenn sie missliebigen Journalistinnen Prostitution andichtet. Auffällig ist hier übrigens, dass es sich tatsächlich um eine rein männliche Dimension handelt. Niemand würde einem männlichen Journalisten vorwerfen, dass er für seine Informationen mit Ursula von der Leyen oder Kristina Schröder anbandeln würde. Allein die Vorstellung ist absurd. Dass wir es bei Rainer Brüderle sofort und unbesehen glauben, lässt tief blicken. 

Die zweite Dimension des Skandals ist die Reaktion der Betroffenen, besonders in der FDP. Während innerhalb der Piraten, typisch für die Partei, sofort ein entsprechender Streit losbrach, verbunden mit einer Diskussion über Konsequenzen, schloss die FDP die Reihen. Wolfgang Kubicki bemerkte spitz, dass es ja schon verwunderlich sei, dass die Journalistin über ein Jahr gebraucht hätte, um "ihr Ereignis zu verarbeiten", und Jörg-Uwe Hahn erklärte den Artikel gar zum Tabubruch. Es ist besonders Hahns Aussage, die die zweite Dimension des Skandals darstellt und ihn, fast noch mehr als Brüderle selbst, zum Rücktritt nötigen sollte. Der Tabubruch besteht für ihn nicht in der sexuellen Belästigung durch Brüderle, sondern darin, darüber zu berichten und sie als solche anzuprangern. Das ist harter Tobak, und erinnert an die Reaktionären, die vergewaltigen Frauen die Schuld geben, weil sie sich ja nicht hätten attraktiv anziehen müssen. Zumindest kann man mit nur etwas bösem Willen Kubicki so verstehen - erst hat's ihr gefallen, und jetzt prostituiert sie sich für's Rampenlicht. Kubicki und Hahn beweisen beide, dass Brüderle keinesfalls ein Einzelfall ist. Diese zweite Dimension gehört zum eigentlichen Aufmacher gemacht, nicht Brüderles Tat selbst. Es ist die Selbstverständlichkeit, die in den Worten Kubickis und Hahns mitschwingt, die ungeheuerlich ist, und ihre selbstverständliche Bereitschaft, Brüderle dadurch zu decken, dass die Dreck auf die Journalistin werfen. Es ist übrigens auch bezeichnend, dass nur männliche FDP-Mitglieder sich zur Deckung Brüderles aufgestellt haben.

Die dritte Dimension des Skandals ist die offensichtlich herrschende Erwartung, mit diesem sexistischen Dreck durchzukommen. Brüderles Avancen, die - man kann das gar nicht oft genug schreiben - den Tatbestand der sexuellen Belästigung eindeutig erfüllen, wurden ja nur durch seine Pressesprecherin gestoppt, die ihn mit Kommandoton ins Bett schickte, weil Brüderle offensichtlich zu betrunken war, um noch ganz Herr seiner Sinne zu sein. Ein Problem sah darin scheinbar niemand. Er hatte es eben ein klein wenig zu weit getrieben, aber eine echte Gefahr schien für niemanden zu bestehen. Die informelle Atmosphäre scheint alle Anwesenden darin bestärkt zu haben. Dies lässt darauf schließen, dass Vorkommnisse wie dieser eher ein Normalfall denn die Ausnahme sind. Diese Geisteshaltung muss unbedingt verschwinden. Die Zeiten, in denen Bundeskanzler Brandt auf Wahlkampftour reihenweise Journalistinnen abschleppen und mit ihren männlichen Kollegen anschließend darüber scherzen konnte, sind vorbei. Unsere Gesellschaft soll eine emanzipierte sein, und dazu passt es nicht, dass manche ältere Herren sich benehmen, als wären wir in den 1970er Jahren steckengeblieben und als ob die Partizipation von Frauen im öffentlichen Raum ein Scherz sei, den nur einige Eingeweihte verstehen.

Kommentare:

  1. Der Sexismus muss bekämpft werden. Zudem muss eine übermäßige Erotik in den Medien verboten werden. Zudem ist es besser, antisexuell oder heterosexuell zu sein, als homosexuell. Es darf keine Sonderrechte für Homosexuelle geben; z. B. kein Adoptionsrecht. Denn ein Kind braucht Mutter UND Vater. Die Frauen sollen ihre Weiblichkeit bewahren; und die Männer ihre Männlichkeit. Mehr dazu auf meinem Blog.

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    1. Schön dass du ein eigenes Blog hast, aber sieh bitte davon ab, penetrant Werbung dafür zu machen, während der Bezug fast nicht gegeben ist, sonst muss ich deine Comments löschen.

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    2. Du kannst auch gerne auf Beiträge von dir verlinken, wenn sie das gleiche Thema behandeln, nur so zusammenhangslose Statement-Comments mit "schaut mal vorbei" will ich nicht. Du selbst bist jederzeit willkommen.

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    3. Darf ich fragen, welche Drogen Du zu Dir genommen hast ?
      "Zudem ist es besser, antisexuell oder heterosexuell zu sein, als homosexuell." Hääh ?? Aus welchem Jahrhundert kommst Du denn??? "Es darf keine Sonderrechte für Homosexuelle geben; z. B. kein Adoptionsrecht" ..sagt wer ??? DU ???
      "Die Frauen sollen ihre Weiblichkeit bewahren; und die Männer ihre Männlichkeit" Was für ein seltsamer Heiliger bist du denn ???
      Auf seinem "Blog" schwätzt er dann auch noch, dass man gegen "Ungläubige" vorgehen sollte !
      Das kann ja wohl nicht wahr sein !! Wenn Du Dir die Inquisition zurück wünschst, dann geh´ in den Bible-belt in die USA, da gibt´s noch mehr so Verstrahlte wie Dich !
      Anton Chigurh

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  2. Ich komme zu einer etwas anderen Einschätzung: Problematisch ist vor allem erstmal, dass Brüderle wohl seinen Alkoholkonsum nicht unter Kontrolle hat. Wer zu viel getrunken hat, leistet sich dann solche Aktionen.

    Aber die Art und Weise der Anmache ist dann doch viel problematischer als die Tatsache der Anmache an sich. Es muss doch möglich bleiben, anderen Menschen ein sexuelles Interesse mitzuteilen. Im Falle Brüderle haben wir es hier dem Anschein nach mit einem einseitigen Interesse zu tun, das auch noch auf unmögliche Weise zum Ausdruck kam.

    Mal von der Ehe-Situation abgesehen, die sicher ein moralisches Problem in diesem Falle darstellt: Warum sollte ein Minister und eine Journalistin keine Beziehung zueinander haben? Sicher, es ist unprofessionell ist. Das müssen erwachsene Menschen dann aber abwägen können.

    Der Sexismus-Vorwurf trifft hier zu, aber wir sollten auch nicht ein von allem menschlichen Regungen befreites Verhalten von Politikern und anderen verlangen.

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    1. Klar ist es möglich, sexuelles Interesse mitzuteilen. Aber lies dir die Geschichte mal durch, wie der das macht und vor allem wie er Absagen ignoriert. Da geht es nicht um "menschliche Regelungen", das ist Belästigung.
      Seine Ehe-Situation ist mir völlig wurscht und auch keine moralische Kategorie, das muss der selbst wissen. Das ist an Herr und Frau Brüderle und nicht an mir, da zu urteilen.

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    2. Und wer sagt uns, dass die Darstellung korrekt ist?

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  3. SPIEGEL Online entnehme ich, dass es sich bisher lediglich um Behauptungen der Stern-Korrespondentin handelt. Rainer Brüderle habe sich bisher nicht geäußert. Dennoch schreibt Stefan Sasse gleich im ersten Satz:

    Rainer Brüderle hat auf dem FDP-Dreikönigstreffen 2012 eine damals 28-jährige Journalistin sexuell belästigt.

    Hier wäre ein Grundkurs in Rechtskunde anzuraten. Sexuelle Belästigung ist eine Straftat und ist entsprechend zu verfolgen. Die behauptete Bemerkung Brüderles über die Fülle eines Dekolettes erfüllt nach herrschender Rechtssprechung kaum oder nicht. Damit sei auf einen früheren Artikel des Autors über den richtigen Schreibstil von Journalisten verwiesen.

    Das weiß natürlich auch die Journalistin. Diese Behauptungen alleine reichen nicht zur Skandalisierung, es muss schon noch mit politischer Tagesaktualität gewürzt werden. Da sexuelle Belästigung ein Straftatbestand ist, hätte sie das, was sie empfunden hat, anzeigen müssen, zumal ja genügend Zeugen zugegen waren. Sie hat es nicht getan und dafür ihre Gründe gehabt haben.

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    1. Wenn Frauen jede übergriffige Anmache anzeigen würden, würden die Gerichte sofort zusammenbrechen.
      Die Reaktion nur auf ihren Artikel ist doch schon Antwort genug, wahrscheinlich ist sie dadurch schon in ihrem Job verbrannt und bei einer Anzeige wäre das erst recht passiert. Es ging ihr vermutlich auch nicht nur um diesen Vorfall (die Pressesprecherin hat ja Schlimmeres verhindert), sondern dass solche Vorkommnisse eben keine bedauerlichen Einzelfälle sind.
      Das Problem bei Journalisten und Politikern zusammen ist ja noch, dass diese in einem professionellen Verhältnis zueinander stehen und deswegen die Möglichkeiten beschränkt sind, sich angemessen zu wehren, weil man nicht ohne Nachteile zb aufstehen und gehen kann.

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    2. Nun hat ein Gutteil der Tagespresse ihren Skandal. Etwas, dass die Journalie jeden Tag braucht um sich gut zu fühlen. Ich stimme dem zu, dass noch nichts bewiesen ist. Brüderle wird sicherlich den Teufel tun sich zu eußern. Die Journalistin hätte eher rechtliche Schritte einleiten müssen. Nach einem Jahr damit aus der Deckung zu kommen finde ich eußerst seltsm um glaubwürdig zu sein.

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    3. "Wenn Frauen jede übergriffige Anmache anzeigen würden, würden die Gerichte sofort zusammenbrechen." Und vor allem würde die Menschheit rasch aussterben. Denn ohne männliche Initiative läuft nun mal auch mit den emanzipiertesten Frauen nix. Sich näher zu kommen, bedeutet zwangsläufig, Grenzen zu überschreiten. Obwohl man das vielleicht auch stilvoller hinkriegen kann... Aber es ist nunmal der männliche Part beim Balzritual.
      Die ganzen Damen, die sich hier künstlich echauffieren, sollten sich mal selber ehrlich fragen, ob sie fürs Bett einen netten Jungen oder ein Arschloch bevorzugen. Und? Eben!

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  4. Kann es sein, dass du das Problem nicht richtig erfasst hast? Hier ging es doch nicht um einen harmlosen Flirt! Sondern eine Anmache, die mehrmals freundlich zurückgewiesen wurde, und immer weiter in Belästigung umschlug, bis seine Pressesprecherin ihn schließlich ins Bett schicken musste. Das ist ja ein ganz anderes Kabliber, was eh schon eklig ist und eben auch eine Ausnutzung der Machtverhältnisse ist, weil sie ihm eben nicht einfach sein Weinglas ins Gesicht schütten könnte, wie sie es vielleicht bei einem Unbekannten getan hätte.

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  5. Ah sorry, der vorherige Post war als Antwort an Anonym gedacht. Die Helligkeit hier ist noch etwas neu für mich^^

    Zum Blogpostig:
    Guter Beitrag, ich finde den Umgang mit den Informationen auch bei weitem schlimmer als die Vorkommnisse alleine. Es tut mir ja leid, hier vllt jemanden zu desillusionieren, aber solche Vorkommnisse passieren leider nicht nur ausnahmsweise. Fehlt eigentlich nur noch, dass sie sich doch geschmeichelt fühlen sollte, angegraben worden zu sein.
    Deswegen finde ich es extrem gut, dass es jetzt von Fr. Himmelreich und auch Fr Mieritz mal öffentlich angesprochen wird, und die Reaktion zeigt eben auch, dass es immer noch als normal angesehen wird und vorausgesetzt wird, dass die betroffenen Frauen das für sich behalten sollen.
    Deswegen ist es für Hahn (und sicherlich nicht nur für ihn) auch der Tabubruch, dass jemand darüber redet und es nicht als selbstverständliches Manko des Frauseins akzeptiert.

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  6. Das ist wieder dieses Denken in Täter-Opfer-Profilen. Entweder ein Verhalten ist unangemessen, dann wird sofort darauf reagiert. Und nicht mit Verzögerung von einem Jahr ein Artikel geschrieben. Medien haben eine große Macht, dieser Vorgang gehört nur bedingt in die Presse. Ohne dass irgendetwas zu beweisen ist oder war, gilt Brüderle nun als abgestempelt. Und so funktioniert das oft zwischen den Geschlechtern: Frauen behaupten etwas und aufgrund vorgegebener Bilder im Kopf von Zuhörern und Betrachtern sind die Rollen vorgegeben.

    Das Leben in Öffentlichkeit, in Unternehmen und großen Gruppen ist hart, wer sofort einknickt wenn er etwas grober angepackt wird, ist für Höheres nicht gemacht. So sind auch die Bilder.

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  7. Dein letzter Absatz zeigt für mich aber genau das Problem.
    Wir leben im Jahr 2013 und da finde ich es recht armselig, wenn es immer noch heißt, dass man als Frau sexistische Anmachen oder Belästigungen eben abkönnen muss, wenn man mitmachen will. Sonst ist man halt nicht hart genug und sollte sich lieber einen weicheren Job suchen.
    Und hier geht es eben nicht um politische Machtspielchen, sondern "grober angepackt werden" meint hier ziemlich genau das.

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    1. Die Reporterin schreibt nur, dass Brüderle ihr mitternachts auf die Oberweite geschaut und einen zur nächtlichen Stunde passenden Spruch gemacht habe, während sie um 24 Uhr ein ernsthaftes Hintergrundgespräch führen wollte. Hallo, da ist man jetzt sehr verletzt und erniedrigt.

      Was müssen sich die Mädels auf der Wiesn eigentlich die Wochen während des Oktoberfestes anhören? Das ist lächerlich.

      Diese Sprüche wird es noch in 100 Jahren geben, es sei denn, wir leben in den USA, wo inzwischen 12jährige wegen unangemessenen Verhaltens belangt werden und man als Teenager bei der Annährung jeweils vorher fragen muss, ob man nun gucken und berühren darf.

      Aber in 100 Jahren bin ich zum Glück tot.

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    2. Also erstmal haben die beiden sich nicht privat irgendwo getroffen, sondern es war ein öffentliches Treffen mit zwischen Journalisten und Politikern, eben um Hintergrundgespräche zu führen.
      Zweitens fände ich es schon bedenklich genug, wenn er "nur" einen anzüglichen Spruch über ihre Oberweite gebracht hätte (schwer vorstellbar, dass sich männliche Kollegen ständig Sprüche über den Inhalt ihrer Hose anhören müssen) Aber dabei ist es ja nicht geblieben, sondern es gab mehrere (auch körperliche) Annäherungsversuche, ohne dass er auf ihre Zurückweisung reagiert hätte.
      Und deswegen nerven mich die Reaktionen auf die Story so. Es geht ja nicht um Brüderles Verhalten alleine, sondern dass sowas als absolut normal angesehen wird und man das als Frau nun mal so zu akzeptieren hat, anstatt vielleicht mal zu überlegen, ob hier nicht ein ernstes Problem vorliegt. Lustigerweise ist Silvana-Koch-Mehrin übrigens die einzige FDPlerin, die sie verteidigt hat.

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    3. "Was müssen sich die Mädels auf der Wiesn eigentlich die Wochen während des Oktoberfestes anhören? Das ist lächerlich."

      Junge, genau das ist das Problem.

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    4. @Stefan Sasse

      Ich wusste es: Weltenveränderer! ;-)

      Das wird dann aufhören, wenn wir androgyne Gesellschaften haben.

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    5. @Ariane

      Ich weiß zugegebenermaßen nicht, was der angemessene Ort für Hintergrundgespräche ist. Angela Merkel soll sie jedenfalls nicht um Mitternacht an Hotelbars führen. Aber da sind die Neigungen unterschiedlich. Angeblich wird an Hotelbars ja auch angebändelt, davon können Sie sich im Film "Up in the Air" überzeugen.

      Brüderle habe ihr unter anderem auf den Busen geschaut und gesagt: "Sie können ein Dirndl auch ausfüllen."

      Viel mehr findet sich nicht. Ansonsten: den Unterschied zwischen primären und sekundären Geschlechtsorganen ist Ihnen bekannt oder wollen wir das auch diskutieren? ;-) Männer prahlen ja gerne...

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    6. Sorry, nicht Organen, sondern Merkmalen.

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  8. Ich kann den Wirbel um diesen Vorfall nicht wirklich nachvollziehn...
    Brüderle war betrunken und hat einen dummen, geschmacklosen Spruch gebracht. Nun hätte sich die Journalistin vielleicht auch denken können: "Der Typ ist betrunken, aus dem ist nichts vernünftiges herauszubekommen, also geh ich lieber."
    (Aber vermutlich wird mir dieser Vorschlag jetzt als Kapitulation vor dem Machotum vorgeworfen ^^)

    Solche "sexistischen" Sprüche wird es wohl so lange geben, wie es zwei Geschlechter gibt. Frauen tun so etwas auch, nur wird darüber kein Fass aufgemacht.
    In diesem Zusammenhang ein sehr erhellendes Video: http://www.youtube.com/watch?v=d-N9daqANcw

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  9. Ein Person gerät in den Fokus, und zack, postwendend haben wir den obligatorischen Skandal dazu. Ganz ehrlich, ich finde diese Personalisierungswut des politischen Feuilleton in Deutschland nur noch ermüdend.

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  10. Volle Zustimmung.

    Gut, bei Bill Clinton waren die Amis jetzt schon ein wenig Prüde, denn hier war die Sachlage eine ganz andere:

    1. Es handelte sich nicht um eine Journalistin, sondern eine Praktikantin.
    2. Es gab nicht das Angebot einer Tanzkarte, sondern einer Zigarre... Einer biologischen Ökozigarre. Das geht in Ordnung, denn das ist etwas ganz anderes, als eine außerhalb Bayerns grenzwertige Anspielung daran, wie gut einer Frau eine bayrische Tracht stehen würde.
    3. Da einige prüde Spießer Clintons Aktion für Ehebruch hielten und meinten, das ginge die Öffentlichkeit etwas an, musste der arme Kerl sogar vor einen Untersuchungsausschuss. Das gleicht jedes Fehlverahlten wieder aus, auch das er...
    4. ...leider einen Meineid ablegen "musste", damit ihn die Republikaner nicht wegen dieser Lapalie dran bekommen.
    5. Als das heraus kam hat man ihn sogar unter dem total abstrußen Vorwand, eine Falschaussage unter Eid vor einem Untersuchungsausschus der Legislative ginge ja gar nicht, ein Amtsenthebungsverfahren zugemutet. Dies war natürlich offensichtlich ein Versuch der U.S.-Republikaner, also der bürgerlichen Reaktion, an die allseits bekannte Prüderie der Amerikaner zu appelieren.
    6. Das Amtsenthebungsverfahren ist dann natürlich an den parteiseilschaften zu den demokratischen Senatoren -äh, ich meine natürlich, an der (sexuell) aufgeklärten Weitsicht der U.S.-Demokraten im Senat gescheitert. Wenigstens eine Stimme der Vernunft, die das Spiel sofort durchschaut hat und erkannte, dass es nicht um einen Meineid, sondern um eine miefige Aktion prüder Spießer ging.

    Deshalb gilt Clinton heute zu Recht noch als großer Staatsmann und die prüden Kampangentreiber sollten sich was schämen.


    Hoch, jetzt habe ich meiner zynisch-satirischen Ader versehentlich freien lauf gelassen.



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  11. Also ich kann hier den Riesenskandal nicht entdecken. Da hat jemand zu tief ins Glass geschaut und ein paar unpassende Bemerkungen gemacht. Wirklich Schockierendes ist nicht passiert. Ist unprofessionell. Ist unschoen. Aber kein SKANDAL. In der Welt scheint gerade nix berichtenswertes zu passieren, sonst erschiene so eine Lappalie noch nicht einmal in der Rubrik Lokales auf Seite 18 ...

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  12. Ach Leute. Da, wo ich herkomme, hätten die Frauen den Herrn Brüderle einfach laut schallend ausgelacht. Und tags drauf ihren Freundinnen die Story vom lächerlichen geilen Bock erzählt, und alle hätten noch mal gelacht. Das Leben kann auch einfach sein.

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  13. Mir persönlich stellt sich nur eine Frage:Warum hat es ein Jahr(!!) gedauert,bis das jetzt an die Öffentlchkeit kommt ??

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  14. Sexismus funktioniert immer in beide Richtungen. das wollen die Gender-Damen aber nicht wahrhaben. Oft geht es auch gar nicht um Sexismus, sondern um Machtmissbrauch.

    P:S: Gibt es einen Grund, warum ich nicht mehr in Deiner Blogroll bin?

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    1. Ne, da hat's bei dem Layoutwechsel wohl irgendwie den Reader zerrissen, betraf nicht nur dich. Habs wieder eingepflegt.

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    2. Äh, Sexismus IST Machtmissbrauch?! Das ist doch der Kern dieser Geschichte: Eine Frau, die sich gegen diese Art Belästigung wehrt, hat in vielen Berufen einfach ein Problem. Diejenigen (Männer), die die Macht haben, lassen so jemanden oft genug einfach fallen. Oder glaubt hier jemand, dass die Autorin des Stern bei der nächsten Gelegenheit noch eingeladen wird zu einem Vier-Augen-Gespräch bei derr FDP? Und, ob man es glaubt oder nicht, auf solche Gespräche ist ein Journalist eben auch angewiesen.

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    3. > der glaubt hier jemand, dass die Autorin des Stern bei der nächsten Gelegenheit noch eingeladen wird zu einem Vier-Augen-Gespräch bei derr FDP?

      Und wer sagt, dass die Vorwürfe so zutreffen, wie die Journalistin sie geschildert hat? Oder war das vielleicht etwas verdreht oder weggelassen wurden?

      Glaubt jemand, von so einem Vorwurf, ob gerechtfertigt oder nicht, bleibt nichts hängen?

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    4. Hier ein Beitrag, der es ziemlich gut auf den Punkt bringt:

      http://83273.homepagemodules.de/t5852f14-Zettels-Meckerecke-Diffamierungskampagne-6.html#msg88327

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    5. Wie gesagt, Sexismus geht in beide Richtungen. Ich erinnere nur an Kachelmann oder Strauss-Kahn. Ist auch sehr beliebt in Agentenkreisen, um unliebsame Personen in der Öffentlichkeit zu diskreditieren. Aber das ist Verschwörungstheorie ;-)

      P:S: :-)

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