Samstag, 8. Dezember 2007

Im Stammland

Hessen war immer Stammland der Sozialdemokraten, wie Roland Koch gerne betont. Der CDU-Mann hat das Land 1999 auf die nicht ganz koschere Art gewonnen, indem er "gegen die Ausländer unterschreiben" ließ (vielfach gehörtes Originalzitat an den CDU-Wahlständen zur Unterschriftensammlung gegen die doppelte Staatsbürgerschaft). Rechtspopulistisch gegen Ausländer Stimmung zu machen half auch bei der zweiten Wahl 2003. Dieses Mal wird es wohl nicht reichen - derzeit liegt schwarz gelb bei 47%, rot-rot-grün käme auf eine Mehrheit - rechnerisch.
Grund genug für Roland Koch, sich auf die Pfade von CSU-Langweiler Erwin Huber zu begeben, noch einen drauf zu setzen und vor einem wirklich drängenden Problem zu warnen: die Kommunisten stehen vor den Toren! Wer sich nun verwundert die Augen reibt, dürfte das zu Recht tun. Die Kommunisten? Wo?
Für Koch stehen "Kommunisten" für
- die SPD (etwa 36%)
- die Grünen (etwa 9%)
- die Linke (etwa 6%)
Während die Linke ihm beinahe mit den Gefallen getan hätte, indem sie einen bekenennden Kommunisten zum Spitzenkandidaten wählte (was irgendjemand mit wahltaktischem Verstand glücklicherweise rückgängig machte), entbehren die anderen beiden nun wirklicher jeder Logik. Ebenfalls bezeichnend: Hubers Schmähung dieser ach so linken Parteien als Sozialisten reicht Koch nicht aus, für ihn sind es gleich Kommunisten, Rote Horden quasi, die aus dem Dunkel des Ostens über sein braunes Musterland herzufallen und die freiwillige Gesamtschule einzuführen drohen. Das Ganze wird mit dem im Januar einsetzenden Wahlkampf wohl noch viel bizarrer werden als ohnehin. Wehe den Hessen, wenn Koch wieder gewinnt.

Kommentare:

  1. Willst du jetzt etwa betreiten, dass die Linke ihren Wahlkamp auf die gleiche Weise bestreitet?

    Btw. Koch stinkt, der gehört schon lange entfernt...

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