Montag, 11. Oktober 2010

Diese ganze "Integrationsdebatte" widert mich so an!

Von Stefan Sasse

Ganz ehrlich, ich kann es kaum beschreiben. Wie in den letzten kaum zwei Jahren eine Stimmung in diesem unserem Land entstanden ist, die den Aufschwung einer neuen und rapiden Ausländerfeindlichkeit markiert, ist beachtlich. Anfang der 1990er Jahre schrie alles Zeter und Mordio, als die Republikaner mit ihren Thesen von "Deutschland den Deutschen" in den Landtag Baden-Württemberg einzogen und nach einigen Demoskopen sogar Chancen auf den Bundestag hatten. Heute sind sie längst rechts überholt. "Wir brauchen keine Einwanderung aus fremden Kulturkreisen", hat Seehofer postuliert. Wenn man die offensichtliche Frage "Woher denn dann?" einmal beiseite lässt, dann muss einem doch auffallen, dass diese Phrase genausogut im Munde eines NPD-Politikers hätte liegen können, ohne das irgendjemandem auch nur das Geringste aufgefallen wäre. Dass die NPD verkündet hat, Sarrazin vertrete größtenteils ihre Positionen war nur ein Publicitygag, sicherlich. Doch leider ist es gleichzeitig schmerzhaft wahr. 

Ein neuer Fremdenhass hat sich in dieser Gesellschaft breit gemacht, der mit starkem Rückenwind fast des gesamten Mainstream-Journalismus von SZ bis FAZ zu BILD, Welt und Zeit mehrheitsfähig gemacht wurde. Das Zauberwort, das diesen Fremdenhass und den damit einhergehenden Rassismus möglich gemacht hat, ist "Integration". Wer sagt, die Ausländer hätten "sich zu integrieren", der sagt damit eigentlich nichts anderes als dass sie abhauen sollen, er drückt es nur anderes aus. Denn befragt man den Durchschnittsbürger nach seinen Vorstellungen von Integration wird schnell klar, dass diese letztlich überhaupt nicht zu bewerkstelligen ist. Der Migrant - und machen wir uns nichts vor, das ist nur das neuen politisch korrekte Wort für "Ausländer", das sich im Zeichen des neuen Rassismus sogar standardmäßig auf jene Migranten erstreckt, die einen deutschen Pass haben - darf effektiv nicht zu sehen sein, nicht bemerkt werden, dann wäre er "integriert". Das aber ist vollkommener Quatsch.

Ich habe meine grundsätzlichen Überlegungen zur Integrationsdebatte bereits dargelegt. Was mich so anwidert und was ich für so gefährlich halte ist diese Doppelbödigkeit der Hetze, die inzwischen im Namen Sarrazins und der Integration betrieben wird. Dieses beständige "Sarrazin hat ja Recht, er formuliert nur blöd" zeigt deutlich einen Schutzmechanismus, den der brave Bürger - und auch genügend Journalisten - seit Jahrzehnten gerne verwendet: er versteckt seine Ansichten hinter jemand anderem. Praktisch niemand weiß, was Sarrazin wirklich gesagt hat, das ist mir immer wieder aufgefallen. Stattdessen behauptet jeder, dass er gesagt habe, was man selbst als fremdenfeindliche Thesen vertritt. Das wirkt wie ein Testballon. Man kann so Sarrazin vorschieben, und wenn der Gegenüber negativ reagiert war es er und nicht ich, der das gesagt hat. Sarrazin wird so zum Schild, der allerdings wegen des breiten Konsenses dieses neuen Fremdenhasses immer überflüssiger wird. Er degeneriert zum Chiffre. 

Die Gesellschaft wird durch diesen neuen Rassismus, diese neue Fremdenfeindlichkeit vollkommen gespalten. Es befinden sich zahllose Muslime im Land! Diese haben ein grundgesetzlich garantiertes Recht auf Ausübung ihres Glaubens! Die CDU ist örtlich so weit gegangen, Geert Wilders einzuladen, der die Theorie vertritt dass ein Muslim die Hälfte der Seiten des Koran ausreißen müsse um zu beweisen, dass er in die niederländische Gesellschaft integriert werden könne. Eine solche Sicht ist bei uns bereits weit verbreitet. Das Ausschließen dieser Menschen, das absurderweise mit der verschärften Forderung nach "Integration" verbunden ist, wird Deutschland und unsere Gesellschaft noch teuer zu stehen kommen. "Integration" ist eine Idee, die kaum sechs, sieben Jahre alt ist, und sie ist bereits vollkommen pervertiert, zu einem politischen Kampfbegriff verkommen. Selbst die SPD gibt sich dieser neuen Form des Rassismus hin, wohl in der Angst, Wähler zu verlieren, und die CDU hat es schon immer als ihr Kernthema ausgemacht, rechte Thesen bügerlich zu präsentieren. Ein Zusammenleben aber wird so nie entschieden. Die neue Integrationstheorie, wie sie von den heutigen Meinungsführern vertreten wird, ist eine negative, ausgrenzende. Sie erklärt ständig, warum man nicht dazugehört, bleibt es aber schuldig zu erklären, wann man denn dazugehöre. Dass unter diesen Auspizien noch so viele Muslime in Deutschland so geduldig und friedlich sind ist das eigentliche Wunder. Sie hätten allen Grund, sauer zu sein, und ich fürchte, dass die gefährliche Hetze bald zu einer self-fulfilling-prophecy wird.

Kommentare:

  1. Volle Zustimmung!
    Außer, dass die Zeit mir bisher durchaus als neoliberales Propagandablatt, bei diesem Thema aber durchaus positiv aufgefallen ist. Hättest du da Beispiele?

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  2. Lieber Stefan,

    Du hast meine eigenen Gedanken so schön auf den Punkt gebracht, dass ich dem eigentlich gar nichts weiter hinzufügen kann. Außer vielleicht, das hier wohl die Grundlagen gelegt werden sollen für den CLASH OF CIVILISATIONS, von denen Samuel Huntington schwafelte - und das nun auch noch in Europa. "Huntington stellte 1993 die These auf, dass die Weltpolitik des 21. Jahrhunderts nicht von Auseinandersetzungen politischer, ideologischer oder wirtschaftlicher Natur, sondern von Konflikten zwischen Angehörigen unterschiedlicher Kulturkreise bestimmt sein werde." (Wikipedia)
    Man ist ja schon dabei im Irak und in Afghanistan, wo riesige Landstriche mit uranangereicherter Munition verseucht werden.
    Und der Durchschnittdödel springt darauf an wie Pawlows Hund aufs Glöckchen... Jämmerlich. Peinlich. Widerwärtig.
    Ich neige allmählich dazu, S. zuzustimmen, was die sich wie ein Ölfleck ausbreitende Doofheit angeht. Nur als Ursachen sehe ich andere als die, von denen er stammelt: Gezielte Desinformations- und Hetztiraden treffen auf vorurteilsbeladene Spießbürger, die sich sonstwas auf ihren "ererbten" IQ einbilden. Die BLÖD- und SPIEGELleser immer vorneweg.

    Zum Totlachen, wenn es nicht so traurig wäre.

    Liebe Grüße
    Saby

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  3. DIeses THema wird in naher Zukunft viel mehr an Bedeutung gewinnen...denn wenn es uns in 2-3 Jahren schlechter geht (finanziell) dann werden wir ein "AUSLÄNDERPROBLEM" haben....und die Schuldigen werden wieder die gleichen sein...die schwachen gegen die noch schwächeren....die Elite baut schon an der Zukunft...das wird sich auch an der politik zur EU auswirken....wenn den die Spaltung der EU kommt werden "WIR" schon vorbereitet sein!!!

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  4. es werden andere Probleme gemacht. um von den echten abzulenken.

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  5. Ein bisschen ironisch ist es schon, dass Huntington - vielleicht unwissentlich - ein stalinistisches Verständnis von Ethnie - essentiell und im Wesen statisch - propagiert. Das ist in der Wissenschaft zwar bereits diskutiert, dekonstruiert und zugunsten eines dialogischen Kulturmodells aufgegeben worden, hindert die Deppen jedoch nicht, sich immer wieder darauf zu beziehen.

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  6. Wieso fängt denn Seehofer jetzt aus heiterm Himmel mit dem Thema an? Hat der irgendwelche Wahlen vor Augen? Oder will er einfach nur mitreden?

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  7. Die Sprache der Bilder. Heute auf SPON das Video Spezial unter dem Seehofer-Artikel anschauen. Ich wohne in Baden mit vielen Muslimen - aber solche Typen (wie aus Kabul oder Tschetschenien)wie auf dem Bild habe ich noch nie gesehen - die müssen extrem selten in D sein. Warum werden die so in den Vordergrund gestellt ?
    Ausserdem wird in den Artikeln - siehe Seehofer, Wulff, Sarrazin immer suggeriert als würde ihnen ein Sturm der Entrüstung entgegentreten. In Wirklichkeit ist das die offizielle Linie von Schwarz/Gelb. Massenpsychologisch geschickt gemacht (manipuliert).

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  8. Das, was Seehofer und Co. jetzt sagen, nennt man wohl "das konservative Profil der Union schärfen". Einen Rassismus der Mitte gibt es schon lange, nur wird er in der letzten Zeit erst so richtig bedient. Im eigenen Verwandtschafts- und Bekanntenkreis staune ich da immer wieder, was manche (ansonsten nicht unintelligente) Leute für ein Menschenbild mit sich herumtragen.
    Wahrhaftig, den integrierten Türken kann es nicht geben. Er kann sich noch so anstrengen, er wird immer abgelehnt werden, eben weil er Türke ist. Um diesen Kulturkreis geht es ja in der Hauptsache, denn über die japanische Parallelgesellschaft in Düsseldorf regt sich schließlich niemand auf.

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  9. Diese sog. Integrationsdebatte ist einfach nur widerlich. Hier wird mit Vorurteilen, Lügen und Halbwahrheiten gespielt. Schon seit Jahren wird der Islam zum großen Feind aufgebaut. Ohne Feind können wir offenbar nicht sein. Immer wieder wird gezielt die Angst für islamistischem Terror geschürt, dabei kann ich mich an kein nenneswertes, islamistisches Attentat erinnern. Da hindert uns nicht, Milliarden in den Kampf gegen der Terror zu stecken, von Bunderwehreinsätzen bis Nackscannern. Dazu kommt ein Bild, das RTL und Co. mit seinen sog. Reality-Formaten prägt, ein Bild von aggressiven, perspektivlosen und dummen Ausländern, die außer Saufen und Schlägern nichts können. Dass diese Bild offenbar nicht der Realität entspricht, wird jeder, der offenen Auges durchs Leben geht leicht erkennen. Überall sieht man wunderbar Ausländer, die bestens integriert sind in dem Sinne, dass die perfekt Deutsch sprechen und hier leben, arbeiten und Sozialabgaben bezahlen. Eine weitere Lüge ist, dass der Anschein erweckt wird, als könnte jeder, der nur will, einfach hier leben, ohne Arbeit, ohne Deutschkenntnisse, ohne den Willen, Recht und Gesetz zu achten. Braucht man denn keine Aufenthaltsgenehmigung? Sieht die Polizei bei den Ausländern absichtlich weg? Ganz sicher nicht. Im Gegenteil. Disktimierung von Ausländern im großen und kleinen ist täglicher Alltag in diesem Land. Wo sind die Politiker, wo sind andere gesellschaftliche Gruppen, die das mal offensiv klar stellen. Ohne Ja, aber. Nach dem Motto, viele Ausländer sind ja integriert, aber Sarrazin hat irgendwo doch recht. Stattdessen haben es die Rassisten in der Diskussion schon geschafft, die anderen in die Defensive zu drängen. Da spricht der Bundespräsident eine Selbstverständlichkeit aus, nämlich dass der Islam zu Deutschland gehört. Und er wird attakiert, als hätte er gerade das Christentum verboten und den Islam zu Staatsreligion ausgerufen. Und keiner sagt war, keine stört sich daran. Wo sind Politiker die kraftvoll versöhnen können? Die der Meinungsmache entgegentreten und die Besonnenheit in die Diskussion bringen? Früher gab es solche Politiker in fast allen Parteien. Und heute? Schweigen! Kein Kirchenvertreter, kein Politiker, kein Elder Statesman meldet sich zu Wort. Klar, die Grünen beziehen Stellung. Aber sonst? Es ist eine Schande. Es gab schon mal eine Zeit, wo man gegen Menschen auf Grund ihrer Zugehörigkeit zu eine Religion gehetzt hat. Und auch da mit dem Unterton "das wird man wohl noch sagen dürfen", "die sind halt so" etc. Ich sehe viele Parallelen zum Antisemitismus. Früher wurde gesagt, die Juden seinen eine Gefahr für ein Weltfrieden, heute ist es angeblich der Islam. Es gab mal den Konsenz in Deutschland "Währet den Anfängen". Aber wird sind ja schon mittendrin.

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  10. Hallo Stefan,

    das ganze ist doch nur eine Ablenkungsdebatte in deren Schatten grausamste Sozialabbau-Maßnahmen betrieben werden können, ganz an Recht und Gesetz vorbei.

    Der Nachdenkseiten-Mitgestalter Wolfgang Lieb hat dazu eine vortreffliche Analyse auf Nachdenkseiten veröffentlicht:

    "[...]Soziale Kälte unter dem Deckmantel der Integrationsdebatte[...]" - Quelle und ganzer Text: http://www.nachdenkseiten.de/?p=7006#more-7006.

    Übrigens, dass es eine neue Ausländerfeindlichkeit gibt nutzt doch eben auch nur den herrschenden Neoliberalen, denn man kann dann nicht nur arbeitende und arbeitslose Arme gegeneinander aufhetzen, sondern eben auch nichtdeutschstämmige Bürger gegen deutschstämmige und Asylanten. Nichts Neues eigentlich, da mir schon seit Jahren der Verdacht kommt, dass Neoliberale nichts anderes als Faschisten (dt. Nazis) in einem modernen Gewand sind.

    Ich weise ja immer wieder darauf hin, dass in Lateinamerika - in den dortigen faschistischen Diktaturen - der Neoliberalismus als erstes praktiziert wurde - nicht allein in Pinoquets Chile. Kein Wunder, dass mit der ALBA dort ein entschieden antineoliberaler, und antifaschistischer, Kurs gefahren wird.

    Wird wohl bei uns auch noch kommen, aber Europa hinkt, wie immer, der Entwicklung auf dem amerikanischen Kontinent hinterher - nun eben die neoliberal-faschistische Phase in Europa :-(

    Gruß
    Nachdenkseiten-Leser

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  11. Nachtrag:

    ... ich kann mich an kein nenneswertes, islamistisches Attentat IN DEUTSCHLAND erinnern ...

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  12. "Sarrazin" als Chiffre für die eigenen unausgegorenen Vorstellungen, "Integration" als Aufforderung, gefälligst unsichtbar zu werden: Der Text arbeitet das Unaufrichtige und die Untiefen des Diskurses sehr gut heraus. Es geht längst nicht mehr darum, sich mit Menschen über Probleme zu verständigen. Es geht darum, über Menschen zu reden.

    Die Muslime eignen sich hervorragend als die "Bösen", auf die sich alle anderen einigen können. Und die Spannbreite der Menschen, die sich da zusammenfinden, ist zutiefst erschreckend. Vom "kleinen Mann auf der Straße" bis zum Großintellektuellen, von Feministinnen bis zu Feuilletonistinnen, von Philosophen und Verteidigern der Aufklärung bis zu christlichen Fundamentalisten. Jeder hat andere Ziele und Ideen, aber einstweilen schwelgen alle im frischen "Wir"-Gefühl und bestärken sich gegenseitig darin, dass der Islam ganzganz böse und fremd ist und nicht in unseren Kulturkreis passt. Schland oh Schland.

    Wenn das Ganze "von oben gesteuert" wäre, wäre es ja noch einfach. Dann wäre es damit getan, die Manipulatoren und Fernsteuerer zu entlarven. Ich fürchte, so harmlos ist es nicht. Es geht um ein Bauchgefühl, um ein Gemisch von Ängsten und Aggressionen. Das kommt durchaus aus der Mitte der Gesellschaft heraus. Medien können allein von sich aus keine "Kampagne" lostreten (wenn das ginge, hätten wir heute dank Springer, Spiegel und FAZ wieder die alte Rechtschreibung). Aber bei den Themen "Islam", "Migranten", "Sarrazin" werden Kommentarspalten und Leserbriefredaktionen von aggressiven und selbstgerechten Stellungnahmen überflutet. Die Medien brauchen da nichts anzuheizen.

    Wichtig - und schwierig - finde ich es, nicht selbst in Aggression und Selbstgerechtigkeit zu verfallen und sich mit zu einfachen Erklärungsmustern zu begnügen. Es geht nicht um "Gut" gegen "Böse", weder so noch so herum. Es kann auch nicht darum gehen, im Alltag erfahrene Probleme und Reibungspunkte wegzureden. Die sind aber nicht zu lösen, indem man Menschen entsorgt oder ihnen verbietet, die zu sein, die sie sind.

    Und genau darauf läuft die dasmussmanjawohlnoch-"Debatte" natürlich hinaus, wenn überhaupt auf etwas. Ein besonders perfides Beispiel dafür findet sich hier:

    http://www.welt.de/debatte/kommentare/article10194923/Trennung-ist-ebenso-wichtig-wie-gute-Integration.html

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  13. Ich habe keinen Streit mit den Moslems.

    Das wird man ja noch sagen dürfen.

    SK

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  14. Das heuchlerische an der ganzen Debatte erkennt man m.E. insbesondere daran, dass (Christliche) Religion ja keineswegs mehr eine bedeutende Rolle im Leben der meisten Deutschen spielt. Es geht nur um Ausgrenzung entlang einer schön auffälligen Markierung: Moslem = Bäh!

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  15. Allerdings. Unsere Grundwerte sind nicht "christlich-jüdisch", sondern - wenn man es auf Schlagworte bringen will - freiheitlich und demokratisch. Demokratie und Menschenrechte entstammen nicht dem Christentum, sondern mussten gegen es durchgesetzt werden. "Möge jeder nach seiner Fasson glücklich werden" ist so ein Grundwert, den viele missverstehen als "Möge jeder nach [b]meiner[/b] Fasson glücklich werden". Die Freiheit der eigenen Weltanschauung und des Gewissens - passé! Und diese Hetzer gewinnen in allen westlichen Ländern an Einfluss. Und während das Wahlvieh mit dem "Kulturkampf" ein Hassobjekt präsentiert bekommt, nutzt unsere rückgratlose Politik die Chance, den Graben zwischen den Ärmsten und der international vernetzten Hochfinanz weiter zu vertiefen.

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  16. Thema ZEIT: Nein, keine Beispiele. Mehr so ein Gefühl.

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  17. Endlich kann ich Ihnen mal zustimmen, Herr Sasse:

    So ist sie, diese Integrations"debatte", in diesem ganz- und widerlichen Deutschland

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  18. @Stefan Sasse

    Mangels "Juden" wird nun halt "der Moslem" als Feind angesehen.

    Traurig, aber manche Dinge ändern sich nie in Deutschland.

    Übrigens, es soll schon anno 1929 so gewesen sein, dass "Asoziale" (=z.B. Bettler, Alkoholiker, Obdachlose, Cinti und Roma, damalige Langzeitarbeitslose) und "Juden" die Verursacher der Krise gewesen wären, und nicht die Zocker, und Börsenschwindler von damals. Insofern ist diese unsägliche Debatte uralt, nur die Opfergruppen der wahren Asozialen (=Wirtschaftsbosse und korrupte Politiker - damals wie heute auch "Mietmäuler" in der Wissenschaft und bei den Medien) hat seit dem 11. September 2001 gewechselt. "Die Moslems" kommen gerade recht. Traurig, aber leider allzu wahr.

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  19. @Stefan Sasse

    Schau mal z.B. beim Buchautor Wolfgang Ayaß vorbei. Es ist wirklich enttäuschend wie uralt die Vorurteile gegen "Randgruppen", und "Ausländer" in Deutschland sind, ebenso wie Antiziganismus bzw. -semitismus.

    Die Neue Weltwirtschaftskrise seit 2008 zeigt eben auch in Deutschland, trotz, oder gerade wegen der Aufschwung-Lüge, ihr häßlichstes und rassistisches Gesicht.

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  20. Die "Asozialen" (=z.B. Bettler, Alkoholiker, Obdachlose, Cinti und Roma, damalige Langzeitarbeitslose) und "Juden"(darf man nicht mehr sagen, deshalb die Muslime) sind heute nicht die Verursacher der Krise, sondern in der Wahrnehmung sind sie die Ursache für die zu hohen Abgaben und Steuern. Frei nach den Motto - der grösste Posten im Haushalt sind die Sozialausgaben. Die 480 Milliarden für die Banken sind ja nur Garantien. Wie wären denn 80 Milliarden für die Schulausbildung von Migranten ?

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  21. Ich vermag längst nicht alle Argumente der Kommentatoren hier zu teilen, aber der Tenor ist der Gleiche: Diese ganze Diskussion lenkt nur von wirklich wichtigen Problemen ab: Nämlich wie wir in den nächsten Jahren dieses Land einigermaßen in den Griff bekommen. Da Politiker vor diesen Sachfragen Angst haben wie der Teufel vor dem Weihwasser, müssen eben andere Themen her.

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  22. "[...]... in der Wahrnehmung sind sie die Ursache für die zu hohen Abgaben und Steuern. Frei nach den Motto - der grösste Posten im Haushalt sind die Sozialausgaben. Die 480 Milliarden für die Banken sind ja nur Garantien. Wie wären denn 80 Milliarden für die Schulausbildung von Migranten?[...]"

    Du windest Dich aber fein heraus, die 480 Milliarden sind nicht "nur Garantien", die sind Ausgabenposten für die Steuerzahler (heutige und zukünftige Generationen), wir bezahlen für die Gier und Zockerei einiger weniger, unserer selbsternannter "Eliten". Übrigens, irgendwo las ich einmal, dass der Betrag viel höher sei, unter der Hand - leider finde ich die Quelle nicht mehr. Ich denke nicht, dass die Migranten dumm sind, und Schulbildung brauchen - im Gegenteil, die sind sicher gescheiter wie manch Stammdeutscher in- und außerhalb dieses Forums. Übrigens, dass der dt. Staat auf "Humankapital" verzichtet zeigt ja auch die Frau von der Leiharbeit, die unser Arbeitsministerium leitet, und der die Hetze gegen Moslems gerade zur richtigen Zeit kommt - in deren Schatten Frau von der Leiharbeit Gesetze durchdrückt, die nicht einmal beschlossen sind. Lies mal den Hinweis weiter oben.

    Übrigens, man kann die dt. Arbeitsmarktpolitik getrost mit Auschwitz vergleichen, nur nicht so brutal. Wie ich das meine? Ein ketzerischer Gedanke: Werden die Immigranten nicht genauso behandelt wie Juden, und andere an der Rampe in Auschwitz? Frei nach dem Motto: Du bist tauglich, darüber. Du nicht, ab ins Gas.

    M.E. haben unsere "Eliten" nichts aus Auschwitz gelernt, wenn die sich genauso verhalten wie ihre faschistischen Großväter - nur eben nicht so offen, und brutal.

    Bei Migranten heißt es nämlich statt wie dem Beispiel oben z.B. du darst nach Europa hinein, du bist bestens ausgebildet, und ansonsten auch ein Teil der "Eliten" der Länder aus denen du zu uns kommst. Die AsylantInnen, die flüchten, werden dagegen so wie "ins Gas" oben behandelt, von Europa. Die können getrost in ihre Folter- und Mordstaaten zurückbugsiert werden, oder im Mittelmeer, dem großen Massengrab vor Europas Küsten, qualvoll ertrinken. Irgendwie zeigt hier nicht allein Deutschland, sogar ganz Resteuropa, dass die "Eliten" nach 1945 nie von ihren faschistischen Denkweisen gesäubert wurden. Die machen - in Deutschland und Europa - weiter als hätten die nie untilgbare Schuld mit dem Judenmord, und anderen Völkermorden, auf sich geladen. Frag mal z.B. Kongo-AsylantInnen warum die flüchten. Kleiner Hinweis: Es hat etwas mit der belgischen Kolonialgeschichte, und der willkürlichen Aufteilung Kongos zu tun, die bis heute zu Völkermorden und blutigen Konflikten im Kongo führen....

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  23. Noch was: Lies mal das Buch des italienischen, investigativen Journalisten Fabrizio Gatti mit dem Titel "Bilal: Als Illegaler auf dem Weg nach Europa von". Es ist in mehrerer Hinsicht ein echter Augenöffner, denn es zeigt, dass die Armutsflüchtlinge eben keine "dummen Migranten" sind, sondern durchaus hochqualifizierte darunter sind, die jegliche Mühen auf sich nehmen in Europa - hier Italien - zu landen. Es zeigt die Ausbeutung dieser Flüchtlinge bis die an die Gestade des Mittelmeeres kommen ebenso wie die gewollte miese Behandlung im großen Auffanglager Lampedusa wo sich Gatti - auch als Asylant getarnt - eingeschlichen hat. Außerdem zeigt es den Sozialdarwinismus unserer "Eliten" in Europa, die eigentlich komplett ausgetauscht gehören, wenn es nach Gatti und mir ginge, und zwar durch Humanisten, und andere menschlich agierende statt der derzeitigen herrschenden Technokraten, Rassisten und Faschisten in ganz Resteuropa - meine Meinung dazu.

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  24. "Wir brauchen keine Einwanderung aus fremden Kulturkreisen", hat Seehofer postuliert.

    Ich habe eben gelesen: "Wir brauchen keinen Fremdenhass von rechts, wir haben selber welchen", hat Seehofer gesagt.

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  25. @Klaus Baum

    Danke für den vortrefflichen Satz "Wir brauchen keinen Fremdenhass von rechts, wir haben selber welchen", hat Seehofer gesagt" - Ich war nie ein Freund der CDU/CSU/FDP, und zwar weil ich mich etwas zu tief mit der dt. Historie vor 1933; 1933 - 1945, und nach 1945 beschäftigt habe.

    Viele in der CDU/CSU/FDP stammten damals aus der NSDAP, und deren Enkel sind - sogar 2010 - auch nicht besser als diese Faschisten.

    Meine Meinung dazu ;-)

    Übrigens, es soll sogar rechtsokkulte Wurzeln bei den GRÜNEN geben, wie die Ex-GRÜNE Jutta Ditfurth einmal in einem Buch, als Abrechnung mit ihrer Partei (sie gehörte zu den Gründungsmitgliedern der GRÜNEN dazu) geschrieben haben soll, auf nachvollziehbaren Quellen basierend.

    Irgendwie würde mich eine Allianz dieser grünen Zweckheiligen mit der CDU/CSU/FDP-Regierung in BW, trotz Stuttgart 21, daher nicht wundern.

    Die SPD hat ja ihren Noske gehabt, und so manch treues Parteimitglied, dass sich in den Zeiträumen, die ich oben erwähnen, zuerst in der NSDAP rumtummelte, und hinterher davon nichts wissen wollte....

    ...einzig die Linkspartei ist, wegen ihres jungen Alters, zumindest in diesem Sinne nicht verdächtig, aber "Honeckers Erben" sind ja schlimmer als "Hitlers Erben", wenn es nach Sarrazin, Merkel, Westerwelle & Co. geht.

    Nein, nicht Deutschland, aber diese "Eliten" widern mich nur noch an....

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  26. Gut gebrüllt ;)
    Und als Ausländer muss ich dazu noch sagen, dass Leute wie Sarrazin & Co wirklich reichlich bescheuert sind. Ich glaube, jeder hier lebende Ausländer hat gewisse Vorbehalte gegenüber den Deutschen und durch so ein dummes Gesülze fühlt man sich da teilweise richtig von bestättigt. Das ist eine reine Desintegrationsdebatte, die hier geführt wird, wo jedem halbwegs denkendem Menschen auffallen müsste, dass das so ins Nichts führen kann und muss.

    Ich glaube, auch Deutschland braucht brennende Migrantenviertel, damit Manche hierzulande mal wach werden.

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  27. Deutschland hat 3 Generationen Gastarbeiter gebraucht, um zu verstehen, dass Sie grundsätzlich eine Integrationspolitik braucht. Insbesondere als Einwanderungsland.
    Das schlimme dabei ist, dass die Politik und mittlerweile auch die Bürger tatsächlich erwarten, dass in einer Generation die angeblichen Integrationsmaßnahmen Früchte tragen sollen. In keiner Gesellschaft auf der Welt haben sich Minderheiten alleine in die Gesellschaft integriert, sondern immer durch gezielte Maßnahmen der jeweiligen Politik.
    Das wichtigste in Deutschland ist hierbei, dass die deutsche Politik und insbesondere die deutschen Bürger die Ausländer nie als ein Teil der Gesellschaft gesehen haben. Der Begriff Gastarbeiter ist hierfür ein Beweis. Wir waren doch immer nur Gäste!!! Der Arbeiter am Band bei Ford hat nie die deutsche Sprache erlernen müssen, da die damaligen Bedingungen dies nicht erforderten. Als dann die Anforderungen an den Arbeiter gestiegen sind und die deutsche Sprache unerlässlich war, waren sie zu nichts mehr zu gebrauchen.
    Natürlich müssen Menschen auch Integrationswille zeigen. Jedoch wer denn? Die Gesellschaft, die damals nach Deutschland kam? Das waren überwiegend Menschen, die nicht mal die eigene Sprache richtig beherrscht haben. Deutschland hat ja auch keine Köpfe gebraucht, sondern Arbeiter, die bei der Einwanderung unmenschliche Untersuchungen über sich ergehen lassen mussten. Ja sogar wie Tiere mussten Sie in Massen in einer Reihe und den Mund öffnen, um ggf. Zahnprobleme zu identifizieren. Integration ist ein langer Prozess. Jedoch ist insbesondere die Haltung der Politik und der Bürger hierfür nicht fördernd. Man sieht und immer noch als Gastarbeiter und akzeptiert die kulturellen Unterschiede nicht, sondern erwartet nur die Akzeptanz der Christlichen Werte. Interessant ist hier aber, dass Akzeptanz hier synonym für „gleich“ sein bedeutet. Also müssen die Ausländer Schweinefleisch essen ( da das nicht verstanden wird, warum wir keins essen), Alkohol trinken usw….Warum muss ein türkischer Bürger die Christlichen Werte akzeptieren? Er muss diese doch lediglich Respektieren!!!!!!!!!!!!!!

    Insbesondere bei der gesamten europäischen Entwicklung in Richtung „RECHTS“ zwingt mich die Frage zu stellen:
    Ist Faschismus kulturell vererbbar?

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  28. Und wenn man jetzt sagt, was ist mit Deutschland los? Wie rassistisch kann man denn noch werden?... dann ist die Antwort parat!: Wenn es Dir hier nicht gefällt, warum lebst Du dann hier? heißt soviel wie: dann verpiss Dich doch, wo Du herkommst!
    Problem: Ich komme nicht irgendwoher , sondern bin hier geboren!!!

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  29. Ich kenne jemanden, der kann das Wort "Integration" so laut rülpsen, dass dabei die Bilder von der Wand fallen! Wenn das mal nicht eine schöne Metapher ist.

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