Freitag, 24. April 2009

Kommentierte Fundstücke 24.04.2009, 19.40 Uhr

Weißgarnix enttarnt den neuesten Bad-Bank-Vorschlag der INSM als totalen Bullshit. Wer mal herzlich über die Dummheit dieser "Ökonomen" lachen will, dem sei der Beitrag wärmstens empfohlen.

ver.di
hat ein sehr hübsches Doku-Video zum Thema Mindestlohn im Stil einer Sendung-mit-der-Maus erstellt. Man sollte allerdings nicht vergessen, dass die Gewerkschaften zur Zeit rot-grüns, als so ein Mindestlohn möglich war, streng dagegen waren, da sie um ihre Machtbasis fürchteten.

Nur kurze Empfehlung der aktuellen Ausgabe von WDR5-Politikum. Besonders witzig: "Pfandflaschen hatten unter rot-grün mehr Rechte als Asylbewerber". :)

In der Financial Times entschuldigt sich deren Chefred für das Versagen der Wirtschaftspresse bezüglich der Finanzkrise; die Entschuldigung wird aber durch viele Relativierungen weichgespült. Mal ehrlich, das Argument, das andere auch versagt hätten ist Kindergartenniveau.

Heribert Prantl schrieb in der SZ eine Würdigung des Sozialstaates als wirklichen Garant des Friedens in der BRD. Damit hat er Recht, und wir haben schon oft genug gesagt, dass die ganzen Streichungen und Kürzungen in Deutschland ein Schnitt ins eigene Fleisch sind, ausgedacht vom äußerst begrenzten Horizont der BWL-Schnösel, die nicht länger als ein Quartal in die Zukunft schauen können.

Nochmal FTD: Ein Aufruf, die weiche Linie gegenüber den Banken aufzugeben. Son Quatsch, das machen die nie im Leben.

In einer Minisatire wird kurz der Begriff Bad-Bank erklärt, nicht überragend, aber ganz nett.

Die geplante Volkszählung 2011 wirft für die Kommunen Probleme auf: vermutlich leben in Deutschland rund 1,3 Millionen Menschen weniger als angenommen. Das bedeutet starke Geldverluste für die Gemeinden, und auch Ämter.

Die SZ verurteilt die Übernahme von Porsche-VW und Schaeffler-Conti. Ach nein, so plötzlich. Vor kurzem war das alles noch ganz toll, boah, schaut mal was die können, Klatschen und Bewundern.

Schwan kriegt Gegenwind wegen ihren Warnungen vor sozialen Unruhen. Offensichtlich agieren die meisten Leute auf dem Stand von Dreijährigen: wenn sie nur nicht drüber reden, wird schon auch nichts passieren. Feynsinn kommentiert auch.

Bei den Discountern ist - mal wieder - Preiskampf angesagt, worunter natürlich die Zulieferer und letztlich wir alle leiden. Das fiecht die SZ natürlich nicht an, die vollkommen realitätsblind von Vorteilen für den Vebraucher schwadroniert. Ne, klar, die Gebrüder Albrecht und Dieter Schwarz werden was von ihrem Milliardenvermögen abknapsen um die Preiskämpfe gegenzufinanzieren. Das ist so wahrscheinlich wie ein nach oben fallender Stein. Wir zahlen das! Wie bescheuert kann man eigentlich sein, das immer noch nicht zu sehen?

Der Richter des Pirate-Bay-Prozesses war in einer Urheberrechtslobby. Vielleicht hat die Revision doch bessere Chancen als ich ursprünglich dachte.

Zusammen mit einer Mega-LAN wurde auch ein Aufklärungsprogramm für Eltern in Nürnberg verboten. Wo kommen wir denn da hin, wenn plötzlich Aufklärung betrieben wird und man sich von geliebten Vorurteilen verabschieden muss?!

Jens Berger im Freitag zur Terrorzelle im Sauerland.

Weißgarnix äußert sich ebenfalls äußerst lesenswert zum Thema soziale Unruhen.

Und Heribert Prantl auch.

Kommentare:

  1. In Nürnberg fand übrigens kurz nach dem Amoklauf eine Waffenmesse statt. Da gibt es offenbar keine politischen Gründe, um diese abzusagen.

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  2. Daß die *Schavan* vor sozialen Unruhen warnen soll würde mich sehr wundern ;-)
    Der *Schwan* allerdings kann ich nur zustimmen.

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  3. Apropos Preiskampf der Discounter.

    Neulich wurden die Verpackungsgrößen, in denen Waren verkauft werden dürfen, liberalisiert.
    Wenn also die Aldi-Milch demnächst immernoch 55ct (??) pro Tüte kostet, einfach mal gucken, ob da noch ein Liter drin ist.

    Wer merkt sich denn schon den Preis pro 100g??? Die meisten merken sich doch nur, dass das wöchentlich eingekaufte Produkt xy immer xz kostet, wieviel das pro Einheit ist, merkt sich doch kein Schw**n.

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  4. Richtig, aber die Taktik fahren die schon lange. Dafür brauchte es keine Liberalisierung. Hast du da einen Link dazu? Hab ich gar nicht mitbekommen.

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  5. Hallo, also zu den Verpackungsgrößen hab ich mal schnell gegoogelt (stichworte: verpackungsverordnung verpackungsgrößen).

    Anscheinend ist die liberalisierte Verpackungsgrößenverordnung GERADE NEULICH in Kraft getreten.

    Folgende (gute) Treffer:

    26.09.2006
    http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/399/345238/text/


    Mi 08.04.09 18:00
    http://www.rbb-online.de/rbbumsechs/archiv/index.media.!etc!medialib!rbb!rbb!umsechs!umsechs_20090408_verpackung.html

    "Neue Verpackungsgrößen

    Am Sonnabend tritt eine neue Verpackungsverordnung in Kraft. Danach brauchen Hersteller von bestimmten Nahrungsmitteln, wie z.B. Mehl oder Zucker, keine exakten Abfüllmengen mehr einzuhalten. Bisher musste der Verpackungsinhalt auf das vorgeschriebene Gramm genau stimmen.

    Schokoladentafeln wogen immer 100 Gramm. Nun müssen sie das nicht mehr tun. Die neue Verordnung wird als "Entbürokratisierungsmaßnahme" gefeiert, aber sie macht es den Verbrauchern auch schwerer, Preis-Mengen-Vergleiche anzustellen. Manipulationen der Füllmengen werden durch die Lockerung leichter möglich sein. Verbraucherschützer warnen bereits vor Mogelpackungen. [...]"


    http://www.faz.net/s/RubBEFA4EA6A59441D98AC2EC17C392932A/Doc~E49799F16264A40D18CC4EA31E6F30829~ATpl~Ecommon~Scontent.html?rss_aktuell

    "Neue Zwischentöne im Supermarkt
    Von Petra Kirchhoff
    10. April 2009 Bisher musste sich die Lebensmittelindustrie an bestimmte Einheitsgrößen halten. Tafelschokolade mit mehr als 85 Gramm Gewicht etwa durfte nur in Mengen zu 100, 125, 150 und anderen geraden Gramm-Beträgen verkauft werden. Mit der neuen Verpackungsverordnung, die am 11. April europaweit in Kraft tritt, sind nun auch Zwischenformate möglich. Hersteller dürfen fortan Zucker, Milch, Butter, Bier und Mineralwasser in beliebig großen oder kleinen Verpackungen verkaufen. Auch krumme Maße sind also erlaubt. Feste Vorgaben gibt es nur noch für Wein, Sekt und Spirituosen.

    Bricht nun das Preis-Chaos im Supermarkt aus, wie Verbraucherschützer befürchten? Es sei eine der „überflüssigsten Neuregelungen der zurückliegenden Jahre“, moniert der Bundesverband. Zum einen werde der Preisvergleich schwieriger, zum anderen hätten Hersteller nun die Möglichkeit, den Inhalt bei gleichbleibendem Preis geringfügig zu verringern. „Damit wird versteckten Preiserhöhungen weiter Vorschub geleistet“, sagt Andrea Schauff von der Verbraucherzentrale Hessen. Klaus Pankow, Abteilungsleiter in der Hessischen Eichdirektion, hat bereits eine „gewisse Aufbruchstimmung“ im Einzelhandel ausgemacht. „Es gerät viel in Unordnung. Wir haben erste Beweise dafür, dass die neue Regelung von Herstellern für verdeckte Preiserhöhungen genutzt wird.“ [...]"

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  6. Verdeckte Presierhöhung können hier gemeldet werden: http://www.verdeckte-preiserhoehungen.de

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