Freitag, 16. Juli 2010

Kurzer Jahreszeitenguide für die Bahn

Von Stefan Sasse

Nachdem die Bahn im Winter überraschend mit Kälte rechnen musste, sind die Klimaanlagen in den ICEs hochoffiziell deswegen ausgefallen, weil niemand damit rechnen konnte, dass es im Sommer Temperaturen über 32 Grad geben könnte. Zeit also, der Bahn einen kleinen Jahreszeiten-Survival-Guide an die Hand zu geben. Here we go

Frühling
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Die erste komplett im neuen Jahr beginnende Jahreszeit. Offiziell tritt sie im März ein, aber je nach Wetterlage kann sie auch schon mal im Januar kommen oder sich bis Mai gedulden. Kennzeichen des Frühlings sind Temperaturhochs von bis zu 20 Grad, bei denen Menschen dann keine Jacke mehr brauchen, aber auch späte Schneefälle (da werden Jacken benötigt) und vor allem - viel Regen. Für die Bahn heißt das: Heizung an ,wenn es kalt wird, Heizung aus, wenn es warm wird. Wenn es regnet, Gleise abtrocknen (oder was auch immer bei Regen Züge ausfallen lässt). Das erfordert ein gewisses Maß an Flexibilität. 

Sommer
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Für gewöhnlich folgt der Sommer dem Frühling. Ich schreibe das explizit, damit die armen Bahner nächstes Jahr nicht vom plötzlichen Einbruch überrascht werden. Kennzeichen des Sommers, der meist bis Juni auf sich warten lässt, sind hohe Temperaturen bei geringem Niederschlag. Das Einschalten der Klimaanlage oder zumindest Öffnen der Fenster sind angeraten. Wo sich Fenster nicht öffnen lassen ,ist die Klimaanlage Pflicht. Ach ja, die Klimaanlage sollte kühlen, nicht heizen. 

Herbst
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Vieles von dem, was ich zum Thema Frühjahr gesagt habe, trifft auch auf den Herbst zu. Er kommt nach dem Sommer und ist meistens nasskalt. Es regnet viel und die Bäume verlieren ihre Blätter; selbige können auf den Schienen landen (glaube ich). Bei besonders geringen Temperaturen kann ein Einschalten der Heizung nötig werden; es ist grundsätzlich davon abzuraten, nach einem Regenschauer kalte Luft auf die durchnässten Fahrgäste zu blasen. Auch hier ist eine gewisse Flexibilität vonnöten. 

Winter
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Im Winter ist es kalt. Auch wenn Weiße Weihnacht inzwischen endgültig als Mythos entlarvt ist, muss man neben häufigem, kalten Regen auch mit gelegentlichem Hagel, Schneeregen oder Schnee rechnen. All das kann unter Umständen Züge verlangsamen. Da die Leute frieren, bietet sich ein Einschalten der Heizung an. 

So, und jetzt nochmal als Merkzettel zum Ausdrucken, Ausschneiden und Aufhängen: 
Frühjahr - Durchwachsen
Sommer - Heiß
Herbst - Durchwachsen
Winter - Kalt

Anmerkung: Ja, ich weiß, es ist wohlfeil, auf der Bahn rumzuhacken und in anderen Ländern ist das alles noch viel schlimmer. Aber allmählich wird es einfach albern. 


Kommentare:

  1. Man kann gar nicht genug auf der Bahn rumhacken. Die sollen sich endlich wieder auf den Transport von Menschen konzentrieren, nicht auf irgendwelche Logistikunternehmen oder Börsenspekulationen. Wenn sie das nicht können, ist es an der Zeit, den Personenverkehr an ein kompetenteres Unternehmen abzugeben.

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  2. @zweiradler:
    oder wieder ein staatsmonopol draus machen, dass sich darum zu kümmern hat, dass ganz deutschland auch im kleinsten bereich grundversorgt ist...

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  3. An dieser Stelle sei Jochen Malmsheimer empfohlen:

    "Die Bahn scheint eines der wenigen Unternehmen weltweit zu sein, die allein durch ihre pure Aufgabenstellung überfordert ist."

    http://www.youtube.com/watch?v=V4Muc-04UpA

    Es gibt nicht viele Unternehmen, die auf ihre Kunden derart wenig geben, wie die Deutsche Bahn. Neulich stieß ich in der Buchhandlung auf das "Schwarzbuch Bahn". Allein das Anlesen traf ins Schwarze.

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