Mittwoch, 7. Juli 2010

Zitat des Tages

Von Stefan Sasse

Ich gebe frank und frei zu: den aktuellen "Summa summarum" von Marc "Qualle" Beise habe ich mir nicht angesehen. Der Teaser hat mir gereicht, um wieder einmal innerlich zerrissen zwischen der Wahl eines heiteren Auflachens und einer die Tischplatte treffenden Stirn resigniert zur Tastatur zu greifen. Aufgemerkt: 
Auch wenn die Haushaltsplanung des Bundes besser aussieht als erwartet: Gespart werden muss trotzdem. Und noch wichtiger ist es, das Wachstum anzukurbeln. (Quelle)
Und sobald sie das geschafft hat, wird sich die Regierung an die Konstruktion einer Ferkelflugmaschine und die Quadratur des Kreises machen.

Kommentare:

  1. genau!
    wenn alle mehr nutto vom bretto haben, gehts wieder bergauf!

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  2. Der Herr Beise glaubt was er sagt. Selbst bei zwei Personen die Interagieren könnte man ihm erklären, dass Handel und Wirtschaft so nicht funktionieren. Wenn der beiden nur produziert, aber im Gegenzug nichts ausgibt, dann kann er sparen wie er will sein gegenüber kann nur über Schulden bei ihm Einkaufen.

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  3. "Ja, ich bin für Wachstum zu haben."

    wachstum auf wessen kosten?

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  4. Am liebsten natürlich ohne Kosten ^^ Aber ernsthaft: selbstverständlich sollten die Kosten gerecht verteilt sein.

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  5. Wenn ich mir Geschirr aus Ton töpfere, dann habe ich Wachstum im Wert dieses Geschirrs geschaffen. Auf wessen Kosten ist das dann gegangen? Wem habe ich damit was genauso wertvolles weggenommen?

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  6. Ben, wenn du dir Geschirr aus Ton töpferst, hast du noch lange keine Ware hergestellt, sondern das Ding hat höchstens einen Gebrauchswert für dich. Ob man da schon von Wachstum reden kann? Weggenommen hast du damit niemandem was, es kommt allerdings darauf an, woher und zu welchem Preis du den Ton hast zum Beispiel. Da beginnt der Beschiss schon. Aber für dich selbst zum Eigengebrauch stellst du keine Ware her. Im Kapitalismus geht es aber immer ums Verkaufen, um die Produktion einer Ware und den Profit, den man aus dem Verkauf erzielt (siehe Marxens Wertgesetz, falls du dich darüber mal informieren willst).

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  7. Liebe Leute, wenn ich den Ton nicht gekauft, sondern selbst abgebaut habe, wen habe ich dann ausgebeutet? Natürlich ist es Wachstum, und zwar auch dann, wenn das Geschirr nur zum Eigenbedarf hergestellt wurde. Wer sich daran aufhängt, dem sei gesagt, dass ich die Hälfte meiner Teller auch verkaufen kann. Wen also habe ich ausgebeutet?

    Und ich setze noch einen drauf. Vergleicht die Welt der Frühsteinzeit bitte mal mit der Welt von heute. Eindeutig gab es damals niemanden, der was besaß. Heute haben wir verdammt viele Häuser, Straßen und viele andere Dinge. Es gab Wachstum. Auf Kosten welcher Person gab es dieses Wachstum, wenn in der Frühsteinzeit niemand etwas besessen hat, was man ihm wegnehmen konnte?

    Ein weiteres Beispiel: Ich und ein paar weitere Kommentatoren dieses Blogs landen gemeinsam auf einer einsamen Insel (was Gott bitte verhüten möge!). Wir schaffen es irgendwie, uns nicht die Köpfe einzuschlagen, sondern errichten Hütten, Fischernetze und Werkzeuge, darauf acht gebend, dass wir keinen Raubbau betreiben. Jeder Wirtschaftswissenschaftler, der sich das Ergebnis anschaut wird sagen "Da gab es Wachstum" - auf wessen Kosten erzeugten wir dieses Wachstum?

    Warum diese Fragen keineswegs so naiv sein dürften, sollte spätestens jetzt jedem klar sein. Auch ich lehne die "Wachstum über alles" Ideologie ab. Ich lehne ein System ab, welches laut seinen eigenen Wirtschaftswissenschaftlern ewiges Wachstum braucht, um bestehen zu können. Aber ich lehne auch die verdammt plumpen, dummen, nicht eine Sekunde durchdachten Plattitüden ab, die von "links" kommen, wie z.B., dass Wachstum ja nur auf Kosten anderer ginge. Also, auf wessen Kosten habe ich mein Tongeschirr getöpfert, insbesondere wenn ich auch den Ton selbst ausgegraben habe? Wie gesagt, wenn jemand fälschlich behauptet, ohne Verkauf sei das ja kein Wachstum -was schlicht und einfach nicht stimmt!- dann zuliebe verkaufe ich gerne auch die Hälfte meiner Teller, gar kein Problem. Also, auf wessen Kosten habe ich mich bereichert, wo ist es hier, das Nullsummenspiel?

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  8. Das würde mich allerdings auch interessieren.

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  9. Mich interessiert das auch. Wenn du möchtest, kannst du das gerne in ggf. leicht umgeschriebener Version erneut veröffentlichen. Oder ich schicke dir eine solche Version. Dann ist die Frage nicht mehr ganz so leicht zu "übersehen".

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  10. Na ja, hier kommt ja keine Antwort mehr auf diese von mir aufgeworfenen Fragen. Wenn du willst, kannst du den Text meines Kommentars als "Gastbeitrag" veröffentlichen, oder ich schicke dir eine begradigte Version als Gastbeitrag zu.

    Vielleicht kommt dann mal eine Debatte darüber in Gang, ob gewisse "linke" Grundannahmen, wie z.B. "Wachstum geht nur, indem man sich an anderen bereichert", wirklich einfach so unumstößlich feststehen.

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