Donnerstag, 16. August 2007

Finanzkrisen und ein Blick zurück

Irgendwie ist es trotz der mehr als beunruhigenden Nachrichten bemerkenswert (und ebenso beunruhigend) still in den Medien. Die Notenbanken versuchen eine Liquiditätskrise von Ausmaßen zu verhindern, wie sie zuletzt in grauer Vergangenheit vor dem Fall des Eisernen Vorhangs verortet werden, die Aktienkurse fallen zwar nicht, beben aber schon und die Immobilienblase platzt endlich, nachdem man ihr bereits seit zwei Jahren das Platzen herbeischreibt.
Alles in allem also stehen wir wirklich vor einer Finanzkrise, die bisher noch einigermaßen gut abgefedert wird. Einigen Monetaristen dürfte angesichts der inflationären Tendenzen durch die Notenbankförderungen zwar speiübel werden, aber bisher helfen die Maßnahmen. Einen zweiten 25. Oktober 1929 werden hier wahrscheinlich nicht erleben, denn wenigstens etwas scheint die Politik von damals gelernt zu haben. Wenn allerdings die ersten Banken crashen und auch bei Otto Normalbürger ankommt, dass eine Liquiditätskrise herrscht (oder, um im BILD-Jargon zu bleiben: "Kein Geld mehr wegen Ami-Krise"), dürfte die Sache kritischer werden. Um beim Vergleich mit 1929 (respektive dem Jahr des Bankenzusammenbruchs 1931/32) zu bleiben: immerhin gibt es inzwischen eine gewisse Rücklagensicherheit, um so katastrophale Kettenreaktionen wenigstens deutlich zu erschweren. Mulmig kann einem trotzdem werden.
Wer genau aufpasst, sieht gewisse Anzeichen für fehlende Liquidität selbst; ich z.B. erfahre es im Betrieb, wo gerade häufig Pakete nicht ausgeliefert werden dürfen, weil Kunden eine Kreditsperre haben (fällige, unbezahlte Rechnungen), in einer Häufung allein die letzten zwei Wochen, wie wir sie die letzten 5 Monate nicht hatten. Die Erhöhung der Geldmenge (gemessen am Bargeld, was die Rechnung natürlich "etwas" hinfällig macht) um rund 22% in der EU deutet jedoch darauf hin, dass die der Preisstabilität verpflichtete EZB die Lage recht dramatisch einschätzen muss.

Nachtrag: Guter Zeitartikel zum Thema.

Kommentare:

  1. "anfallbekomm".

    was du in deinem Unternehmen merkst ist ein Scheissdreck und deine Argumentation ist für'n Arsch! Les mal irgend eine seriöse Zeitung und dann schreib nochmal was.

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  2. Theoretisch dürfte zwischen der Kreditwürdigkeit euerer Kunden und der US Sache kein Zusammenhang bestehen.

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  3. http://lachschon.gamigo.de/show.php?id=68051

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  4. Warten wirs mal ab, als nächstes wird wohl der chinesiche Finanzmarkt in Schwierigkeiten geraten. Und da hängen wesentlich mehr Einzelschicksale dran.

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  5. Das wäre auch ne denkbare Alternative, wobei das sich natürlich wieder extrem an den Börsen auswirken wird. Warum die Leute das dann so hochspielen versteh ich allerdings nicht, wo's doch so absehbar ist...

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