Montag, 10. Oktober 2011

Verschwörungsnachklapp zum Staatstrojaner

Von Stefan Sasse

Heute kann man bei den NachDenkSeiten verlinkt einen Foren-Beitrag bei heise.de finden, in dem die "Reaktion der Systemmedien" auf die Nachricht vom Staatstrojaner-Skandal dargestellt wird. Das Fazit: "Manipulation und Propaganda". Man kann nicht behaupten, dass SpOn und SZ sich mit Ruhm bekleckert haben. Während bei FAZ und ZEIT schon seit über 12 Stunden Artikel online standen, fanden beide andere Zeitungen es erst einmal wichtiger, am Sonntag morgen ausführlich über Vettels Formel-1-Sieg zu berichten, der sich in drei oder vier direkt untereinander angeordneten Artikeln auch noch hartnäckig auf Seite 1 hielt, als die Staatstrojaner-Meldungen bereits an vierter Stelle verschämt und notdürftig kommentiert erschienen. Es scheint, als ob die beiden eiskalt erwischt wurden und nicht in der Lage waren, schnell auf die Geschehnisse zu reagieren, geschweige denn eine irgendwie fundierte Meinung einzuholen. Was aber, um den Bogen zurückzuspannen, der Kommentator "Der Abschied" bei heise.de von sich gibt, ist einfach nur lächerlich und dient hervorragend zur Untermalung meiner Warnungen in den Debattenbeiträgen (hier und hier) mit Jens Berger.

Das beginnt mit einem ZDF-Artikel. Dieser unterschlägt tatsächlich praktisch vollständig das verfassungsrechtliche Problem - die eklatante Missachtung grundgesetzlicher Regeln - und stützt sich allein auf den technischen Aspekt, so dass der Eindruck entsteht, der CCC kritisiere das Sicherheitsniveau und nicht die Existenz des Trojaners und seiner Funktionen überhaupt. Die Folgerung von "Der Abschied":
Fazit: es ist unglaubhaft, dass die ZDF-Redaktion die Tragweite dieser Affäre nicht erkannt hat. Obwohl sie das Urteil des Bundesverfassungsgerichts erwähnt, unterlässt sie es daraufhinzuweisen, dass staatliche Stellen hier einen vorsätzlichen Verfassungsbruch in ihre Software eingebaut haben. Es handelt sich offensichtlich um vorsätzliche Meinungsmanipulation. Auch Propaganda genannt.
Das aber ist übertrieben. Das ZDF war schon immer ein tendenziell "schwarzer" Sender. Der fragliche Artikel erschien noch am Samstagabend, also als FAZ und ZEIT die Presseerklärung des CCC publizistisch begleiteten. Wenn der fragliche Autor sich nicht besonders gut auskannte und generell wenig von der allgemeinen Kritik am Staatstrojaner hält, so ist der Artikel leicht erklärlich. Am Sonntag hat das ZDF außerdem in zwei Artikeln den Stellungnahmen von Leutheusser-Schnarrenberger und Schaar Platz eingeräumt. Ist das ZDF übermäßig kritisch? Nein. Steht es in Sachen Trojaner tendenziell auf Regierungsseite? Ja. Ist es deswegen manipulativ und propagandistisch? Nein. Was "Der Abschied" ebenso wie ein großer Teil der Community nicht erkennen will ist, dass "Propaganda" und "Manipulation" keine einseitig belastbaren Kriterien sind. Die FAZ hat nach diesem Maßstab ebenfalls massive Propaganda und Manipulation betrieben, sogar wegen der Einseitigkeit noch schlimmer als das ZDF - nur eben in eine uns genehme Richtung. Nur, darüber beschwert sich keiner. 

Nach dem ZDF rantet "Der Abschied" dann gegen SpOn. Auch hier wird im ersten Artikel vor allem auf die technischen Mängel abgehoben, während ein kritischer Artikel - der an Schärfe nichts zu wünschen übrig lässt - erst spät am Sonntag nachgeschoben wurde. Das klare Fazit des "Abschied":
Interessant am Rande: kurz nach diesem ersten Versuch, erschien einArtikel des für Spiegel-Redakteure halbwegs Internet-versiertenChristian Stöckers (wer die Beleidigung erkennt, darf nunschmunzeln). Auf einmal hört man andere Töne: ""ProgrammierterVerfassungsbruch" und "Die Analyse staatlicher Überwachungssoftwaredurch den Chaos Computer Club hat Erschreckendes zutage gefördert..."In der Zwischenzeit hat die Nachricht das Netz in so helle Aufruhrversetzt wie selten. Anscheinend kam man in der Redaktion von Spiegelonline zur Einsicht, dass man diesen Angriff auf die Verfassung nichtmit der üblichen Propaganda aus der Welt schaffen kann (selbstSpiegel-Leser haben im Forum erkannt, dass sie mit dieser Meldungmanipuliert werden; das will was heißen). Also frisst man Kreide. Andieser Stelle erkennt man übrigens die Macht des Internets. Man ist nicht mehr auf die Systemmedien angewiesen, um sich zu informierenund desinformieren zu lassen. Gäbe es das Internet nicht, hätten dieVersuche des Spiegels vielleicht Erfolg gehabt. Nun muss er sich aberder Macht der freien Meinungsbildung beugen und Kreide fressen, umzumindest einen Anschein an Glaubwürdigkeit zu wahren.
Weil also User im Forum des Spiegel sich beschwert haben, wird "Kreide gefressen" und ein kritischer Artikel nachgeschoben, quasi um alle zu beruhigen. Es ist dasselbe Hirngespinst wie im Falle ZDF. Beide Redaktionen wurden, so vermute ich, von der Nachricht kalt erwischt. Es war Wochenende, und gut bezahlte Redakteure sind da wohl nicht in der Redaktion in ständiger Alarmbereitschaft, sondern führen den Hund Gassi. Einen Artikel muss man aber raushauen, und da ist es in Abwesenheit irgendwelcher kompetenten Vorgesetzten wohl einfach der sicherere Weg, erst einmal die relativ unbedenklichen technischen Daten rauszuhauen, ehe man voll auf die Pauke schlägt und über den Verfassungsbruch schreibt. So was, falls das noch niemandem aufgefallen ist, ist Leitartikel-Stoff. Das machen die großen Jungs. Die aber waren wohl schlicht nicht da. Das erklärt in meinen Augen die auffällige Reihung der Artikel - erst den technischen Kram von dpa abschreiben, erst später Meinungsartikel - deutlich besser als die Existenz einer 24/7 anwesenden Zensurkommission für Propaganda und Agitation. 

Die Vorwürfe, die "Der Abschied" hier - wohl stellvertretend für nicht wenige, wenn man dem bisherigen Diskussionsverlauf und der NDS-Verlinkung Gewicht beimisst - gegen die Redaktion erwähnt, sind dazu schlicht heuchlerisch. Ständig beschwert man sich aus den Reihen der Gegenöffentlichkeit darüber, dass keine vernünftige Recherche mehr bei den Massenmedien stattfindet, sondern einfach nur mit Vergötterung der Aktualität alles rausgehauen wird, ohne Verifizierung und eigene Gedankenbildung. Dann passiert etwas überraschend, am Wochenende, und alle beklagen sich dass SpOn und Co erst mal überlegt (mich eingeschlossen). Macht das Sinn? Ist das nicht ein Doppelstandard? 

Den Vogel schießt "Der Abschied" aber ab, als er zu Frank Schirrmachers deutlichen Worten und der prominenten Stellung, die dieser dem Trojaner in der FAZ eingeräumt hat kommt. 
Betrachtet man aber die Leserschaft und die Kritik genauer, weiß man, warum. Schirrmacher hat das rechte Lagerund seine Leser davor gewarnt, dass solche Skandale viele Bürger zur Piratenpartei treiben. Ein Opposition, die diesen Namen verdient,will man im etablierten System nicht haben. Schirrmache hat erkannt,dass die Rechte es übertrieben hat und dies den Rechten Zielenschadet. Er ist mitnichten zum Freiheitler oder Demokraten geworden. Allein die Macht des Internets triebt ihn dazu, Kreide zu fressen undim freiheitlichen Lager zu fischen.
Das ist genau das, was ich mit "Verschwörungstheorie" meine. Hallo? Frank Schirrmacher hat vielleicht auch so was wie einen eigenen Kopf und hängt nicht an den Fäden irgendeiner weltweiten Verschwörung, die ihn kontrolliert und steuert und der er willfährig zuarbeitet. Ihm zu unterstellen, dass er nur verhindern will, dass Leute zur Piratenpartei überlaufen um eine "Opposition, die ihren Namen verdient" zu bilden, ist schlichtweg albern. Abgesehen davon, dass er dann wohl kaum so kritisch wäre, sondern stattdessen einfach auch nur die technischen Aspekte beschreiben würde - die ihm aber gerade relativ egal sind. Nein, "die Leserschaft" der FAZ reicht dem "Abschied" hier als Beweis dafür aus, dass Schirrmacher ein Doppelagent des Bösen ist. Diese Weltsicht ist nur noch traurig und hat sich von der Realität weitgehend abgekoppelt. Dass die NachDenkSeiten auf diesen Beitrag verlinken und ihn als empfehlenswert herausstellen, spricht absolut nicht für sie. Der Ton im Lager der "Gegenöffentlichkeit" wird immer hysterischer. Hinter jeder Ecke wird ein Agent der alles umfassenden Verschwörung vermutet, die nur wenige eingeweihte, denkende, "kritische" Geister sehen können. Freunde wie "Der Abschied" will niemand haben. Wenn die Piratenpartei jemals mit solchen Leuten assoziiert wird, dann wird sie tatsächlich niemals eine wirksame Opposition sein können. Und überhaupt, warum ist eine "Opposition, die diesen Namen verdient" eigentlich immer das Ziel aller Wünsche? Ich will eine Regierung, die diesen Namen verdient!

Kommentare:

  1. Ich finds super, dass Du von innerhalb der Bloggosphäre mal darauf hinweist, was für ein Bullshit eigentlich teils geschrieben wird. Sonst widerspricht da ja niemand. Circlejerk in Reinkultur. Weiter so.

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  2. Das Verhalten, welches hier kritisiert wird belegt auch, dass man nicht gewillt ist Verbesserungen in der Arbeit der Medienbranche als solche anzuerkennen. Wenn einem das überlegte ("zögerliche") Agieren von SpOn und anderen genauso verdächtig erscheint, wie das aktualitätsgeile Getue zu anderen Zeiten und Themen, dann gibt man sich selbst der Lächerlichkeit preis.

    Liegt es daran, dass die "Gegenöffentlichkeit" selbst keine klaren Erwartungen/Verbesserungen formuliert hat? Sonst könnte man ja quasi "abhaken", wenn sich mal etwas im positiven Sinne tut (z.B. wenn mal nicht sofort Schlagzeilen gebracht werden, sondern dem Thema auf den Grund gegangen sein will).
    Mängel und Defizite in der Qualität der veröffentlichten Meinungen aufzuzeigen und ggf. zum großen Thema zu machen ist zwar ein wichtiger Aspekt einer kritischen Öffentlichkeit. Jedoch kann das ja nicht der Weisheit letzter Schluss sein, wenn damit die Aufgabe der "Gegenöffentlichkeit" bestimmt würde.

    Auch wenn es einem nicht gefallen sollte: Bei solch schweren Vorwürfen muss gründlich recherchiert und bei den Verwantwortlichen nachgehakt werden. Das kostet Zeit und Aufwand. Dieses Thema verdient es daher auch länger aktuell gehalten zu werden.

    Daher gehört es auch zur Fairness dazu, anzuerkennen, wenn aus der Bedeutung eines Themas heraus mit Bedacht geschrieben und veröffentlicht wird.

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  3. Lieber Stefan Sasse, aber bitte nicht den gleichen Fehler machen, den sie anderen vorwerfen. Nur zu oft haben sich die Ansichten Albrecht Müllers und Co's als richtig erwiesen. Es sieht so aus, als ob sie Verschwörung bei den Verschwörungstheoretikern sehen. Also bitte nicht verrennen, stattdessen lieber zusammen halten mit linken und linksliberalen Blogs.Es ist die einzige Möglichkeit alternative Ansichten mainstreamfähig zu machen.

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  4. @ Siebenstein:
    Man ist ja nicht gleich ein Sektierer, der die "Bewegung" untergräbt, wenn man mal kritisch gegenüber den "Gleichgesinnten" ist.

    Allerdings ist der Vorwurf der Verschwörungstheorie (VT) seit langer Zeit eine Keule, um ernsthafte Vorwürfe in einen Topf zu werfen mit wirklich abstrusen Vorstellungen.
    So wie ich Stefan Sasse hier verstanden habe, handelt es sich bei den Propaganda-Vorwürfen eher um "wirres Zeug" als um ernsthafte, notfalls auch belegbare Vorwürfe.

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  5. "Verschwörungstheorie" ist eine Keule, richtig. Aber es ist doch eine Verschwörungstheorie, oder? Irgendeine finstere, nicht klar benennbare Macht hat sich zusammen verschworen, um die Medien vollständig zu kontrollieren. Diese Kontrolle geht so weit, dass zwischen dein einzelnen Zeitungen das Erscheinen von Artikeln abgestimmt wird, damit die Manipulation den größten Effekt erreicht.
    Kommt das wirklich nur mir albern vor?

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  6. "rantet"? Ein neues schickes(?) Wort?
    Da ich nicht weiß (und nicht wissen möchte), was das nun wieder bedeutet, hab ich an der Stelle aufgehört, weiterzulesen.
    - kdm

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  7. Nein, nicht nur Dir. Man merkt Dir aber einfach an, dass Du Sozialwissenschaften studiert hast. Dadurch verändert sich die Wahrnehmung der Welt ja erheblich. Man gewöhnt sich ein systemischeres Denken an, ein empirischeres, ein objektiveres. Man interessiert sich für Sachverhalte und weniger für schnelle Meinungen, man lernt, die eignen Wahrnehmung zu relativieren. All dies führt dazu, dass man Verschwörungstheorien erkennt als das was sie sind: Geradzu lächerliche Versuche, eine komplexer werdende Welt wieder zu fassen in schlichten gut-böse wir-sie Dichotomien.

    Dass in unserer funktonal ausdifferenzierten Gesellschaft Macht so weit verteilt ist auf Systeme, Institutionen und Personen und der Versuch, die Welt im Modus der Verschwörung steuern zu wollen absolut irrsinnig ist, das sollte man allerdings auch ohne Studium begreifen.

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  8. @Stefan Sasse:
    Es ist die Theorie über eine Verschwörung, korrekt. Es wird die Hypothese aufgestellt, dass sich im Geheimen und Dunkeln auf einen finsteren Plan geeinigt wird.
    Damit das funktioniert, müssten die augenscheinlich in Konkurrenz zueinander stehenden Parteien (Verleger, Chefredakteure, Blätter allgemein) inoffiziell miteinander Kooperieren. Entweder von sich aus oder über eine zusätzliche, übergeordnete Instanz, welche die Kontrolle über alle ihr untergebenen Parteien ausübt.
    An dieser Stelle möchte ich gerne einen Satz aus dem Film "Conspiracy Theory" (dt. "Fletchers Visionen") aus dem Gedächtnis zitieren: "Eine gute Verschwörung lässt sich nicht beweisen."

    Allein das Vorhandensein eines Herdentriebes (z.B. beobachtbar im Finanzkasino) widerlegt die Notwendigkeit einer Verschwörung für ein gleichartiges Handeln unterschiedlicher Akteure.
    Grundsätzlich bleibt jedem die Wahl, ob man sich so verhält, wie andere es tun (bzw wie man es von ihnen erwartet) oder ob man anders agiert.

    @Anonym:
    "To speak agressivly about somthing. or to take your own tangent about a subject and talk for a long time in a passionate manner." (http://www.urbandictionary.com/define.php?term=rant)

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  9. Da sind wir schon beim Problem. Der Begriff "Verschwörungstheorie" selbst ist Bestandteil einer Propaganda-Kampagne und wird bereits seit langem als argumentativer Totschläger im Internet eingesetzt. Der Begriff ist negativ konnotiert und entsprechend hat man (im Rahmen einer Kampagne) diesen Begriff etabliert. Insbesondere wird der Terminus "Verschwörungstheoretiker" äquivalent für "Spinner" verwendet. Das heißt nicht das hier zentralisiert jeder der diesen Begriff diskriminierend verwendet Teil dieser Kampagne ist und zu einem geheimen Zirkel gehört. Es ist ganz im Gegenteil so dass, wenn Propagandakampagnen funkionieren, auch viele "Normalos" die induzierten Begriffe in der beabsichtigten Weise verwenden.
    Beispielsweise sind dann alle Kommunisten böse (weil man das ja weiß) ohne das derjenige der den Begriff "Kommunist" als Schimpfwort verwendet überhaupt eine Vorahnung hat, wovon er da eigentlich redet. Das kann man übrigens sehr gut beim durchschnittlichen Spießer überprüfen.
    Dieses Formen von Meinungen (manufacturing consent) ist eine sehr erfolgreiche Technik um Menschen geistig gleichzuschalten und wird seit Jahrzehnten ebenso erfolgreich eingesetzt.

    Zu den Verschwörungstheorien:
    Tatsächlich ist es so, dass viele Verschwörungstheorien in weiten Teilen nicht fundiert untermauert sind. (Um es vorsichtig auszudrücken).
    Trotzdem gibt es tatsächlich (!!) Verschwörungen. Ich erinnere hier noch mal an die Verschwörung der Nazis gegen die Juden. Ich erinnere an die Verschwörung der USA gegen den Irak die im letzten Irak-Krieg mündete. Ich erinnere an die Verschwörung der USA gegen Irans Mosadequ und so weiter und so fort.
    Das Problem bei jeder Verschwörungstheorie ist halt immer, dass sie in der Regel sehr spekulativ ist. Denn eine Verschwörung wäre keine wenn Sie nicht im Heimlichen und Verborgenen stattfinden würde.

    Kurz zum aktuellen Fall: Die Obrigkeit hat schlicht andere Interessen als der normale Bürger. Für die Obrigkeit ist die Verfassung ein Hindernis bei der Machtausübung. Der Bürger möchte seine Persönlichkeits-/Freiheitsrechte gewahrt sehen.
    Es sieht jetzt so aus als hätte die Obrigkeit insgeheim Verfassungsbruch begangen (ohne rechtliche Legitimation) und die Medien versuchen das zu verschleiern indem sie den Fokus auf technische Details zu lenken versuchen. (Wir hatten ähnliche Verschleierungsversuche auch bereits zu Beginn der Guttenbergaffäre)
    Der kritisierte verlinkte Kommentar der NDS mag zwar überzogen erscheinen. Aber der Verdacht liegt schon nahe das einige Medien sich gegenüber den hohen Herren etwas zu zuvorkommend verhalten. Die Sache sieht nach "Solidarität mit mutmaßlichen Verfassungsbrechern" aus.
    Mit einem "Ottonormalverbraucher" gibt es eine solche Solidarität zumindest nie, wenn der im Verdacht steht sich verfassungsfeindlich zu betätigen. Der "Ottonormalverbraucher" der hier ins Fadenkreuz gerät wird sehr schnell als "Terrorist" abgestempelt. Außerdem bekommt so jemand auch ziemlich schnell den Verfassungsschutz auf den Hals gehetzt. Schon etwas seltsam, oder?

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  10. Aber wer ist denn "die Obrigkeit"? Ist es der Bundestag? Die Regierung? Merkel? Die Fraktionen von CDU, CSU und FDP? Ist es der Chef des BND? Oder doch Josef Ackermann? Wer genau soll das sein, "die Obrigkeit", und warum sollte sie als ein singulärer Körper agieren? Diese Vorstellung ist doch genau das Problem, und sie kann einem Praxisblick nicht standhalten. Gerade das Beispiel von der Nazi-Verschwörung gegen die Juden zeigt das deutlich: bis heute hat die Geschichtswissenschaft nicht vollständig entwirren können, wer genau zu welchem Grad beteiligt und verantwortlich war.
    Wenn ich von Verschwörungstheorie schreibe, bin ich mir der negativen Konnotation sehr wohl bewusst. Ich verwende das Wort mitsamt dieser Konnotation sogar genau aus diesem Grund. Ich halte die spezifische Verschwörungstheorie, von der wir es hier haben, für Quatsch, für nicht haltbar, für realitätsfern.

    Und bitte, bitte gebt euch irgendein Pesudonym und schreibt nicht alle als "anonym", das macht ein Auseinanderhalten von Beiträgen fast unmöglich.

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  11. @Anonym,

    - Ist ja interessant, dass Du die Verfassung und das Verfassungsgericht scheinbar nicht zu "Obrigkeit" zählst.

    - Ob die Interessen der Behörden und der Bevölkerung so verschieden sind, sei mal dahin gestellt. Ich glaube beide sind nicht wirklich interessiert an Verbrechen und Terrorismus. Über Mittel und Wege lässt sich bestimmt gut debattieren, aber die Interessen sind eigentlich die gleichen, bzw. die grundsätzliche Legitimität von Polizei, BKA und anderen Institutionen und deren Ziele werden doch eigentlich nicht infrage gestellt, oder?

    - Die Medien versuchen nicht mal ansatzweise, das zu verschleiern. SPON, Zeit, FAz und andere hatten alle die Verfassungsperspektive drin.

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  12. @Anonymous:

    Man kann auch als Beispiel für eine tatsächliche Verschwörung den "gun powder plot" heranziehen. Eine Gruppe von "Regierungskritikern", wie ich sie mal augenzwinkernd nennen mag, hat sich geheim und unerkannt dazu verabredet, den König und das Parlamentsgebäude durch unterirdische Sprengladungen zu vernichten.

    Im Sinne Jerry Fletchers war dies eine schlechte Verschwörung, da sie am Ende durch das inflagranti-Erwischen von Guy Fawkes mit den Händen an den Pulverfässern unter dem Parlamentsgebäude bewiesen werden konnte (was nur durch einen Verrat eines der Verschwörer gelang).

    Ich möchte allerdings dann lieber Stefan Sasse beipflichten mit dem Hinweis auf die Devise: Die einfachste Erklärung ist oftmals die richtige. Es ist einfacher zu erklären, dass es schlicht verschlafen wurde innerhalb kürzester Zeit fundierte und gewichtige Artikel zum Thema zu publizieren. Dazu braucht es kein geheimes Verschwörergremium. Das bekommen die Redaktionen auch ganz alleine hin.

    Nicht zuletzt sind es auch gerade die NDS, welche seit Jahren den miesen Zustand und die mangelnde Ausstattung der großen und kleinen Redaktionen (zurecht) beklagen.

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  13. Gar keine Frage, die Geschichte hat im nachhinein immer bewiesen,dass es Verschwörungen gab und es gibt sie sicherlich immer noch unbewiesener maßen.
    Die V-Theorie wird erst immer durch die Vergangenheit bewiesen. Aber es gibt Leute mit genügend Lebenserfahrung, die Verschwörungen wittern. Und es ist besser gewappnet zu sein, als ins offene Messer zu laufen. Das ist auch eine alte Kriegsstrategie Verschworener.

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  14. @Stefan
    Nazi-Verschwörung gegen die Juden:
    Daran kannst Du sehr schön sehen wer die Obrigkeit ist. Es war die politische Machtelite (NSDAP) die in Kooperation mit der Machtelite aus der Wirtschaft die Juden erst ausgeplündert (Raubmord) und anschließend vernichtet hat.

    Wer ist die Obrigkeit (generell): Menschen die über "viel" Macht verfügen, weisungsbefugt sind, große Budgets (oder Kapital) besitzen und bestimmen können (innerhalb Ihres Machtbereichs) was, wann, wo zu geschehen hat.

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  15. @Anonym: Das war pars pro toto.
    @RobinHood: EBEN NICHT! Genau das ist das Problem! Eine so einfache Erklärung, wie man das "schön" sehen kann gibt es eben nicht. Wer ist denn die NSDAP? Die Mitglieder der Partei gingen in die Millionen. Wer ist die Machtelite aus der Wirtschaft? Wie haben sie kooperiert? Was war Zufall, was Gelegenheit, was Plan? Alles wesentlich komplizierter als du es darstellst.

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  16. @stefan:
    Das mit der NSDAP hast du jetzt mißverstanden. Ich meinte natürlich die Strippenzieher innerhalb der Partei.

    Was Du einfach nicht verstehen willst das ist: Es gibt Menschen die verantwortlich sind für "Dinge die geschehen". Ob Du das nun wahrhaben willst oder nicht. Und es gibt auch Dinge die garnicht so kompliziert sind wie Du immer tust.

    Und daneben, da will ich Dir durchaus zustimmen, gibt es noch so etwas wie eine gesellschaftliche Eigendynamik.

    Aber angebtrieben wird diese Gesellschaft durch Führungskräfte. Wir leben in einem relativ streng hierarchisch orientierten System.
    Wenn Du dich irgendwann mal eine Zeit lang in abhängiger Beschäftigung befindest, dann wirst Du das selbst erleben und Du wirst dann vieles von dem verstehen was ich so geschrieben hab und was für Dich heute noch nicht zugänglich ist.

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  17. "Ich meinte natürlich die Strippenzieher innerhalb der Partei."

    1A selfownage.

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  18. Hier ein kleiner Vorgeschmack auf die schönen Hierarchien:
    http://www.spiegel.de/karriere/berufsleben/0,1518,784543,00.html

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  19. Vielen vielen Danke für Deine kritischen Artikel! Stimme dem Artikel (leider) voll zu.

    Insbesondere die Nachdenkseiten hatten auch durch die Bücher AMs seit jeher einen gewissen reißerischen Touch, nicht weit entfernt von plumpen Verschwörungstheorien. Ich möchte nicht behaupten, dass alles davon falsch war und ist, aber ich glaube auch nicht, dass alles so der Wahrheit entspricht.

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  20. @letzter Anonymer
    Wo kommst Du denn her? Von den Antideutschen? Oder aus der Antifa? Bist Du religiös, weil Du nichts genaues sagen kannst, aber viel glaubst?

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  21. @stefan:
    Um noch mal die Problematik der Verschwörungen aufzugreifen:
    Den Juden hat es nicht viel geholfen, dass im Rahmen der Nürnberger Kriegsverbrecherprozesse bewiesen werden konnte, dass sich die Nazis gegen die Juden verschworen hatten und das jüdische Volk ausrotten wollten und dieses auch teilweise umgesetzt haben.
    Natürlich ist es wissenschaftlich gesehen ganz prima im Nachhinein alles in einem riesigen Verfahren genauestens nachzuweisen. Aber die Machtverhältnisse lassen es in der Regel nicht zu, dass Verschwörungen im Augenblick das stattfindens auf eine solche Art aufgeklärt werden können.

    Ein weiterer Anklagepunkt (in den Nürnberger Kriegsverbrecherprozesse) war übrigens:
    Verschwörung gegen den Frieden

    Auch in diesem Punkt wurden Angeklagte schuldig gesprochen. Wie du siehst Stefan; es gibt tatsächlich Verschwörungen und es gibt tatsächlich Verantwortliche. Man muß diese Leute aber halt auch zur Rechenschaft ziehen. Und daran können wir uns durch Aufklärung beteiligen oder zumindest einen klitzekleinen Beitrag dazu leisten. Wenn man freilich die Systempropaganda nachbetet (a la "Die Polen haben uns doch zuerst angegriffen" bzw. "Die Juden haben sich doch gegen uns verschworen") dann liegt man natürlich sehr gut im Mainstream und eckt auch nirgends an. Aber man macht sich dann auch zum Mitschuldigen und zum Komplizen.

    Hinterher sagen freilich immer alle: Wir haben doch von nichts gewusst.
    Aber die Wahrheit ist: Man will einfach von nichts wissen. Es ist schlicht unangenehm.

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  22. Inwiefern hilft uns eigentlich jetzt dieses Nazibeispiel dabei, das Verhalten von Redaktionen und Redakteuren zu erklären? Ich vermute mal spontan: gar nicht.

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  23. Ja doch, es hilft schon ein bißchen. Wir können so verhindern, dass Verbrechen die stattfinden weiter eskalieren.
    Anhand der Vergangenheit kann man aufzeigen, dass viele Menschen dahin tendieren genau das zu tun was alle anderen auch tun. Man hört dann immer so Sprüche wie: "Ich habe doch nur meine Pflicht getan." oder "Das haben doch alle gesagt/geschrieben". Ziel des Individuums ist es sich nicht auszugrenzen; sich nicht gesellschaftlich zu isolieren. Das ist ein berechtigtes Ziel. Aber wir müssen für uns eine Grenze ziehen. Wir dürfen uns dann nicht mehr anpassen wenn schwere und schwerste Verbrechen geschehen. Wir leben im Augenblick wieder in einer Zeit wo langsam der Rechtsstaat erodiert (s.Verfassungsproblematik beim Trojaner). Die Exekutive verselbstständigt sich und fühlt sich anscheinend auch nicht mehr an die Verfassung gebunden. Es werden Angriffskriege (Afghanistan) geführt und uns als "humanitäre Missionen" verkauft. Es werden wieder Konzentrationslager errichtet (Guantanamo) nur diesesmal unverhohlen (!) vor den Augen der Öffentlichkeit. Wir haben alle ein ganz großes Problem wenn wir glauben das sei alles soweit in Ordnung.

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  24. back to topic...anyone?

    Thema ist dann wohl durch für diesen Oeffinger-Artikel.

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  25. Aus den oben genannten Gründen ist deshalb eine Initiative wie die der Nachdenkseiten besonders wichtig und wertvoll. Wir benötigen engagierte Persönlichkeiten die an einer Gegenöffentlichkeit arbeiten. Menschen die bereit sind Daten/Indizien zu sammeln und daraus auch mal die eine oder andere nicht rechtlich belastbare Schlußfolgerung zu ziehen. Hierzu reicht der gesunde Menschenverstand. Denn im Gegensatz zu Stefans Meinung über die "Komplexität der Welt" liegen die Dinge beim Menschen oft sehr einfach: Habsucht, Selbstsucht, Herrschsucht dominieren die Herzen der Mächtigen. Und man muß oft nur Eins und Eins zusammenzählen um das richtige Ergebnis zu errechnen.
    Ich bewundere die NDS-Leute für ihre Kraft und ihre Ausdauer im Kampf um eine qualifiziertere Meinungsbildung hier in der BRD.
    Ich selbst hätte nicht die Energie für eine derartig frustrierende Arbeit.

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  26. Es war einmal in einer Welt vor unserer Zeit. "Habsucht, Selbstsucht, Herrschsucht dominieren die Herzen der Mächtigen." Doch dann kam Robin Hood, und gab den Armen. Wenn er nicht gestorben ist, postet er noch heute sein naives Weltbild in Kommentarspalten unschuldiger Blogger.

    Ich bin raus.

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  27. @letzter Anonymer
    Warst du jemals drin?

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  28. O.k. für alle die sich wieder mal absichtlich blöd stellen. Wie ist dann das hier möglich wenn es keine gewollte Gleichschaltung gibt? (ab Minute 3:50)

    http://www.youtube.com/watch?v=RQ1WF40LSOY&feature=results_video&playnext=1&list=PL633974EA2463C2E1

    Viel Spaß noch mit dem Erfinden neuer Ausreden.

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  29. Oder das:
    http://rodagon.wordpress.com/2010/11/11/journalist-harald-schumann-uber-%E2%80%9Einnere-pressefreiheit%E2%80%9C/

    Das Dokument gibts auch noch im Internet als mp3-Datei. Dann könnt ihrs Euch auch im Original anhören.
    Ich hab von dem Zeug massenweise hier rumliegen. Aber keine Angst das reicht dann jetzt erst mal.

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  30. Noch ein Auszug aus letzterem Dokument; sonst hat man es wieder übersehen. Passt ja anscheinend alles nicht so in das "komplexe Weltbild" von gewissen Damen und Herren hier.

    Harald Schumann:
    „Das ist in der … das muß man wirklich offen sagen, das ist in der deutschen Presse Gang und Gäbe, daß Chefreakteure oder Ressortleiter ihren Untergebenen sagen, wie sie zu denken haben, daß Vorgaben gemacht werden, was sie recherchieren dürfen und was nicht, und daß viele junge Kollegen daran gehindert werden, überhaupt kritische Journalisten zu werden, weil ihre Vorgesetzten das gar nicht nicht wollen.“

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  31. Dir ist schon klar, dass das ZDF nicht "regierungsnah" oder "regierungsfreundlich" zu berichten hat, sondern bezüglich seines öffentlich rechtlichen Auftrages?!!

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  32. @Lux
    An wen richtet sich die Frage?

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  33. @Stefan Sasse

    Diese Kontrolle geht so weit, dass zwischen dein einzelnen Zeitungen das Erscheinen von Artikeln abgestimmt wird, damit die Manipulation den größten Effekt erreicht.
    Kommt das wirklich nur mir albern vor?


    Sie sollten sich 'mal im Vertrauen mit jemanden aus der Branche unterhalten.
    Texte (Interviews) gibt es darüber auch im Netz zu finden.
    Jeder Redakteur weiß, was er schreiben kann und was der Karriere förderlich ist und was nicht. Jeder weiß, was das Aus bedeuten würde.
    Man nennt dies auch vorauseilender Gehorsam und Loyalität gegenüber dem Arbeitgeber.

    Wussten sie, dass jeder Vertrag zwischen Springer und deren Redakteuren eine Klausel enthält, in der sich jeder Springer- Redakteur dazu verpflichtet hat, positiv über die USA und Israel zu berichten? Forschen Sie nach, wenn Sie das nicht glauben. Und falls Sie ab und an diesbezügliche mutmaßliche Kritik bei Springer lesen sollten, dann betrachten Sie diese meinetwegen aus einer naiven Sicht. Doch ändern tut es nichts an dieser Tatsache.
    Übrigens prangt auf der bekanntesten Springer- Gazette: Überparteilich, Unabhängig,...
    Alles klar?

    Zudem recherchieren heutzutage die wenigsten Redakteure selbst. Besonders brisante Meldungen werden fast wörtlich aus dem Ticker übernommen bzw. es werden die Ticker- Meldungen als Maßstab genommen.
    Dann sollten Sie nicht die Konzentration auf den Mediensektor unberücksichtigt lassen. Chefposten werden mit Parteisoldaten besetzt, was besonders auf die staatlichen Medien wie das ZDF zutrifft.

    Um das ganze abzurunden. Ich hatte vor Jahren ein diesbezügliches Gespräch mit einer TAZ- Mitarbeiterin. Auf meine "Anschuldigungen" reagierte sie regelrecht angesäuert.
    Sie war sauer darüber, dass "wir" die Medienleute im allgemeinen verurteilen und kritisieren und meinte wörtlich: "Weißt du wie oft ich Artikel abliefere, die dann von der Redaktion gekürzt und umgeschrieben werden? Oftmals so, dass es eine völlig andere Aussage ergibt."

    Wie gesagt, befragen Sie Mitarbeiter aus diesen Branchen! Doch sorgen Sie für eine vertrauliche Atmosphäre. Sonst wird man ihnen eins vom Pferd erzählen - nach DIN 08/15.

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  34. @Stefan Sasse

    Ich schrieb: Man nennt dies auch vorauseilender Gehorsam und Loyalität gegenüber dem Arbeitgeber.

    Glauben Sie, dass in der DDR oder im Dritten Reich alle Journalisten bei ihrer Arbeit und beim Verfassen jedes einzelnen Artikels "kontrolliert" wurden?
    Das war gar nicht nötig, weil dort nach dem gleichen Muster verfahren wurde, wie wir es (zunehmend) in den BRD- Qualitätsmedien beobachten können.
    Und vergessen Sie auch nicht, dass es sich in der Bundesrepublik ausschließlich um eine sog. "Lizenzpresse" handelt. Meinen Sie ein Rudolf Augstein oder ein August Schwingenstein waren Verschwörungstheoretiker, weil diese Herren dies genauso betrachteten?

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  35. @Lux
    Kennen Sie das Interview mit Harald Schumann zur "inneren Pressefreiheit" schon? Das ist echt gut. Der Link ist weiter oben angeführt.
    Sasse und Konsorten hier gehören wahrscheinlich dieser Antideutschen-Truppe an; die sind in der Regel bildungsresistent. (will heißen: unbedingte Solidarität zur USA und zu Israel usw. blablabla; das System ist super; alles ist viel komplizierter; ihr seid einfach alle zu dumm für uns Geisteswissenschaftler usw)

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  36. @Robin

    Das Interview kenne ich.
    Was ich an Herrn Sasse erkenne, ist - falls er nicht sowieso zu den jungen unerfahrenen, aber alles wissenden Heißspornen gehört - das er seiner Argumentation keine Gegenfragen erfolgen lässt. Sonst würde er merken müssen, dass alles, was er der - aus seiner Sicht - unliebsamen Seite vorwirft, ebenso auf die andere Seite zutrifft. Und das meist noch in weit größerer Form.
    Das ein "kleiner" Blogger irren kann, ist gemessen an seinen Mitteln vorhersehbar und fast ausnahmslos fahrlässiger Natur.
    Das sog. Fachleute, die alle Mittel zur Verfügung haben, beständig und professionell irren - um es nicht lügen zu nennen - ist vorsätzlich und daher kriminell.
    Sasse misst mit zweierlei Maß und das nicht sonderlich begabt, weil undurchdacht. Aber immer auf der Seite der Mächtigen.
    Es kann sich ja jeder selbst in den Artikeln Sasses davon überzeugen, ob diese meine Behauptung Gehalt hat oder nicht.

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  37. @Robin

    Die "Antideutschen" sagen mir etwas. Mit diesem Thema habe ich mich hinlänglich beschäftigt und es abgehakt.
    Einer meiner Arbeitskollegen tendiert zu dieser Grund auf rassistischen Ideologie. Und glauben Sie mir, wenn er anfängt, über bestimmte Dinge zu reden, geht jede Vernunft und jeder Geist in Deckung. Das heißt, falls zuvor keine Fluchtmöglichkeit mehr vorhanden gewesen ist. Deren "Argumentation" - es sollte besser Phrasen heißen - ist so durchschaubar, undurchdacht und primitiv, dass sich jede weitere Debatte erübrigt.

    Ich möchte - passend dazu - mit Oscar Wilde sprechen:
    Falls Freiheit überhaupt irgend etwas bedeutet, dann bedeutet sie das Recht darauf, den Leuten das zu sagen, was sie nicht hören wollen.

    Warum wohl benötigen diese Leute Strafgesetze, um ihre "political correctnes" - ihre "Wahrheit" geschützt wissen zu wollen? Bedarf es noch irgendwelcher Fragen?
    Und dabei sind sie noch nicht einmal Zyniker. Denn ein Zyniker benennt die Dinge, wie sie sind und nicht so, wie sie sein sollten.

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  38. "Siebenstein hat gesagt…
    10. Oktober 2011 11:40:00 MESZ"

    Naja und glücklicherweise fängt nicht jeder Mensch seinen Tag wieder bei Null an. Und an Alzheimer ist auch nicht jeder erkrankt. Wobei der Mensch seiner Evolution verdankt, dass er dazu in der Lage ist, sich an die Erfahrungen vorangegangener Generationen erinnern zu können. Das möchte man meinen... ;-)


    @Stefan
    Nazi-Verschwörung gegen die Juden:...
    @Robin


    Zu diesem Thema empfehle ich wärmstens das Buch "Zionismus und Faschismus" von Lenni Brenner. Es ist unter diesem Titel endlich auch in deutscher Sprache erhältlich.

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