Samstag, 5. Januar 2008

Bahn setzt Charmeoffensive fort

Nachdem sich die Bahn bei den Pendlern mit kompromissloser Haltung gegenüber der GDL bereits beliebt gemacht hat und Mehdorns Gesicht wohl einige Bad-Guy-Hitparaden anführt, landet der Konzern jetzt den nächsten PR-Coup:
Der Plan für den Gedenkzug "Zug der Erinnerung", der quasi als rollendes Museum die Originaltrassen zu den Konzentrationslagern abfahren soll und mit Zeitzeugen u.ä. an die Deportationen erinnern soll, wird wohl vorläufig nicht fahren. Die Bahn, die damals äußerst profitträchtig Juden und andere verfolgte Minderheiten in Viehwaggons pferchte und durch Deutschland in den Tod fuhr (sie erhielt eine Kopfprämie) verlangt mehrere zehntausend Euro Trassennutzungsgebühr, die Stiftungen und Vereine für gewöhnlich nicht aufbringen können. Möchte da jemand von ziemlich düsteren Flecken in der Vergangenheit ablenken?

Kommentare:

  1. Och bitte... brauchen wir denn wirklich noch ein weiteres Museum? Noch eine Gedenkstätte? Noch mehr "Bad Germany"-Paraden? Reicht es nicht langsam? Ist es nicht genug, dass ich überall ständig und immer darüber stolpere? Ist es nicht genug, dass wir bis heute internationale Bücklinge machen? Gedenken - schön und gut. Aktives angehen gegen das Vergessen - gut und richtig. Mindestens ebenso aktiver Kampf gegen jede denkbare Form der Wiederholung der Eregnisse - richtig wichtig. Aber... reicht das dann nicht auch?

    Und btw: Was hat der Bahnstreik in diesem Zusammenhang damit zu tun? Das erscheint mir wie Socken in der Hemdenschublade...

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  2. Der Zusammenhang besteht nur in der Reputation der Bahn, die durch beides leidet.

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