Samstag, 5. Januar 2008

Tritt zurück, Niebel!

Dirk Niebel, auch so eine Ein-Mann-Parallelgesellschaft in Deutschland und rhetorische wie intellektuell unbegabtes Sprachrohr von Guido Westerwelle, hat die GroKo mit der DDR verglichen. Im Land der political correctness darf man zwar sagen, dass Ausländer in ihren Familien zu Kriminellen erzogen werden, aber keinesfalls, dass die GroKo scheiße ist wenn man sie mit der DDR vergleicht. Auch tabu sind bekanntlich Nazi-Vergleiche.
Nicht, dass ich irgendwie für diese political-correctness-Affen wäre. Aber Niebel hat's verdient. Tritt zurück, Flasche!

Kommentare:

  1. Unabhängig davon, ob Herr Niebel im Recht ist oder nicht - die in Deutschland so wohlfeile Kultur des Rücktritts zu ignorieren halte ich für eine politisch durchaus lobenswerte Leistung und möchte Herrn Niebel, ob verdient oder nicht, an dieser Stelle meinen Dank dafür aussprechen. Da sagt mal jemand was, das passt irgendwem nicht - und schon wird nach Rücktritt geschrieen. Warum? Was bringt das? Es nimmt die Betreffenden aus der Schusslinie und enthebt sie der Verantwortung, zu ihren Worten zu stehen und mit deren Konsequenzen zu leben. Und wegen einer verbalen Entgleisung möchte ich niemanden aus dem Sattel heben. Wenn in jedem öffentlichen Bereich jeder zurücktreten müsste, der mal etwas Unangenehmes oder vielleicht auch Unangebrachtes gesagt hat, hätten wir eine unerträgliche Personalfluktuation an allen Fronten. Danke - brauchen wir nicht. Warum ruft eigentlich niemand nach dem Rücktritt unseres Bundessicherheitsdienstministers Wolle S.? Okay, er hat vielleicht niemanden mit der DDR oder den Nationalsozialisten verglichen sondern nur so ein bisschen in den Bürgerrechten und den Menschenrechten herumgepfuscht - aber vielleicht sollte man mal wieder anfangen, in Deutschland Politiker nicht nach dem, was sie sagen, sondern nach dem, was sie sonst noch so tun, zu beurteilen. Dann müsste nämlich nicht nur Herr Niebel zurücktreten und der Herr Schäuble seinen Hut nehmen, dann würde auch der Rest der faulen Bande zum Teufel gehen. Aber solange wir uns über solche Verbalplatitüden aufregen können, sind wirkliche Probleme wohl zweitrangig...

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  2. Ich bin ja normalerweise voll deiner Meinung, aber im Falle des Herrn Niebel wäre ein Rücktritt so, wie ohne Akkordeon auf die Jagd zu gehen: alles, was man zurücklässt, ist ein Haufen lärmenden Ballasts.

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  3. Naja... in diesem Fall muss ich Dir da zustimmen. Es wäre eine hübsche Gelegenheit gewesen - aber vielleicht kann der Herr Niebel ja zurücktreten wegen dem was er (nicht) getan hat? Und vielleicht könnten sich dann andere daran ein Beispiel nehmen? Vielleicht könnte man dann auch mal Leute zum Rücktritt auffordern, weil sie ihren Job nicht ordentlich machen - und nicht, weil sie was dummes gesagt haben...

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