Donnerstag, 17. Januar 2008

Kriegstreiber aus Gütersloh

Das Schattenkabinett von Gütersloh, die Bertelsmannstiftung, seines Zeichens nicht gewählte Vertreter des Großkapitals und wahre Machthaber in Deutschland, hat nun bereits das dritte Strategiepapier zur Außenpolitik der EU vor. In diesem Papier, das den Titel "Beyond 2010 - European Grand Strategy in a Global Age" trägt, offenbart die Stiftung - wieder einmal - ihr überaus hässliches Antlitz. German Foreign Policy hat sich des Papiers angenommen und es genauer untersucht; Interessant ist neben den schon beinahe üblichen Forderungen nach einer Übernahme der Machtstellung der schwächelnden USA, der Erhöhung des Wehretats der EU und der Schaffung einer eigenen übergeordneten Kriegsinstanz dem "Sicherheitsrat", dass das Papier die Forderung nach der Entmachtung der kleinen EU-Länder innerhalb dieser zu schaffenden Institutionen und einer großangelegten Propaganda-Kampagne bereithält.
Die Entmachtung der kleinen Länder dient, ziemlich eindeutig, der ungestörten Wahrnehmung von Großinteressen, wie sie beispielsweise der Einsatz im Kongo offenbart hat. Was die Propaganda, bekanntlich eine Kernkompetenz der Bertelsmannstiftung angeht, lassen wir am besten German Foreign Policy direkt zu Wort kommen:
Den Autoren ist nicht verborgen geblieben, dass ihre Forderungen gegenwärtig von der Bevölkerung nur unzureichend unterstützt werden. So sprechen sich Umfragen zufolge rund 43 Prozent aller Menschen in der EU dafür aus, dem Kampf gegen Arbeitslosigkeit und Armut politischen Vorrang zu geben. Nur fünf Prozent hingegen priorisieren die weltweite Machtentfaltung der EU. "Europas politische Führer müssen gemeinsam die europäische Bevölkerung überzeugen, dass es jetzt an der Zeit ist, sich angemessen auf eine sichere Zukunft vorzubereiten, und dass das Anstrengung, Engagement und Geld kosten wird", schreibt die "Venusberg-Gruppe". Bislang "scheinen zu viele von den Führern Europas bereit, der öffentlichen Meinung zu folgen". Stattdessen müsse man "sie führen".

Man muss sich das wirklich auf der Zunge zergehen lassen. Bertelsmann ist eine deutlich größere Gefahr für die Demokratie und den Frieden, als das Schäuble, Beckstein und Konsorten jemals sein könnten. Mit den abnormen ihnen zur Verfügung stehenden Geldbeträgen, dem Zugang zu Medien, den Allianzen in der Wirtschaft und der politischen Macht, den sie mit all den gekauften Politikern in Händen halten sind sie die wohl größte Einzelbedrohung, der man sich derzeit überhaupt stellen kann.

Kommentare:

  1. "führen"... bitte, man helfe mir auf die Sprünge... wo habe ich "führen" das letzte Mal gehört und warum muss ich gerade an "Großeuropäisches Reich" denken? Herrjeh... mein armer aufgestörter Geist ergeht sich mal wieder in ekelerregenden Assoziationen... bitte sage mir einer, dass er sich irrt und in wohlige Dumpfheit zurückfallen kann...

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  2. Die eine Seite heißt Bertelsmannstiftung, die schon Ableger in Washington, Brüssel, Barcelona und bald in Peking hat. Die zweite Seite lässt die Matrix hell erleuchten mit Arvato, 100%ige Firmengruppe von der Bertelsmann AG. Sie verkauft Software für Behörden der inneren und äußeren Sicherheit (Arvato Empolis), verkauft 37 Millionen Privatadressen aus Deutschland (AZ Direct) und beleuchtet die Bonität der Deutschen, Ungarn, Österreicher und Schweizer (Arvato Infoscore)

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  3. Dem stimme ich zu. Bertelsmann AG und Stiftung sind eine der größten Bedrohung in Deutschland, ein Staat im Staate. Die Bertelsmann AG ist ein wirtschaftlich breit aufgestellter Konzern. Nicht nur der fünftgrößte Medienkonzern der Welt, nein, die 100%ige Tochterfirma Arvato sammelt unendlich viele Daten. Nur ein paar Beispiele (alles 100% Bertelsmann AG!): Arvato Infoscore durchleuchtet die Bonität von Konsumenten in mehreren Ländern. Mit der Deutschlandcard sammelst Du Rabattpunkte. Es ging sogar so weit, dass die Firma Empolis Software für Behörden der inneren und äußeren Sicherheit entwickelte. Letzten Frühjahr wurde diese Firma verkauft. Ich vermute, dass Bertelsmann noch nicht 100% aus diesem Projekt raus ist. Als ich letzten November in Gütersloh Firmenschilder fotografierte, sah ich den Namen Empolis.

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