Donnerstag, 23. Oktober 2008

Bahn-Methoden

Die Bahn hat wieder einmal einen Skandal am Hals. Passiert so selten, da kann man sich ja mal wieder einen erlauben. Dieses Mal geht es um eine Zwölfjährige, die ihr Jahresticket vergessen hatte und mit ihrem Cello fünf Kilometer durch unbeleuchtete Pampa nach Hause gehen musste, weil die Schaffnerin sie trotz des Angebots eines Mitreisenden, sie zu übernehmen, aus dem Zug geworfen hatte.
Die Bahn findet das natürlich grauenhaft und betont, dass ihr das korrekte Verhalten des Zugpersonals (das nach den internen Vorschriften Kinder nicht der Bahn verweisen darf) wichtig ist. Auch einen Blumenstrauß und ein Länderticket will man noch geben, um die Kindertränen zu trocknen. Das ist lieb. Auf welt.de läuft eine Umfrage, wie nun verfahren werden solle, mit den folgenden Auswahlmöglichkeiten:

Wie sollte die Bahn mit der Zugbegleiterin verfahren?


Eine Auswahlmöglichkeit fehlt aber. "Sie sollte ihre internen Bestimmungen verändern." Denn seit einigen Monaten bekommt das Zugpersonal Prämien für "gefangene" Schwarzfahrer, und die wäre der Schaffnerin entgangen, hätte der Rentner für das Kind übernommen. Die Prämien sind übrigens der Ersatz für die Provision beim Verkauf von Tickets im Zug, was die Bahn ja im Zuge der Offensive für Kundenfreundlichkeit nicht mehr macht. Und da Bahn-Mitarbeiter bekanntlich umwerfend gut bezahlt werden, müssen die eben solche Möglichkeiten ausnutzen. Der Mitarbeiter als eigenverantwortlicher Unternehmer, gewissermaßen.

Kommentare:

  1. Solche Geschichte kauft man sich automatisch mit ein, wenn man die Menschlichkeit verbietet.

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  2. Ich kann's nicht glauben! Stimmt das tatsächlich mit den Fangprämien? Und wie ist das mit dem Fahrkartenkauf im Zug?

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