Donnerstag, 28. September 2006

Afghanistan und die Heimatfront

Die Lage in Afghanistan wird wieder prekärer. Während der Bundestag über die Verlängerung des Mandats um ein Jahr abstimmt, beginnen auch die ersten Militärs öffentlich Zweifel am Nutzen und der Sicherheit der Mission zu hegen. Unter den Experten gilt eigentlich bereits als sicher, dass die afghanische Regierung die Kontrolle verlieren wird - die einzige Frage scheint zu sein, wann. Gleichzeitig ist gerade an der Frage dieses Einsatzes zu erkennen, wie sehr die Grenzen derzeit verwischen und Verschiebungen nach rechts und links besonders zwischen SPD und CDU stattfinden. Während nämlich die SPD, allen voran Außenminister Steinmeier, zum Kriegseinsatz bläst, mehren sich ausgerechnet in der Union Stimmen, die einen Abzug der Truppen fordern und den Einsatz für gescheitert erklären.
Ein Bericht über deutsche Waffenexporte zeigt auch gleich deutlich einen möglichen Grund auf, der die SPD so verbittert am Krieg festhalten lässt - neben der Tatsache natürlich, dass sie ihn begonnen hat. Demnach sind die deutschen Rüstungsexporte um über 40% gestiegen, die Rüstungsbranche boomt. Dabei werden praktisch alle moralischen Vorstellungen über Bord geworfen und Gesetze so weit gebogen, dass sie quietschen: keine Lieferung an kriegsführende Staaten? Vollkommen irrelevant, Israel wird beliefert. Keine Lieferungen an Staaten, in denen die Waffen für Menschenrechtsverletzungen genutzt werden? Kein Problem für Saudi-Arabien, die deutschen Waffen kommen trotzdem. Keine Lieferungen an Staaten, in denen Krieg droht? Indien und Pakistan bezahlen pünktlich, also warum aufregen. Außerdem wird die Bundeswehr so alte Ausrüstung los, wie Streubomben, die aus humanitären Gründen nicht eingesetzt werden und deshalb an kriegführende Mächte in den Balkan verkauft werden, wo sie wahrscheinlich nicht nur gegen Soldaten, sondern auch gegen die Zivilbevölkerung eingesetzt werden.

Kommentare:

  1. na auf jeden fall wurden streubomben im vollem umfang erlaubt.
    damit müssen wir sie nicht mehr nur in krisengebiete schicken

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  2. Die Diskussion ist so schlecht. Wenn keine Streubomben geworfen werden dann halt 10 "normale" an deren Stelle. An was die Leute sterben dürfte ihnen egal sein...

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  3. Das Problem ist, dass Streubomben im Gegensatz zu normalen Bomben eben "streuen" und zum anderen die explosiven Splitter im Boden rumliegen bleiben...

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  4. Ja super, das tun "normale" Blindgänger auch. Dann streuen sie halt. Ne 500kg Bombe fetzt dafür alles in dem Radius in Stücke. Macht die Sache gleich viel angenehmer!

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  5. Ach so was ist doch Heuchlerei. Ich glaube als Kriegsopfer ist dir diese Diskussion relativ egal, aber wir hier schreien uns die Kehle aus dem Leib. Ich weiß gar nicht was dieses rumgeheule deinerseits soll. Nur weil du hier auf deinem Blog bist nimmst du die Meinung von irgendwelchen Sum1en an. So was hättest du früher auch nicht gesagt... aber naja, in irgendeiner weise kenn ich das noch von Kehms Forum von anderen. Alles was sie früher gemeint/gemacht haben war plötzhlich Scheisse sobald ich sie darauf angesprochen habe, aber ich weis das Rückgrat keine Sache ist die man haben muss...

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  6. Dir ist schon klar, dass Sum1 auf meinen Beitrag reagiert hat und nicht ich auf seinen? :)
    Davon abgesehen: Menschen ändern sich nun mal. Manche werden klüger, andere nicht. Ich persönlich kann an Krieg, Leid und Tod nun einmal nichts mehr finden. Ich bin zum Pazifisten geworden. Du nicht. Musst du auch nicht. Aber verurteile nicht einen Gesinnungswandel, nur weil du ihn nicht verstehst.

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  7. WAS? Wer reagiert auf wen? Hat dann jemand von deinem Account aus geantwortet? Ich nenn mich mit Jan und Chris zusammen auch einfach wieder Anonym, das macht die Sache gleich einfacher...

    Zum Pazifisten geworden? Klar. Morgen wieder. Ich kann dir ein paar Zitate deinerseits liefern an die du dich wohl nicht mehr erinnern willst. Aber naja, teilweise bin ich das ja von Leuten gewohnt. Heute Hü morgen Hott.
    Es sagt ja keiner das Krieg toll ist und das wir dringend mal wieder welchen brauchen aber Pazifist zu sein funktioniert einfach mal nicht, das solltest du als Geschichtsstudent wissen.

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  8. Ich hab das mit den Streubomben geschrieben, und Sum1 hat einen ergänzenden Beitrag gebracht. Deswegen ist dein Vorwurf, ich würde Sum1 nachplappern vollkommen idiotisch.

    Ich rede von einer Wandlung. Die hat sich erst in der allerletzten Zeit vollzogen. Und was du als "heute hüh, morgen hott" bezeichnest, nennt man auch charakterliche Entwicklung.
    Und wenn es mehr Pazifisten gäbe, wären Kriege nicht so einfach durchzuführen.

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  9. Fehler:
    Dann wären sie einfacher. Überleg dir ernsthaft mal was dann passieren würde. Dann würden schon ein paar reichen um alles aus den Angeln zu heben.
    Ein gutes Beispiel sehen wir ja gerade bei uns selbst. Die Ohnmacht gegenüber den radikalen Islamisten. Wir Kapitulieren... das macht es den Kriegstreibern immer einfacher.
    Übertrieben gesagt: Würden wir darauf antworten: "Fresse, sonst Kawumm", dann würde das vielleicht zu weniger Konflikten führen.

    Sinneswandel: 180°?

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  10. Durchaus. Bei Idealen geht es meistens um unrealistische Ziele. Ich fordere ja keine Abschaffung des Militärs oder der Verteidigung, aber Verteidigung und die Raub- und Eroberungskriege, die neuerdings durchgeführt werden sind doch deutlich anders. Des Weiteren kann ich das Töten von Menschen mit meinem Gewissen nicht vereinbaren.

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  11. Warum nicht? Ich meine das Ernst. Denkst du wirklich alles Leben auf diesem Planeten ist gleich viel wert? Denkst du wirklich alles Leben ist Lebenswert? Ich kenne nur einen Idioten der so denkt und der Unterrichtet irgendwo an einer Schule in Schmiden Deutsch und Latein...

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  12. Ob ein Leben lebenswert ist oder nicht, entscheidet der, der es lebt - und nicht ein Soldat irgendeiner fremden Macht! Wer sind wir, dass wir glauben, uns zu Richtern über Leben und Tod aufschwingen zu können? In Deutschland gibt es nicht ohne Grund keine Todesstrafe. Und jedes Leben ist gleich viel wert. Ich nehme an, du spielst auf Mörder und ähnliches Gesocks an. Auch deren Leben ist ein Leben, und sie gehören bestraft - aber nicht durch die Tötung ihrer selbst. Dadurch machen sich diejenigen, die ein solche Urteil fällen ihnen gleich.

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  13. "Und jedes Leben ist gleich viel wert."
    Nicht im Ernst, oder?
    Nein Mörder usw. kann man einsperren. Ich meinte damit anderes Leben. Ich bin auch keinesfalls für die Todesstrafe, wir sehen ja wie es da in den USA zugeht.
    Ich wollte damit auf etwas anderes raus. Es gibt Leben das mehr Wert ist als anderes. Wer das nicht so sieht, ist in meinen Augen verbelndet von irgendwelche ideologischen Theorien...

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  14. Moment: reden wir jetzt nur von Menschen oder auch von Tieren? In dem Fall gibt es klar Unterschiede.

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  15. Wir reden über Menschen! Und die sind definitiv nicht alle gleich viel Wert!!!!!!

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  16. In was willst du das jetzt ausgedrückt? In Geld? Ein GI um die 6.000.000 Dollar, je nach Alter...

    Aber was solls. Das war nicht meine Kernaussage. Ich habe keine Bewertung mit der man Menschen so klassifizieren kann und trotzdem kann ich dir, ohne jetzt Namen nennen zu können sagen das es nicht lebenswürdiges Leben gibt - das ist mein vollkommener Ernst. Ich habe schon von Leuten gehört, die ich auf der Stelle erschossen hätte, wäre ich dafür nicht bestraft worden. Nicht weil sie mich beleidigt/angegriffen hätten, sondern aufgrund anderer Faktoren. Du weist genauso gut wie ich wie degeneriert manche sind, was für Abschaum am Leben ist... ich sage nicht das es viele sind, aber definitiv gibt es so etwas.

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  17. Klar, das ist keine Frage. Und jeder wünscht gerne mal andere Leuten den Tod. Das ist natürlich. Trotz allem ist die Frage, ob man auch so handelt, wie man hin und wieder denkt. Und mMn zeigt sich in dieser Unterscheidung die Größe der Menschen.

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  18. Was ist das denn für ein ethischer Grundsatz? Ich meine, es gibt sicherlich tolle moralische Vorbilder. Aber es gibt auf dieser Welt Leute, daran kannst du wahrscheinlich nicht einmal denken. Da kann man noch so großen Herzens sein.
    Ich weigere mich einfach zu glauben das alle gleich viel Wert sind. Das waren Menschen nie und das werden sie auch nicht sein solange wir nicht sehr modern Klonen (selbst dann wohl nicht)...

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  19. Keine Frage, dass es echt widerliche Bastarde gehört, die man bestrafen und um die man sich kümmern muss.
    Aber das ändert nichts daran, dass ihr Leben als solches den gleichen Wert hat wie unseres.

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  20. Nein!




    Und es sind nicht nur solche deren Leben weniger Wert hat als das anderer, Menschen sind unterschiedlich, also hat deren Leben auch einen unterschiedlichen Wert.

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