Sonntag, 13. September 2009

Nanu....

In diesen Tagen kann man den Eindruck gewinnen, als lasse sich die nächste Finanzkrise allein dadurch verhindern, dass die Boni der Banker gedeckelt werden. Barack Obama, Nicolas Sarkozy, Angela Merkel und Peer Steinbrück: Sie alle geißeln die Investmentbanker und Fondsmanager für die Exzesse der letzten Jahre. Sie alle fordern, dass die Herren des Geldes sich künftig mäßigen.

Natürlich ist es richtig, dass exorbitante Boni, die auf Scheingewinnen basieren, ein Problem sind. Allerdings sind sie vor allem ein Verteilungsproblem. Wenn einige ganz schnell sehr reich werden, während die Masse mit ehrlicher Arbeit kaum über die Runden kommt, dann kann das eine Gesellschaft zerreißen.

Dann kann die Wut über die da oben zu Verwerfungen führen. Als gerecht empfinden die Menschen ein Wirtschaftssystem nur dann, wenn die Aufstiegschancen einigermaßen gleich verteilt sind.

Aber die Boni sind nur ein Symptom, sie sind nicht die wesentliche Ursache dafür, dass wir gerade eine zweite Weltwirtschaftskrise erleben. Die Wertpapierhändler hätten auch dann mit riskanten Derivaten gehandelt, wenn sie dafür nicht Millionen bekommen hätten, sondern sehr viel weniger.

Die Verpackungskünstler in den Geldhäusern hätten auch dann riskante Kreditpakete auf Reisen um die Welt geschickt, wenn sie sich mit mickrigen Festgehältern hätten begnügen müssen - so wie ein Fußballstürmer immer das Tor treffen will, egal ob er Luca Toni heißt oder in der Kreisliga kickt.


Das ist ein Leitartikel aus der SZ. Was ist denn mit denen los? Und der Matussek wird auch vernünftig auf seine alten Tage.

Kommentare:

  1. Das mit den Boni sind ja ohnehin nur Scheingefechte, man gibt unverbindliche Erklärungen ab, lächelt in die Kameras, sagt, dass sich was ändern müsse und lacht still in sich hinein, wie toll man die Öffentlichkeit wieder verarscht hat. Sicher sind Bonuszahlungen ein Problem, vor allem weil sie die kurzfristige Zockerei belohnen und die langfristige Orientierung eben nicht.

    Aber ich gebe dir recht, dass diese endlose Gier, die ja hinter der Krise maßgeblich steckt, nicht durch eine einfache Boni-Deckelung in den Griff zu bekommen ist.

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  2. Ganz zustimmen kann ich dieser Verallgemeinerung nicht - teilweise auch aus eigenen Erfahrungswerten.

    Um beim Fußball zu bleiben : Im Normalfall wird jeder Spieler versuchen in der Gemeinschaft das Beste Ergebnis für den Verein zu realisieren. Wird aber 1 Million für den Torschützen ausgelobt ist das Teamplay gefährdet und auch das Gesamtergebnis, weil der Anreiz auch aus absurder Distanz aufs Tor zu schießen, anstatt den Ball abzugeben dominiert.

    Beim Boni geht es nunmal darum mit allen Mitteln einen kurzfristigen Erfolg zu erzielen, im nächsten Jahr sind die Verluste egal, Erfolge kann man problemlos in einem anderen Feld wieder erbringen. Ein Kreislauf der nur auf einen kurzen Buchwert bedacht ist, das langfristige Ergebnis ist egal.

    Es ist also wichtig einen Hebel zu finden um mehr Eigenverantwortung in das Handeln einfließen zu lassen. Eine Deckelung ist da mit Sicherheit nicht der Beste Weg. Ein Boni muss auch immer die Gefahr eines Mali in sich tragen. Die Ausschüttung auf Jahre gestreckt werden. Leistung zeigt sich nicht immer in Monaten, sondern teilweise erst in Jahren.

    Was wir bei Banken erlebt haben ist doch nicht, dass Manager und hochrangige Mitarbeiter für Ihr Unternehmen gewirtschaftet haben, sondern primär versucht haben den eigenen Vorjahresboni zu übertreffen.

    Zum Verteilungsproblem will ich gar nicht weiter eingehen. Als ob ein kleiner Bankmitarbeiter oder ein kleiner Arbeiter bei Opel zusätzlich Hartz IV beantragen müsse.... Ich glaube nicht dass die Unternehmen die ursächlich für die Krise und Milliardenkredite bekamen ein Verteilungsproblem haben und soziale Ungerechtigkeit schüren.

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