Montag, 15. August 2011

Warum die Frauenquote ein Fehler ist und warum sie trotzdem kommen wird

Von Stefan Sasse

Die Frauenquote gehört zu den meist debattierten Reformen, die massiv in die Freiheit von Unternehmen einschneiden. Während aber jede noch so kleine Abgabenerhöhung oder Subventionsstreichung als Sozialismus gegeißelt wird, ist die Festsetzung, dass 40% der Unternehmensführung nicht ausschließlich unter den geeignetsten Kandidaten ausgewählt werden sollen, bislang auf heftigsten Widerstand direkt aus dem Kabinett gestoßen: Christina Schröder, die Familienministerin, hat sich am schärfsten dagegen verwahrt, während Ursula von der Leyen als Arbeitsministerin, die irgendwie nie so ganz mit ihrem alten Aufgabenbereich abgeschlossen hat und schon in ihrer Zeit als Familienministerin gerne mal ihre Kompetenzen kreativ erweitert hat (Stichwort Stopschild im Internet), die aktivste Befürworterin dieser Reform ist. Diejenigen, die davon betroffen wären - die großen DAX-Konzerne - sind in ein fast merkwürdiges Schweigen verfallen. Dieses Schweigen rührt sicherlich daher, dass die Frauenquote ein politisch extrem vermintes Terrain ist. Sich gegen sie auszusprechen kommt als Mann einem politischen Todesurteil gleich, und selbst als Frau ist der shitstorm, der unweigerlich losbricht immens, wie Christina Schröder bei ihrer Kritik erfahren musste. Trotzdem gibt es gewichtige Gründe, die gegen die Einführung einer Frauenquote sprechen.

Der erste davon wird auch häufig von betroffenen Frauen selbst vorgetragen. Wenn man eine quotierte Position inne hat muss man immer auch gleich gegen das Vorurteil ankämpfen, dass man sie nur besitze, weil sie eben einer Quote unterliegt. Selbst im deutschen Sprachgebrauch hat sich mittlerweile der "Quotenneger" etabliert, ein Produkt der amerikanischen "affirmative action", also dem Versuch, Afroamerikanern besseren Zugang zum Wirtschaftsleben zu verpassen. Ob dieses Vorurteil gerechtfertigt ist oder nicht ist dabei einerlei, denn belegen lässt sich meist weder das eine noch das andere, das liegt in der Natur der Sache. Gerade in Führungspositionen aber, wo Autorität gegeben sein muss und diese Autorität zumindest nach außen hin auf den eigenen Kompetenzen beruht, ist eine solche Festschreibung desaströs. Wie soll der Gleichberechtigung geholfen sein, wenn am Ende Männer durch ihre Leistung, Frauen aber durch die Quote aufrücken? Zwar mögen die Posten dann annähernd gleich verteilt sein; gleich behandelt werden würden sie deswegen aber nicht.

Natürlich hat das in den meisten Fällen keine realen Fundamente. Es gibt wirklich keinen Grund anzunehmen, dass Frauen in diesen Positionen schlechter sein könnten, nur weil ihr Geschlecht ein anderes ist. Die existierenden Frauen in solchen Positionen sollten diesem Mythos eigentlich ein für allemal den Boden entzogen haben. Legitimationsprobleme wie oben beschrieben werden jedoch nicht nur an Geschlechtergrenzen entlang laufen. Eine Frau, die in der internen Hierarchie aufsteigen will und über sich eine andere Frau hat kann das Quotenargument ebenso als Waffe einsetzen wie ein Mann, wegen der beschriebenen Implikation der politischen Kommunikation sogar noch vielseitiger und schlagkräftiger. Dieser Nebeneffekt ist sicher ungewollt, aber kaum zu vermeiden.

Ein weiteres Argument, das gegen die Frauenquote spricht, ist das demographische. Es wird in der Diskussion meist nicht beachtet, aber ich halte es für das Wichtigste. Menschen in Führungspositionen, egal welchen, sind im Normalfall zwischen 40 und 60 Jahren alt, häufig allerdings bereits über 50. Das bringen Spitzenpositionen so mit sich - man muss Erfahrungen sammeln und aufsteigen (Ausnahmen gibt es natürlich immer). Das bedeutet, dass das derzeitige Führungspersonal zwischen 1945 und 1965 geboren wurde, also vor der großen Frauenbewegung, die die Ideen vollständiger Gleichberechtigung mit sich brachte, und vor der neoliberalen Revolution der 1980er Jahre, die Karriere in technischen oder BWL-Berufen als erstrebenswert propagierte. Das Fakt, das Befürworter der Frauenquote immer wieder vergessen, wenn sie auf die geringe Durchsetzung der Vorstandsetagen mit Frauen verweisen ist, dass es schlicht nicht viele gibt.

In einem marktwirtschaftlichen System macht es praktisch keinen Sinn, eine Hälfte der potenziellen Arbeitnehmer bei gleicher Befähigung entweder auszuschließen oder schlechter zu bezahlen. Im ersten Fall würde das erste Unternehmen, das sich nicht an diese informelle Absprache hält, ein gigantisches Reservoir billiger und kompetenter Arbeitskräfte erhalten. In einer Marktwirtschaft aber würde das irgendwann passieren. Im zweiteren Falle würde irgendein Unternehmen nur Frauen einstellen, da diese bei gleicher Befähigung um (angeblich) rund ein Drittel billiger sind. Beides ist nicht passiert. Da  die Marktwirtschaft es profitorientierten Unternehmen aber problemlos erlaubt, für Dividenden eine Hungersnot in Afrika hervorzurufen, sollte die Einstellung von Frauen wahrhaftig kein solches Hindernis darstellen. So stark kann der Machoismus gar nicht sein.

Das heißt, dass die derzeit geringe weibliche Besetzung von Vorstandsetagen ein demographisches Problem ist. Ein einziger Blick in die Realität bestätigt dies. Ob an Universtäten in BWL-Studiengängen, auf den BAs oder in den Büros von Unternehmen und Banken, die 20-40jährigen haben eine wesentlich größere Durchmischung von Männern und Frauen als die Alterskohorten über ihnen. Warum? Weil diese Frauen in eine Zeit hineingeboren wurden, die völlig andere Prinzipien für Erziehung und Lebensgestaltung vorgab (richtigerweise). In spätestens 10 bis 20 Jahren wird deswegen, ganz von alleine, der Anteil von Frauen in Führungspositionen der realen Verteilung weitgehend entsprechen. Das ist ein Prozess, der durch die marktwirtschaftliche Dynamik vorgegeben ist. Auf Dauer kann die Hälfte der Bevölkerung, wenn sie gleich qualifiziert und willens ist, niemals von der Macht abgehalten werden.

Dazu kommt, dass es bereits Antidiskriminierungsgesetze gibt. Wenn der Verdacht besteht, dass aufgrund des Geschlechts eine Beförderung zurückgehalten wird, kann jederzeit beim firmeninternen Gleichstellungsbeauftragten oder vor Gericht geklagt werden - und die Erfahrung zeigt, dass die Erfolgswahrscheinlichkeit relativ hoch ist. Ich bin deswegen der Überzeugung, dass eine Frauenquote mehr Schaden als Nutzen bringen würde. Frauen, die ihre Positionen bisher erreicht haben, würden mit dem Stigma der Quote belegt werden.

Die Frauenquote in DAX-Unternehmen (und möglicherweise auch weitergehend) ist jedoch ein quasi gesetztes Ereignis. Es gibt nur eine Partei, die kategorisch dagegen ist - die FDP - und diese wird ab 2013 erst einmal keine Rolle mehr spielen. Die CDU ist in der Frage gespalten und wird sich mit einem Koalitionspartner SPD oder Grüne kaum dagegen stellen. Und SPD, Grüne und LINKE sind dafür. Da die Notwendigkeit einer solchen Reform durch jahrelange Lobbyarbeit der feministischen Gruppen, deren Ziele und Betätigungsfelder sich wie bereits dargestellt längst von ihren emanzipatorischen Wurzeln entfernt haben, zur politischen Notwendigkeit für alle politischen Kräfte geworden ist, die sich als progressiv begreifen, wird ihre Einführung kaum zu verhindern sein. Einmal eingeführt wird sie auch nicht wieder abgeschafft werden, da eine Abschaffung als frauenfeindlich gelten würde; ein Image, das kaum eine Partei sich aufzukleben bereit sein wird.

Kommentare:

  1. Ich kann Ihren schönen Optimismus nicht recht teilen.

    Es geht hier um die Besetzung von Führungspositionen, und diese werden vielfach weitaus weniger nach Qualifikation (oder Demografie) als durch persönliche Beziehungen und Protektion (vulgo "Vitamin B") vergeben (zumindest faktisch). Wenn Altherrenriegen darüber entscheiden, wer in ihren Zirkel aufgenommen wird, haben Frauen, die naturgemäß eher selten Teil einer Altherrenriege sind, tendenziell eher schlechte Karten.

    Die von Ihnen angenommene "demografische Gesetzmäßigkeit" existiert nicht. Frauen stellten schon immer die Hälfte (oder sogar etwas mehr) der Bevölkerung, wurden aber bis vor wenigen Jahrzehnten sehr effektiv "von der Macht abgehalten". Soviel zu den Zwängen der Demografie ...

    Den praktischen Wert von Antidiskriminierungsgesetzen sehe ich eher kritisch, da der Nachweis einer Diskriminierung aufgrund des Geschlechts in diesen Fällen, gelinde gesagt, schwierig sein wird. Wenn die Erfolgswahrscheinlichkeit von Klagen in diesem Bereich tatsächlich "relativ hoch" ist (ich möchte das hier mal offenlassen), dann wahrscheinlich deshalb, weil solche Klagen überhaupt nur mit handfesten Beweisen erhoben werden, und solche Fälle sind, wie gesagt, per se selten.

    Und was das "Stigma der Quote" anbelangt: Frauen, die neu in (bisherige) Männerdomänen "einbrachen", hatten schon immer mit Mißtrauen und Vorurteilen zu kämpfen. Alle diese Vorurteile lösten sich nach und nach in Luft auf, und auch dem "Stigma der Quote" wird, wie allen vergleichbaren Stigmata in der Vergangenheit, kein anderes Schicksal beschieden sein, wenn Frauen in Führungspositionen erst einmal zu einer weitverbreiteten Selbstverständlichkeit geworden sind.

    Um sie zu einer Selbstverständlichkeit zu machen, ist eine Quote als vorübergehende "Initialzündung" offenbar notwendig, so bald sie eine Selbstverständlichkeit geworden sind, wird man darauf verzichten können.

    Hier aber auf die "Marktkräfte" zu warten ist dagegen wohl ebenso aussichtsreich wie das Warten auf die Frauenordination in der katholischen Kirche ...

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  2. Gar kein Zweifel dass Frauen jahrzehntelang von der Macht ferngehalten wurden. Nur passiert das seit nunmehr auch ein oder zwei Jahrzehnten nicht mehr. Deswegen ist es ein demographisches Problem: sobald die Jahrgänge, bei denen dieses Fernhalten noch Realität war in Rente sind hat sich das erledigt.

    Meine Argumentation ist außerdem ja gerade die, dass die Frauenquote diese Selbstverständlichkeit nicht bringen wird sondern dass sie von alleine kommen wird.

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  3. Sehe ich ähnlich. Man muss sich einmal vor AUgen halten, wozu eine Frauenquote führen würde (zwar nur im worst case, aber trotzdem): Ein Konzern hat 10 Vorstandsplätze, wovon mindestens 4 mit Frauen besetzt werden müssen. Jetzt hat der Konzern aber, aus welchem Grund auch immer, nur 3 qualifizierte Frauen zur Verfügung. ALso was tun? Eine Stellenanzeige aufgeben "Vorstand gesucht, Männer unerwünscht?" Dadurch würde die ja absolut zurecht geforderte Gleichberechtigung der Frau in eine Diskriminierung der Männer umschlagen. Und das ist ja wohl genauso falsch.

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  4. Wenn Frau heute gut ist ,wird sie auch diese etagen besiedeln... wennauch nicht immer können , oft auch durch protektionen..es lebe die gleichberechtigung ..und das verblüffende ist eigentlich ...praktisch ist sie schon längst vollbracht ..auch ohne quoten geben frauen heute den schlechteren mann ab ..

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  5. @ Stefan Sasse

    Dass Frauen "ein oder zwei Jahrzehnte nicht mehr" ferngehalten werden, würde ich in dieser Allgemeinheit nicht unterschreiben wollen. Ich behaupte nicht, Frauen hätten keinerlei Chance, in Führungspositionen zu kommen. Die gläserne Decke hat ein paar Löcher bekommen, aber mir ging es ja um eine Aussage für "die Breite", nicht um Einzelfälle.

    Warum ich skeptisch bin, dass "sie von alleine kommt", habe ich schon geschrieben. Und im übrigen: WENN die Entwicklung tatsächlich von allein kommt, was wäre dann so schlimm an der Quote ? Sie würde doch nur etwas beschleunigen, was ohnehin (Ihnen zufolge offenbar in überschaubarar Frist) ohnehin geschehen würde.

    Ich hoffe mal, das ist hier keine solche "Regulierung ist von Übel, egal von was"-Kiste ...

    @ Anonym

    Offenbar sehen Sie kein Problem darin, zehn qualifizierte Männer für die Vorstandsposten zu finden, warum sollte ich dann ein Problem darin sehen, auch nur vier qualifizierte Frauen zu finden ?

    Ein Vorstandsposten würde wohl eher über informelle Gespräche oder allenfalls einen Headhunter besetzt werden, aber warum sollte eine "externe" Bewerberin weniger qualifiziert sein ?

    Das ganze wäre wohl keine Diskriminierung "der Männer", sondern allenfalls einzelner männlicher Bewerber, nachdem die 60% "Männerquote" erschöpft wäre. Zudem muß man daran erinnern, dass die Diskriminierung der Frauen (wenn sich auch einiges schon gebessert hat) vielfach nach wie vor existiert - sie ist eben nur informell und deshalb weniger offensichtlich. Die Folgen lassen sich aber in den einschlägigen Statistiken nachvollziehen.

    Im übrigen ist der Begriff "qualifiziert" auch, freundlich ausgedrückt, interpretationsfähig. Inwieweit er auf zumindest einige amtierende Vorstände zutrifft, möchte mal dahinstehen lassen ...

    @ Anonym

    Das Frauen nicht unbedingt einen besseren Job machen als Männer, ist sicher richtig (sehen wir jeden Tag bei Frau Merkel). In der Wirtschaft sehen wir es dagegen sehr viel seltener, und das ist hier der Punkt.

    Vielleicht ist die volle Gleichberechtigung in diesem Bereich tatsächlich erst erreicht, wenn ein weiblicher Deutsche Bank-Vorstand die Bank so richtig vor die Wand fährt und vom Staat mit einem Multimilliarden- "Bankenrettungspaket" rausgehauen werden muß --- ohne am nächsten Tag in der Zeitung lesen zu müssen, dass Frauen eben DOCH nicht mit Geld umgehen können ... ;)

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  6. "Ob an Universtäten in BWL-Studiengängen, auf den BAs oder in den Büros von Unternehmen und Banken, die 20-40jährigen haben eine wesentlich größere Durchmischung von Männern und Frauen als die Alterskohorten über ihnen. Warum? Weil diese Frauen in eine Zeit hineingeboren wurden, die völlig andere Prinzipien für Erziehung und Lebensgestaltung vorgab (richtigerweise). In spätestens 10 bis 20 Jahren wird deswegen, ganz von alleine, der Anteil von Frauen in Führungspositionen der realen Verteilung weitgehend entsprechen."

    Das halte ich ehrlich gesagt für ein Wunschdenken, zumindest im universitären Bereich und - vor allem - was die Wirtschaftswissenschaften betrifft. Dort sind vorwiegen Männer in den begehrten Festanstellungen, was sich bei neueren Berufungen fortsetzt und sich sogar in den Master-Studiengängen bemerkbar macht. Zumindest ist das meine Erfahrung.

    Hinzu kommen Stellenkürzungen. Was in 10 bis 20 Jahren auf Grund der Demographie sein könnte, ist daher reine Spökenkiekerei. So, wie es jetzt läuft, wäre ich aber nicht wirklich optimistisch.

    Was der Artikel leider auch unterschlägt, ist, dass die Diskriminierung von Frauen noch nicht überwunden ist. Jedenfalls glaube ich ehrlich gesagt nicht daran, wenn es heute noch vorkommt, dass Schwangere als "krank" bezeichnet werden.

    Und noch was: Es sollte eigentlich nicht nur um eine Frauenquote gehen, sondern um generelle Quotenregelungen, so lange Barrieren existieren, die bestimmten Menschengruppen am Vorankommen behindern (körperlich Benachteiligte, Frauen, Menschen aus sozial schwachen Schichten usw.).

    Arbo

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  7. Alle die für eine Frauenquote sind, möchten mir doch bitte folgende Fragen beantworten:
    - Sind sie für oder gegen eine Migrantenquote in Vorstandsetagen? Migranten könnte man dabei als deutsche Staatsbürger definieren, die den deutschen Pass nicht seit ihrere Geburt besitzen.
    - Sind sie für eine Quote für Anghörige der islamischen/jüdischen Religion in Vorstandsetagen?
    - Wenn ich für eine Frauenquote stimme, weil Frauen diskriminiert werden, muss ich dann auch für andere diskriminierte Gruppen Quoten fordern? Wenn nein, warum nicht?

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  8. Gilt die Quote nur für tolle Berufe? Oder gibts demnächst auch ne Frauenquote bei der Müllabfuhr, Kanalreinigung oder für Bauarbeiter?
    Also ich als Physikstudent hätte nichts gegen eine Frauenquote für Physik, ich weiß nur nicht, wie man die Frauen zum Physikstudium ermuntern möchte. Gute Karrierechancen allein scheinen ja nicht zu wirken.
    Ps. Fast hätte ich es vergessen. Es gibt natürlich schon seit Jahren einen Mädchentag an dem Physikstudentinnen (fast alles Lehramtsstudenten) Mädchen in die tolle Welt der Physik einführen und nette Experimente mit ihnen machen. Hat bis jetzt auch nicht zu mehr Frauen in Physik geführt.

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  9. Wenn du schon über die Notwendigkeit des Erfahrungsammelns schreibtst, darfst du nicht vergessen, dass auch das noch, gerade für junge Frauen, mit allerlei Schwierigkeiten behaftet ist. Kaum jemand überträgt einer kinderlosen Frau Ende 20/Anfang 30 Führungsverantwortung (vielleicht wichtigste, weil prägende Phase der Karriere), wenn er glaubt, sie würde sich ja doch in 1-2 Jahren in die Schwangerschaft verabschieden? Und warum sollte er das auch nicht annehmen? Schlimmer noch, wenn sie bereits ein Kind hat.

    Bei einem Mann hingegen spielt das keine Rolle. In seinem Fall glaubt man gemeinhin, er könne die Verantwortung ja problemlos seiner Partnerin/Ehefrau übertragen. An diesem Denken hat sich vielerorts wenig geändert. Wie lange soll man nun untätig warten, bis das passiert?

    Auch sollte man bedenken, dass die meisten Verfechter der Quote sie sich nicht ernstlich als Dauerzustand wünschen, sondern mit ihr eben nur genau dieses Umdenken einleiten wollen. In einer Zeit, in der die Gleichstellung auch in den Köpfen fest verankert ist, bedarf es keiner Quote.

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  10. Am von dir beschriebenen und zweifellos existierenden Problem ändert das aber nichts. Dann nehme ich halt Frauen die klar sagen dass sie keine Kinder wollen und schaffe eine Atmosphäre, in der Kinder kriegen echt scheiße ist.
    Was es da braucht ist keine Quote, sondern entsprechende Regularien die eine Vereinbarkeit erlauben - für Männer wie Frauen. Das Elterngeld mit seiner Teilungsregel war da ein Schritt in die richtige Richtung.

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  11. Ich fürchte, die entsprechende Atmosphäre haben wir in weiten Bereichen schon längst ...

    Sicher brauchen wir Regularien, die eine Vereinbarkeit von Beruf und Familie ermöglichen, aber inwieweit soll das gegen die Quote sprechen ? Die Quote ermölich nur (vielleicht) den Zugang. Dazu, wie eine Frau danach ihr Leben zwischen Beruf und Familie organisiert, kann sie nichts beitragen. Regularien und Quote betreffen unterschiedliche Probleme und können deshalb gut nebeneinander bestehen, bis die Quote ihre Aufgabe erfüllt hat und überflüssig geworden ist.

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  12. Nun, meine Argumentation ist genau DASS sie überflüssig ist.

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  13. Als, wenn ich erlebe, dass Frauen in bestimmten Bereichen kaum präsent sind, bisweilen mit sexistischen Äußerungen (natürlich nur hinter vorgehaltener Hand) konfrontiert werden und dann die eigentlichen Institutionen (Ombudsstellen usw.) lieber den Ball flach halten wollen, habe ich nicht den Eindruck, dass eine Quote überflüssig wäre.

    Arbo

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  14. Es gibt mittlerweile schon Studien, die beweisen, dass gemischtgeschlechtliche Teams erfolgreicher arbeiten (weil mehrere Sichtweisen einfließen). Peter Jedlicka hat das unlängst in seinem Buch "Gender Balance" sehr gut erklärt.

    Volker Andritz

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  15. Hi Volker,

    mag ja schon sein, aber mit der Frauenquote hat das nur wenig zu tun^^

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  16. Lieber Stefan Sasse,

    was bitte soll das seltsame Banner unter diesem Post.
    Bist du einem Hacker auf den Leim gegangen, oder
    ist es deine Art von Satire ?
    Ich hoffe sehr das Letztere.

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  17. Ich habe soeben weiter unten gestöbert und den Grund für dieses (http://www.aktion-kig.de/kampagne/bundesparteitag_landing.html?gclid=CPTk_NS706oCFYK-zAoddGjOzQ) Banner gefunden.
    Sorry, aber ich finde so etwas ist absolut Riesensauerei

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  18. Was heißt Grund? Google blendet den Mist über AdSense ein. Da hab ich keinen Einfluss drauf. Nehmt es mit Humor, dass der politische Gegner das Blog hier mitfinanziert.

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  19. Aus Effizienzsicht sind Quoten immer ineffizient.
    Begründung:

    Zum Erreichen von Effizienz an sich sind sie bestenfalls nutzlos und schlimmstenfalls ineffizient. Nehmen wir z.B. an, dass ein Großteil der Vorstände aus fachlichen Gründen aus Wirtschafts- oder Naturwissenschaften kommen und ebenso, dass ein Großteil der Studierenden in diesen Fächern männlich sind, wird es immer mehr männliche als weibliche Vorstände geben (oder halt umgekehrt, wenn wir die Geschlechter tauschen, ist ja wurscht). Abhängig von den Parameter gibt es nun zwei Fälle:
    - Es gibt weniger geeignete Männer, als die Quote es zulässt; oder es gibt exakt gleichviele. Dann ist die Quote nutzlos
    - Es gibt mehr geeignete Männer, als die Quote sie zulässt. Dann werden die Stellen mit (per Annahme dieses Beispiels) ungeeigneteren Frauen besetzt, und besser geeignetere Männer bleiben außen vor. Dann ist sie ineffizient.

    Da die Durchsetzung der Quote aber per sé kostet, ist sie also immer ineffizient.

    Wenn man so einen Bullshit schon durchsetzen will, wären Zusatzsteuern für zu männerlastige Vorstände oder Subventionen für die Einstellung für die Einstellung von Frauen bis zu einem bestimmten Punkt viel besser. Das würde nämlich sicherstellen, dass ein geeigneterer Mann wenigstens die Chance hat, eingestellt zu werden. Er muss dann zwar immer noch besser geeignet sein als eine Frau, aber das ist schonmal besser als ein de facto Berufsverbot für Männer.

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  20. sorry für off-topic, aber Stefan, hast Du mitbekommen, dass reddit gestern "Tasha Davis" (die oft beim Spiegelfechgter kommentiert) als komplett fake entlarvt hat? Hihi. Da wusste man doch schon immer, dass da irgend was nicht stimmt.

    http://www.reddit.com/r/pics/comments/jj6pw/female_skating/c2cl5sg

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  21. @stefan sasse: eigentlich verstehe ich dann die ganze Aufregung nicht. DAs Thema scheint dich ja sehr umzutreiben, zumindest lese ich es doch recht häufig auf diesen SEiten.
    Denn wenn die Quote Deiner Meinung nach überflüssig ist, da sie etwas regelt was ohnehin bald eintreten würde, was wäre dann so schlimm daran? Es wäre nur eine weitere unsinnige Regelung.
    DAss es im übrigen weder eine Chancengerechtigkeit geschweige denn eine Chancengleichheit gibt darüber haben wir uns ja auch schon mal verständigt. Und meine Erfahrung ist die, dass Frauen dieses Netzwerke bilden weniger liegt. Dadurch sind ihnen gewisse Positionen schon durch dieses fehlende Vitamin B oft versagt (was natürlich auch für andere Menschen gilt). Ob das nun als fehlende Kompetenz gelten kann wage ich zu bezweifeln.
    Allerdings sehe ich den vorteil von Frauen in Führungsetagen nicht wirklich, weil ihre besonderen Fähigkeiten auf dem WEg zur Macht meiner Meinung nach sozusagen einschlafen und sie am Ende nur ein Verschnitt der Gestalten würde die wir bereits kennen. Ich finde dass man das eindrucksvoll an Frauen wie Liz Mohn oder Friede Springer sehen kann :-( . Daher interessiert mich in diesem Fall die Quote kaum, in politischen Parteien oder bei der Besetzung von Gremien finde ich sie dennoch hilfreich, weil meine ERfahrung zeigt dass ohne Quote die nach wie vor dominierenden Männer gar nicht auf die Idee kommen mal eine Frau vorzuschlagen. Durch die QUote muss diese Möglichkeit aber zumindest angestrebt werden und das erlebe ich im Momentschon als Bereicherung.

    Falls der Beitrag zu wirr ist bitte ich um Entschuldigung, aber beim Freidenker zeigt es mir aus welchem Grund auch immer den Text den ich gerade schreibe nur zeitverzögert an, ich hoffe es passt trotzdem :-)

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  22. @anonym von 14.45: also dass bei der Besetzung von Führungspositionen allein der geeignetste Kandidat ausgewählt wird kling geradezu traumhaft, was wohl daran liegt dass es schlicht ein Märchen ist. DAss diese Benachteiligung nicht nur Frauen trifft ist zwar richtig, ändert aber ncihts an der Tatsache dass Qualifikation nicht das Ausschlaggebende Kriterium ist.

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  23. Fühle mich bei "Regulierung-ist-von-übel" angesprochen. Wer bei einem DAX Konzern vorne stehen will muss der Beste sein.

    Stimme zu das wenn die Quote einmal da ist, kriegen wir sie nie wieder los. Sehr interessanter Artikel.

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  24. @Nagy: Weil die Quote zwar nutzlos ist, aber den Effekt haben kann das mittelmäßige Personen in Entscheidungspositionen quotiert werden.

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  25. @ Geil (6.31 Uhr)

    Der fachlich Beste oder der Beste beim Networking ?

    Ich fürchte nämlich, IRL ist das letztere weitaus ausschlaggebender als das erstere ...

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  26. "Geil"??? Freudscher Verschreiber? :-) *just kidding*

    Frauen können kein "Networking"?

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  27. @Gell

    Sorry ... (kein typo, sondern falsch gelesen -- Ich brauch´offenbar doch eine Brille ...)

    Klar können Frauen auch Networking, aber es muß auch jemand zum Networking da sein. Und beim Networking innerhalb von "Männerbünden", wie sie in den meisten Vorstandsetagen immer noch existieren, haben Frauen von vornherein einen "strukturellen" Nachteil. Das Ziel der Quote ist es ja gerade, diesen strukturellen Nachteil abzubauen und "das Spielfeld einzuebnen". Wenn es einmal eben ist, kann man auf die Quote dann wieder verzichten ...

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