Montag, 25. Februar 2008

Fachkräftemangel, mal wieder

Die Unternehmen schreien groß: Deutschland hat zuwenige ausländische Fachkräfte, die ins Land kommen. Schuld ist natürlich die GroKo, besonders aber die CDU mit ihren ausländerfeindlichen Tönen. Das Fehlen ausländischer Fachkräfte und Studenten, die keine große Veranlassung sehen sich hier niederzulassen wird dabei als großes Wachstumshindernis emfunden.
Gleichzeitig haben wir hier tausende arbeitslose Ingenieure. Die weiterzubilden finden die Unternehmen aber doof, weil das nicht reichen würde - aber natürlich muss der Staat das trotzdem dringend tun.
Ob allerdings die Ein-Euro-Jobs hier einen wichtigen Beitrag leisten, dürfte fraglich sein. Liegt die unglaublich abstoßende Wirkung Deutschlands auf ausländische Einwanderer vielleicht auch an den exorbitant niedrigen Gehältern, die hier gezahlt werden? An den miesen Arbeitsbedingungen? Fragen, die man sich nicht zu stellen wagt. Dass das Problem hausgemacht ist, wird natürlich auch nicht erwähnt. Über Jahre haben die Unternehmen am Personal gespart, wo es nur ging und ein minderqualifiziertes Arbeitslosenheer geschaffen, anstatt in Fortbildungen zu investieren und für Produktions- und Auftragsspitzen gute, loyale Leute in der Hinterhand zu haben. Die Quittung kommt teuer.

Kommentare:

  1. " Liegt die unglaublich abstoßende Wirkung Deutschlands auf ausländische Einwanderer vielleicht auch an den exorbitant niedrigen Gehältern, die hier gezahlt werden?"

    Das bezweifle ich... wenn wir Fachkräfte suchen bekommen die auch gute Gehälter. Es geht hier nicht um Putzfrauen.

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  2. Nicht zwingend. Auch die Mittelschicht wurde dramatisch unterbezahlt, deswegen gibt es sie ja immer weniger.

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  3. Dann lies aber nomal was du geschrieben hast... da beziehst du dich auf Zuwanderer. Und die werden ja gezielt im Hochlohnsektor gesucht (Ingenieuere, Informatiker, u.ä.) und das sind die Gehälter nicht niedrig. Deine Argumentation passt da nicht. Die Unterbezahlung anderer Arbeiter mag ein Problem sein, allerdings nicht bei der Zuwanderung von Fachkräften.
    Da denke ich spielt die schwierige Integration hier sowie Sprachbarrieren eine wichtigere Rolle. Da sind z.B. die USA halt total im Vorteil.

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  4. Der eigentlich wesentlich entscheidendere Punkt ist doch: Warum sollen wir überhaupt Fachkräfte aus dem Ausland holen? Warum nicht die vorhandenen Kräfte nutzen, warum nicht in Aus-, Fort- und Weiterbildung investieren? Ich frage mich allen Ernstes, in welcher geistigen Umnachtung diejenigen Funktionäre der Wirtschaft leben, die einerseits den didaktischen Ausverkauf unseres Bildungssystems fordern und fördern und sich gleichzeitig über einen Mangel an Fachkräften beklagen. Sind die alle so dumm oder tun die nur so? Oder hat das vielleicht sogar System? Andere bezahlen die Ausbildung, wir schöpfen nur den Ertrag ab? Ich fürchte nur, dass langfristig diese Strategie nicht zum Erfolg führt - die Augenblickliche Situation jedenfalls spricht nicht dafür.

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  5. Im Beitrag um den es hier geht steht aber was völlig anderes...

    Die Frage die Shurak in den Raum gestellt hat ist wohl vielen ein Rätsel.

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