Montag, 3. März 2008

Überstundenwahnsinn

Laut offiziellen Erhebungen wurden im letzten Jahr in Deutschland rund 3 Milliarden meist unbezahlte Überstunden geleistet; im Durchschnitt kommt damit jeder Arbeitnehmer auf zwei pro Woche. Da die Überstunden in den Gewerben ungleich verteilt sind, kommen entsprechend die Arbeiter, die Überstunden nehmen, auf etwa etwa sechs unbezahlte Überstunden pro Woche (!). Und da fragt sich jemand noch ernsthaft, warum die Leute ausgepowert sind, wenig Geld haben und allgemein nicht gut auf die Wirtschaft zu sprechen sind.

Kommentare:

  1. Vielleicht sollte auch beachtet werden, dass Führungskräfte und gut ausgebildete Arbeitskräfte AT (außertariflich) bezahlt werden. und somit die Überstunden überhaupt nicht in der Statikstik aufgenommen werden...

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  2. Insbesondere interessant finde ich, wie selbstverständlich Überstunden geworden sind - und wie wenig Anerkennung sie letztlich finden. Sehen wir die Sache doch betriebswirtschaftlich: Mit genügend Überstunden kann ein Betrieb eine ganze Menge an Arbeitskräften einsparen und damit im Grunde bares Geld. Ob das gut oder schlecht im Hinblick auf die Arbeitsmarktsituation ist, sei mal dahingestellt, fakt ist jedenfalls, dass hier Angestellte über das vertraglich festgelegte Soll hinaus Einsatzbereitschaft für ihren Betrieb zeigen. Dem gegenüber stehen die Arbeitgeber mit ihrem beständigen Versuch, Löhne niedrig zu halten, Personal zu verknappen und gleichzeitig mit zum Teil erheblichem Druck und ziemlich linken Tricks die Zahl der Überstunden zu erhöhen. Und wenn das nicht reicht, machen wir halt ein ganzes Werk zu... Sehe nur ich da eine gewisse Diskrepanz?

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