Sonntag, 28. September 2008

43%

Die CDU würde jubeln. Die SPD auch. Die kleinen Parteien sowieso. Für die CSU aber ist das Ergebnis der Landtagswahl eine Schmach. Der Mythos CSU (der freilich von den Medien erst richtig aufgebauscht wurde, seit es ihn nicht mehr gibt) ist dahin. Aber was ist der Grund? Wie Stephan Hebl in seinem Leitartikel schreibt, ist es sicherlich ein Gutteil die Schuld des absolut uncharismatischen Führungsduos Beckstein/Huber, die sich in der Vergangenheit zahllose Schnitzer erlaubt haben und die zudem bei keinem öffentlichen Auftritt überzeugt hatten. Natürlich ist es auch der vergeigte Wahlkampf.
Aber das kann kaum alles sein, denn hier in Baden-Württemberg wurde auch ein absoluter Unsympath in die Regierung gewählt, der beinahe die absolute Mehrheit errungen hätte. Es scheint, als ob die Leute der CSU einfach überdrüssig geworden wären. Wenn die Demoskopen sich die Wählerwanderungen genauer anschauen konnten, wird sich hier vielleicht noch das eine oder andere klären. Viel interessanter nämlich als das miese Abschneiden der CSU ist das eigentlich noch viel miesere Abschneiden der SPD.
Denn obwohl die CSU 17% im Vergleich zu 2003 verloren hat, ist es der SPD unter dem bekennenden Agenda-Jünger Franz Maget gelungen, ihr historisch schlechtes Ergebnis noch zu unterbieten. 0,8% gingen noch einmal verloren, wie es aussieht scheitert die LINKE mit nur 4,8% knapp an der 5-Prozent-Hürde. Die Wahlkampfhilfen von Müntefering und Steinmeier halfen der SPD genausowenig wie der CSU die von Merkel. Auch in Bayern wissen die Leute offensichtlich, dass die SPD keine Alternative ist. Zu was auch?

Weitere Quellen:

Sieben erste Erkenntnisse

Kommentare:

  1. Interessant und bezeichnend ist zudem der große Wahlerfolg der Freien Wähler. Wie "frei" die sich von der CSU selbständig gemacht habenden Ex-CSUler in ihrem politischen Denken und Handeln wirklich sind, ist unklar. Ob sie mehr sind als lediglich eine bayerische Schill-Partei muß sich noch zeigen.

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  2. Eben. Einerseits steht man mit 43% immer noch stark dar, andererseits sind die Freien Wähler ziemlich deutlich eine dieser Protestparteien, die in ein paar Jahren wieder weg sind, die 10% kehren derweil zurück zur CSU. Hier eine Zeitenwende zu sehen, halte ich für vermessen. Alles was der CSU fehlt, ist ein charismatischer Parteichef und schon ist man wieder da, wo man immer war.

    Die SPD hingegen befindet sich in einer echten Existenzkrise und wird, in dieser Form, das nächste Jahrzehnt als Partei nicht überleben.

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