Donnerstag, 18. September 2008

Gisy watscht die Große Koalition ab

Es ist wirklich herrlich zu sehen wie jemand mit einer durchdachten und vernünftig vorgetragenen Rede das "Hohe Haus" beherrschen kann. Wer will ernsthaft versuchen, Gisys Argumente zu widerlegen? Bisher hat sich kaum einer gefunden, gleiches gilt für Lafontaine. Ein Fernsehduell mit einem der beiden und einem dieser "Kanzlerkandidaten", das wäre mal was.




Kommentare:

  1. Also jetzt mal halblang.
    Ok, unbestritten sind Gysi und Lafontaine gute Redner. Aber wer Lafontaine nach seiner Schaeffler-Entgleisung noch ernsthaft eine gute Argumentation unterstellt...Das ist ja mal n Witz. Argumentativ kann man das gott sei dank recht einfach auseinandernehmen, was SpOn (jaja, ich weiß) auch dankenswerterweise übernommen hat:

    http://www.spiegel.de/spiegel/0,1518,578251-2,00.html

    Zur Rede Gysis:

    Auch wenn die Erinnerung an den Kosovo verblasst, war das doch etwas völlig anderes.
    Ok, da kann man noch anderer Meinung sein.

    Zur Regulierung der Finanzmärkte:
    Ja glaubt denn Gysi wirklich, dass eine Regulierung im Alleingang von Deutschland machbar wäre? Das es vor 5 Jahren irgendjemand gejuckt hätte? Dass die Frau Merkel an die Wall Street gehen kann und sagen: "Wir wollen ne Regulierung!"...
    Zugegebenermaßen hätte man den Landesbanken das Spekulieren durchaus verbieten können...

    Abgaben im europäischen Vergleich
    Steht auch im SpOn: Hier sei soviel gesagt: Deutschland steht auch besser da als die anderen europäischen Staaten. Vor allem den Vergleich mit Spanien finde ich lustig, weil Spanien so richtig schön in ner Rezession drinsteckt - Inklusive hausgemachter Immobilienkrise uvm.

    Außerdem ist es einfach nicht richtig, die neuen EU-Staaten bei diesem Vergleich auszuklammern. Deutschland - als quasi Grenzstaat zu diesen steht noch viel härter mit eben diesen im Wettbewerb als andere Staaten.

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  2. Ne, is klar, der Kosovo war etwas völlig anderes. Du wirst jetzt sicher von Fötengrill, Hufeisenplan und anderen Märchen erzählen. In welcher Traumwelt lebst Du bitte, suttgarter heuschrecke?

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  3. Natürlich in einer bösen neoliberalen Welt, in dem Heuschrecken die Welt regiere :-P

    Für mich persönlich war der Kosovo-Krieg etwas anderes. Weil dort ein Genozid direkt vor unserer Haustür stattgefunden hat, die serbische Regierung den Autonomiestatus des Kosovo- der durch die Verfassung geschützt war- aufhob.

    Außerdem unterstelle ich der EU mal eine andere Motivation als Russland.

    Und um das mal klarzustellen: Ich halte Georgiens Verhalten für genauso falsch, wie das Vorgehen Russlands in Kerngeorgien oder einen NATO-Beitritt Georgiens.
    Desweiteren sind wir auch von Russland zu sehr abhängig um wirklich einen Streit vom Zaun brechen zu können. Der gesamte Krieg war zutiefst unnötig.

    Ich finde es nur sehr interessant, dass Russland zwei Teilrepubliken Georgiens anerkennt, während es selber (siehe z.B. Tschetschenien) Unabhängigkeitsbewegungen unterdrückt.

    Aber schön dass niemand auf das eigentliche Thema (Gysi & Lafontaine und Argumente der Linkspartei) eingeht.

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  4. "Auch wenn die Erinnerung an den Kosovo verblasst, war das doch etwas völlig anderes.
    Ok, da kann man noch anderer Meinung sein."
    Ja, der Kosovo liegt weiter südlich.

    "Zur Regulierung der Finanzmärkte:
    Ja glaubt denn Gysi wirklich, dass eine Regulierung im Alleingang von Deutschland machbar wäre? Das es vor 5 Jahren irgendjemand gejuckt hätte? Dass die Frau Merkel an die Wall Street gehen kann und sagen: "Wir wollen ne Regulierung!"...
    Zugegebenermaßen hätte man den Landesbanken das Spekulieren durchaus verbieten können..."

    Ich finde es immer wieder beachtlich, dass zwar eine weltweit agierende Institution geschaffen werden kann, die Liberalisiert, aber keine, die reguliert...da fehlt es nur am Willen, an sonst nichts.

    "Abgaben im europäischen Vergleich
    Steht auch im SpOn: Hier sei soviel gesagt: Deutschland steht auch besser da als die anderen europäischen Staaten. Vor allem den Vergleich mit Spanien finde ich lustig, weil Spanien so richtig schön in ner Rezession drinsteckt - Inklusive hausgemachter Immobilienkrise uvm."

    Nichts desto trotz haben die ein höheres Pro-Kopf-Einkommen.

    "Außerdem ist es einfach nicht richtig, die neuen EU-Staaten bei diesem Vergleich auszuklammern. Deutschland - als quasi Grenzstaat zu diesen steht noch viel härter mit eben diesen im Wettbewerb als andere Staaten."

    In unserer globalisierten Welt ist dich Entfernung recht wurscht, dachte ich immer ^^

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  5. Doch ich :D

    Aber weg von überlappenden Postinzeiten zum Kosovo.

    Der vielbeschworene Genozid ("Auschwitz") forderte IMHO eine vierstellige Opferzahl, was in etwa genauso viel ist wie Georgien in Südossetien und Abchasien getötet hat. Und die Motivation der EU ist die gleiche wie die Russlands: Macht.

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  6. Danke für den Hinweis - Ist für mich der beste Beweis, dass weder dem angeblichen "Stasi-Spitzel" Gregor Gysi noch dem "Adolf Nazi" (Zitat: Helmut Schmidt über Oskar Lafontaine) jemand sachlich das Wasser reichen kann. Die persönlichen Angriffe die nun sehr bald erfolgen werden, die kommen bestimmt - die Neoliberalen haben doch - außer ihrer gescheiterten Ideologie, die angeblich keine sein soll - wenn es nach Marktradikalen allein ginge - nicht ein Argument - ausser natürlich dem puren MACHTERHALT der neuen NLEP im Berliner Reichstag.

    Mein Fazit:

    Wir brauchen keine SED wir haben bereits eine - nur eben mit neoliberalem Vorzeichen aus CDU/CSU/FDP/SPD/GRÜNEN und einer kapitalistisch-marktradikalen statt einer staatssozialistisch- autoritären Ideologie.

    Hoffentlich merkt auch noch der hinterletzte Mitbürger/-in, dass wir in Quasi-totalitären Verhältnissen leben...

    Gruß
    Nachdenkseiten-Leser

    PS: Auch Stalin soll einmal geäußert haben - in russisch: "Es gibt keine Alternative zum Sowjetkommunismus" und? Wo ist der heute? Da Angela Thatcher ja eine Jüngerin von Maggy Thatcher ist, die mal den selben Satz wie Stalin - nur auf den Neoliberalismus bezogen - gesagt haben soll wünsche ich dem Neoliberalismus eigentlich nur das Ende des Sowjetkommunismus....

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  7. Ja für ne Liberalisierung muss man ja einfach "nichts" machen.
    Und du hast schon recht: Es fehlt am Willen. Aber da kann Frau Merkel alleine nichts machen. Insofern zielt meine Argumentation nicht gegen die Notwendigkeit einer Regulierung, sondern gegen Gysis Schuldzuweisung an die Regierung.
    Eine Regulierung in dem betroffenen SWAP-Markt ist unbedingt notwendig: Und zwar weil der Markt nicht transparent ist - intransparente Märkte sind der Horror eines jeden VWLer ;-) Insofern ist die Forderung als solches und steht voll im Einklang mit einer liberalen Argumentation.

    Und Spanien hat zwar vielleicht ein höheres Pro-Kopf-Einkommen, aber auch höhere Lebenshaltungskosten (und da kann ich ja jetzt mitreden).
    Die Bruttogehälter sind übrigens um einiges niedriger als in Deutschland - nur die Abgaben auch. Glaubt mir einfach - und ich kann zumindest für die Region Katalonien sprechen - den Spaniern gehts grade um einiges dreckiger als uns. Da wird gerade der halbe Mittelstand von steigenden Zinsen gekillt.

    Naja, es gibt durchaus Bereiche wo die Distanz noch eine Rolle spielt. Und das sieht man auch in einigen Grenzregionen ganz schön...

    Und im Übrigen: Ich halte es für generell für fahrlässig die neuen EU-Länder auszuklammern. Aber das Argument der Linkspartei würde dann natürlich nicht mehr ziehen ;-)

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  8. @Nachdenkseiten-Leser:

    Hm, so richtig zugänglich für Argumente bist du wohl nicht?
    Gysi bestreitet diese Rede genauso mit Halbwahrheiten, wie die Bundesregierung, die sich die Arbeitsmarktstatistik schön rechnet...

    Im Übrigen hilft uns dieses Gewäsch von dunklen neoliberalen Mächten genausowenig wie ein Vergleich der Linken mit der SED...

    Ich stelle mir immer noch die Frage, wann Politiker und Bild-Zeitungsleser ihr Gehirn einschalten und ihren gesunden Menschenverstand benutzen und zu einer Diskussion zurückkommen...

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  9. Für die Liberalisierung musste man sehr viel machen, dafür war harte Arbeit nötig.
    Und klar kann Merkel alleine nichts machen, soll sie ja auch nicht. Sie soll tun, was ihre Pflicht ist - mit den anderen zusammenarbeiten! Wozu reist sie denn ständig auf Staatskosten durch die Weltgeschichte, wenn sie eh nichts machen kann?

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  10. ...vor 3 Jahren wäre sie da aber gegen geschlossene Türen gerannt.

    Ich meinte ja auch nur, dass Gysi da keine Bundesregierung dafür verantwortlich machen kann. Man kann ihnen nur vorwerfen zu wenig gemacht zu haben. Außerdem wissen wir doch alle dass es bei Lafontaine vs. Schröder nicht um Sachpolitik ging, sondern Macht und persönliche Differenzen...

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  11. sehr geniale rede von gysi.

    besonders menschenfeindlich u pervers war wirklich die kürzung der pendlerpauschale, besonders durch cdu/csu kräfte im jahre 2007. dass gerade die csu im bayernwahlkampf jetzt diese wieder einführen will u sich damit als große sozialpartei profilieren will, ist ganz großes kino!

    mehr volksverarsche geht bald nicht mehr.

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  12. Ich finde es wirklich lustig:
    Die Halbwahrheiten bzw. "Wahllügen" der Regierung entlarvt ihr ohne weiteres.

    Das verzerrte Wahrnehmungsbild der Linken - mit Lafontaine und Gysi - dagegen, nehmt ihr unkritisch an und feiert ihre Reden...

    Wie gesagt, Gysi ist einer der besseren Redner im Bundestag (mit einem ähnlich provokanten Stil wie Westerwelle - oh der Vergleich dürfte ihm nicht schmecken), aber dennoch sind seine Argumente auf recht dünnem Eis gebaut...Das sollte man auch mal sehen.

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  13. Wenn Gysis Argumente auf dünnem Eis gebaut sind, dann sind die Argumente des Gegners allerdings längst durchs Eis gebrochen und in etwa 10000 Meter unter der Wasseroberfläche anzusiedeln, um mal die Relation wiederherzustellen.

    Die Linke hat genug sachliche Argumente, hat genug Belege - und wie lauten die Antworten der Gegner? Nazivergleiche, SED-Vergleiche, Dämonisierung, persönliche Angriffe. Nur auf die Themen wird nie eingegangen. Ich hoffe sehr, dass die Menschen im Lande dem Geschmeiß endlich mal eine Abfuhr erteilen. Es ist nun mal so, daß die Linken in vielen Fragen das vertreten, was auch die Mehrheit der Deutschen vertritt - natürlich wollen das Wirtschaft und Eliten nicht wahr haben, weil es ihre Geschäfte stört. Aber dann sollen sie es endlich auch mal zugeben und aufhören, zu lügen und zu faseln. Das kotzt langsam massiv an.

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  14. Welche Argumente???

    Er hat doch nur Fakten aufgezählt. Daß die Fakten nicht gerade zm Protzen einladen, ist das Problem der SPD, CDU und Grünen.

    Wenn die Merkel ans Mikro tritt und erzählt, daß der Aufschwung bei den Menschen angekommen ist, dann lügt sie den Menschen rotzfrech ins Gesicht.

    Nun bleibt die Frage, ob das alles eine Folge schlechter Politik ist? Ich glaube nicht daran! Merkel, Steinbrück und Co wollen sinkende, ein Herr von Zeitarbeitern, großer Niedriglohnsektor und Arbeitszwang. Das sollte sie ehrlicherweise auch so sagen.

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  15. Also mal ein paar kleine Anmerkungen:
    1) Nahrungsmittel werden teurer. Woran liegt das, das verschweigt der Herr Gysi nämlich? Die Feststellung, das eine Verteuerung um 8 Prozent vorliegt kann ein Grundschüler treffen, dafür braucht man keinen Doktortitel. Begründung seinerseits einfach weggelassen, nur geschmückt mit schöner Polemik in Richtung Kabinett. Dabei können die da gar nichts dafür.

    2) Leiharbeit - eine moderne Form der Sklaverei. Ach echt? Wer so über Leiharbeit redet hat davon keine Ahnung. Leiharbeiter verdienen fast ausschließlich mehr als die für den gleichen Job fest Angestellten und genießen per Gesetz die gleichen Rechte. Reiner Populismus, so eine Behauptung

    3) 50% Einkommenssteuer? Ganz stark. Damit fängt man Wähler, als Robin Hood der Moderne. Natürlich kommt sowas gut an. Aber ich würde nicht ein halbes Jahr für jemand anderen arbeiten wollen, soweit ists mit meiner Großzügigkeit auch nicht her. Aber im Umverteilen von anderer Geld sind die Linken ja ganz große Klasse.

    4) Vermögenssteuer, gleiches Thema. Wie oft soll bitte das Geld eigentlich versteuert werden? Auch hier gehts wieder nur darum von Gutverdienern zu nehmen. Und dann immer die billige Unterstellung "soviel kann einer gar nicht ehrlich verdienen", das spricht der pure Neid. Und natürlich spricht er damit Millionen aus der Seele. Aber Fakt ist doch: Wer ein Unternehmen aufbaut, geht ein großes Risiko ein, alles zu verlieren. Bei denjenigen wo die Rechnung aufgeht und die nachher im Geld schwimmen wollen nachher alle Geld abschöpfen. Das ist ein Frechheit.

    5) Zum pro Kopf Einkommen: Das ist ja so billig dieses Argument, wie kann man auf sowas reinfallen. Das steht sogar auf Wikipedia, dass das Pro Kopf Einkommen nicht als Indikator für Wohlstand angenommen werden kann. Hört sich aber natürlich gut an.

    6) Ich fände es immer seriös den Namen der Studie oder des Instituts gleich mitzunennen. Ich weiß nämlich von anderen Zahlen. Sowas in die Runde zu werfen ohne zu sagen woher sie kommen ist einfach schwach und würde jeder drittklassigen Fragerunde im Gymnasium nicht standhalten.

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  16. @frank
    Da muss ich dir Recht geben. Man merkt immer, wenn jemandem die Argumente ausgehen. Es werden bestimmte Sachen einfach als Tatsachen dargestellt. Wenn die Linke so falsch liegt müsste es doch einer Reihe von Leuten im Bundestag möglich sein die Argumente zu widerlegen. Aber wie widerlegt man das Deutschland Völkerrecht gebrochen hat, wie widerlegt man die Steuersenkungen die geschehen sind. Ist verdammt schwierig. Vor allem wenn man geld aus der Industrie bekommt. Spätestens da steht man sehr wackelig da (selbst wenn man sich nicht Beeinflussen lassen würde) und verliert jede Glaubwürdigkeit.

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  17. Das ist ja der Witz: Gysi zählt keine Fakten auf.

    Beispiel Völkerrecht: Das ist juristisch nicht so eindeutig wie er es gerne hätte.

    Beispiel Pro-Kopf-Einkommen:
    Da hat Gysi natürlich recht - Er zieht daraus nur die falschen Schlüsse bzw. benutzt die Daten, um Fakten zu schaffen, die sich mit diesen gar nicht begründen lassen - wie von freibeuter sehr schön belegt.

    Beispiel Lohnkosten:
    Auch hier - Ja, die Zahlen sind Fakten. Aber wie gesagt lässt diese Studie die neuen EU-Länder außen vor, weshalb seine Schlüsse daraus einfach nur falsch sind.


    @Frank: Du hast recht. Meiner Meinung nach muss man der Linken argumentativ entgegentreten. Das versäumen die anderen Parteien im Moment - wohl weil sie sie immer noch nicht ernst genug nehmen. Das ist ein Fehler.
    Aber ich halte es für genauso fahrlässig von der Linken Dinge zu versprechen, die sich nachweislich NICHT FINANZIEREN lassen. Sie rechnen nachweislich mit Steueraufkommen, die sich niemals erreichen lassen. Nur sagen tun sie das nicht. Ihr könnt auf der Bundesregierung soviel rumhacken wie ihr wollt - falsche Zahlen, Manipulation etc. Da bin ich voll bei euch. Aber dann tut dem gesunden Menschenverstand einen Gefallen und entlarvt die Versprechen der Linken als ebenso manipulativ!

    @chriwi: Auch da hast du vollkommen recht. man merkt es wenn einer Partei die Argumente ausgehen. Nämlich dann wenn man auf Gegenargumente gar nicht mehr eingeht - sieht man auch hier sehr schön. Freibeuter dürfte noch auf Antworten warten, ich ebenfalls. Wo bleibt die sachliche Auseinandersetzung mit den vorgetragenen Kritikpunkten?

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  18. "Also mal ein paar kleine Anmerkungen:
    1) Nahrungsmittel werden teurer. Woran liegt das, das verschweigt der Herr Gysi nämlich? Die Feststellung, das eine Verteuerung um 8 Prozent vorliegt kann ein Grundschüler treffen, dafür braucht man keinen Doktortitel. Begründung seinerseits einfach weggelassen, nur geschmückt mit schöner Polemik in Richtung Kabinett. Dabei können die da gar nichts dafür."

    Natürlich nicht, aber man kann es ihnen so vorhalten wie Gisy es tut, nämlich als Replik auf die "der Aufschwung kommt bei den Menschen an"-Salbaderei.

    "2) Leiharbeit - eine moderne Form der Sklaverei. Ach echt? Wer so über Leiharbeit redet hat davon keine Ahnung. Leiharbeiter verdienen fast ausschließlich mehr als die für den gleichen Job fest Angestellten und genießen per Gesetz die gleichen Rechte. Reiner Populismus, so eine Behauptung."

    Sorry, aber das ist totaler Bullshit. Zeitarbeiter verdienen meist etwa die Hälfte dessen, was Festangestellte verdienen, und gleiche Rechte sind auch eher so eine Theorie. Du verwechselst glaube ich das, was das leihende Unternehmen zahlt und das, was der Entliehene erhält.

    "3) 50% Einkommenssteuer? Ganz stark. Damit fängt man Wähler, als Robin Hood der Moderne. Natürlich kommt sowas gut an. Aber ich würde nicht ein halbes Jahr für jemand anderen arbeiten wollen, soweit ists mit meiner Großzügigkeit auch nicht her. Aber im Umverteilen von anderer Geld sind die Linken ja ganz große Klasse."

    Bedenke bitte, dass diese Steuer erst für einen Verdienst von über 80.000 (?) zählt. Alles drunter ist weit billiger.

    "4) Vermögenssteuer, gleiches Thema. Wie oft soll bitte das Geld eigentlich versteuert werden? Auch hier gehts wieder nur darum von Gutverdienern zu nehmen. Und dann immer die billige Unterstellung "soviel kann einer gar nicht ehrlich verdienen", das spricht der pure Neid. Und natürlich spricht er damit Millionen aus der Seele. Aber Fakt ist doch: Wer ein Unternehmen aufbaut, geht ein großes Risiko ein, alles zu verlieren. Bei denjenigen wo die Rechnung aufgeht und die nachher im Geld schwimmen wollen nachher alle Geld abschöpfen. Das ist ein Frechheit."

    Teils ja, teils nein. Die meisten Familienunternehmen sind z.B. inzwischen geerbt, da wird nix mehr geschaffen. Und das unverdiente Vermögen zu besteuern ist nur Recht und billig, wenn man bedenkt, wie lächerlich gering die Erbschaftssteuer ist.

    "5) Zum pro Kopf Einkommen: Das ist ja so billig dieses Argument, wie kann man auf sowas reinfallen. Das steht sogar auf Wikipedia, dass das Pro Kopf Einkommen nicht als Indikator für Wohlstand angenommen werden kann. Hört sich aber natürlich gut an."

    Wahr.

    "6) Ich fände es immer seriös den Namen der Studie oder des Instituts gleich mitzunennen. Ich weiß nämlich von anderen Zahlen. Sowas in die Runde zu werfen ohne zu sagen woher sie kommen ist einfach schwach und würde jeder drittklassigen Fragerunde im Gymnasium nicht standhalten."

    Klar, aber das ist Kabinett und keine Diskussionsrunde. Studien und echte Fakten kriegst du in den langen Presseerklärungen, die Reden sollen ja interessant und knackig sein. Und da kann man der LINKEn kaum einen Vorwurf machen.

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  19. genauer gesagt: hat gefragt...
    (und hat jetzt nur bedingt was mit Gysi zu tun)
    Zu Punkt 5 (Pro Kopf Einkommen).
    Ich habe nicht viel Ahnung von VWL, aber der Formulierung von freibeuter entnehme ich, dass das Pro Kopf Einkommen nichts über den Wohlstand aussagt. Bei wikipedia heißt es aber: Es …“lässt sich aus dem Pro-Kopf-Einkommen der Wohlstand der Bevölkerung nicht sonderlich gut ablesen.“ Nicht „sonderlich gut“ heißt aber, dass es etwas über den Wohlstand aussagt. Ernste Frage (ohne Ironie!): Ist der Unterschied egal?

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  20. "2) Leiharbeit - eine moderne Form der Sklaverei. Ach echt? Wer so über Leiharbeit redet hat davon keine Ahnung. Leiharbeiter verdienen fast ausschließlich mehr als die für den gleichen Job fest Angestellten und genießen per Gesetz die gleichen Rechte. Reiner Populismus, so eine Behauptung."

    "Sorry, aber das ist totaler Bullshit. Zeitarbeiter verdienen meist etwa die Hälfte dessen, was Festangestellte verdienen, und gleiche Rechte sind auch eher so eine Theorie. Du verwechselst glaube ich das, was das leihende Unternehmen zahlt und das, was der Entliehene erhält."


    Nein ist es nicht. Es gibt eine wachsende Gruppe von Leiharbeitskräften, die überdurchschnittlich verdienen. Bei uns im Betrieb gibts z.B. einen Haufen Ingenieure, deren Einstiegsgehälter deutlich über meinem liegt. Man darf beim Punkt Leiharbeit nicht immer nur an "ausgebeutete" Produktionskräfte denken. Und selbst diese -sind zumindest bei uns - hochzufrieden. Die werden nämlich definitiv nicht schlechter bezahlt, als die normalen Mitarbeiter in der Produktion.

    Ich sage dabei ausdrücklich nicht, dass es keine Ausbeutung der Leiharbeiter gibt. Ich will nur aufzeigen, dass es nicht so sein muss, also nicht die Leiharbeit als solches verteufelt werden sollte, sondern nur ihre Auswüchse.

    Unternehmen wollen mit Leiharbeitern ja "nur" ihre Kapazitäten flexibler gestalten und Fix-Kosten drücken. Desweiteren ist es ja so, dass Unternehmen trotzdem noch ein hohes Interesse haben diese Leiharbeiter so lange wie möglich zu halten, weil Einarbeitung Zeit und damit Geld kostet und eine hohe Qualität sichergestellt werden soll.

    Respektable Leiharbeitsfirmen wollen qualifizierte Mitarbeiter ja ebenfalls halten und versuchen so (und da red ich wieder aus Erfahrung) eine Bindung zwischen sich und den Mitarbeitern zu schaffen. Das ist meist viel schwieriger als bei normalen Unternehmen, da der Mitarbeiter ja extern eingesetzt wird. Also bemühen sie sich viel mehr um ihre MA. Das ist übrigens ein Erfahrungsbericht aus erster Hand, da ich schon mit "armen, ausbgebeuteten" Leiharbeitern zusammenarbeiten durfte.

    Hinzuzufügen ist noch, dass gerade der eklatante Mangel an Ingenieuren und Facharbeitern dafür sorgen wird, dass die Gehälter dieser Berufsgruppen wieder steigen (Angebot und Nachfrage bestimmen den Preis ;-) ).

    Das einzige Argument, das ich gegen die beschriebene Form von Leiharbeit gelten lasse, ist dass die Stellung der Gewerkschaften innerhalb der Betriebe ausgehöhlt werden.

    ""3) 50% Einkommenssteuer? Ganz stark. Damit fängt man Wähler, als Robin Hood der Moderne. Natürlich kommt sowas gut an. Aber ich würde nicht ein halbes Jahr für jemand anderen arbeiten wollen, soweit ists mit meiner Großzügigkeit auch nicht her. Aber im Umverteilen von anderer Geld sind die Linken ja ganz große Klasse."

    Bedenke bitte, dass diese Steuer erst für einen Verdienst von über 80.000 (?) zählt. Alles drunter ist weit billiger."

    WEIT BILLIGER???
    Und kannst mir dann mal sagen, warum ich nächstes Jahr als Berufsanfänger Spitzensteuersatz zahlen darf?

    Ich frage mich: Warum fordert die Linke nicht einmal die Reform des Steuersystems?. Stichwort Flat-Tax. Das wäre mal Umverteilung, die jeder kapiert. Einfach, gerecht. Ohne Ausnahmen.

    Was bringt es auf dem Papier 50% Spitzensteuersatz zu haben, wenn man sich doch im Endeffekt eh wieder auf 30% runterrechnen kann? Die Angeschmierten sind doch dann die mittleren Einkommen, die sich nicht runterrechnen können und dann angeschmiert die 42% zahlen...

    ""4) Vermögenssteuer, gleiches Thema. Wie oft soll bitte das Geld eigentlich versteuert werden? Auch hier gehts wieder nur darum von Gutverdienern zu nehmen. Und dann immer die billige Unterstellung "soviel kann einer gar nicht ehrlich verdienen", das spricht der pure Neid. Und natürlich spricht er damit Millionen aus der Seele. Aber Fakt ist doch: Wer ein Unternehmen aufbaut, geht ein großes Risiko ein, alles zu verlieren. Bei denjenigen wo die Rechnung aufgeht und die nachher im Geld schwimmen wollen nachher alle Geld abschöpfen. Das ist ein Frechheit."

    Teils ja, teils nein. Die meisten Familienunternehmen sind z.B. inzwischen geerbt, da wird nix mehr geschaffen. Und das unverdiente Vermögen zu besteuern ist nur Recht und billig, wenn man bedenkt, wie lächerlich gering die Erbschaftssteuer ist."

    DIE SCHAFFEN NICHTS MEHR???
    Weißt du da fällt mir doch spontan Schaeffler ein. Die Witwe schafft mit ihrem Erbe noch so einiges. Arbeitsplätze in Deutschland, zum Beispiel.

    Das ist doch eine pure Neiddebatte. Da bauen Familien Familienunternehmen auf, schaffen Arbeitsplätze und denken langfristig, die Erben führen im Idealfall das Unternehmen erfolgreich weiter und genau DENEN pisst dann die Linkspartei ans Bein.

    Natürlich fallen den Erben diese Unternehmen in den Schoß - unverdient - aber gleichzeitig eine große Verantwortung. Diese Unternehmen nämlich erfolgreich weiterzuführen.
    Und außerdem hat Freibeuter doch recht: Diese Vermögen wurden ERWIRTSCHAFTET, bereits voll besteuert und gehören der Familie.
    Ich verstehe nicht wieso der Staat das Recht haben sollte, diese auch nochmal zu besteuern.

    Ich bin ja voll bei euch, wenn es darum geht das jetzige Steuersystem als ungerecht zu brandmarken. Da sind wir uns alle einig. Aber anstatt mal die Vielzahl an Steuern mal zu ordnen und auf den Prüfstand zu stellen, einfach immer neue Steuern zu erfinden...ist doch einfach nur noch Schwachsinn.

    Im Übrigen sind die meisten mittelständischen Familienunternehmen sowieso vorbildlich was gesellschaftliches Engagement angeht. Ich meine: Wo bleibt die gesellschaftliche Wertschätzung dafür? Zum Dank fordert die Linkspartei noch schön Vermögenssteuern und Erbschaftssteuern. Und dann wundern wir uns warum Familienstiftungen in Österreich gegründet werden.

    Ich finde es einfach seltsam, was die Linkspartei reitet, den Mittelstand so anzugehen...Die Kritik an "gierigen" Vorständen, bösen Heuschrecken, Börsennotierten Unternehmen etc. - kann ich alles nachvollziehen. Aber das *kopfschüttel*

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  21. @JanP

    In diesem Fall ist der Unterschied imo wirklich egal.

    Ein fiktives Beispiel:
    Im Staat A liegt das Pro-Kopf-Einkommen bei 40.000$, im Staat B bei 30.000$.
    Man könnte jetzt meinen, dass die Menschen in Staat A deutlich wohlhabender sind, als die in Staat B. Das ist aber nur die halbe Wahrheit.
    Denn das Pro-Kopf-Einkommen sagt nichts über die Lebenshaltungskosten aus.
    Wenn im gewählten Beispiel jetzt z.B. die Lebenshaltungskosten im Staat A weit über denen in Staat B liegen würden, dann könnten sich die Menschen in Staat B wesentlich mehr von ihren 30.000$ leisten, als die Menschen in Staat A von 40.000$.

    Ein reales Beispiel z.B. wäre die Schweiz und Deutschland. Die Steuern in der Schweiz sind niedriger und die Gehälter um einiges höher. Nur wird dieser Vorteil durch die hohen Lebenshaltungskosten fast wieder aufgefressen (Es sei denn natürlich man hat das Glück und wohnt im Grenzgebiet und kann billig Lebensmittel rüberschmuggeln ;-) )...

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  22. http://www.dradio.de/dlf/sendungen/interview_dlf/849042/

    Interessantes Interview mit Lafontaine. Besonders bemerkenswert finde ich, dass er einigen kritischen Fragen beharrlich ausweicht.

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  23. http://www.dradio.de/dlf/sendungen/interview_dlf/849042/

    Interessantes Interview mit Lafontaine. Besonders bemerkenswert finde ich, dass er einigen kritischen Fragen beharrlich ausweicht.

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  24. 1) "Natürlich nicht, aber man kann es ihnen so vorhalten wie Gisy es tut, nämlich als Replik auf die "der Aufschwung kommt bei den Menschen an"-Salbaderei."

    Nein, was Gysi macht ist der Regierung direkt die Schuld dafür zu geben, so kommt es nämlich rüber. Und das ist hinterfotzige Rethorik, weil er sich natürlich immer rausreden kann. Was mich schockiert ist, dass Leute die eigentlich ein bisschen Grips haben sollten, einfach auf solche Thesen einsteigen und sie als "völlig korrekt" weiterverkaufen.

    2) "Sorry, aber das ist totaler Bullshit. Zeitarbeiter verdienen meist etwa die Hälfte dessen, was Festangestellte verdienen, und gleiche Rechte sind auch eher so eine Theorie. Du verwechselst glaube ich das, was das leihende Unternehmen zahlt und das, was der Entliehene erhält."

    Nein, ich verwechsle das sicher nicht. Kannst du deine Theorien mit Fakten unterlegen? Denn es ist schlicht und ergreifend per Gesetz nicht erlaubt, Leiharbeiter anders zu behandeln und schlechter zu bezahlen als Angestellte.

    3) "Bedenke bitte, dass diese Steuer erst für einen Verdienst von über 80.000 (?) zählt. Alles drunter ist weit billiger."

    Wieso verdammt soll ein Gutverdiener ein halbes Jahr umsonst arbeiten und über die Maßen mehr belastet werden als alle anderen?
    Wirtschaften ist nicht anderer Geld auszugeben, sondern mit den Mitteln hauszuhalten, die mir zur Verfügung stehen. Und das sehen ich bei der Linken absolut nirgends.

    4) "Teils ja, teils nein. Die meisten Familienunternehmen sind z.B. inzwischen geerbt, da wird nix mehr geschaffen. Und das unverdiente Vermögen zu besteuern ist nur Recht und billig, wenn man bedenkt, wie lächerlich gering die Erbschaftssteuer ist."

    Was heißt hier eigentlich unverdient? Das Geld wurde von der Familie verdient und schon zig-mal versteuert. Es ist also eh schon nur das, was übriggeblieben ist. Mit welcher Grundlage willst du denen dann nochmal was wegnehmen?
    Dann führen wir doch eine Erbschaftssteuer ein, ohne Freibeträge und so nen Scheiß, einfach mal gernerell 40% Abzüge vom Erbe. Da würden einige schon nicht mehr begeistert sein.

    5) "Wahr."

    Tja, ohne Worte. Ist er also doch angreifbar, der Herr Gysi. Aber wie gesagt, das kommt natürlich gut an bei Schlechtverdienern und Hartz4-Empfängern.

    6) "Klar, aber das ist Kabinett und keine Diskussionsrunde. Studien und echte Fakten kriegst du in den langen Presseerklärungen, die Reden sollen ja interessant und knackig sein. Und da kann man der LINKEn kaum einen Vorwurf machen."

    Ahja? Liest du lange Presseerklärungen? Oder anders: Ist zu erwarten, dass der Durchschnittsdeutsche das macht? Eher nicht. Und dann ist fakt, dass der Herr Gysi den Leuten genauso ins Gesicht lügt, wie die denen er das verwirft.

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  25. Zum Thema Leiharbeit sind die hier am Lautesten, die am wenigsten Ahnung haben.
    Es stimmt nicht, dass es gesetzlich verboten ist, Leiharbeitern weniger zu bezahlen - es ist nämlich dann erlaubt, wenn abweichende Tarifverträge abgeschlossen werden. Und das hat der DGB leider getan 2003, erst jetzt merken die Gewerkschaften, welcher Ausbeutung sie damit erst den raum gegeben haben und steuern nun gegen. Leider gibts aber viele unseriöse sog. Christliche Gewerkschaften, die teils Tarifverträge abschließen mit Zeitwarbeitsfirmen, die sogar gesetzwidrig sind, weil diese sogar Bestimmungen des BGB unterlaufen. das ist die Realität. Wer das nicht sehen will ist entwder dumm, unbelehrbar, unredlich oder mehreres zugleich.

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  26. @frank

    Sagmal Frank, liest du denn was wir schreiben?

    Wir warten hier wenigstens mit Tatsachen-Berichten auf.
    Mit wie vielen Leiharbeitern hast du gesprochen?

    Klar, wird das mit den Tarifverträgen des öfteren unterlaufen...Genauso, wie bei stinknormalen Angestellten & Werkern halt auch.

    Mir geht es hier einfach nur darum, die Verteufelung der Leiharbeit zu relativieren.

    Zumindest bei uns funktioniert das wunderbar. Klar, den Werkern & der Gewerkschaft passt das nicht unbedingt, aber die Leiharbeiter sind zufrieden.

    Und da es - wie erwähnt - persönliche Tatsachenberichte sind, würde ich dich bitten verbal abzurüsten. Dankeschön.

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  27. "Zum Thema Leiharbeit sind die hier am Lautesten, die am wenigsten Ahnung haben."

    Mit solchen Äußerungen wäre ich sehr vorsichtig, zumal wenn man so dämlich ist, sich 2 Sätze weiter unten selbst zu widersprechen. Richtig, bei Abschluss eines eigenen Tarifvertrages darf natürlich von den gesetzlichen Regelungen abgewichen werden. Auch das ist gesetzlich so geregelt. Jetzt hat der Gesetzgeber vermutlich den Verantwortlichen Gewerkschaftsidioten unterstellt, dass sie keine schlechteren Verträge aushandeln, als die Konditionen, die das Gesetz vorschreibt. Ist ärgerlich wenn die das dann machen. Dann muss aber die logische Konsequenz sein, der Gewerkschaft Inkompetenz zu unterstellen - nicht dem Staat. Oder bringst du dein Auto bei nem Garantiefall in die Fahrradwerkstatt? Wer das nicht unterscheiden kann, der hat entweder in der Schule nicht aufgepasst oder ist irgendwann mal böse auf den Kopf gefallen.

    Und wo sind jetzt eigentlich die Fakten des Herrn Gysi? Nichts mehr übrig, dass es zu verteidigen gäbe?

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  28. @stuttgarter heuschrecke: Danke für deine hilfreichen Erläuterungen zum Pro Kopf Einkommen.
    Dennoch: Nachdem der Theaterdonner der Gysi-Kritiker hier verhallt ist, bleibt für mich keins der Argumente Gysis widerlegt. und ich frage mich zum Beispiel immer noch, warum das von Gysi an einer Stelle der Rede erwähnte Pro-Kopf-Einkommen angeblich nichts aussagen soll, wenn die von ihm genannte Deutsche Bank Research in einem Weltwirtschaftsausblick diesen Indikator neben anderen sehr wohl verwendet. Nun ja – Kleinkram.
    Was die von Gysi genannten Zahlen zu den sinkenden Reallöhnen angeht, scheint ja hier immerhin Einigkeit zu bestehen. Das sind aber imo nicht die einzigen von ihm genannten Zahlen, die man zB bei Destatis o.ä. nachlesen kann.
    Nochmal zu den zufriedenen Leiharbeitern, wobei ich zugeben muss, dass ich nicht mit allen gesprochen habe.
    Sozialpolitik-aktuell.de entnehme ich, dass ein Leiharbeiter (in der Regel sind es Männer) erst nach 12 Monaten die gleiche Entlohnung wie ein Stammmitarbeiter erhalten könnte, dass aber – wie schon erwähnt – diese Regelung durch die Vereinbarungen von 2003 unterwandert werden kann und wird. Etwas genauer führt diese Quelle dazu aus, dass Leiharbeiter im Durchschnitt noch nicht einmal 2/3 des vergleichbaren Lohnes erhalten.
    Karl Brenke vom DIW hat das kürzlich bestätigt (www.diw.de/documents/publikationen/73/82930/08-19-1.pdf) und weiterhin festgestellt (welche Neuigkeit!), dass 60% der Leiharbeiter nicht länger als 3 Monate beschäftigt waren, die Fluktuation enorm hoch ist. Zudem gibt es für Leiharbeiter keine innerbetriebliche Vertretung (Betriebsrat) (von wegen „gleiche Rechte“!) und selbst Brenke sieht die Gefahr von Verdrängungsprozessen was reguläre Jobs und innerbetriebliche Ausbildung angeht. Somit sind diese Probleme nicht nur „Auswüchse“, sondern wohl die Regel.
    Sicher kann Leiharbeit eine Chance darstellen, aber die Kunde von den glücklichen Leiharbeitern halte ich dann doch für ein Märchen.
    Zu Spanien lese ich beim Auswärtigen Amt durchaus etwas von ernsten Krisen, aber auch davon, dass Spaniens Wachstumsraten überdurchschnittlich sind, dass sie allerdings von 3,8 auf 2,4 vermutlich sinken werden und so weiter. Kurz: das ist doch alles keine Rezession. Gysi führt zu Recht Spanien an.

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  29. wie schonmal gesagt. Leiharbeiter sind nicht ausschließlich produktionskräfte, sondern auch hochqualifizierte Ingenieure, die mehr verdienen als die Stammbelegschaft. Deshalb halte ich es für falsch, sie pauschal zu verteufeln.

    Und zu Spanien: Wie ich erklärt habe, sagt das Pro-Kopf-Einkommen nichts über die Lebenshaltungskosten aus. Und die sind in Spanien einfach viel, viel höher. Deshalb halte ich den Vergleich für irreführend und falsch.

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  30. meine Absicht war es nicht zu pauschalisieren, eher zu relativieren. Es ging nicht um eine allgemeine Verteufelung der Leiharbeit und schon gar nicht der Leiharbeiter. Ich dachte eher, wenn ihr desöfteren Belege, Quellen, Nachweise etc vermisst (selten aber selbst welche erbringt), nenne ich doch mal zur Abwechslung zwei echte.
    Das DIW bestätigt zum Beispiel deine Bemerkung: „Leiharbeiter sind nicht ausschließlich Produktionskräfte, sondern auch hochqualifizierte Ingenieure, die mehr verdienen als die Stammbelegschaft.“ 1,5% der Leiharbeiter sind tatsächlich Ingenieure. Das DIW hierzu: „Angestellte mit qualifizierter Tätigkeit…haben unter den Leiharbeitern eine insgesamt geringe Bedeutung.“
    (Quelle: siehe meinen vorigen Kommentar)
    Ich denke, das Thema kann man abhaken.

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  31. @Heuschrecke und Freibeuter:

    Als Leiharbeiter (Dipl.-Kaufm., also keine ungelernte Kraft!) verdiene ich ungefähr die Hälfter (!) der fest angestellten Kollegen. Und ja, das hat System. Daß es Ingenieure geben mag, die als Leiharbeiter mehr verdienen als Festangestellte, das glaube ich Euch einfach mal, auch wenn es mit Sicherheit nicht die Regel ist.
    Und wenn es nicht die Regel ist, dann ist es uninteressant.

    Aber laßt stecken, Ihr habt beide bereits eindrucksvoll bewiesen, daß Ihr Eure Meinungen habt und dabei bleibt.

    Was den "Spitzensteuersatz als Berufseinsteiger" angeht, wer als Berufseinsteiger schon so viel verdient, daß er unter den Spitzensteuersatz fällt, naja, ich sag mal so, mein Mitleid hebe ich mir für Leute auf, denen es schlechter geht.

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