Sonntag, 14. September 2008

Everyone can be Hitler for 15 minutes

Heute ist es: Oskar Lafontaine. Und Le Pen ist er auch gleich. Was für ein Multitalent, der Mann! Gewagt wurde der Vergleich von Helmut Schmidt, der mit jeder neuen Äußerung aufs Neue beweisen will, dass Alter nicht zwingend weise macht.

Kommentare:

  1. Und wenn es nur Schmidt wäre! Heute sind sie alle munter dabei, Lafontaine ins rechte Licht zu rücken. Ein vergleichloser Demagoge sei er, ein Rattenfänger und Lumpensammler - da war Roland Tichy, Chefdemagoge der WIWO, in Bestform, als er vom Presseclub aus agitieren durfte. Der Rattenfänger fängt Ratten, meint dieser Herr also. Anders: Die Wähler Lafontaines und der LINKEN sind Ratten. Ja, so einen Jargon hat man hierzulande schon mal gepflegt.

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  2. Wieso? ganz nüchtern betrachtet (also abgesehen von dem allseits beliebten Tabu-Bruch) hat er doch Recht.

    Lafontaine ist ein Populist - Er geht auf Stimmenfang mit unrealistischen Forderungen und überspitzten Feindbildern.

    Mit rechts oder links hat das gar nichts zu tun.

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  3. Zuerst müßte man fragen, was hat Hitler inhaltlich so von sich gegeben, und welche Inhalte vertritt Lafontaine? Diese Neoliberal-Totalitären sind unfähig, sich sachlich mit Inhalten auseinanderzusetzen. Das einzige, was sie können, ist verteufeln.

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  4. Und die Linken sind offensichtlich zu beschäftigt neoliberale Feindbilder zu malen, als dass man sich Artikel auch mal durchliest (wobei wir wieder beim Pisa-Dilemma Lesekompetenz wären):

    Schmidt sagt absolut NICHTS über Inhalte. Er stellt lediglich fest: Sowohl Lafontaine als auch Hitler waren/sind charismatische Redner und Populisten.

    Es geht nicht darum WAS sie sagen, sondern WIE sie es sagen, um den Einsatz von populistischen Stilmitteln.

    Und wie gesagt, Unrecht hat Schmidt da nicht.

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  5. Ach und bevor jetzt jemand den armen Lafontaine zu sehr in Schutz nimmt:

    "Nach Ansicht von Bundestagsvizepräsident Wolfgang Thierse (SPD) hat der Altbundeskanzler mit seinen Äußerungen eine alte Rechnung beglichen: "Das erinnert ja durchaus an eine Attacke von Oskar Lafontaine vor 20 Jahren auf Helmut Schmidt", sagte Thierse dem MDR. Lafontaine hatte damals gesagt, mit den von Schmidt propagierten Tugenden Berechenbarkeit, Standhaftigkeit und Pflichtgefühl könne man auch ein Konzentrationslager betreiben. "Also insofern steht es eins zu eins zwischen Helmut Schmidt und Oskar Lafontaine", befand Thierse."


    Aber ihr hab völlig recht... immer diese neoliberalen SPD-Totalitären...

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  6. hallo,

    solche Vergleiche werden dich explizit in demagogischer Absicht verwendet und verweisen deshalb eher auf den Anwender. Er tritt nicht nur als Demagoge auf, sondern verharmlost auch die Nazi-Herrschaft, welche übrigens die gesamte Welt den Deutschen mit Gewalt austreiben mußte - was sie immer wieder vergessen, indem sie den Hitler auf böse politiker weltweit projizieren. Hitler war Teil der Gesellschaft, die ihn zur Macht brachte und die ihm jahrelang durch mörderische Kriege und inhumanste Verbrechen folgte, eine Gesellschaft, die keine lediglich vergangene ist, sondern in großen Teile heute weiter wirkt. Wer Hitler auf das böse der einer person reduziert und böswillig dieses Bild gegen Gegener mißbraucht, drückt eigentlich nur aus, wieviel er selbst mit der hinter dem Bild stehende historischen Realität gemein hat.

    Und noch was zum bösen Populismus. Auffällig ist, dass in deutschem Sprachraum dieser Begriff vorwiegend in seinem pejorativem Reduzierung gebraucht wird - als Kampfbegriif. Vielleicht ist das auch Hinweis darauf, wieveil Hitler bereits in der deutschen Sprache, im deutschen 'Wesen', steckt. Ein sehr schönes Beispiel für einen positiven Begriff von Populismus habe ich neulich in einem US-Medium gelesen:

    "Palin might be popular, she might be able to field dress a moose, she might live in a small town, she might enjoy delivering "news flashes" to media elites, she might even become vice president -- but none of this makes her a populist. To the contrary, she is to populism what bear is to beer, only not as close.

    You want a taste of the real thing? Try this from another woman who hailed from a town (smaller than Wasilla, Alaska) and was renowned for her political oratory:

    Wall Street owns the country. It is no longer a government of the people, by the people, and for the people, but a government of Wall Street, by Wall Street and for Wall Street. ... Our laws are the output of a system which clothes rascals in robes and honesty in rags. ...

    There are thirty men in the United States whose aggregate wealth is over one and one-half billion dollars. There are half a million looking for work. ... We want money, land and transportation. We want the abolition of the National banks, and we want the power to make loans direct from the government. We want the accursed foreclosure system wiped out. ... We will stand by our homes and stay by our firesides by force if necessary, and will not pay our debts to the loan-shark companies until the Government pays its debts to us.

    The people are at bay, let the bloodhounds of money who have dogged us thus far beware.
    That, my media friends, is populism."

    http://www.alternet.org/workplace/98380/sarah_palin's_faux_populism/

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  7. http://www.spiegel.de/spiegel/0,1518,578251-2,00.html

    Natürlich ist der Artikel mal wieder nur neoliberale Propaganda, aber gut finde ich ihn trotzdem :-)

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  8. Klar hat Schmidt keine Aussage zu Inhalten gemacht, aber so ist der Vergleich dann wieder in etwa so sinnvoll wie "Schäuble hat einen rechten Arm, aber das hatte Hitler ja auch *bedeutungsschwangere Musik*". Selbstverständlich wollte Schmidt damit etwas aussagen, genauso wie Lafontaine seinerzeit mit seiner KZ-Aussage. Interessant ist ja quasi nur, in welche Stoßrichtung der Vergleich jedesmal geht.

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  9. Ja gott, hitler ist halt ein absolutes totschlag-argument

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  10. Wie wörtlich man das nehmen kann ...

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  11. Oha, und jetzt fordert unser lieber Lafontaine die Enteignung von Privatvermögen...

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  12. @oeffinger:

    Das stimmt ja so net. Natürlich macht der Vergleich noch "Sinn".
    Ganz einfach deshalb, weil Schmidt ja den Stil vergleicht. Und wenn er da parallelen sieht...

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  13. "Ganz einfach deshalb, weil Schmidt ja den Stil vergleicht. Und wenn er da parallelen sieht..."

    Und was wären die Parallelen?

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  14. das musst du schon schmidt selber fragen oder das interview lesen...

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