Montag, 14. Mai 2007

Das Klima und der Vogel Strauß

Bisweilen, wenn man die Argumente der Auto-Industrie hört, scheint es, als ob das Klima sich ein bisschen von Vogel-Strauß-Gebahren einschüchtern lassen würde: wenn wir sagen, es geht gerade nicht, dann wird sich der Klimawandel schon gedulden bis zu dem Termin, den wir genannt haben (und den wir ohnehin bei nächster Gelegenheit brechen).
Gerade zeigt sich wieder einmal ein Beispiel dafür; es geht um Klimaanlagen, die viel mehr CO2 auspusten als nötig. Das ist deswegen besonders ärgerlich, weil bessere Technik zur Verfügung stünde. Man müsste sie nur eben einsetzen. Und genau das tut die Autoindustrie nicht, sie fordert stattdessen mehr Zeit, während im Hintergrund orakelhaft die Drohung aufgebaut wird und steht, dass ein Insistieren auf schnelle Ersetzung der Geräte Arbeitsplätze vernichtet. Das ist das Totschlagargument der Industrie; alles, was man gerade nicht will, bedroht Arbeitsplätze und bietet auf der andere Seite eine hervorragende Legitimation für geplante Massenentlassung zwecks Aufstockung des Shareholder Value.
Wenn die Wirtschaft nicht mittels Gesetzen an die Hand genommen wird, mit verbindlichen Verpflichtungen, die nicht von einem Heer bezahlter Lobbyisten verwässert wurden, wird das nie etwas. Man nennt das Marktversagen beim Schutz Öffentlicher Güter. Das wissen sogar BWLer.

Kommentare:

  1. Selbst wenn es in Deutschland strenge Gesetzt mit Zwang-zum-Klimaschutz gäbe (was ich mir nicht vorstellen kann, da die Lobbiisten einfach zu mächtig sind) würden wir Probleme mit der EU bekommen weil es dann Wettbewerbsverzerrung wäre wenn wir ausländische Autohersteller wegen nicht-klima-konformer Technik nicht importieren lassen.

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  2. Es gibt ja seitens der EU immer weitere Normen für Schadstoffausstoss, welche diesen Schrittweise reduzieren, und das verbindlich. Das wissen sogar manche Germanisten.

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