Freitag, 27. Februar 2009

Kommentierte Fundstücke 27.02.2009, 18.39 Uhr

akiaji schreibt zum Bewerten im Unterricht, dass Duckmäusertum belohnt wird. Ein User macht passend dazu auf diese Fabel aufmerksam.

Die jungeWelt schreibt über den Wahnsinn des Wettbewerbsföderalismus, wo die Bundesländer hunderttausende Euro investieren, um sich gegenseitig Lehrer abzujagen. Wie wäre es, das Geld mal ins Bildungswesen zu investieren, nein?

Neue Gefahr erwächst der SPD aus den "mitfühlenden Konservativen", von denen die taz einen in Norbert Röttgen vorstellt. Die nutzen im Endeffekt die Politik Schröders und Blairs, packen sie in rhetorische Watte und führen sie dann weiter.

Koch versucht gerade weiter, sich im ZDF einzumischen und dort Personal- und Inhaltsentscheidungen zu treffen. Dabei geht er geradezu frech offensiv vor. Scheint, als würde er wie Adenauer gerne einen regierungstreuen Sender schaffen. Mal sehen, wann das BVerfG interveniert...

Ein sehr interessantes Interview mit einem US-Militärexperten hat SpOn im Angebot. Der sagt, dass die Amis keine europäischen Truppen in Afghanistan wollen, weil die eh total inkompetent seien. Der Fokus der Europäer liege nur auf mehr Truppen, aber effektiv nutzen würden sie sie nicht. Gerade beispielsweise die Ausbildung der afghanischen Polizei, die die Deutschen betreiben, sei so schlecht, dass wir besser gar nichts gemacht hätten. Eine größere Bankrotterklärung für den Einsatz kann es eigentlich kaum geben.

Panorama berichtet über die Gurken vom Verfassungsschutz, deren NPD-Politik dermaßen schief gegangen ist, dass es auf keine Hutschnur geht. Die NPD NRW gibt es nur durch die Gehälter des Verfassungsschutzes, die der an die V-Leute bezahlt hat - und die damit die NPD aufgebaut haben.

Das BVerfG hat das bayrische Versammlungsrechts für unzulässig erklärt. Totalniederlage für die CSU und Sieg für die Demokratie.

In der SZ wird der Erfolg der FDP analysiert und darauf zurückgeführt, dass die CDU neoliberale Prinzipien verrate. Aus 2005 habe die CDU gar nichts gelernt, heißt es. So ein Bullshit.

Die SZ bringt außerdem einen schönen Artikel über das Akademikerproletariat.

In der FTD hab ich einen ganzen Haufen interessanter Artikel gefunden, die ich gesammelt abhandeln will: einen Abgesang auf den Liberalismus mit Gedanken an eine folgende Wirtschaftsordnung, eine Schelte für Steinmeier für seinen Opel-Populismus und eine Warnung von Heiner Flassebeck zur falschen Inflationsdebatte. Auch wenn ich nicht immer hundert Prozent zustimmen kann, so ist es doch interessant und diskussionswürdig.

In der Telepolis nimmt ein Autor Obamas Denkfehler auseinander, dass er Symptome bekämpft und nicht die Umverteilung von oben nach unten betreibt. Ich gehe nicht davon aus, dass das ein Denkfehler ist. Ich denke, das ist Absicht. Ein humoriges Fakt nebenbei, auch Heise: Der Hang der Amerikaner zu superweichem Klopapier ist deutlich klimaschädigender als ihre ganzen Hummerflotten.

Heribert Prantl kommentiert ebenfalls den Sturz des Versammlungsrechts.

Die SZ lässt sich darüber aus, dass CDU und SPD gerne den Internetwahlkampf Obamas kopieren wollen, sie aber dabei einfach keine Inhalte transportieren - nur zu wahr.

In den Blättern findet sich ein herausragender Artikel zum Dilemma der SPD.

Kommentare:

  1. Ein sehr interessantes Interview mit einem US-Militärexperten hat SpOn im Angebot. Der sagt, dass die Amis keine europäischen Truppen in Afghanistan wollen, weil die eh total inkompetent seien. Der Fokus der Europäer liege nur auf mehr Truppen, aber effektiv nutzen würden sie sie nicht. Gerade beispielsweise die Ausbildung der afghanischen Polizei, die die Deutschen betreiben, sei so schlecht, dass wir besser gar nichts gemacht hätten. Eine größere Bankrotterklärung für den Einsatz kann es eigentlich kaum geben.
    Irgendeinem US-Militärexperten schenke ich mein Vertrauen sicherlich nicht.

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  2. Kann es sein, dass die genannte Fabel mit dem Artikel ein wenig hadert?

    Ein System möchte sich selbst erhalten. Das glaubt man kaum. Der Eisbär im kalten Polar, der Bundestagsabgeordnete, der Gewerkschaftsfunktionär, sie alle wollen ihr System erhalten.

    Gibt es ein weniger destabilisierendes Element als die Lehrer?

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  3. Flassbeck und Artur P. Schmidt (der Autor des Telepolis-Artikels) widersprechen sich in der Einschätzung der amerikanischen Notenbankpolitik und deren Wirkung auf die Inflation. Tja, auch die Experten sind sich uneins.

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  4. Flassbeck und Artur P. Schmidt (der Autor des Telepolis-Artikels) widersprechen sich in Bezug auf die Politik der FED und deren Wirkung auf die Inflationsrate. Tja, auch die Experten sind sich uneins.

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