Dienstag, 13. Oktober 2009

Zwei Fundstücke

In Kürze:

1) In England wurde jetzt ein bürokratisches Monstrum geschaffen, bei dem sich jeder registrieren lassen muss, der "intimen" Kontakt mit Kindern hat. Definition intimer Kontakt: mehr als viermal im Monat Begegnung mit Kindern, die nicht die eigenen sind. Oma als Babysitter müsste sich also registrieren lassen. Welche Folgen die Pädophilie-Paranoia in England hat, habe ich erst kürzlich von einem Bekannten erfahren, der in England beim Burger King arbeitet, um sein Studium zu finanzieren. Der tröstete ein weinendes Kind, das seine Eltern verloren hatte und wurde dafür sofort zur Sau gemacht: für so was kann man in England bereits verklagt und verurteilt werden, wegen Pädophilie. Mal sehen wie lange es dauert, bis die CDU mit dem Vorschlag ankommt, die hat bisher noch jede dumme Idee der Angelsachsen übernommen.
2) Bei bleib passiv findet sich eine super Analyse eines SpiegelTV-Beitrags, der Sarrazin unterstützt und richtig widerlich ist.

Kommentare:

  1. Punkt 1: Klar gibt´s mich noch - mich loszuwerden ist schwieriger als meine Schüler glauben ;)

    Punkt 2: Wenn man sich den SpiegelTV-Beitrag so ansieht, dann muss man sich nicht mehr wundern, warum der "Deutsche"(TM) den "Ausländer"(TM) nicht mag... und man fragt sich, wer davon profitiert, dieses Feindbild im Inneren so genüsslich zu schüren.

    Punkt 3: Zu den Tommys kann ich einfach nur noch den Kopf schütteln. Die Logik "Wer mit Kindern zu hat, und das aus freiem Willen, ist ein potentieller Päderast" würde in letzter Instanz bedeuten: Jeder, der Kinder zeugen und in die Welt setzen will, ist eine Bedrohung und muss strengstens überwacht werden. Außerdem, und das finde ich wesentlich bedenklicher, erzeugen solche Maßnahmen ein trügerisches Sicherheitsgefühl, dass zu Nachlässigkeit und Unaufmerksamkeit verleitet. Wie man hier [Url=http://www.itp-arcados.net/wissen/vortrag.leipzig1999se.html]http://www.itp-arcados.net/wissen/vortrag.leipzig1999se.html[/Url] schön im Überblick nachlesen kann ist das Problem aber sehr vielschichtig und multikausal strukturiert, eine simple Lösungsstrategie wird also kaum Erfolge erzielen. Die Rechnung, nämlich sozial verkümmerte Kinder ohne nennenswerte Verbesserungen in der Bekämpfung von Kindesmißbrauch, wird die nachwachsende Generation zu zahlen haben... na dann: Prost Mahlzeit.

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  2. 1) Ich mail dich mal an.
    2) Das ist wirklich die Frage. Profitieren tun auf jeden Fall CDU und NPD, aber ich glaube das Problem ist schlicht, dass in den Deutschen Ausländerfeindlichkeit stets latent vorhanden ist.
    3) Meine Meinung.

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  3. zu 1) Tu das :)
    zu 2) Ich glaube nicht, dass das ein Spezifikum der Deutsche ist. Xenophobie ist wohl eine menschliche Ureigenschaft, nur die Art wie damit umgegangen wird, mag kulturell geprägt sein.

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  4. Es ist sehr intererssant zu lesen, welche Auswirkungen die Hysterie über Pädophilie in GB hat. Ich möchte dazu einige Gedanken anbieten.

    Es erscheint in der gängigen Entmenschlichung, die aus der Entfremdung des Menschen von seinem Menschsein und seines Selbst entsteht, einen interessanten Ansatz zu haben. Eine Gesellschaftliche Hysterie, die im Grunde nichts anderes wäre, als jede gefühlvolle humane Regung gegenüber einem Kind zu bestrafen. "Du bist lieb und nett zu einem Kind? Das ist ein schändlicher Akt!" Es erscheint wie ein willkürlicher Akt zur Umerziehung des Menschen zur Maschine. Gefühllos erzogene Kinder werden gefühllose Erwachsene. Für diesen ist die Arbeit im Altenheim mit pünktlicher Hinrichtung zum 65 Geburtstag, die Verweigerung einer OP Mangels finanzieller Mittel des Patienten oder zu hohem Alter kein Problem. Denn es gibt keinen Wert ausser dem berechenbaren mehr für diese Menschen. Hinzu käme eine Form der Scheinemotionalität, die sich als integraler Beweis gesunder Persönlichkeit für den emotional Toten in seiner Handlung manifestiert. Ein insbesondere für Nationalismus oder für ähnliche abstrakte Ideologien nutzbarer Nährboden.


    Zu dieser Thematik passt:
    Arno Gruen - Der Fremde in uns ISBN 3-608-94282-3

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