Freitag, 21. November 2008

Fundstücke 21.11.2008, 10.51 Uhr

Rürup sichert seine Rente
Tagesspiegel - Rürups Beraterkollegen sehen im Seitenwechsel des Rentenprofessors dennoch nichts Anrüchiges, auch das Wirtschaftsministerium beschränkt sich aufs Danken. Dafür wettert die Linke. Erst habe Rürup der Regierung „das Drehbuch für die Zerschlagung der gesetzlichen Rente geschrieben, nach dem Millionen in die Arme der Versicherungskonzerne getrieben wurden“, schimpft Fraktionsvize Klaus Ernst. Nun kassiere Rürup dafür „das ganz große Geld“. Man dürfe gespannt sein, „wer der nächste Kriegsgewinnler im vermeintlichen Kampf gegen die Altersarmut sein wird“. Wenn er bloß nicht Walter Riester heißt. Dass er nicht mehr für den Bundestag antritt, hat der Ex-Minister schon angekündigt.
Anmerkung: Das ist echt so widerlich, da fehlen einem die Worte. Diese offenkundige Korruption, das stinkt alles so zum Himmel, man möchte nur noch kotzen.
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So gesund kann das Leben mit Hartz-IV sein

Stern - Reichen 4,40 Euro am Tag, um sich ausgewogen zu ernähren? Berlins Finanzsenator Thilo Sarrazin hat diese Frage schon Anfang des Jahres mit „ja" beantwortet. Rückendeckung hat der SPD-Politiker jetzt von zwei Hartz-IV-Empfängern bekommen. Bei „Stern TV" stellten sie gestern ihr Kochbuch für Arme vor.
Anmerkung: Und morgen: Leben an frischer Luft - die ungeahnten Vorteile des Obdachlosendaseins.
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"Ich bekenne mich schuldig"

SZ - Noch vor kurzem war IWF-Chefökonom Olivier Blanchard voreilig optimistisch. Inzwischen erkennt er den Ernst der Lage - und schmeißt frühere Standardrezepte über Bord.
Anmerkung: Immerhin einer. Sinn redet zwar weiter Unsinn, aber das ist man ja gewohnt.
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Die Sinnkrise der Star-Ökonomen

Focus - Zwei Ökonomen, zwei Meinungen. Eine Zerrissenheit, die typisch ist für eine Zunft, die kaum verkennbar in einer Sinnkrise steckt. Die Ökonomen dieser Welt haben sich nicht mit Ruhm bekleckert in den vergangenen anderthalb Jahren – sie haben das Drama nicht kommen sehen, sie haben die Eskalation nicht kommen sehen, sie waren ebenso schockiert wie der Laie. Zumindest gilt das für die allermeisten Experten.
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Unbelehrbar

FR - Weil dort die Verantwortlichen in Notenbank und Finanzministerium viel zu langsam auf den Verfall der Immobilienpreise reagiert haben, die erst die Bankenkrise und schließlich die Rezession zur Folge hatten, hat sich dort die Deflation eingenistet. Diese Anomalie hat dem Land mehr als ein Jahrzehnt wirtschaftlichen Stillstand beschert sowie enorme Staatsschulden, die sich der Marke von 200 Prozent gemessen am Brutto-Inlandsprodukt nähern. Zum Vergleich: die deutsche Verschuldung liegt bei rund 65 Prozent. Schnell und aggressiv lautet die Losung, um Schlimmeres zu verhindern. Nur ein großes Land hat diese Lehre noch immer nicht begriffen: Es heißt Euroland. Die Europäische Zentralbank (EZB) und die Finanzminister haben die Krise bis August nicht wahrhaben wollen und reagieren jetzt wie immer: Zu wenig und zu langsam. Auch die EZB hätte gestern außerplanmäßig die Zinsen senken können, um der Schockstarre etwas entgegen zu setzen. Und die Finanzminister haben immer noch kein Konjunkturprogramm, das den Namen verdient, aufgelegt.
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Kommentare:

  1. Piet Kloke ist sowieso besser als Bert Rürup! ;-)

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  2. "Das ist echt so widerlich, da fehlen einem die Worte. Diese offenkundige Korruption, das stinkt alles so zum Himmel, man möchte nur noch kotzen."

    Dem schließe ich mich voll und ganz an.

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  3. Tyler Durden meint:

    Man sollte über sowas lachen....

    http://www.wdr.de/tv/mitternachtsspitzen/videos/sendevideos/20080111/schmickler.jsp

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