Der Liberalismus ist in der Krise. Das ist nichts Neues. Er ist eigentlich immer in der Krise, seit seiner Entstehung. Er teilt dieses Schicksal ein wenig mit der Sozialdemokratie. Die ist zumindest seit drei Jahrzehnten ständig in der Krise. Seit die FDP aus den meisten Parlamenten geflogen ist und mit Wolfgang Kubicki quasi das letzte Aufgebot zum Erreichen der 5%-Hürde aufgestellt hat, fehlt es nicht an klugen Ratschlägen, wie die FDP sich aufstellen müsste, um wieder den Mantel des Liberalismus zu übernehmen. Es dürfte niemanden überraschen, der das Genre dieser Artikel kennt, dass der Typ natürlich ist, sich wieder auf den echten Liberalismus zu besinnen. Genauso muss die CDU wieder wirklich konservativ werden oder die SPD wieder zu einer sozialdemokratischen Politik finden. Es erfordert glaube ich einmal einen gesonderten Aufsatz, warum immer diese drei Parteien den immer selben Tipp bekommen, während die Grünen immer weniger grün sein sein sollen und die LINKE und AfD grundsätzlich gar keine Ratschläge bekommen. Aber das soll heute nicht Thema sein. Denn die Wahrscheinlichkeit, dass die FDP aus ihrer Todeszone nicht mehr herausfindet und auch unter Wolfgang Kubicki nach 77 Jahren die deutsche Parteienlandschaft endgültig verlässt, liegt doch deutlich über null. Und dadurch entsteht, darin sind sich eigentlich alle Analysierenden einig, eine Leerstelle im deutschen Parteiensystem.


