Montag, 30. März 2026

Rezension: Adam Tooze - Wages of Destruction (Teil 6)

 

Adam Tooze - Wages of Destruction (Hörbuch) (Ökonomie der Zerstörung)

Kapitel 14, "The grand strategy of racial war", stellt die Frage, ob das Scheitern der Deutschen, die Sowjetunion 1941 zu besiegen, ein zwangsläufiges Ergebnis oder gewissermaßen ihre eigene „Schuld“ war, weil sie den Krieg nicht so führten, wie sie es hätten tun sollen. Tooze führt diese Frage ein, indem er John Kenneth Galbraith zitiert – den berühmten kanadisch-amerikanischen Ökonomen –, der 1945 behauptete, „die einfache Tatsache ist, dass Deutschland den Krieg niemals hätte verlieren dürfen“. Nach Galbraith scheiterte die Wehrmacht deshalb, weil die nationalsozialistische Führung es „versäumt hatte, die deutsche Wirtschaft ausreichend zu mobilisieren“, um sie zu stützen – ein Fehler, geboren aus einer „Mischung aus Selbstüberschätzung und Unfähigkeit, verschärft durch einen chronischen Mangel an politischem Willen“. Inzwischen dürfte man ahnen, dass Tooze dieser voluntaristischen Lesart widerspricht. Es war nicht ein „Mangel an politischem Willen“, der Deutschland den Krieg im Osten kostete, sondern vielmehr die militärisch-ökonomischen Realitäten und die Entscheidungen, die sich aus ihnen ergaben.

Sonntag, 29. März 2026

Bohrleute 123 - Meinungen zu Kunst- und Literaturgeschichte, Teil 3, mit Christina Dongowski

 

Christina Dongowski hat einen Bluesky-Thread voller Meinungen zu Kunst- und Literaturgeschichte geschrieben. Ich fand die spannend und wollte mir ihr darüber reden. Und wir haben da so viel zu reden, dass das hier nur Teil 3 sein kann.

Shownotes:

Freitag, 27. März 2026

Rezension: Adam Tooze - Wages of Destruction (Teil 5)

 

Adam Tooze - Wages of Destruction (Hörbuch) (Ökonomie der Zerstörung)

Am 19. Juli verabschiedete der Kongress zudem den Two-Ocean Navy Act, der eine Erweiterung der US-Marine um 70 Prozent vorsah und den Bau von mindestens 18 Flugzeugträgern, 115 Zerstörern sowie 15.000 Flugzeugen verlangte. Am 16. September folgte der Selective Training and Service Act von 1940, der erstmals in der Geschichte der Vereinigten Staaten eine Wehrpflicht in Friedenszeiten einführte, um eine Streitmacht von 1,4 Millionen Soldaten aufzubauen. Obwohl sich die USA weiterhin im Frieden befanden, produzierten sie bis Mitte/Ende 1940 bereits fast so viele Waffen wie Deutschland oder Großbritannien. Hitler hatte also allen Grund zur Sorge. Die Vereinigten Staaten rüsteten offensichtlich für einen Krieg auf, und es lag nahe zu vermuten, gegen wen sich diese gewaltige Mobilisierung richten würde – zumal die USA Großbritannien ab März 1941 im Rahmen des „Lend-Lease“-Programms umfangreiche materielle Hilfe gewährten. Das neue europäische Imperium des nationalsozialistischen Deutschlands musste dieser Mobilisierung mit eigenen Anstrengungen begegnen. Doch die erforderlichen Ergebnisse blieben aus.

Donnerstag, 26. März 2026

Wolfram Weimer analysiert die Probleme der Democrats nach einem Angriff französischer Linksextremisten auf iranische Reformer, die die Geschichtspolitik der SPD ändern wollen - Vermischtes 26.03.2026

Die Serie „Vermischtes“ stellt eine Ansammlung von Fundstücken aus dem Netz dar, die ich subjektiv für interessant befunden habe. Die „Fundstücke“ erhalten ausführlichere und thematisch gegliederte Hinführungen zu verschiedenen Artikeln aus den Weiten des Netzes dar. Um meine Kommentare nachvollziehen zu können, ist die vorherige Lektüre des verlinkten Artikels empfohlen; ich übernehme keine Garantie für die Richtigkeit oder Vollständigkeit der Zusammenfassungen. Für den Bezug in den Kommentaren sind nummerierte Zwischenüberschriften eingezogen, bitte auf die referieren. Dazu gibt es die „Resterampe“, in der ich nur kurz auf etwas verweise, das ich zwar bemerkenswert fand, aber zu dem ich keinen größeren Kommentar abgeben kann oder will. Auch diese ist geordnet (mit Buchstaben), so dass man sie gegebenenfalls in den Kommentaren referieren kann.

Mittwoch, 25. März 2026

Rezension: Adam Tooze - Wages of Destruction (Teil 4)

 

Seit dem Zweiten Weltkrieg ist der Begriff „Blitzkrieg“ berühmt geworden. Üblicherweise verbindet man damit das Bild einer mechanisierten Streitmacht, die mit überlegener Geschwindigkeit und Feuerkraft einen überraschten Gegner überrollt. Der Begriff tauchte erstmals in den Berichten westlicher Journalisten über den deutschen Angriff auf Polen im September 1939 auf und wurde später häufig zur Beschreibung der deutschen Strategie in Westeuropa verwendet. Tooze – ebenso wie viele andere Historiker*innen – hält jedoch die Vorstellung eines ausgearbeiteten Blitzkrieg-Konzepts im deutschen Militärdenken für einen Mythos. Obwohl das Wort oft Hitler zugeschrieben wird, soll dieser selbst erklärt haben: „Ich habe das Wort Blitzkrieg nie benutzt, weil es ein sehr dummes Wort ist.“

Dienstag, 24. März 2026

Antisemitische Linke verschleudern mit Trump und der CDU visionslos das Sondervermögen in der Straße von Hormuz, um Dick Pics zu kaufen - Vermischtes 24.03.2026

 

Die Serie „Vermischtes“ stellt eine Ansammlung von Fundstücken aus dem Netz dar, die ich subjektiv für interessant befunden habe. Die „Fundstücke“ erhalten ausführlichere und thematisch gegliederte Hinführungen zu verschiedenen Artikeln aus den Weiten des Netzes dar. Um meine Kommentare nachvollziehen zu können, ist die vorherige Lektüre des verlinkten Artikels empfohlen; ich übernehme keine Garantie für die Richtigkeit oder Vollständigkeit der Zusammenfassungen. Für den Bezug in den Kommentaren sind nummerierte Zwischenüberschriften eingezogen, bitte auf die referieren. Dazu gibt es die „Resterampe“, in der ich nur kurz auf etwas verweise, das ich zwar bemerkenswert fand, aber zu dem ich keinen größeren Kommentar abgeben kann oder will. Auch diese ist geordnet (mit Buchstaben), so dass man sie gegebenenfalls in den Kommentaren referieren kann.

Montag, 23. März 2026

Rezension: Adam Tooze - Wages of Destruction (Teil 3)

 

Der entscheidende Punkt ist, dass diese potenziellen Gegner bereits im Frühjahr 1938 selbst umfangreiche Aufrüstungsprogramme durchführten. Diese wurden sowohl durch die Aggression Deutschlands als auch durch Italiens Angriff auf Äthiopien 1935/36 und Japans Invasion Chinas 1937 ausgelöst. Sobald diese Programme einmal angelaufen waren, hatte Deutschland kaum eine Chance, mitzuhalten. Im maritimen Bereich zeigen zeitgenössische Quellen, dass die britische Royal Navy seit 1933 etwa 30 Prozent mehr ausgegeben hatte als die deutsche Kriegsmarine. Großbritannien baute damit seinen ohnehin überwältigenden Vorsprung an Kriegsschiffen weiter aus. Noch bedrohlicher waren die Vereinigten Staaten: Am 17. Mai 1938 unterzeichnete Präsident Roosevelt ein Gesetz über ein Flottenausbauprogramm im Wert von 1,15 Milliarden Dollar, das „sicherstellte, dass die Vereinigten Staaten jeden ihrer Rivalen im weltweiten Flottenrüstungswettlauf übertreffen würden“.