Donnerstag, 23. April 2026

Rezension: Heinrich August Winkler - Zerreißproben. Deutschland, Europa und der Westen

 

Heinrich August Winkler - Zerreißproben. Deutschland, Europa und der Westen

Nachdem ich den ersten Sammelband mit Heinrich August Winklers Essays "Deutungskämpfe" (hier rezensiert) mit einigem Gewinn gelesen und rezensiert hatte, habe ich mir nun auch seinen zweiten, Fragen der Politik und Zeitgeschichte gewidmeten, zugelegt. In „Zerreißproben“ werden zwischen 1990 und 2015 erschienen Essays versammelt, die dementsprechend nicht mehr taufrisch sind, um es milde auszudrücken. Deswegen kann die Aufgabe des Bandes auch weniger sein, irgendwelche aktuellen Analysen zu bieten, ist der jüngste Essay doch mittlerweile schon fast strafmündig. Vielmehr erlaubt der Band einerseits einen Blick darauf, welche Perspektiven Winkler einnahm, was für eine spätere Winkler-Biografie sicherlich nützlich ist und einige Kenntnis über sein Denken vermittelt. Andererseits aber zeigt er gut auf, welche Debatten zu der jeweiligen Zeit geführt wurden und gibt in der Betrachtung derselben die Möglichkeit für Rückschlüsse über ihre Berechtigung und Beharrungskraft, aber ebenso auch darüber, welche sich als langlebig herausstellten.

Dienstag, 21. April 2026

Katharina Reiche reformiert den Tankrabatt - Vermischtes 21.04.2026

 

Die Serie „Vermischtes“ stellt eine Ansammlung von Fundstücken aus dem Netz dar, die ich subjektiv für interessant befunden habe. Die „Fundstücke“ erhalten ausführlichere und thematisch gegliederte Hinführungen zu verschiedenen Artikeln aus den Weiten des Netzes dar. Um meine Kommentare nachvollziehen zu können, ist die vorherige Lektüre des verlinkten Artikels empfohlen; ich übernehme keine Garantie für die Richtigkeit oder Vollständigkeit der Zusammenfassungen. Für den Bezug in den Kommentaren sind nummerierte Zwischenüberschriften eingezogen, bitte auf die referieren. Dazu gibt es die „Resterampe“, in der ich nur kurz auf etwas verweise, das ich zwar bemerkenswert fand, aber zu dem ich keinen größeren Kommentar abgeben kann oder will. Auch diese ist geordnet (mit Buchstaben), so dass man sie gegebenenfalls in den Kommentaren referieren kann.

Montag, 20. April 2026

Die neuen Liberalen?

 

Der Liberalismus ist in der Krise. Das ist nichts Neues. Er ist eigentlich immer in der Krise, seit seiner Entstehung. Er teilt dieses Schicksal ein wenig mit der Sozialdemokratie. Die ist zumindest seit drei Jahrzehnten ständig in der Krise. Seit die FDP aus den meisten Parlamenten geflogen ist und mit Wolfgang Kubicki quasi das letzte Aufgebot zum Erreichen der 5%-Hürde aufgestellt hat, fehlt es nicht an klugen Ratschlägen, wie die FDP sich aufstellen müsste, um wieder den Mantel des Liberalismus zu übernehmen. Es dürfte niemanden überraschen, der das Genre dieser Artikel kennt, dass der Typ natürlich ist, sich wieder auf den echten Liberalismus zu besinnen. Genauso muss die CDU wieder wirklich konservativ werden oder die SPD wieder zu einer sozialdemokratischen Politik finden. Es erfordert glaube ich einmal einen gesonderten Aufsatz, warum immer diese drei Parteien den immer selben Tipp bekommen, während die Grünen immer weniger grün sein sein sollen und die LINKE und AfD grundsätzlich gar keine Ratschläge bekommen. Aber das soll heute nicht Thema sein. Denn die Wahrscheinlichkeit, dass die FDP aus ihrer Todeszone nicht mehr herausfindet und auch unter Wolfgang Kubicki nach 77 Jahren die deutsche Parteienlandschaft endgültig verlässt, liegt doch deutlich über null. Und dadurch entsteht, darin sind sich eigentlich alle Analysierenden einig, eine Leerstelle im deutschen Parteiensystem.

Freitag, 17. April 2026

Rezension: Andreas Fulda - Wenn China angreift. Ein Szenario

 

Andreas Fulda - Wenn China angreift. Ein Szenario (Hörbuch)

Nach dem Angriff Putins auf die Ukraine und dem Trumps auf den Iran ist die Möglichkeit, dass China seine imperialen Ambitionen wahrmachen und die aus seiner Sicht abtrünnige Provinz Taiwan angreifen und annektieren könnte in der Wahrscheinlichkeit stark nach oben gerückt. Xi Jinping hat die chinesischen Streitkräfte bereits vor geraumer Zeit angewiesen, bis 2027 bereit militärisch zu sein, die Invasion Taiwans durchzuführen. Spätestens 2049, zum hundertjährigen Jubiläum des Siegs im Bürgerkrieg, haben sich die Kommunisten ihre eigene Zielmarke gesetzt: bis dahin muss Taiwan wieder mit der Volksrepublik "vereinigt" sein, alles andere wäre eine Blamage und unerträgliche Demütigung für ein Land, in dem nationale Ehre ein wesentlicher Treiber der Außenpolitik ist. Andreas Fulda, Politikwissenschaftler an der Universität Nottingham und Kenner sowohl Chinas als auch Taiwans, warnt bereits seit geraumer Zeit davor, dass China eine aggressivere Außenpolitik fährt und der Westen sich darauf vorbereiten muss. Er hat nun ein Buch vorgelegt, in dem er "ein Szenario" entwirft, wie eine Annexion Taiwans aussehen und welche Konsequenzen sie haben könnte. Angesichts dessen, dass gerade Deutschland wie so oft nicht damit zu rechnen scheint, dass passieren wird, was für uns sehr unangenehm wäre, und die Augen verschließt, ist das ein wichtiger Debattenbeitrag - ungeachtet dessen, wie man zu den konkreten Szenarien steht, für die Fulda explizit auch Kritik und Debatte einfordert.

Donnerstag, 16. April 2026

Orbán scheitert an der Zuckersteuer, die er mit Wehrpflichtigen auf dem Mond einführen wollte, ist aber glücklich mit der Religion - Vermischtes 16.04.2026

 

Die Serie „Vermischtes“ stellt eine Ansammlung von Fundstücken aus dem Netz dar, die ich subjektiv für interessant befunden habe. Die „Fundstücke“ erhalten ausführlichere und thematisch gegliederte Hinführungen zu verschiedenen Artikeln aus den Weiten des Netzes dar. Um meine Kommentare nachvollziehen zu können, ist die vorherige Lektüre des verlinkten Artikels empfohlen; ich übernehme keine Garantie für die Richtigkeit oder Vollständigkeit der Zusammenfassungen. Für den Bezug in den Kommentaren sind nummerierte Zwischenüberschriften eingezogen, bitte auf die referieren. Dazu gibt es die „Resterampe“, in der ich nur kurz auf etwas verweise, das ich zwar bemerkenswert fand, aber zu dem ich keinen größeren Kommentar abgeben kann oder will. Auch diese ist geordnet (mit Buchstaben), so dass man sie gegebenenfalls in den Kommentaren referieren kann.

Mittwoch, 15. April 2026

John Grisham in Nürnberg

Ein Drama mit großen Schauspieler*innen zu besetzen ist häufig der erste Schritt auf dem Weg zum Erfolg bei den Kritiker*innen, ganz besonders wenn es um Dramen geht, und am allermeisten, wenn diese auch noch einen historischen Anspruch haben. Bei "Nürnberg", dem neuesten Versuch, aus den Prozessen gegen die Hauptkriegsverbrecher 1945/46 einen mitreißenden Stoff zu machen, mangelt es nicht an großen Namen. Michael Shannon spielt Justice Jackson, den Hauptankläger. Rami Mallek mimt Psychater Douglas Kelley, der später ein Buch über den Prozess schrieb und - tagespolitisch aktuell - vor der Banalität des Bösen warnte, noch bevor Hannah Arendt jemals über Eichmann in Jerusalem nachdachte. Colin Hanks spielt seinen Konkurrenten, Gustave Gilbert. Lydia Peckam ist die Femme Fatale Lila, die so viel charakterliche Tiefe hat, dass man ihr nicht einmal einen Nachnamen gab. John Slattery gibt den Gefängniskommandanten Burton C. Andrus. Andreas Pietschmann ist Rudolf Hess. Mark O'Brien spielt den amerikanischen Staatsanwalt John Amen. Lotte Verbreek ist Emmy Göring. Wrenn Schmidt ist Elsie Douglas, die rechte Hand Jacksons. Da sie sich nie mit Lila oder Emmy über den Prozess unterhält, besteht der Film leider den Bechdel-Test trotz rekordverdächtiger dreier weiblicher Rollen nicht. Die eigentliche Sensation des Films aber ist natürlich Russel Crowe als Hermann Göring. Und hier fangen die Probleme an.

Dienstag, 14. April 2026

Iranische Experten erforschen iranische Tradwives und fahren zur Springerzentrale aus Nostalgie schwarz - Vermischtes 14.04.2026

 

Die Serie „Vermischtes“ stellt eine Ansammlung von Fundstücken aus dem Netz dar, die ich subjektiv für interessant befunden habe. Die „Fundstücke“ erhalten ausführlichere und thematisch gegliederte Hinführungen zu verschiedenen Artikeln aus den Weiten des Netzes dar. Um meine Kommentare nachvollziehen zu können, ist die vorherige Lektüre des verlinkten Artikels empfohlen; ich übernehme keine Garantie für die Richtigkeit oder Vollständigkeit der Zusammenfassungen. Für den Bezug in den Kommentaren sind nummerierte Zwischenüberschriften eingezogen, bitte auf die referieren. Dazu gibt es die „Resterampe“, in der ich nur kurz auf etwas verweise, das ich zwar bemerkenswert fand, aber zu dem ich keinen größeren Kommentar abgeben kann oder will. Auch diese ist geordnet (mit Buchstaben), so dass man sie gegebenenfalls in den Kommentaren referieren kann.