Dienstag, 19. Dezember 2006

Lektion in Lebensplanung, Nachtrag

Das Vorweihnachtsmärchen um Henrico Frank und Kurt Beck knirscht und knarscht an allen Ecken und Enden. Nachdem die polemische Äußerung Becks, Henrico Frank solle sich waschen und rasieren um einen Job zu bekommen durch Franks Steilvorlage zu einem unerwarteten PR-Weihnachtsgeschenk zu werden schien und prompt zu einer rührseligen Geschichte aufgebauscht wurde, hat man die Rechnung dabei ohne den Wirt gemacht. Nachdem Frank Beck abblitzen ließ schwingt er sich nun zum Anwalt der Arbeitslosen auf - und bedient mit ungeahnter Virtousität das Medienkonzert. Es scheint, als könne Frank dabei durchaus Erfolg haben: bisher schaffen es Beck und Konsorten jedenfalls nicht, die ständige Zerstörung ihres Weihnachtsmärchens aufzuhalten. Am 2. Januar plant nun das Erwerbslosenforum eine Aktion direkt vor Becks Staatskanzlei - Arbeitslose lassen sich öffentlich waschen und rasieren, um von Beck ihren Job einfordern zu können. Man darf gespannt sein, wie sich das weiter entwickelt. Die BILD jedenfalls polemisiert bereits ordentlich.

Kommentare:

  1. "Und erstens kommt es anders" und zweitens "als man denkt"... . Dieser Sinnspruch muss dem naiven Kurt Beck mitsamt seiner abgehobener Politikerriege, die sich schon längst aus der Sphäre des 'normalen Bürgers' verabschiedet haben, derzeit wie Hohn in den Ohren klingen.

    Meine Hochachtung gilt jedenfalls Henrico, der die Finger in die Wunde gelegt hat: Es geht nicht um die Arbeitslosigkeit, sondern darum, wie mit Betroffenen umgegangen wird. So hat sich eine scheinbar bequeme Medienkampagne als Bumerang erwiesen - wie schön, dass Menschen offenbar doch nicht beliebig steuerbar sind und sich zuweilen noch ihre Individualität bewahren.

    Das Mediengeheul, allen voran die BLÖD-Zeitung und das neoliberale Kampfblatt SPIEGEL, muss man dabei in Kauf nehmen. Es zeigt uns wieder einmal, welchen Stellenwert die Menschenwürde bei diesen Meinungsmachern einnimmt. Bleiben wir wachsam und bewahren wir weiterhin Rückgrat!

    Caschny.

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  2. Natürlich könnte Herr Frank einfach zu Beck gehen, ein Angebot annehmen und die Sache wäre gegessen - mit positiver PR für Beck, dem Problembär der SPD. Die Empörung in den Medien kommt aus der falschen Richtung und geht in die falsche Richtung. Denn der unsägliche Kern von Becks Aussage liegt darin, dass Arbeitslose an ihrer Situation alle selbst schuld seien, im Zweifelsfall durch ein ungepflegtes Äußeres. Die Verantwortung von Politik und Wirtschaft für die Massenarbeitslosigkeit wird geleugnet. Insofern ist es richtig, wenn Henrico Frank nun die Öffentlichkeit nutzt, um auf diese Mentalität bei den deutschen "Eliten" aufmerksam zu machen und zu zeigen, dass es nicht bloß darum geht, einem einzigen Arbeitslosen medienwirksam einen Job zu vermitteln.

    Gruß

    Alex

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  3. SPD : SCHANDE PARTEI DEUTSCHLANDS

    http://www.hartzVI.de

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  4. übrigens: geile Aussage... von Kurt Beck

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