Montag, 11. Dezember 2006

Populismus in München

Da man der LiPa gerne Populismus vorwirft werde ich nicht müde aufzuzeigen, dass auch die anderen das virtouse Spiel auf der diffusen Gefühlsklarinette des Volkes durchaus beherrschen: die CSU schlägt vor, eine Pkw-Maut einzuführen. Haben sie erst im Sommer, macht aber nix. Das Ziel: alle reden drüber und die Tankstellenpächter sind glücklich. Denn die Begründung ist so abgrundtief dämlich, dass diesen Vorschlag ernst zu nehmen eine schwerwiegende Beleidigung der Intelligenz des Wählers ist: man müsse es im Zuge der Gerechtigkeit machen, um auch die Ausländer zu belasten, die die Infrastruktur ja nur nutzen und nicht zahlen. Weil es ja so viele ausländische Pkw gibt, die durch Deutschland düsen (laut ADAC kleiner 5%).

Nachtrag: Die Zeit bringt gerade passend eine kleine Übersicht der 11 beliebtesten Vorschläge, um Nachrichtenlöcher zu überbrücken - mit überaus passend-bissigen Kommentaren.

Kommentare:

  1. Die ausländischen 5% zu belasten, ist eine hervorragende Idee. Wenn man dann noch versteht, dass diejenigen Autofahrer, die die Straßen durch Vielfahren stärker abnutzen stärker zur Kasse gebeten werden, dann macht man einen guten ersten Schritt auf dem Weg zur Erkenntnis, dass die Pkw-Maut letztlich Gerechtigkeit schafft - anders als die Kfz-Steuer.

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  2. Jetzt komm - 95% zu belasten, um die anderen 5% auch zu erwischen hat mit Gerechtigkeit so viel zu tun wie die Partnersuche. Und Vielfahrer werden durch die Benzinkosten geschröpft.

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  3. Vielfahrer verbrauchen viel Sprit und belasten damit auch die Umwelt mehr, als Wenigfahrer. Ebenso verhält es sich mit den ganzen Gebäudeschäden, daher ist es völlig legitim, dass sie einen höheren Anteil an den Kosten tragen.

    Und es geht nicht darum, 95% zu belasten, denn diese 95% werden heute schon durch die Kfz-Steuer belastet. Die Maut wäre nur eine andere Form der Erhebung, nämlich verbrauchs- bzw. abnutzungsgerecht.

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  4. In wiefern? Die Maut ist ein Pauschalbetrag, den jeder zahlt, egal wie viel er fährt.

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