Sonntag, 25. Mai 2008

Auf in den Geldadel!

Dass wir in einer modernen Form des Konzernfeudalismus leben, dürfte von niemandem noch ernsthaft bestritten werden. Welche Ausmaße das Ganze aber langsam annimmt, ist verheerend. In rechtskonservativen Medien (Springer-Presse und SpOn) werden derzeit Versuchsballons gestartet, die erschaudern lassen: es geht um die Wiedereinführung eines Zensuswahlrechts. Gestartet wurde der Ballon von Gottfried Ludewig, dem Vorsitzenden des CDU-Studentenverbunds RCDS. Von dem hängt bei uns in der Fachschaft übrigens ein Plakat mit dem ungemein innovativen Slogan "Mir stinken die Linken", man sieht also, auf welches Niveau wir uns gleich begeben.
Ludewig redet davon, dass
„Diejenigen, die den deutschen Wohlfahrtsstaat finanzieren und stützen, müssen in diesem Land wieder mehr Einfluss bekommen. Die Lösung könnte ein doppeltes Wahl- und Stimmrecht sein.“ Allein mit „Hartz IV-Beziehern und Rentnern“ könne der soziale Ausgleich in Deutschland nicht funktionieren. (Quelle)
Arbeitslose und Rentner: wann kommen die ersten Euthanasievorschläge? Aus dem Dunstkreis von CDU und RCDS kam ja jüngst bereits der Vorschlag, Alten keine Prothesen mehr zu bezahlen und sie einfach verrecken zu lassen, weil das billiger sei. Es ist unglaublich, was in diesem Land derzeit diskutiert werden kann, ohne dass einen Aufschrei der Anständigen gibt. Nirgendwo liest man Kritik an solchen Plänen. Die Medien scheinen wirklich auf ganzer Bandbreite zu versagen, denn Vorschläge wie dieser von Gottfried Ludewig sind gefährlich, sind demokratiefeindlich, ja, sind verfassungsfeindlich - aber stattdessen berichten die Medien, wenn sie es überhaupt erwähnen, wohlwollend neutral.
Feynsinn hat das Ganze in einen größeren Zusammenhang gestellt, ich möchte seinen Artikel zur Lektüre dringend anempfehlen und euch bitten: verbreitet diese Botschaft! Wenn die Medien bei einem dergestalt wichtigen Thema versagen, müssen wir alles tun, damit es zum Aufbau einer Gegenöffentlichkeit kommt. Solche Pläne müssen, müssen, müssen ans Licht der Öffentlichkeit gezerrt und zerpflückt werden!

Kommentare:

  1. Verbreiten? Naja, ich habs mal in meinen news-stream mit aufgenommen. Ob das was nützt wage ich irgendwie zu bezweifeln. Zwar gibt es alle Informationen im Netz, doch wer die sucht weiß eh schon bescheid. Die große, graue Masse WILL sich doch garnicht informieren.

    AntwortenLöschen
  2. Sag' ich doch schon seit langem: Die wahren Verfassungsfeinde sitzen in den Regierungsparteien.

    AntwortenLöschen
  3. Dies kann man als ungeschminkte Kriegserklärung der Machthabenden gegen das eigene Volk begreifen. Was hier gefordert wird, rechtfertigt letztendlich gar gewaltsames Vorgehen gegen die Verfassungsfeinde. Wenn Menschen aus dem Gemeinwesen ausgeschlossen werden, oder wenn man ihnen klarmacht, dass sie weniger politischen Wert besitzen, wie solche, die volle Geldbeutel haben oder weniger Jahre auf dem Buckel, dann kann keine Zurückhaltung mehr geduldet werden. Dann muß man die Verbrecher auch also solche bezeichnen und sie mit der gleichen kaltschnäuzigen Gewalt behandeln, mit der sie ihre Opfer behandeln.

    AntwortenLöschen
  4. http://www.derwesten.de/nachrichten/politik/2008/5/24/news-48910444/detail.html

    Die FDP wies den Vorstoß Ludewigs empört zurück. «Jede Stimme zählt gleich viel. Es gibt keine Wähler erster und zweiter Klasse», erklärte der Parlamentarische Geschäftsführer der FDP-Bundestagsfraktion, Jörg van Essen, in Berlin. «Es ist ärgerlich, dass ausgerechnet der Vorsitzende eines Studentenverbandes offenbar nicht mit unserem Grundgesetz vertraut ist.» Die Vorschläge des RCDS seien «ein Schlag ins Gesicht der Rentner unseres Landes und verhöhnen Menschen, die nach Arbeit suchen.» Zwar teile die FDP die Sorge, dass dieses Land politisch nach links rutscht. «Entmündigung der Wähler ist aber die falsche Antwort», erklärte van Essen. (AFP)

    Leider wartet man auf solch klaren Worte von einem CDU-Mitglied von Rang derzeit vergebens...

    AntwortenLöschen
  5. Man muss sich fragen, was die alles so beim RCDS konsumieren - weil ohne Drogen kann man ja wirklich nicht auf solche Vorschläge kommen.

    Aber in einem muss ich dir widersprechen:

    Also von "wohlwollend" neutraler Berichtserstattung kann ja wohl wirklich keine Rede sein.
    Beim "neoliberalen" Blatt SpOn steht das ganze ja auch unter "Absurder Vorstoß" und wird verissen... Das als "Versuchsballon" zu bezeichnen find ich schon n bissel übertrieben.

    AntwortenLöschen
  6. Man hat es in Deutschland leider versäumt den Faschismus an seiner Wurzel auszurotten. Hätte man allen Nazis einfach das aktive sowie passive Wahlrecht entzogen sowie ein konsequentes Berufsverbot erteilt, man müßte sich wohl nicht mit solchen Leuten rumärgern. Aber das setzt voraus man hätte ein aufrichtiges Interesse an der Entnazifizierung Deutschlands gehabt.

    AntwortenLöschen
  7. Jaaaaaaaaa, ich stelle mal die gewagte These auf, dass im Angesicht von Millionen Mitläufern eine noch gründlichere Nazifizierung zu einem ziemlich leeren Deutschland geführt hätte...

    Sieht man doch auch schön an immer wieder neuen IM-Enthüllungen...

    AntwortenLöschen
  8. Herr Ludewig ist auch noch Mitglied des Bundesvorstands der CDU.
    Hier nachzulesen.

    AntwortenLöschen
  9. ...und außerdem noch roland-berger-praktikant ;)

    so, hab mit meinen bescheidenen mitteln das "verbreitet diese Botschaft" umgesetzt.

    AntwortenLöschen
  10. noch was aus dem stinkigen CDU-Faschisten-Pool:

    Thomas Müller, stellvertretende Landesvorsitzender der JU Hessen, war auf der Internetseite „StudiVZ“ Mitglied in den Gruppen:
    „Nach Frankreich fahr ich nur auf Ketten“
    „Krieg ist scheiße, aber der Sound ist geil“
    „Brot für die Welt – Fleisch für mich“,
    „Wär ich Kreuzritter gewesen,hätten wir Jerusalem noch“.

    Mit seiner persönlichen politischen Überzeugung hätten diese Gruppennamen jedenfalls nichts zu tun... beteuerte
    Thomas Müller, der stellvertretende Landesvorsitzender der JU Hessen, Beisitzer im Frankenberger CDU-Stadtverband
    Schriftführer des Kreisverbandes Waldeck-Frankenberg.

    CDU-Kreisverband Schwalm-Eder trennte sich von Geschäftsführer Thomas Müller

    Quelle:http://tinyurl.com/5f3nll

    AntwortenLöschen

Hinweis: Nur ein Mitglied dieses Blogs kann Kommentare posten.