Samstag, 24. Mai 2008

Schleichender Tod in Hessen

Die SPD in Hessen stirbt. Jeden Tag ein bisschen mehr. Während die Linke ungebrochene Zustimmungswerte erhält, ist die SPD von ihren geradezu fantastischen 35% in Hessen wieder auf das "Normalmaß" von unter 30% eingebrochen. Wären jetzt Neuwahlen - CDU und FDP würden sich ins Fäustchen lachen. Und genau das ist die Strategie von Koch, der wie ein Wolf im Schafspelz auf den unvermeidlichen Fall Ypsilantis wartet, die versucht, die "geschäftsführende Regierung" vor sich herzutreiben - eine Strategie, die wahrscheinlich nicht ewig funktionieren wird.
Der Grund dafür ist, neben dem Dauerfeuer der Presse und der extrem verqueren Logik gegen die Zusammenarbeit mit der LINKEn, Dagmar Metzger. Die Politikerin, die von der Springer-Presse als "ehrlichste Politikerin Deutschlands" hochstilisiert wurde und von der CDU und FDP beklatscht wird, stimmt zwar bei allen Sachanträgen mit, will Ypsilanti aber weiterhin nicht zur Ministerpräsidentin der LINKEn wählen - weil das der politischen Arbeit in ihrem Wahlkreis entgegen laufen würde. Eine Erklärung, warum sie die Anträge zusammen mit der LINKEn durchbringen kann, die Wahl zur Ministerpräsidentin aber nicht, liefert Metzger nicht.
Ihre Verweigerungshaltung hat ohnehin einen Geruch. Ihr Vater war einer der Gründer des Seeheimer Kreises, einer Vereinigung der SPD-Rechten - frenetische Agenda-Befürworter. Diese opponieren den zaghaften Linkskurs der SPD total. Es liegt nahe, dass Daddy Metzger hier mehr Einfluss auf die "Gewissensentscheidung" seiner Tochter hatte, als öffentlicht bekannt ist.
So stirbt die SPD einen langsamen Tod in Hessen, werden die Neuwahlen unvermeidlich - und damit eine Bestätigung Kochs im Amt. Denn dass die FDP umfällt ist gelinde gesagt unwahrscheinlich - sehr viel wahrscheinlicher ist ein Umfallen der Grünen.

Kommentare:

  1. Schleichender Tod ist gar kein Ausdruck. In politischer Hinsicht ist es völlig irre, bei den Sachanträgen (!!!!), bei denen ich eine Gewissensentscheidung sogar nachvollziehen kann, brav mit den Linken zu stimmen. Aber ausgerechnet bei der Frage, ob jemand aus den eigenen Reihen, wohlgemerkt, den EIGENEN Reihen zum Ministerpräsidenten bzw. zur Ministerpräsidentin gewählt wird, bricht das Gewissen wieder heraus.

    Mal im Ernst: was muss man eigentlich alles einnehmen, um diese Logik nachvollziehen zu können? Und wenn das aus der Ecke des Seeheimer Kreises kommt (ich hänge eigentlich keinen Verschwörungstheorien nach), wie selbstzerstörerisch sind die eigentlich? Lieber lebenslang Juniorpartner der CDU als selbst Regierungsverantwortung übernehmen?

    Wenn das deren wirkliche Einstellung ist, dann sollte die SPD in Hessen wirklich vor die Hunde gehen. Denn ein CDU-Wurmfortsatz in Hessen reicht meines Erachtens dicke aus.

    So long,

    Crabby Jack

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  2. Als leidgeprüfter Hesse stimme ich da voll zu .Metzger ist der Giftstachel der Union in der SPD,der eine Regierungsbildung der SPD verhindert,und die SPD in die Bedeutungslosigkeit treibt.Leider spielen die Medien,allesamt konservativ dominiert,eine unrühmliche Rolle in dem Trauerspiel Metzger/SPD.Statt Licht ins Dunkel zu bringen,die Hintergründe aufzudecken,wird diese Unperson hofiert,einzig um Koch wieder regulär ins Amt zu bringen.Im Frühjahr nächsten Jahres,kurz vor der Köhler-Implementierung(Wahl ist das natürlich keine,sondern ein CDU/FDP Diktat),wird es meiner Einschätzung nach Neuwahlen geben,aus der der Schwarze Lord erneut als Imperator hervorgehen wird,wieder mit einem vermeintlichen klaren Wählerauftrag versehen,den er natürlich selbstverständlich nach besten Kräften erfüllen wird.Weitere 5 Jahre Finsternis in Hessen.Daß seine Mehrheit allerdings daraus resultiert,daß die SPD-Wähler konsterniert,ja geradezu demoralisiert zu Hause bleiben(wegen Metzger),verschweigen Koch und die Medien.

    Zu Metzger.Es handelt sich hierbei um Daggis Schwieger-Babba,nicht ihren Vater!Daggi hat bloß eingeheiratet.Nichts desto Trotz ist klar,daß er Dagmars Gewissen ist,und seiner Schwiegertochter schon klar macht,wo der Hammer hängt.Metzger hört auf ihren Schwiegerbabba,nicht auf ihr Gewissen.Es handelt sich hierbei also nicht um ein freies Mandat,sondern um ein Schwiegerbabba-Mandat.

    Wie es um die Medien bestellt ist,zeigt die Reaktion Alois Theisens (Chef des Ressorts Politik beim HR).
    Nach Metzgers desaströser Blockadehaltung zur Wahls Ypsilantis,hofierte er Dagmar Metzger als "Mitglied einer alten Darmstädter Politikerdynastei,quasi den Kennedys von Darmstadt"!!!!Wenns einem da nicht speiübel wird.

    Da hilft wohl nur das Lebensmotto von Herrn Zieschong alias Uwe Steimle:

    LERNE SCHWEIGEN, OHNE ZU PLATZEN!!!

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