Matt Zoller Seitz - Mad Men Carousel. The complete critical companion
Über einen Mangel an neuen TV-Serien kann man nicht gerade klagen. Netflix und Co pumpen Monat für Monat neue, gleichfalls generische wie irrelevante Produkte auf den Markt. Die "Golden Age of Television", die 1999 mit den "Sopranos" begann und deren Ende üblicherweise um 2014 herum verortet wird, hatte eine Menge großer "Stars": die erwähnten Sopranos ebenso wie "Rome", "Deadwood", "Breaking Bad" und viele mehr. Einer der schillerndsten Einträge in dieser Reihe mit Strahlkraft weit über den Fernsehbildschirm hinaus bleibt aber David Chases "Mad Men". Die Serie lief von 2007 bis 2014 in insgesamt sieben Staffeln und gehört zu den absoluten Lieblingen der Kritiker*innen. Die komplexe Struktur der Serie mit ihren großartigen Dialogen, Parallelisierungen von Leitmotiven, teilweise scheinbar abrupten Stimmungswechseln und vielen anderen Eigenschaften machen sie aber weniger zugänglich als eine durchschnittliche Folge "Yellowstone". Umso hilfreicher ist es, einen Begleitband zu haben, der von kompetenter Hand verfasst wurde. An solchen Händen mangelt es glücklicherweise nicht - "Mad Men" hat eine schillernde Literatur an Interpretationen hervorgebracht, die leider teilweise dem Vergessen des Netzes anheim gefallen ist -, aber dass ein profilierter Kritiker wie Matt Zoller Seitz sich der Sache annimmt, versprucht Großes.
