Donnerstag, 3. Juli 2008

EZB erhöht Leitzins

Hurra, der Sieg der Ideologie über die Vernunft: Die EZB erhöht den Leitzins von 4,0% auf 4,25%. Das dämpft zwar die Konjunktur, aber hey, die Inflation ist auf "Rekordniveau" und muss bekämpft werden. Dass die Inflation hauptsächlich von den gestiegenen Rohstoffpreisen kommt, die die Enegiepreise hochjagen, was mit Spekulation und kein bisschen mit Krediten zu tun hat - das braucht die EZB ja nicht zu interessieren. Hauptsache wieder Konjunktur abgewürgt, das kann sie, darin hat sie Übung.

Kommentare:

  1. "Etwas direkter formuliert es Thomas Mayer, Europa-Chefökonom der Deutschen Bank: 'Die Euro-Hüter versuchen de facto, den Lohndruck durch Erzeugung von Arbeitslosigkeit zu brechen.'" (Zitat aus der FTD vom 28.06.2008)

    Klare Ansage...

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  2. Die EZB ist in ihren Entscheidungen unabhängig von Weisungen der Politik (nach dem Vorbild der Deutschen Bundesbank). "Unabhängig" heißt aber auch: ohne demokratische Kontrolle. Daß die Währungshüter nicht nur mit ihrer nunmehr getroffenen Leitzinserhöhung zum falschen Zeitpunkt dogmatisch auf neoliberalem Wirtschaftskurs sind, kennt man doch auch aus der vom Wähler - angeblich - abhängigen Politik.

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  3. Eine der wichtigsten Funktionen der EZB ist die Begrenzung der Inflation. Wenn sich nun eine Inflation abzeichnet, muss sie reagieren. Sie könnte zwar jetzt die Fakten betrachten und sagen, diese Inflation hängt vor allem mit den Rohstoffpreisen zusammen und kann durch eine Leitzinsveränderung nicht beeinflusst werden. Das wäre eine ehrliche Maßnahme gewesen. Dabe hätte die EZB aber eingestanden, die Wirtschaft nicht im Griff zu haben. und das konnte man sich und vor allem der Öffentlichkeit nicht eingestehen. Die nun vorgenommene Leitzinserhöhung war wohl nur eine Alibimaßnahme. Man hat vordergründig gezeigt, dass man handlungsfähig ist und Alles im Griff hat.
    Der Zinsschritt ist jedoch so bemessen, dass er nicht sonderlich viel Wirkung zeigen wird. Im grunde genommen eben doch ein Eingeständnis der Ohnmacht der EZB.

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  4. Ich würde jetzt einfach mal die behauptung aufstellen, dass sowohl Rohstoff-"Spekulationen" als auch Lebensmittel-"Spekulationen" sehr wohl kreditfinanziert sind...

    und ich bleibe dabei: Die EZB handelt richtig. Warum seid ihr alle so scharf auf ne Stagflation?

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  5. Wenn die Arbeitseinkommen wieder angemessen steigen würden und die Kapitaleinkünfte wieder mehr zur Finanzierung des Staatshaushaltes herangezogen würden, wäre der Angstpegel bei der Bevölkerung in Deutschland weit niedriger als gegenwärtig und die Binnenökonomie weniger abhängig gegenüber der EZB.

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