Mittwoch, 2. Juli 2008

Zwei Beispiele für die Widersinnigkeit des herrschenden Wirtschaftsystems

Beispiel 1:
Starbuchs streicht 7% Stellen - weltweit - und schließt hunderte Filialen.
Direkte Reaktion: der Börsenkurs legt kräftig zu.
Beispiel 2:
Die Post verklagt den Staat erfolgreich auf eine Milliarde Euro.
Direkte Reaktion: das Geld wird an die Investoren ausgeschüttet.

Kommentare:

  1. Ja die Reaktion der Post ist wirklich toll. Ich bin dafür das die nie wieder einen Cent Steuergeld sehen und das sofort die Mehrwertsteuer in voller Höhe fällig wird.

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  2. Beispiel 1 ist doch nun wirklich keine Neuigkeit mehr. Der perverse Zusammenhang von Entlassungen und steigenden Börsenkursen sollte mittlerweile wirklich jedem bekannt sein. Unternehmen, die an einer westlichen Börse notiert sind, müssen geradezu so handeln, da hier das Hauptaugenmerk auf die Quartalszahlen gelegt wird - das Mantra ist Wachstum, Wachstum, Wachstum. Immer höher, immer weiter.

    Die Nachhaltigkeit wird natürlich völlig außer Acht gelassen - ist ja auch nicht sinnvoll, damit sollen sich die Nachfolger rumschlagen. In Familienunternehmen sieht das anders aus: da werden Mitarbeiter auch in schwierigen Zeiten mitgeschleift, mit dem schönen Effekt, dass sie sich der Firma verbunden fühlen - da sie mit Anstand und Würde behandelt werden. Ein Unternehmen, das sich von "Minderleistern" schnöde trennt, achtet man nicht, sondern sieht man nur als lästigen Arbeitgeber an, den man besser heute als morgen verlässt - darunter leidet natürlich auch die Leistung.

    Beispiel 2 allerdings ist in der Form neu. Ziemlich dreist, aber wie heißt es so schön: Frechheit siegt.

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  3. Und warum "siegt Frechheit"? - Weil eine Marktwirtschaft "ohne Adjektive" - euphemistisch "freie" Wirtschaft genannt - zwangsläufig zu einer "Macht-Wirtschaft" degeneriert.

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