Sonntag, 25. Februar 2007

Schulen als Propagandagebiet

In letzter Zeit haben diverse Propagandaoffensiven, vorläufig nur im Experimentierstadium, die Schulen Deutschlands heimgesucht. Die offizielle Zielsetzung war jeweils die Implementierung wirtschaftlicher Zusammenhänge in den Unterricht, die in diesem sträflich vernachlässigt werden, um so den Schülern etwas mehr praktisch verwertbares Wissen auf den Weg zu geben.
Die Grundanalyse ist richtig: ein Fach "Wirtschaft" gehört in der Schule tatsächlich eingerichtet. Es kann nicht sein, dass von Schule wegen her die Schüler keinen blassen Dunst von Wirtschaft und den herrschenden Theorien haben, von einer kurzen Einführung in Keynes in Geschichte einmal abgesehen. Andererseits lassen die ausnahmslos von privaten Interessensvertretungen gestarteten Initiativen eher Bauchschmerzen entstehen, als dass sie ernsthafte Lösungsansätze bieten würden. Da war zum Beispiel eine Initiative der FOCUS Money, die selbstverständlich überholte neoliberale Credos weiterverbreitete. Oder da wäre aktuell die Offensive "Oeconomix", gestartet von der Citigroup. Und massiv unterstützt, wie könnte es anders sein, von der INSM.
Auf diese Art und Weise werden offensichtlich falsche und zudem von starken Privatinteressen beeinflusste Thesen in den offiziellen Bildungskanon integriert. Und genau hier liegt auch die Crux der gesamten Operation, so gut die angegebene Grundintention (die wahre ist natürlich hemmungsloser Lobbyismus) auch wäre und weshalb sie auf das Schärfste zu verurteilen und abzulehnen ist. Es muss endliche in Umdenken stattfinden gegen offensichtliche Lobbyisten, die ihre Werbung verbreiten und von Medien und Politik wie neutrale Fachleute gehandelt werden - ein Musterbeispiel unter deutlich zu vielen ist Bernd Rürup.

Kommentare:

  1. Es ist wirklich absolut traurig, dass es nicht mal mehr möglich zu sein scheint, die Gewinnmaximierer aus irgendeinem Bereich herauszuhalten. Ich finde es grundsätzlich richtig, ökonomische Zusammenhänge in der Schule in Zukunft stärker zum Thema zu machen. Dabei müssen allerdings verschiedene Thesen und Ansätze vorgestellt und nicht einfach altbekannte (und überholte) Dogmen wiederholt werden. Das sollte doch eigentlich auch politich machbar sein, ist aber scheinbar gar nicht gewollt. So wird dann wohl die Zustimmung für "Reformen" in der Zukunft gesichert.

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  2. Bertelsmann mischt da auch schon mit, siehe http://www.nachdenkseiten.de/?p=225 und http://de.wikipedia.org/wiki/Media_Smart zu dem Verein "Media Smart".

    Gruß

    Alex

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