Donnerstag, 15. Februar 2007

Kampf gegen Väter, heute: RTL-II

Wer kennt die RTL-II-Serie "Frauentausch"? Strecken. Für alle, die es nicht kennen kurz das Konzept: zwei möglichst gegensätzliche Familien tauschen die Mütter, in der (Sender-)hoffnung auf zünftig Streit. Den gibt es auch meistens, entgegen aller Gerüchte, Frauen wären irgendwie sensibel oder emotional besonders kompetent. Daneben gehört es zum Sendungskonzept, Väter fertig zu machen.
In der heutigen Folge wurde das besonders deutlich: die eine Mutter war eine typische Hausfrau und ziemlich reinlich, der Mann ein Archetyp aus der ersten Hälfte des letzten Jahrhunderts: cholerisch und absolut "der Mann im Haus". Auf der anderen Seite eine etwas jüngere Mutter, die ihre Hausarbeit nicht erledigt, ihren Mann nach eigener Aussage unter anderem mit dessen Zwillingsbruder mehrfach betrogen hat und ständig ihrem Mann vorwirft, dass dieser nicht genug Zeit mit ihr verbringt. Das liegt daran, dass der zwei Jobs hat, um das Geld zu erwirtschaften, dass die Frau verprasst, die den ganzen Tag hauptsächlich nichts tut. Trotzdem bleibt für die Kommentatoren klar: seine Schlaraffenlandstellung ist vorbei, er muss beim Putzen auch helfen. Auf der anderen Seite wird der konsequent (teils zu Recht) als "Tyrann" bezeichnete Vater zum vorbildlichen Weichei umfunktioniert, zumindest gibt man sein Bestes.
Auffällig besonders beim Fall des Mannes mit den zwei Jobs: nicht nur, dass er arbeitet wie verrückt und die Familie kaum sieht, seine Frau wirft ihn aus dem Haus, um mit einem Freund einen Videoabend machen zu können und das Geld verprasst - Anerkennung erhält er dafür nicht, die Sendung macht ihn trotzdem madig. Das hat Prinzip. Dazu passt die Aussage der Frau: "Ich seh nicht ein, dass er den ganzen Tag arbeitet und nicht da ist und ich auch noch putzen soll!" Angedroht wird die Scheidung, bei der sie die Kindern natürlich mitnehmen will.

Kommentare:

  1. Du mußt bedenken, wer die Zielgruppe dieser Nonsense-Sendung ist: vorrangig Frauen. Da verkauft sich das Feindbild des dauernd arbeitenden Mannes, der nicht im Haushalt hilft, nun einmal besser als das der rumhurenden Ehefrau. Vielleicht sollte mal die Frau arbeiten und der Mann zu Hause bleiben. Dann könnte sie mal die Energien loswerden, die sie sonst nur fürs Fremdvögeln benutzt.

    Solange die Männer sich nicht wehren, werden sie immer als die faulen, angeblich weinerlichen Drecksäcke dargestellt, auch wenn genügend Frauen ohne ihren Mann schlicht auf der Straße sitzen würden. Denn klappt es bei einer Frau nicht beruflich, kann sie sich immer noch jederzeit schwängern lassen - egal, ob der Mann das will oder nicht. Entweder wird dann zusammen gelebt oder gar geheiratet oder aber frau kann auf Unterhalt klagen und der Mann muss zahlen. Kurzum, manche Frauen haben in ihrem Unterleib vor allem die Logik einer Registrierkasse: Sie sind sehr berechnend, was dabei rauskommt, wenn etwas reinkommt *lol*

    Gruß

    Alex

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  2. Warum sollten Männer sich gegen ihre Darstellung in einer Sendung wehren, deren Niveau knapp über Zimmertemperatur liegt? Ich für meinen ganz persönlichen Teil fühle mich durch eine solche Sendung im besten Fall erheitert, zumeist gelangweilt, in keinem Fall aber beleidigt. Die Hunde bellen, die Karawane zieht weiter.

    Der von perspektive2010 beschriebene Frauentypus, in der Tat die Hauptzielgruppe solch medialer Tieffluggebiete, fällt im Allgemeinen doch unter "Menschen, deren Existenz man allenfalls in der Statistik wahrnimmt" - es sei denn natürlich, man sitzt in einer Sendeanstalt und hat es offenbar nötig, einen ungemein subtilen und überaus wohldurchdachten feministischen Rachefeldzug gegen das Tier Mann zu führen. Endlich, nach Jahrhunderten der Unterdrückung, befreit sich das Wesen Frau und schafft es, im Frauentausch seinem Unterdrücker das wohlverdiente Schandmal auf die Stirn zu brennen. "Ein Bild von wahrhaft heroischer Größe!" (Ich distanziere mich hiermit ausdrücklich vom Urheber dieses Zitates - aber es passt hier halt wie Topf auf Deckel...).

    War es das, wofür die Frauenbewegung gekämpft hat? Nur mal ganz dumm gefragt... schließlich bin ich nur ein Mann...

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  3. der Mann ein Archetyp aus der ersten Hälfte des letzten Jahrhunderts: cholerisch und absolut "der Mann im Haus".

    Soso, die Männer waren also damals alle cholerisch.. Das stimmt überhaupt nicht.

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